Heinrich Detering

 4.3 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor von Bob Dylan, Reclams großes Buch der deutschen Gedichte und weiteren Büchern.

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Was heißt hier »wir«?

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Neu erschienen am 20.03.2019 als Taschenbuch bei Reclam, Philipp.

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Neu erschienen am 04.03.2019 als Hardcover bei Wallstein.

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Bob Dylan

Bob Dylan

 (13)
Erschienen am 10.02.2016
Reclams großes Buch der deutschen Gedichte

Reclams großes Buch der deutschen Gedichte

 (6)
Erschienen am 27.09.2013
Die Stimmen aus der Unterwelt

Die Stimmen aus der Unterwelt

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Erschienen am 24.10.2016
Was heißt hier »wir«?

Was heißt hier »wir«?

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Erschienen am 20.03.2019
Die Märchen

Die Märchen

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Erschienen am 16.03.2007
Wundertiere

Wundertiere

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Erschienen am 02.03.2015
Was gesagt wurde

Was gesagt wurde

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Erschienen am 13.09.2013

Neue Rezensionen zu Heinrich Detering

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Rezension zu "Was heißt hier »wir«?" von Heinrich Detering

Literaturwissenschaftlicher Beitrag zur großen Herausforderung unserer Zeit
Ulenfluchtvor 7 Tagen

Über 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges befinden wir uns in einer Zeit, in der alte Vergleiche bemüht werden, in der der Begriff ‚Volk‘ wieder in aller Munde ist und eine offenbar wachsende Gruppe von Menschen denen glauben, die am lautesten sprechen. Dass laut jedoch nicht gleich Wahrheit bedeutet und dass gewisse Kreise eben nicht reden wie ‚der kleine Mann‘, den sie zu vertreten vorgeben, zeigt dieses Buch.


Was meinen Rechte, wenn sie von der Zeit des Nazi-Regimes als ‚Vogelschiss‘ sprechen und was heißt ‚erfolgreiche deutsche Geschichte‘ wirklich? Welche Muster benutzen sie, um mit möglichst vielen Worten wenig zu sagen und mit wenigen Worten viel? Heinrich Detering deckt mit großer Eloquenz und dem ganzen Analysekoffer der Literaturwissenschaften auf, wie Rechte reden und was sie damit meinen.


Intolerante werfen ihren Gegnern Intoleranz vor, die Grenzen des Sagbaren werden ausgetestet und systematisch erweitert, die Sprache der Aggression hat es bis in den Bundestags geschafft. Komposita des Grauens wie ‚Messermänner‘ und ‚Kopftuchmädchen‘ haften wie Kaugummi am Schuh im Gedächtnis. Oftmals stehen andere Beteiligte dem hilflos gegenüber. Dieses Büchlein kann helfen, das tatsächlich Gemeinte greifbar zu machen und die politisch Rechten in Diskussionen zu entlarven.


Das Ergebnis, zu dem der Autor kommt, mag strittig sei: Er schlussfolgert, dass die parlamentarische Rechte einen Staat nach dem Muster der Nationalsozialisten wiedererrichten wollen. Zu einer solchen weitgreifenden Aussage bedarf es sicher mehr als literaturwissenschaftlichen Werkzeuges. Doch die präzise Arbeit am Satz ist beeindruckend und erschreckend zugleich. Jeder, der in eine politische Talkshow eingeladen wird und auch jeder Zuschauer, ja am besten jeder Bürger sollte dieses kleine Büchlein lesen, um zu wissen, worauf er sich einlässt und vor welcher Herausforderung unsere Demokratie steht.

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Rezension zu "Was heißt hier »wir«?" von Heinrich Detering

Wie man die sprachlichen Taktiken der Rechten entlarvt
Knigaljubvor einem Monat

Was in der Reihe "Was bedeutet das alles" von Reclam herausgegeben wird, ist Nachdenklektüre im Hosentaschenformat und eigentlich immer lesenswert - so auch diese Stellungnahme Heinrich Deterings zur Rhetorik der parlamentarischen Rechten in Deutschland.


Wie die parlamentarische Rechte diskursive Felder erschließt und besetzt, mit welchen Metaphern und Prämissen gearbeitet wird und welche ungeheuren Vergleiche da eigentlich gezogen werden, zeigt Heinrich Detering anhand ausgewählter und teils (leider) recht bekannter Zitate und Reden (allen voran Höckes und Gaulands) in diesem schmalen Büchlein auf. Nebenbei erfahren wir zum Beispiel, warum Goethe und Nazis überhaupt nicht zusammenpassen, und welche Tradition der Islam in der deutschen Literatur hat.
Es ist wichtig, die Mechanismen dieser gewaltvollen Sprache sowie ihre sich selbst verharmlosenden Rückruderungen als Methode zu erkennen.
Wohin seine Stellungnahme den mehrfach ausgezeichneten Literaturwissenschaftler geführt hat bzw. welchen Reaktionen er ausgesetzt ist, kann man in der Nachbemerkung lesen - wodurch einmal mehr die Notwendigkeit einer solchen Schrift betont wird.

Lesenswerte 60 Seiten!

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M

Rezension zu "Die Stimmen aus der Unterwelt" von Heinrich Detering

Interessante Betrachtung und Deutung des Spätwerks seit 2001
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Interessante Betrachtung und Deutung des Spätwerks seit 2001

„Bei Dylan hat Ovid den Blues“.

Natürlich ist das so, offenkundig, dass Dylan seit 2001 mit „Love and Theft“ externe Quellen eben offensichtlich mitverarbeitet. Poesie aus 3 Jahrtausenden, könnte man sagen. Wobei natürlich in jeder kreativen Tätigkeit auch immer das Werk anderer mitschwingt, meist nur nicht so erkennbar und klar.

Und natürlich ist das so, dass Dylan, wie immer, überwiegend schweigt und mehr als ein paar Stichworte hier und da nicht vorliegen, um Einblick in seine konkrete Ideen zu geben. Und inzwischen, konsequent, zu einem weiteren, noch offeneren „Covern“ sich entfaltet hat mit der Hinwendung zu altem, amerikanischen Liedgut, zu Frank Sinatra und anderen Größen dieser Zeit (was Detering zum Ende des Buches hin ebenso kongenial in eine erkennbare und dylaneske Entwicklungslinie stellt).

Rastlos eben, in einem einzigen, kreativen Prozess, nie der gleiche, manchmal in der Sackgasse, einer, der seine Songs, gerade die erfolgreichen, immer wieder neu angeht, der sagt, dass die besten Fassungen seiner Songs „irgendwo Live“ mal stattgefunden haben.

Etwas genauer aber lohnt es sich schon, gerade auf dieses „Spätwerk“ mit seinen vielen Bezügen zur Poesie der Welt zu schauen. Denn nach den Anfangsjahren und dem zunehmend sicheren Umgang mit Wort und Stil, mit dem einpacken von ganzen Geschichten in Gedichte und Songs Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts, eröffnet sich in den Jahren nach 2001 noch einmal, anders, aber in ganzer Wucht, die poetische Kraft Dylans, der Sog der Texte, das Herstellen von Kontexten über die Jahrhunderte hinweg, kongenial in Musik dann umgesetzt.

Shakespeare und Tennesse Williams, Alice im Wunderland, der große Gatsby, Shakespeare, Mark Twain, die Bibel, voller Anspielungen, Übernahmen, voller fremder Fragmente der Literatur, düstere Themen mit spielerischer Musik, leicht und schwer und immer wieder mit faszinierenden Texten, einer Sprache, die seit über 50 Jahren nicht aufhört, staunen zu lassen.

Intensiv arbeitet Detering nun bei seiner Betrachtung von allen Seiten her zwei Hauptanliegen Dylans heraus, die in diesem Werk seit 2001 die entscheidenden Weichen gestellt haben (und vorher bereits sich hier und da bei Versuchen, Werken, Ansätzen angedeutet haben).

Zum einen zitiert Dylan „alte“ und „ältere amerikanische“ Literatur, um die Gegenwart damit als Satyre Spiel zu spiegeln, eine Gegenwart, in der den „Zerfall aller bisherigen Ordnungsvorstellungen“ entdeckt (und eben als „apokalyptischen Totentanz“ auf seine Weise zu Gehör bringt).

Zum anderen lässt Dylan seine Songs davon sprechen, dass aus einem „monologischen Block“ (die Thematik seiner einzelnen Songs zwischen 79 und etwa 2001) nun das dialogische Zulassen, eine Öffnung „den anderen“ gegenüber, die Erschaffung einer textlich „polyphonen Song-Kunst“ in den Mittelpunkt rückt.

Plastisch hervorragend weist Detering dies an den beiden völlig anderen Textfassungen von „Gonna change my way of thinking“ von 1979 und dem Song von 2003 in der Neufassung. Vereinfacht gesagt wurde aus dem strikten, 1979 biblisch orientierten Dylan der offen, neugierig schauende, sich mit den poetischen Linien der Zeit verbindende Dylan, der damit der Welt neu und breiter begegnete. Mit durchaus düsterer Attitüde in den Texten und zugleich eher spielerischer Leichtigkeit in der Musik.

Mysterienspiele eben, die auf einer hintergründigen Ebene der Welt den Spiegel vorhalten. Einer Eben, die sich erst beim zweiten, dritten und vierten lesen und hören der Songs zunehmend in ihren Motiven erschließt.

Ein wenig steif in der Sprache, eher wissenschaftlich denn populär im Stil, spürt man die große Sachkunde Deterings und seine Leidenschaft für Dylan und seine Kunst durchweg im Buch und findet fundierte und miteinander in Beziehung gesetzte Interpretationen, die für den Lesers Dylans Denken und Werk seit 2001 breit erschließen.                                                                                       

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