Heinrich Dreidoppel Mars. Kriegsnachrichten aus der Familie

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Inhaltsangabe zu „Mars. Kriegsnachrichten aus der Familie“ von Heinrich Dreidoppel

Mit einer Einleitung von Gerd Krumeich. Das Buch ist eine Sammlung von Feldpostbriefen und sonstigen Informationen, die während des Ersten Weltkrieges von den Mitgliedern einer bürgerlich-rheinischen Großfamilie überliefert wurden. Die Kriegsnachrichten wurden in periodischen Abständen im Zirkel der Familie veröffentlicht. Urheber des Projekts war der Kölner Rechtsanwalt und führende Zentrumspolitiker Carl Trimborn, seit 1894 Vorsitzender der Rheinischen Zentrumspartei, seit 1896 Mitglied des Reichstags und des Preußischen Abgeordnetenhauses für Köln. Am 20. August 1914 schrieb er: „Hier einlaufende Briefe und Nachrichten, die für die Familie von Interesse sind, gedenke ich ganz oder auszugsweise vervielfältigen zu lassen und zur Kenntnis der Geschwister zu bringen. Ich stelle ergebenst anheim, Correspondenzen und Nachrichten an mich gelangen zu lassen, insbesondere von den im Felde stehenden Familien-Angehörigen. Die Urschriften werden zurückgesandt.“ Diese Anregung verdankt sich einerseits einem Bewusstsein für die Bedeutung des historischen Moments und andererseits einem starken Familiensinn. Carl Trimborn stammte aus einer katholischen Familie mit 15 Kindern. Er stand in regem Kontakt sowohl mit der eigenen Verwandtschaft als auch der seiner Frau Jeanne Trimborn, einer gebürtigen Belgierin aus Verviers, die 13 Geschwister hatte. Sein älterer Bruder Joseph Trimborn war Generalmajor im Garde-Korps, sein jüngster Bruder Julius Trimborn Reserveoffizier und seine jüngste Schwester Anna Waldhausen Ehefrau eines Generalleutnants der Artillerie; zudem wusste er, wie viele Neffen in den Krieg würden ziehen wollen. So war es für ihn naheliegend, der Familie eine Dokumentation ihrer Kriegserfahrungen zu empfehlen. Er selbst fuhr „mit besonderer militärischer Erlaubnis“ hinter den deutschen Truppen her nach Belgien, um sich erfolgreich für die Freilassung eines als Geisel festgehaltenen Freundes eines belgischen Schwagers einzusetzen. Kurz darauf erhielt er auf seinen Wunsch eine Funktion in der deutschen Zivilverwaltung im besetzten Belgien, der er als Leiter des Dezernats für Kirchen- und Schulangelegenheiten bis Juli 1917 in Brüssel angehörte. Im Mars dominieren die Berichte aus dem soldatischen Leben, vor allem die Feldpostbriefe von den Fronten im Westen und Osten. Hinzu kommen knappe Mitteilungen über Kriegsfreiwilligenmeldungen, Einberufungen, Ausrücken ins Feld, Quartier- und Stellungswechsel, Teilnahmen an militärischen Spezialausbildungen, Lazarett- und Genesungsheimaufenthalte, Urlaube, Dienstgradernennungen, Ordensverleihungen und Gefangenschaften, ferner drei Listen mit den Feldadressen aller Kriegsteilnehmer aus der Familie. Unter den Dokumenten finden sich jedoch auch andersartige Mitteilungen, etwa die Briefe zweier junger Frauen, die einerseits über ihre gefährliche Arbeit in einer Pulverfabrik und andererseits über die Begleitung eines Transportes erholungsbedürftiger Kinder von Köln nach Polen berichten. Zwei Briefe von Nichtdeutschen fallen auf, der eines französischen Kriegsgefangenen an seine Frau in Paris und der eines in neutrales Ausland geflüchteten baltendeutschen Adligen an eine baltische Dame in Berlin, die diesen Brief an einen zaristischen Offizier in einem deutschen Kriegsgefangenenlager weiterleitet; beide Briefe von Generalleutnant Hans Waldhausen, Inspekteur von zehn Kriegsgefangenenlagern, an den Mars weitergeleitet. Carl Trimborn steuert zu Beginn seiner Tätigkeit für die deutsche Zivilverwaltung in Brüssel zwei längere Berichte mit Eindrücken aus dem besetzten Belgien bei. Seine Frau Jeanne Trimborn-Mali stellt in einem 1915 eigens für den Mars verfassten Brief aus Brüssel die Ereignisse und Zustände in Belgien zu Kriegsbeginn aus der Perspektive der Einheimischen dar – was von einigen Lesern des Mars „ungünstig aufgenommen“ wurde. 1918 schliesst der Mars mit acht herausragenden Briefen einer jungen Rote-Kreuz-Schwester, die im Mai/Juni 1918 als Mitglied einer deutschen Kommission zur Repatriierung von deutschen Kriegsgefangenen in das revolutionäre Russland reist und von ihren Erlebnissen und Eindrücken in Moskau und in der Uralregion schreibt – Briefe, die das Reichsarchiv ins Potsdam kopiert hatte, die aber mit ihm untergingen. Obwohl die Feldpostbriefe von den verschiedenen Kriegsteilnehmern aus unterschiedlichen Offiziersperspektiven, zu zufälligen Zeiten und von zufälligen Orten geschrieben wurden, spiegeln sie in ihrer Gesamtheit die Geschichte des Ersten Weltkriegs. Die Kriegsbegeisterung von August 1914, die Franktireurhysterie, die Munitionskrise, die großen Schlachten im Artois, in Flandern, in der Champagne und bei Verdun, die wirtschaftliche Ausbeutung des eroberten Landes, der Einsatz von Gasgranaten, das Auftauchen der ersten Tanks, die Entwicklung des Luftkriegs, das Rückzugsunternehmen Alberich, die Michael-Offensive, die Preissteigerungen für Lebensmittel, das Schicksal der Kriegsgefangenen im Westen und Osten – das alles erscheint auch in den Mars-Berichten.

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