Heinrich Böll Wo warst du, Adam?

(60)

Lovelybooks Bewertung

  • 64 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 5 Rezensionen
(20)
(22)
(14)
(2)
(2)

Inhaltsangabe zu „Wo warst du, Adam?“ von Heinrich Böll

Eine Weltkatstrophe kann zu manchem dienen. Auch dazu, ein Alibi zu finden vor Gott. Wo warst du, Adam? »Ich war im Weltkrieg.« Theodor Haecker, »Tag- und Nachtbücher«, 31. März 1940In seinem frühen Roman schildert Heinrich Böll den Krieg als eine Krankheit. Es ist daher nur folgerichtig, daß er nicht die Mechanismen einer Schlacht beschreiben wollte, sondern den einzelnen Menschen in den Vordergrund stellt. Böll geht vom Detail aus und öffnet so den Blick auf das Ganze. Er zeichnet seine Gestalten, Landser und Generäle, SS-Führer und gehetzte Juden, Frauen und Mädchen im Hinterland, ohne zu verzerren oder zu idealisieren.Viele Bücher sind gegen den Krieg geschrieben worden. Aber nicht alle wurden so verstanden. Ungewollt ließen sie einen Rest von Sinngebung oder gar eine Faszination am Grauen und an der zerstörenden Gewalt des Krieges zu. Bölls Roman ist unmißverständlich. So macht zum Beispiel die Geschichte eines Wachkommandos bei einer Brücke, die von Partisanen gesprengt und von den Deutschen wieder aufgebaut wird, um gleich wieder vor den anrückenden Russen gesprengt zu werden, die organisierte Sinnlosigkeit des Krieges deutlicher als jedes grausige Schlachtenpanorama. (Quelle:'Flexibler Einband/01.11.1972')

Stöbern in Klassiker

Stolz und Vorurteil

Ein viel gelesener Kult-Klassiker, der zu Recht von seinen Lesern bewundert wird!

FrauTinaMueller

Das Bildnis des Dorian Gray

Eines der Bücher, die mich am meisten beeindruckt haben:)

Hutmacherin

Buddenbrooks

Literaturgeschichte made in Germany - leider heutzutage zur Schul(qual)lektüre verkommen

MackieMesser229

Ulysses

Ich bin froh, dass ich es bis ans Ende geschafft habe! Vielleicht in ein paar Jahren nochmals.

sar89

Der Schimmelreiter

Wenn man diese Novelle liest, hört man das Tosen des Meeres und reitet mit Hauke Haien über den Deich....

consoul

Irrungen, Wirrungen

Ein für diese Zeit gut geschriebenes Buch - dessen Ende mich doch traurig gemacht hat!

RineBine

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Hoffnungslos

    Wo warst du, Adam?
    Ferrum

    Ferrum

    Ich habe dieses Buch in der Schule gelesen. Seit damals hat es fünf Umzüge mitgemacht und verstaubte in meiner Bibliothek bis meine Tochter auf der Suche nach Stoff für die Maturaleseliste darauf stieß.  Und schlagartig war sie wieder da, diese Hoffnungslosigkeit. Dieses Verdunkeln jeglichen Horizontes. Dieses Blicken in unerahnte Abgründe, die man sich eigentlich gern erspart hätte. Als Jugendlicher hat es mich fasziniert. War Ausgangspunkt einer ausführlichen Auseinandersetzung mit dem thema Krieg und vermutlic in dieser Lebensphase genau richtig.  Heute, 30 jahre später denke ich anders darüber. Sicherlich, das Werk ist in den frühen 50ern entstanden und somit noch unter Schockeinfluss des Krieges geschrieben. Im 21. jahrhundert gelesen war die Wirkung auf mich weit weniger dramatisch. Nur diese durchdringende Hoffnungslosigkeit, die ist geblieben. Habe ich es meiner Tochter für die leseliste empfohlen? Nein.

    Mehr
    • 2
  • Ein Muss für die Bücherwelt

    Wo warst du, Adam?
    AnnaBerlin

    AnnaBerlin

    04. March 2014 um 10:09

    Ich durfte das Buch während der Schulzeit lesen und bin unglaublich froh darüber. Es handelt in Form unterschiedlicher Kurzgeschichten immer von demselben Thema: Der 2. Weltkrieg, vorgestellt in unterschiedlichen Perspektiven, die doch alle immer wieder verdeutlichen, wie sinnlos Handlungen während des Krieges waren und mit ihnen der gesamte Krieg. Dabei sind die Blickwinkel sehr unterschiedlich und gerade deswegen so glaubwürdig: Soldaten, Generäle, Juden, sie alle kommen darin vor.  Böll schreibt gegen den Krieg und auch nur so kann man das Buch verstehen. Natürlich, es ist keine einfache Lektüre, aber Interpretationen enden immer bei dem gleichen Fazit: Ein Buch, dass mit seinen kleinen Details den Krieg besser darstellt, als ein Geschichtsbuch mit 1000 Seiten und ebenso vielen Bildern.

    Mehr
  • Rezension zu "Wo warst du, Adam?" von Heinrich Böll

    Wo warst du, Adam?
    HomersEvil

    HomersEvil

    16. April 2011 um 22:30

    Wo warst du, Adam? Allein schon der Titel den Heinrich Böll für seinen Roman wählte, lässt auf eine nicht allzu gewöhnliche Lektüre schließen. Ebenso ungewöhnlich wie der Titel liest sich der Roman. Zumindest zu Anfang. Man erfährt von einem einfachen Soldaten, Feinhals, der scheinbar im Mittelpunkt des Buches steht. Doch führt er in verschiedenen Kapiteln lediglich eine Randexistenz oder fehlt vollkommen. Und doch ist dieser Feinhals der Protagonist in Bölls Werk. Der Leser erlebt jenen einfachen Soldaten auf dem Rückzuck von der längst verlorenen Ostfront. Der Rückzug verläuft über Rumänien und die Slowakei bis schließlich zurück in die ehemalige Heimat des einfachen Soldaten, kurz vor Kriegsende 1945. Dabei kreuzt sich Feinhals Weg mit einer Menge Personen, die alle eines gemeinsam haben. Sie sind Betroffene eines Ereignisses, dessen Auswirkungen und Folgen sie nicht abschätzen können. Sie alle, ob Soldaten, Zivilisten, Deutsche, Russen, Kneipenwirte, Obstverkäufer, Schausteller oder Juden, sind Opfer dieses Krieges und diesem, mit all seinen unvermeidbaren Folgen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Heinrich Böll beschreibt mit seinem Episoden-Roman den zweiten Weltkrieg wahrlich im Detail. Doch stehen hier nicht Kriegsverläufe, Schlachten, Politik oder Kämpfe im Vordergrund, sondern die Menschen, die diesem menschenverachtenden Monstrum namens Krieg ausgesetzt sind. Menschen mit all ihren persönlichen Bedürfnissen, wie Nahrung, Liebe und Zufriedenheit, sowie ihren Vorstellungen vom Leben und Glück. Dabei verwebt Böll geschickt die einzelnen Schicksale der im Roman vorkommen Personen zu einem großen Ganzen, so dass am Ende des Romans tatsächlich jede Person ihren berechtigten Platz und Auftritt im Roman bekommt. Die unterschiedlichen Personen, mit ihren verschiedenen Sorgen und Nöten werden dabei so stark und nah geschildert, dass dem Leser bestimmte Gedanken, Gespräche und Schicksale der von Böll beschriebenen Weltkriegsteilnehmer so schnell nicht aus dem Kopf gehen. Wo warst du, Adam? „Ich war im Weltkrieg.“

    Mehr
  • Rezension zu "Wo warst du, Adam?" von Heinrich Böll

    Wo warst du, Adam?
    Schlomo

    Schlomo

    13. April 2008 um 17:59

    Mein erster Roman, den ich im Unterricht, als Lehrerin, behandelt habe. Böll stellt in dem Buch den Mensch dar, nicht den Krieg und zeigt, wie er in den Wirren des Krieges langsam seine Menschlichkeit verliert

  • Rezension zu "Wo warst du, Adam?" von Heinrich Böll

    Wo warst du, Adam?
    hana

    hana

    04. June 2007 um 14:41

    Ich gebe zu, ich musste diesen Roman für den Deutschunterricht lesen, dementsprechend war meine Grundhaltung und die war nicht sonderlich motivierend. Aber ich muss zugeben, ich wurde positiv überrascht. Heinrich Böll hat einen erstaunlich erfrischenden Roman geschrieben, der sich zwar um das Thema 2.Weltkrieg dreht, dennoch keine trockene Kost ist. Ich hätte diesem Roman 4 Sterne gegegeben, wenn mich das Thema 2. Weltkrieg mehr interessieren würde. Klappentext (einer anderen Ausgabe): In seinem frühen Roman schildert Heinrich Böll den Krieg als eine Krankheit. Es ist daher nur folgerichtig, daß er nicht die Mechanismen einer Schlacht beschreiben wollte, sondern den einzelnen Menschen in den Vordergrund stellt. Böll geht vom Detail aus und öffnet so den Blick auf das Ganze. Er zeichnet seine Gestalten, Landser und Generäle, SS-Führer und gehetzte Juden, Frauen und Mädchen im Hinterland, ohne zu verzerren oder zu idealisieren. Viele Bücher sind gegen den Krieg geschrieben worden. Aber nicht alle wurden so verstanden. Ungewollt ließen sie einen Rest von Sinngebung oder gar eine Faszination am Grauen und an der zerstörenden Gewalt des Krieges zu. Bölls Roman ist unmißverständlich. So macht zum Beispiel die Geschichte eines Wachkommandos bei einer Brücke, die von Partisanen gesprengt und von den Deutschen wieder aufgebaut wird, um gleich wieder vor den anrückenden Russen gesprengt zu werden, die organisierte Sinnlosigkeit des Krieges deutlicher als jedes grausige Schlachtenpanorama. Inhalt/Aufbau: Der Roman beinhaltet 9 Kurzgeschichten, die alle zusammenhängen, aber alle einzeln eine abgeschlossene Geschichte darstellen, sodass man die Geschichten auch einzeln lesen kann. Was jedoch nicht empfehlenswert ist, möchte man Bölls Intention verstehen. Alle Geschichten drehen sich mehr oder weniger um den Soldaten Feinhals, er ist in manchen Geschichten die Haupt- in anderen wiederum die Nebenperson. In manchen kommt er auch überhaupt nicht vor. Die Geschichten sind in einander verwoben, so tauchen verschiedene Charaktere in mehreren Kapiteln noch einmal auf. Die einzelnen Kurzgeschichten folgen in chronologischer Reihenfolge, spielen aber z.T. an anderen Schauplätzen, wie Rumänien oder Ungarn. Voraussetzungen: "Wo warst du, Adam?" ist einfach zu lesen, man braucht keine besonderen geschichtlichen und sprachlichen Kenntnisse, dennoch sollte man um den Roman wirklich zu verstehen aufmerksam lesen. Böll hat viele Hinweise versteckt mit einfließen lassen. Gefühlsebene/Charaktere: Auch Gefühle spielen eine Rolle, wenn auch nicht die übergeordnete, verliebt sich Feinhals in eine jüdische Katholikin, Ilona. Manchmal kamen mir die Tränen, obwohl man durch die Kürze der Geschichten eigentlich nicht dazukommt, mit den Charakteren eine engere Bindung aufzubauen. Was auch durch oft nur schemenhaft vorhandene biographische/persönliche Informationen unterstützt wird. Aber trotzdem ist die Geschichte manchmal auch traurig. Interpretationsansätze: Doch was Böll auszeichnet ist, dass er auf übertriebene Gewaltdarstellung verzichtet, obwohl sie im Roman nicht fehlt. Seine Wortwahl ist sehrdeutlich und direkt, aber er versucht nicht durch Gewalt Leser zu bekommen. Ein häufig auftretendes Wort ist "Stille". Es gibt viele Arten diesen Roman zu interpretieren und die Intention Bölls ist vielfältig, doch eine Sache wird mehr als deutlich: der Krieg ist sinnlos. Ausgabe: Der Roman an sich ist nur ca.170 Seiten lang, die restlichen 60 Seiten dieser Ausgabe bestehen aus Literaturkritiken und weiteren Materialien zu "Wo warst du, Adam?" Wer also nur dem Roman lesen möchte und auf Kritiken zu ihm verzichten kann, kann also eine andere Ausgabe wählen. Fazit: "Wo warst du, Adam?" ist nicht besonders spannend, aber umso mehr überraschend. Da jedoch die Art und das Thema von "Wo warst du, Adam?" generell eher weniger interessiert, gebe ich nur 3 Sterne. Wer jedoch Romane aus und über diese Zeit mag, wird diesem Roman wahrscheinlich 4 Sterne geben.

    Mehr