Heinrich Böll Haus ohne Hüter

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Inhaltsangabe zu „Haus ohne Hüter“ von Heinrich Böll

Das größte editorische Projekt in der Geschichte des Verlages steht kurz vor dem Abschluss Im Jahr 1949 erschien die erste Buchveröffentlichung Heinrich Bölls, der fortan die deutsche Nachkriegsliteratur über fast vier Dekaden prägen und Eingang in die Weltliteratur finden sollte. Im Jahr 2002 erschien die erste Lieferung der auf 27 Bände angelegten, textkritisch durchgesehenen und kommentierten Kölner Ausgabe der Werke Heinrich Bölls, die seinem Programm der Fortschreibung folgt und sein Werk in gattungsübergreifender chronologischer Anordnung präsentiert. Die Herausgeber der Kölner Ausgabe sind international renommierte Germanisten und Böll-Forscher, die mit den Bänden 8, 20 und 24 termingerecht die achte Lieferung vorlegen, die neben den letzten beiden Bänden mit Texten von Böll auch den ersten der drei Interviewbände umfasst. Band 8, hg. v. Ralf Schnell, bietet den 1954 erschienenen Roman Haus ohne Hüter mit seiner Entstehungsgeschichte und Kommentar.

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  • Rezension zu "Haus ohne Hüter." von Heinrich Böll

    Haus ohne Hüter

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. January 2011 um 22:01

    Der Roman „Haus ohne Hüter“, der 1954 erstmalig erschien, erzählt die Geschichte zweier Familien, die nach dem 2. Weltkrieg ohne die Väter, die beide gefallen sind auskommen müssen. Das Buch wirft einen kritischen Blick auf die Nachkriegszeit, das beginnende Wirtschaftswunderland und den Rückzug in das katholisch-kleinbürgerliche Vergessen. Da ist zum einen die Familie Bach. Großbürgerlich, wenn auch noch nicht lange, aber reich und wohlhabend lebt Nella Bach bei unter dem Dach ihrer Mutter. Sie ist die Witwe eines Dichters, der im Krieg aufgrund der Willkür eines Herrn Gärlach zu Tode kam. Die Großmutter, katholischer Prägung drängt ihrem Enkel Martin, dem Sohn Nellas ihre Rachegedanken auf, die Familie lebt zwar gemeinsam aber einig sind sie nicht. Nella scheint keinen Halt in der Welt zu finden, die Großmutter siecht dahin. All dies sieht Martin und doch kann er mit niemandem wirklich darüber sprechen. Einzig sein Onkel Albert und der Schulfreund Heinrich sind im Halt und Ablenkung. Onkel Albert ist ein alter Freund des Vaters und lebt gemeinsam mit der Familie. Er ersetzt so gut er es vermag den Vater für Martin aber Nella lehnt es ab ihn zu heiraten und für „ordentliche“ Verhältnisse zu sorgen. Die andere Familie, das sind Heinrich Brielach und seine Mutter, die in ärmlichen Verhältnissen leben. Die Mutter versucht verzweifelt für ihre Kinder zu sorgen und einen Partner zu finden, dabei fällt sie aber immer wieder auf die falschen Männer herein, was ihren Ruf ruiniert... und es der Familie, zu der sich noch die uneheliche Tochter Wilma gesellt, fast unmöglich macht etwas an ihren Lebensumständen zu verbessern. Heinrich Böll schildert hier, wie es einen großen Teil seines Werkes durchzieht, anschaulich und beklemmend die Zeit der Verdrängung. Das katholische Umfeld füttert die Jungen mit Gedanken, die sie gegen ihre Mütter aufbringen. Die große Frage, die beide Jungen bewegt, ist die nach der Sittlichkeit. So ist ein Kernsatz dieser Geschichte aus unsere Zeitgeschichte der, das Kinder unschahmhaftes tun, Erwachsene tun unmoralisches. Daran wird alles gemessen und es ist beklemmend, wie die beiden Jungen immer wieder darauf kommen ihre Mutter an diese Messlatte zu halten und wie beide zu dem Schluss kommen, das die Mutter unmoralisch sind. Dieses Thema zieht sich durch den ganzen Roman, während Nella Herrn Gärlach trifft und sich nicht wirklich überwinden kann ihn zu entblößen, während man erfährt wie alte Nazischergen sich nun an dem Vermächtnis des toten Dichters zu bereichern versuchen, und Heinrichs Mutter sich letztlich entschließt zum Wohle der Kinder und endgültig gegen ihren eigenen Willen zu Handeln. Die Not des Krieges hat hier noch kein Ende gefunden... Vermutlich wurde mir gerade deshalb so eng um dem Hals beim lesen, weil Böll viele Sätze immer und immer wiederholt und weil seine Charaktere so schweigsam sind, weil so viele der Fragen der Kinder zwar im Kopf sind, aber daraus niemals hinauskommen... weil die Bilder der toten Väter so starr auf sie hinab sehen und nicht mehr mitleben. Zu seiner Zeit war dies sicherlich ein mutiges Buch, dessen Lektüre mich einiges an Kraft gekostet hat, denn der gewählte Stil aus ständigen Wiederholungen und einer Art von Bewusstseinsströmen macht es nicht leicht dem Text zu folgen. Streckenweise war es ein wenig mühsam. Gerade weil es so mühsam war, aber auch weil die Erwachsenen Charaktere sehr anstrengend und nicht wirklich Handlungswillig oder -fähig waren war es für mich sehr anstrengend dieses Buch zu lesen und es bedarf vermutlich einer weiteren Lektüre um es besser aufnehmen und begreifen zu können. So wie die Dinge allerdings stehen, kann und will ich für dieses sperrige Werk im Moment nicht mehr Sterne vergeben. Es war ein harter Brocken, auch wenn es mit etwas mehr als 250 Seiten kein dicker Brocken war. Ein trübsinniges Werk, das einem die einstigen Verhältnisse in Deutschland aber durchaus erschließt und greifbar macht welche beklemmende Wirkung die Kirche und eine Gesellschaft haben können, die lieber verdrängt und unterdrückt, als sich klärend mit dem Vergangen und den Fragen des Jetzt auseinander zu setzten.

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  • Rezension zu "Haus ohne Hüter" von Heinrich Böll

    Haus ohne Hüter

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. August 2007 um 16:23

    Wer sich mit den Folgen des Krieges auch über die Statistiken hinaus befassen möchte, bekommt durch dieses Buch einen kleinen Ausschnitt über die Zeit danach. Die Verarbeitung des menschlichen Verlustes, die Wut, Hilflosigkeit und der Schmerz - aber auch das Nichtverstehen und nicht nachvollziehen können der nachfolgenden Generationen ist durch einfache Worte verständlich gemacht. Der Umgang mit der Nachkriegszeit und eine Kindheit ohne Vater ist aus der perspektive zweier Jungen mit unterschiedlicher finanzieller Lage beschrieben: Hunger aus Geldnot und Hunger wegen Vernachlässigung - im "Reichtum". Zwei Schicksale in einer Zeit, wo Schwarzmarkt und alte Gesellschaftsvorstellungen das Leben der Zurückgebliebenen bestimmen....

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