Die verlorene Ehre der Katharina Blum

von Heinrich Böll 
3,8 Sterne bei791 Bewertungen
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (520):
S

Das beste Buch, das ich damals in meiner Schulzeit gelesen habe. Wenn ich ein Buch für ein re-read aussuchen müsste, dann dieses.

Kritisch (84):
Tiana_Loreens avatar

Eine Handlung, die zum Nachdenken anregt, aber das Buch war unglaublich zäh zu lesen.

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Inhaltsangabe zu "Die verlorene Ehre der Katharina Blum"

Heinrich Bölls Erzählung Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann sorgte bei ihrem Erscheinen im Jahr 1974, das von einem Vorabdruck im Spiegel flankiert wurde, für eine heftige Auseinandersetzung um die Methoden des Boulevardjournalismus. Die Hauswirtschafterin Katharina Blum, die nebenbei bei Empfängen und Festlichkeiten die kalten Buffets besorgt und sich davon eine Appartementwohnung und einen Volkswagen leisten kann, gerät zufällig in den Mittelpunkt der Sensationsmache und Polithetze einer großen Boulevardzeitung. Bei einer Karnevalsparty verliebt sie sich in einen jungen Mann, der von der Polizei als radikaler Rechtsbrecher gesucht und allgemein 'Bandit' genannt wird. Von da an ist ihr ein Sensationsjournalist auf den Fersen, der ihr Privatleben durchleuchtet und öffentlich macht. Die Folge der Hetze und der Verletzung der Intimität durch die Presse steht am Anfang der Erzählung: Katharina Blum hat den Journalisten erschossen, und ein ebenfalls beteiligter Pressefotograf ist von einer unerkannten Frau erschossen worden. Damit ist der schockierende Akzent gesetzt, der nach Interpretation und Aufklärung verlangt.
Das Muster der Moritat von der verlorenen Frauenehre ist hier emanzipatorisch und aggressiv gewendet: Die in der öffentlichen Meinung gefallene Frau weiß sich nach anfänglicher Erschütterung zu wehren, notfalls mit Gewalt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462031454
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:01.01.1974
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.11.2006 bei Der Audio Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Jisbons avatar
    Jisbonvor 2 Jahren
    Erschreckend aktuell

    Mir hat "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" gut gefallen; das Buch lässt sich schnell durchlesen, macht aber an vielen Stellen nachdenklich, gerade, was den Umgang der Presse mit dem Privatleben Katharinas und ihrer Bekannten angeht. Heinrich Böll zeigt gut, dass oft zu weit gegangen wird, wie Aussagen verdreht und im Sinn verkehrt werden und wie jemand, der eigentlich nichts schlimmes getan hat, plötzlich in der Luft zerrissen wird und welche weitreichenden Konsequenzen das haben kann.

    Zu den Figuren konnte ich keine Bindung aufbauen, obwohl der Leser recht viel über sie erfährt und klar ist, dass sie Sympathieträger sein sollen, aber ich hatte dennoch die ganze Zeit eine gewisse Distanz zu ihnen und war eher an den Abläufen und allem, was Katharina dazu gebracht hat, den Reporter zu erschießen, interessiert als an den Charakteren. Gut fand ich den Schreibstil, der ziemlich nüchtern ist und stellenweise an eine Reportage erinnert, da es ein effektiver Kontrast zu den Ereignissen und auch den skandalösen Berichten der ZEITUNG war. Das Buch war teilweise ein bisschen trocken, aber die meiste Zeit fand ich es interessant; als Schullektüre eignet es sich bestimmt gut, da die Thematik noch heute erschreckend aktuell ist.

    Von mir gibt es 4 Sterne.

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    CocuriRubys avatar
    CocuriRubyvor 2 Jahren
    Sollte jeder gelesen haben!

    Man könnte wohl sagen, dass in diesem Buch, Heinrich Böll mit dem Sensationsjournalismus  der Boulevardpresse abrechnet.

    Denn Böll sah sich selbst als Opfer einer Rufmord- und Hetzkampange der Bild (1972).

    In der Vorbemerkung heißt es so auch verkürzt: „(…) Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung (…) sind weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.“

    Dieses Buch zeigt dabei auf, wie diese Art von Presse funktioniert und was sie verursacht.

    Dabei sind diese Schilderungen auch durchaus überspitzt dargestellt. Wobei ich mich auch gefragt habe, was ist zwar krass dargestellt, aber trotzdem noch realistische Praxis? Man weiß schließlich wie weit die Boulevardzeitung bereit ist zu gehen, nur um eine Titelseite zu füllen.

    Das normale Geschehen, wird auffällig ruhig und sachlich geschildert. Vermutlich um den Kontrast zur „ZEITUNG“ (so wird die große Boulevardzeitung in dem Buch genannt) so deutlich wie möglich zu gestalten.

    Also man erfährt zunächst, was wirklich passiert ist, durch die Schilderungen oder Protokolle der Betroffenen und dann das was die „ZEITUNG“ daraus gemacht hat.

    Wie harmlose Äußerungen, reißerisch verdreht werden. Den Skandal nicht mal nur aufzuputschen, sondern ihn überhaupt erst erschaffen und so tun als wäre das Journalismus und es ginge nur darum den interessierten Leser zu informieren.

    Zwischendurch wurde sogar mal ein kurzer Vergleich zur Berichterstattung von seriösen Zeitungen gezogen. Der Unterschied ist natürlich frappierend.

    Aber auch die polizeilichen Vernehmungen sind mehr als fragwürdig – als würde versucht werden die Protagonistin zu einer Falschaussage zu nötigen.

    Oder auch wie ungenügend der rechtliche Schutz der einzelnen Person gegenüber der Presse ist – Pressefreiheit, also Schutz eines Konzerns, wird über den des Menschen gestellt. Ich würde zwar sagen, dass das hier überspitzt, aber leider nicht so wirklich unglaubwürdig dargestellt wurde.

    Man sieht ganz deutlich, was diese Verleumdungen, Lügen und Verdrehungen der „ZEITUNG“ bei der Protagonistin anrichten – wie sich auch ihr Wesen Zusehens verändert.

    Es ist an der Grenze zu widerlich und ja natürlich drängt sich eine ganz bestimmte Zeitung dabei auf – von der man weiß, dass genau das die angewandten Praktiken sind.

    Mit Journalismus und Recherche hat das nichts zu tun – das ist einfach nur widerlich und das ekelerregendste daran ist, dass es funktioniert. Die Leute kaufen es, sie zerreißen sich das Maul und scheren sich einen Dreck um dessen Wahrheitsgehalt.

    Dieses Buch wirft vielleicht auch die Frage auf, wer eigentlich die Presse kontrolliert. Außerdem legt es eine nahe, die eigene Mediennutzung zu überdenken – denn auch außerhalb der Boulevardpresse kann man sich fragen, wie viel Wahrheit und wie viel Sensationsgier liegt in dem Bericht.

     

    Fazit

    Obwohl das Buch nun doch schon ein paar Jahre auf den Buckel hat (1974 erschienen), ist es noch sehr aktuell.

    Meiner Meinung nach sollte das jeder einmal gelesen haben, der in irgendeiner Form mit Medien zu tun hat – und das dürften so ziemlich alle sein.

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    winter-chills avatar
    winter-chillvor 3 Jahren
    Zeitdokument der 70er

    Die Springerpresse, an erster Stelle die BILD-Zeitung, war eines der ärgsten Feindbilder der 68er-Generation. Sie machten die BILD verantwortlich für die Gewalt im Land, insbesondere für das Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke. Auch Heinrich Böll sah sich als Opfer einer Rufmord- und Hetzkampagne der BILD, die ihn nach einer Stellungnahme über Ulrike Meinhof als Sympathisanten der RAF hinstellte. Auf die Berichterstattung der BILD-Zeitung reagiert Böll mit seiner Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. Katharina Blum ist 27 Jahre alt, gutaussehend und arbeitet als Haushälterin, nebenbei hilft sie bei Empfängen und Festlichkeiten aus. Weil sie sehr sparsam lebt, kann sich Katharina mittlerweile eine Eigentumswohnung und ein Auto leisten. Diese bescheidene, unbescholtene Frau gerät nun in den Mittelpunkt der Sensationsmache einer großen Boulevardzeitung: Auf einer Faschingsparty verliebt sie sich in einen jungen Mann, der polizeilich gesucht wird. Sie verbringt mit ihm die Nacht und verhilft ihm zur Flucht. Ab da ist ihr ein Journalist der Zeitung auf den Fersen. Ihr Leben wird ausgeschlachtet, Aussagen von Nachbarn, Verwandten und Freunden werden verdreht, vage Annahmen ins unermessliche aufgeblassen. In Katharinas Leben ist nichts mehr wie zuvor und eines Tages eskaliert die Situation.

    Böll zeigt in seiner kurzen Erzählung recht deutlich, wie eine moderne Hexenjagd aussehen kann und dass Medien dabei oft keine geringe Rolle spielen. Allerdings klagt Böll nicht nur die Sensationsgier der Boulevardpresse an, sondern auch die Menschen, die diese Medien konsumieren, ihnen Glauben schenken und diese dadurch auch finanzieren. Natürlich könnte Bölls Medienkritik auch noch in heutiger Zeit aktuell sein. Dennoch muss man die Erzählung wohl als Dokument ihrer Zeit sehen und verstehen. Sonst scheint die Geschichte zu übertrieben und drastisch. Nicht ganz so überzeugt hat mich letzten Endes der Erzählstil: Die Ereignisse werden sehr distanziert, als eine Art Protokoll wiedergegeben – dabei arbeitet Böll mit sehr viel indirekter Rede. Das macht die Geschichte extrem trocken und nüchtern.

    Summa summarum ist „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ ein gutes Zeitdokument der 70er Jahre in der BRD – große Unterhaltung darf man aber nicht erwarten.

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    L
    Liebes_Buchvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Über Macht bzw. Machtmissbrauch der Medien
    Böll gegen Bild

    So wie ich es gehört habe,  gaben die 68er der Bild-Zeitung die Schuld an der Gewalt. Umgekehrt gab natürlich die Bild den Studenten die Schuld. Die Gewaltbereitschaft der damaligen Gesellschaft mündete sogar in Terrorismus. Heinrich Böll hat an seiner Romanheldin Katharina Blum dargestellt, wie einen die Medien durch den Kakao ziehen und das Leben zerstören. 
    Die Hauswirtschafterin Katharina verliebt sich auf einer Party Hals über Kopf in einen Bundeswehrdeserteur und verhilft ihm zur Flucht. Dadurch gerät sie ins Visier einer Boulevardzeitung, die fortan wilde Geschichten erfindet und Mitmenschen belästigt- sogar die krebskranke Mutter. Katharina rächt sich.
    Böll erzählt die Geschichte sachlich distanziert, fast wie für einen Polizeibericht, aber mit Humor. Dass sich alles während des Karnevals ereignet, verleiht dem Buch einen gewissen Charme. 
    Damals als das Buch veröffentlicht wurde, waren die Methoden der Medien und unseriöse Pressearbeit ein grosses Thema. Es widerte an, dass die Bild angeblich Hetze betrieb. 
    Angesichts aktueller Konflikte müssen wir uns noch immer fragen, ob die Medien Gewalt in der Bevölkerung erzeugen bzw. Existenzen vernichten.
    Menschen an den medialen Pranger zu stellen, ist eine Art Selbstjustiz, die Betroffene in Verzweiflung stürzen kann. 
    Kurze schlichte Erzählung zum Nachdenken und Schmunzeln.

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    WilmaFeuersteins avatar
    WilmaFeuersteinvor 3 Jahren
    Wenn Medien Existenzen vernichten...

    Die Geschichte um Katharina Blum, die von den Medien verfolgt und falsch dargestellt wird, ist interessant, aber ich fand den Schreibstil ein wenig trocken, fast schon langweilig. Heinrich Böll zeichnet ein sehr gutes Porträt der Hauptperson, deren Beweggründe gut nachvollziehbar sind. Später beschäftigte ich mich ein wenig mit der Entstehungsgeschichte des Werks und konnte ihm dadurch ein wenig mehr abgewinnen.

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    R
    rheamvor 3 Jahren
    Medienwelt ist nicht so unscheinbar

    Ich finde das Buch super faszinant, mit vielen tiefgründigen Themen, die vor allem heutzutage eine wichtige Rolle spielen. Die Medienwelt ist eine Welt für sich, die jedoch in unseren Leben sehr viel anstellen kann. Es ist eine Art moderne Hexenjagd, bei der jeder auch Unschuldigste beschuldigt werden kann, und man nicht davon loskommen kann. Ich würde das Buch jedem empfehlen, da es Dinge sind über die man nachdenken sollte und für jeden geeignet, der manchmal an unserer Gesellschaft zweifelt. 

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    dominonas avatar
    dominonavor 4 Jahren
    ehrlos?

    Manchmal glauben wir den Medien und ihren Schreiberlingen nur allzu gerne und das ist Katharina Blums Pech. Wie schnell ein Ruf in den Schmutz gezogen werden kann, zeigt diese Geschichte und nicht nur das, auch die Folgen werden deutlich. Fesselnd geschildert und ohne viel Federlesen genau auf den Punkt gebracht, ein Lob an den Autor.

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    HarIequinvor 4 Jahren
    Die verlorene Ehre der Katharina Blum

    Die Hauswirtschafterin Katharina Blum gerät in den Mittelpunkt polizeilicher Ermittlungen, als sie den kriminellen Ludwig Götten auf einer Tanzveranstaltung kennenlernt. Ihr Privatleben wird sowohl von der Polizei als auch von der Boulevardpresse zerlegt. Vier Tage nach besagten Tanzabend gibt sie bei Kriminaloberkommissar Water Moeding zu Protokoll, den Journalisten Werner Tötges erschossen zu haben.

    Ich muss gestehen anfängliche Bedenken wegen des Buches gehabt zu haben. Irgendwie hatte sich bei mir hartnäckig das Vorurteil festgesetzt, dass Heinrich Böll anstrengend zu lesen sei, daher war ich wirklich sehr positiv überrascht als ich mich an Katharina Blum wagte. Die Sprache ist wunderbar zu lesen – natürlich etwas anspruchsvoll, aber mit einigen humorvollen Zwischenbemerkungen. Durch die kurzen Kapitel wird das lesen zusätzlich erleichtert.

    Die Geschichte ist universell und zeitlos. Was mit Katharina Blum geschieht, ist damals ebenso wie heute realistisch. Sie enthüllt die Machenschaften der Boulevardpresse und wie diese einem skrupellos die Wörter im Mund verdreht, um an ihre Sensationsstory zu kommen.

    Das Buch rekonstruiert die Tage Katharinas vor dem Mord an Werner Tötges als polizeilichen Bericht und ich fand die Frage spannend, wie und wo die Gewaltbereitschaft von der ruhigen, fast biederen Katharina denn nun entsteht.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allerdings habe ich es auch freiwillig gelesen – hätte ich es im Deutschunterricht auseinandernehmen müssen, wäre mir die Lust daran vielleicht auch vergangen.

    So kann ich es aber nur weiterempfehlen. Wer gerne Klassiker liest, sollte Katharina Blum auf jeden Fall im Regal stehen haben.

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    Tiana_Loreens avatar
    Tiana_Loreenvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Handlung, die zum Nachdenken anregt, aber das Buch war unglaublich zäh zu lesen.
    Rezension zu "Die verlorene Ehre der Katharina Blum"

    Unglaublich zäh zum Lesen, aber eine Story, die einen die Nackenhaare aufstellt!

    Inhalt:
    Am Vorabend von Weiberfastnacht verlässt eine junge Frau von siebenundzwanzig Jahren gegen 18.45 Uhr ihre Wohnung, um an einem privaten Tanzvergnügen teilzunehmen. Vier Tage später klingelt sie an der Wohnungstür des Kriminaloberkommissars Walter Moeding und gibt zu Protokoll, sie habe mittags gegen 12.15 Uhr in ihrer Wohnung den Journalisten Werner Tötges erschossen....
    zweiter Titel: "Wie Gewalt entsteht und wohin sie führen kann"

    meine Meinung:
    Ich bin mal ganz ehrlich: Ich habe das Buch gehasst! Von der ersten Seite an, wollte ich es am liebsten Abbrechen, aber da ich nur im äußersten Notfall ein Buch abbreche, konnte ich es nicht über mich bringen.
    Alleine der erste Satz des zweiten Kapitels brachte mich zur Weißglut: "Wenn der Bericht- da hier so viel von Quellen geredet wird- hin und wieder als 'fließend' empfunden wird, so wird dafür um Verzeihung gebeten [...] "
    Mein erster Gedanke war, nach diesem Satz: "Bitte?? Sollte ein Buch nicht 'fließen'?"
    "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" war ein Pflichtbuch von der Schule und auch wenn das Lesen von den 146 Seiten beinahe 2 Wochen gedauert hatte, verstehe ich, warum meine Deutschprofessorin wollte, dass wir es lesen. Die Medien haben in diesen Buch sehr ihr Fett wegbekommen und wenn ich ehrlich bin, ich hätte vermutlich in der Situation von Katharina Blum ähnlich, wenn nicht genauso gehandelt.
    Sie hatte durch die Medien alles verloren, was ihr einmal wichtig war und war ein Mord auch nur ein kleiner Schandfleck mehr, den sie dann wenigstens wirklich verdient hatte.
    Obwohl mir das Thema des Buches sehr gut gefallen hatte, fand ich die Schreibweise von Heinrich Böll katastrophal! Ich kam mit diesen eintönigen Geschreibe nicht zusammen. Mir ist durchaus bewusst, dass er das Buch wie ein Protokoll führen wollte, aber selbst für mich (die Vielleserin der Klasse), war das Buch die reinste Qual!
    Ich wechselte von totaler Langweile bis hin zu beinah-Wutausbrüchen, da mich die ZEITUNG so wütend machte.

    Fazit:
    Ein Thema, das sich durchaus zeigen lassen kann, vor allem, da das Buch schon ziemlich alt (1976 veröffentlicht) ist, dennoch konnte ich mich mit der Schreibweise von Heinrich Böll einfach nicht anfreunden und da ich jedes andere Buch dem vorgezogen habe, habe ich schlussendlich extrem lange 2 Wochen für diese paar Seiten gebraucht.
    Ich gebe dem Buch 2 Sterne, die es nur bekommt, da die Handlung zur damaligen Zeit aktuell war und auch wirklich interessant gewesen wäre, wäre die Schreibwese etwas mehr nach meinem Geschmack gewesen.

    Kommentare: 3
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Ähnlichkeiten mit der BILD-Zeitung sind nicht zu vermeiden

    Die Geschichte ist ja teilweise sogar schon Bestandteil des Deutsch-Unterrichts. Dennoch hier noch einmal die Zusammenfassung: Eine junge Frau wird mit einem gesuchten Straftäter in Verbindung gebracht - als dies publik wird, gerät sie in die Mühlen einer medialen Hetzkampagne.

    Böll kommt sehr schnell zur Sache und schildert die Begebenheiten in Form eines Berichtes: sachlich und eher trocken erzählt. Obwohl man aus dieser Handlung auch einen spannenden mitreißenden Roman hätte machen können. Die sachliche Berichterstattung erweckt im Leser aber eher noch das Gefühl, dass es sich bei der Handlung um eine reale Begebenheit handele, was die Geschehnisse spannend genug machen. 

    Hintergrund dieser Geschichte sind die Machenschaften der BILD-Zeitung, welche der Autor in seinem Vorwort namentlich erwähnt und offen kritisiert. Wer sich etwas näher mit Günter Wallraf fund dem "Aufmacher" beschäftigt hat, ahnt welche Macht dieses Medium auch damals schon hatte. Von dieser Macht hat die BILD nur wenig eingebüßt, aber nicht nur deswegen ist die Erzählung aktueller denn je. Wer schon mal einen Shitstorm näher verfolgt oder gar selbst erlebt hat, weiß wie schnell sich eine Hexenjagd ausbreiten kann, und wehe dem, wenn der Betroffene sie einmal nicht aussitzen kann.

    Kurzum: damals wie heute und vermutlich auch morgen noch wärmstens zu empfehlen

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