Heinrich Böll Der Zug war pünktlich

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Inhaltsangabe zu „Der Zug war pünktlich“ von Heinrich Böll

Die erste Buchveröffentlichung Heinrich Bölls - eine erbitterte Anklage gegen den Krieg»Ich will nicht sterben, aber das Schreckliche ist, daß ich sterben werde ... bald!« Mit dieser Gewißheit steigt der junge Soldat auf dem Bahnhof einer Stadt im Ruhrgebiet in den Fronturlauberzug, der ihn an die Ostfront zurückbringen soll. Es wird eine trostlose Fahrt. Männer, die der Zufall zusammengewürfelt hat, spielen Skat, teilen miteinander Brot und Wurst und versuchen ihre Angst mit Schnaps zu betäuben. Andreas erinnert sich an seinen Freund, an eine Frau, in deren Augen er nur für Bruchteile einer Sekunde blicken konnte, er denkt an seine früheren Verwundungen, und er haßt alle, die den Krieg als eine Selbstverständlichkeit empfinden. In Lemberg hält der Zug. Hier begegnet Andreas einer Spionin, die als Prostituierte Nachrichten für den polnischen Widerstand sammelt ...Heinrich Böll hat diese Geschichte vom sinnlosen Sterben mit überzeugendem Realismus zu einer erbitterten Anklage gegen den Krieg verdichtet. Weitere Informationen zu Heinrich Böll gibt es unter: www.heinrich-boell.de (Quelle:'Flexibler Einband/01.05.1972')

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  • Rezension zu "Der Zug war pünktlich" von Heinrich Böll

    Der Zug war pünktlich
    marcelsarman

    marcelsarman

    Der Zug, der den Soldaten Andreas, die Hauptfigur dieses Buches, an die Ostfront des zweiten Weltkriegs zurückbringen soll, war pünktlich. Er fährt aus dem Ruhrgebiet Richtung Galizien (Ukraine) um die Soldaten nach ihrem Fronturlaub wieder zu ihren Einsatzorten zurückzubringen. Die Fahrt soll für Andreas in Stryi einem kleinen Ort in der Nähe von Lemberg enden. Während der mehrtägigen Zugreise vertreiben sich die Soldaten die Zeit durch Kartenspielen und Alkohol trinken. Doch je weiter sich der Zug Richtung Osten bewegt, umso größer wird die Verzweiflung und die Angst der Soldaten. Andreas erwartet seinen baldigen Tod, weil er sich nur geringere Chancen ausrechnet an der mörderischen Ostfront zu überleben. In Anbetracht seines vermeintlich nahen Todes, lässt Andrea sein bisheriges Leben Revue passieren, dabei bedauert er vor allem, dass er zu wenig Spaß gehabt und zu wenig geliebt hat. In Lemberg kurz vor dem eigentlichen Ziel der Reise, begegnet ihm Olina, eine polnische Prostituierte, der er sich anvertraut und die ihn sympathisch findet. Zusammen mit Olina setzt er nun seine Fahrt anders als geplant fort. Doch in den brutalen Kriegswirren bleibt es schwer seinem Schicksal zu entrinnen. Bewertung: Böll wird heutzutage teilweise als nicht mehr zeitgemäß und altmodisch angesehen. Ein Soldat, der zu einem Kriegseinsatz in die Ukraine fährt, ist aber leider keine altmodische, sondern eine höchst aktuelle Handlung. Auch die Diskussion, um Krieg als Mittel zur Durchsetzung von politischen Zielen, ist aktueller denn je. Außerdem wird in dieser Erzählung auch das Problem der Zugehörigkeit der Ukraine behandelt: „Vor neunundzwanzig Jahren war hier noch Österreich … dann war hier Polen … dann war Rußland … und jetzt ist hier alles Großdeutschland.“ Heißt es beispielsweise über Lemberg/Lwiw, so dass diese Erzählung aus dem Jahr 1949 aus mehreren Gründen auch heute noch lesenswert ist. Bölls Verdienst ist es, den Krieg zu vermenschlichen und ihm ein Gesicht zu geben. Das persönliche Schicksal der Soldaten mit ihren Gedanken und Gefühlen rückt in den Mittelpunkt und wird durch die atmosphärisch dichte Sprache anschaulich beschrieben: 5 Sterne.

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  • Rezension zu "Der Zug war pünktlich" von Heinrich Böll

    Der Zug war pünktlich
    ZwergPinguin

    ZwergPinguin

    05. November 2010 um 19:54

    Vielleicht war es bei mir nicht der richtige Moment für dieses Buch. Zwar ist die Aussage klar und deutlich und man kann sich (z.B. im Schulunterricht) sicher eine Menge Gedanken dazu machen, aber ich bin trotzdem nicht so recht warm geworden damit. Dabei lag es weniger am Inhalt als an der Sprache, die mich nicht angesprochen hat, weil sie so gewollt Gedanken dargestellt und dabei immer wieder dieselben Sätze wiederholt hat. Die möglicherweise beabsichtigten Emotionen blieben bei mir auf der Strecke, weil die Sprache eine für mich unüberbrückbare Distanz geschaffen hat. Es ist sicher ein wichtiges Buch - aber für mich trotzdem kein schönes Leseerlebnis, wobei "schön" ja bei dem Inhalt auch ein eher unpassender Begriff ist.

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  • Rezension zu "Der Zug war pünktlich" von Heinrich Böll

    Der Zug war pünktlich
    HomersEvil

    HomersEvil

    27. September 2008 um 15:32

    In "Der Zug war pünktlich" erzählt Böll die Geschichte eines 23 jährigen Wehrmachtssoldaten im Jahr 1943. Andreas hatte Heimaturlaub und muss zurück an die Front. Nichts Ungewöhnliches sollte man meinen. Doch Andreas weiß, dass er sterben wird. Er steigt in den Zug zurück zur Ostfront und weiß, dass er sterben wird. Er ist sich sicher, dass er seinen Bestimmungsort nicht mehr erreichen wird. Während der Zugfahrt, die er anfangs allein, nachdenklich, ängstlich und zurückgezogen verbringt, lernt Andreas einen Unteroffizier namens Willi und einen Soldanten, den er nur den "blonden" nennt kennen. Mit diesen Weggefährten verbringt er die Reise fortan, Karten spielend und saufend. Während der Fahrt, stellt er sich seinen Gedanken, die von dem allgegenwärtigen Bewusstseins des ihn erwartenden, baldigen Todes geprägt sind. Böll lässt seine Hauptfigur eindrucksvoll und mitfühlend beschreiben, wie man sich wohl in einem Zug voller Soldaten, die zurück an die Front, vielleicht dem Tod entgegen, ohne die Möglichkeit etwas dagegen zu unternehmen, fühlen muss. Er zeichnet ein bedrückendes Bild von Menschen, die entweder noch siegesgewiss oder resignierend, ihrem ungewissen Schicksal entgegenfahren, Kilometer für Kilometer. In Lemberg erlebt die Erzählung eine Wendung. Der Anschlusszug für den letztlichen Bestimmungsort wird von den Protagonisten verpasst. Unteroffizier Willi führt Andreas stattdessen in ein Bordell. Hier lernt Andreas die Prostituierte Olina kennen. Sie kommen sich unerwartet näher und öffnen einander ihr Herz. Sie erzählen sich gegenseitig Ihre Geschichten. Geschichten von zwei 23 jährigen, jungen Menschen, die durch den Krieg gezeichnet und verändert wurden. Es entwickelt sich eine rührende Geschichte zwischen zwei Menschen, die niemals mit einer solchen Regung der Menschlichkeit in sich selbst gerechnet hätten, in dieser so unmenschlichen Zeit. Wenigstens für ein paar Stunden. Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf. Sie nimmt seine Hand und lächelt ihm zu: "Aber vergiß nicht, was ich dir gesagt habe: wohin ich dich auch führen werde, es wird das Leben sein. Ja?" "Ja", sagt Andreas. "Der Zug war pünktlich" ist ein Plädoyer für die Menschlichkeit, dass sich der brutalen Realität eines wahnsinnigen Krieges entgegenstellt, eindringlich geschildert und mitfühlend niedergeschrieben.

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  • Rezension zu "Der Zug war pünktlich" von Heinrich Böll

    Der Zug war pünktlich
    Bernie

    Bernie

    07. September 2007 um 11:00

    Das ist mein drittes Buch von Heinrich Böll und meine Meinung über den Schriftsteller steigt mit jedem Buch an. Das Buch ist fesselnd und man erhält Einblick in die Gedanken, in die Gefühle, in die Hoffnung und auch in das Schicksal eines Soldaten im zweiten Weltkrieg!

  • Rezension zu "Der Zug war pünktlich" von Heinrich Böll

    Der Zug war pünktlich
    Mephisto

    Mephisto

    12. July 2007 um 08:32

    Aussagekräftige Erzählung: man kann seinem Schicksal nicht entrinnen!