Heinrich Böll Heimat und keine

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Inhaltsangabe zu „Heimat und keine“ von Heinrich Böll

Aus der Reihe ›Schriften und Reden‹»Obwohl als einzelner schreibend, ausgestattet nur mit einem Stoß Papier, einem Kasten gespitzter Bleistifte, einer Schreibmaschine, habe ich mich nie als einzelnen empfunden, sondern als Gebundenen. Gebunden an Zeit und Zeitgenossenschaft, an das von einer Generation Erlebte, Erfahrene, Gesehene und Gehörte, das autobiographisch nur selten annähernd bezeichnend genug gewesen ist, um in Sprache gefaßt zu werden; gebunden an die Ruhe- und Heimatlosigkeit einer Generation, die sich plötzlich ins Großvateralter versetzt findet und immer noch nicht reif geworden ist.«Eine »Ästhetik des Humanen«, wie man sie in. seinen Romanen und Erzählungen findet, hat Böll nur einmal ausführlicher formuliert: In seinen »Frankfurter Vorlesungen«, die er 1964 hielt. Worum es dabei geht, sagt er gleich im ersten Satz: um »das Wohnen, die Nachbarschaft und die Heimat, das Geld und die Liebe, Religion und Mahlzeiten«. Fast die gleichen Worte stehen am Anfang von »Heimat und keine«, einem prägnanten Text über die eigentümliche Heimatlosigkeit der Menschen im westlichen Deutschland.Es gibt zwei Köln, die »heimatlich« waren: das Vorkriegsköln und das zerstörte Köln, in das wir 1945 zurückzogen, heißt es da. Auch diese zweite Heimat aber sei »schon wieder verloren«.Die Jahre 1967/68 bringen andere Stichworte: der »Prager Frühling« und sein jähes Ende beim Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen, die Studentenrevolte und - zum ersten Mal - der gefährliche Einfluß des Springer-Konzerns. Dabei steht Bölls private Reportage aus Prag (»Der Panzer zielte auf Kafka«) gleichrangig neben seinem öffentlichen Auftreten gegen die Notstandsgesetze. Aber seine Bitterkeit angesichts der »schlüpfrigen Hast«, mit der Kiesinger, Barzel und Schmidt die Notstandsregelung durchpauken, ist wesentlich größer.
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