Heinrich Heine

 4.1 Sterne bei 627 Bewertungen
Autor von Deutschland, Die Harzreise und weiteren Büchern.
Heinrich Heine

Lebenslauf von Heinrich Heine

Heinrich Heine wird als Harry Heine 1797 in Düsseldorf geboren und war einer der bedeutendsten Dichter Deutschlands. Seine Gedichte werden hauptsächlich der Romantik zugeschrieben. Als Jude und wegen seinen polemischen schriftstellerischen Werken wurde er sein Lebenlang angefeindet. Diese Außenseiterrolle prägte sein Leben und seine Werke. Heine stirbt am 17. Februar 1856 in Paris.

Alle Bücher von Heinrich Heine

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Deutschland

Deutschland

 (249)
Erschienen am 03.09.2018
Die Harzreise

Die Harzreise

 (53)
Erschienen am 01.04.2017
Sämtliche Gedichte in zeitlicher Folge

Sämtliche Gedichte in zeitlicher Folge

 (20)
Erschienen am 27.04.1997
Reisebilder

Reisebilder

 (10)
Erschienen am 01.06.2010
Deutschland. Ein Wintermärchen

Deutschland. Ein Wintermärchen

 (11)
Erschienen am 03.01.2017
Gib mir Küsse, gib mir Wonne

Gib mir Küsse, gib mir Wonne

 (9)
Erschienen am 01.08.2005
HEINE to go

HEINE to go

 (8)
Erschienen am 14.03.2018

Neue Rezensionen zu Heinrich Heine

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Heinrich Heines Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ erschien 1844 und verknüpft scharfe Kritik am damaligen "Deutschland" mit Reisebeschreibungen, in denen autobiographische Elemente verarbeitet werden. Heine lebte schon lange in Paris, um der judenfeindlichen Stimmung in Deutschland zu entkommen und ein Auskommen zu haben. „Deutschland. Ein Wintermärchen“ entstand während einer Heimatreise des Dichters.

Insbesondere Preußen samt seinem Militarismus und Chauvinismus bekommt in diesem satirischen Lied sein Fett weg, aber auch die Kirche wird stark kritisiert, da sie der geistigen Mündigkeit der Bürger im Wege steht und ebenfalls als rückwärtsgewandt gilt. Die Franzosen hingegen und insbesondere Napoleon, stehen Bei Heine hoch im Kurs, Dank ihrer Revolution und den Schriften der Aufklärung.

Mir hat dieses Werk Heines besonders gut gefallen. Ich habe es zuerst ohne Hintergrundinformationen oder Anmerkungen gelesen und mich dann dafür entschieden, diese Reclam-Ausgabe zu erstehen, da es enorm viele Anspielungen und Querverweise gibt, die sich dem heutigen Leser nicht direkt erschließen. Obwohl Heine sich an eine breite Leserschaft wandte, mussten auch damalige Leser sicher kulturell versiert sein um alle versteckten Seitenhiebe zu verstehen. Aber auch wenn man nicht alles sofort richtig verorten kann, macht die Lektüre Spaß. Heines Kritik ist bissig, wie eine wahre Satire es sein muss und brachte mich oft zum Schmunzeln. Ich fühlte mich gut unterhalten und fand großen Gefallen an der Versform, die dem Gedicht die Melodie eines Volkslieds gibt.

Diese Ausgabe richtet sich vornehmlich an Schüler, was man oft an den Fußnoten erkennt. Dort werden teilweise Begriffe erklärt, die selbst einem 8.-Klässler geläufig sein müssten, wie z.B., dass „Punsch“ ein alkoholfreies Getränk ist. Bei solchen Ausführungen habe ich mich dann etwas veräppelt gefühlt, aber vermutlich gehöre ich einfach nicht zur Hauptzielgruppe der Ausgabe. Gefühlsmäßig würde ich sagen, dass mir die Fußnoten in der zweiten Hälfte besser gefallen haben. Der Anhang besteht dann aus langen Zitaten aus anderen Büchern, u.a. zum Zeitgeschehen oder zur Rezeption des Werkes im 19. Jahrhundert. Viele dieser Informationen bleiben aber so vage und resümierend, dass sie keinen wirklichen Mehrwert bringen. Jeder weiß in etwa, was Zensur bedeutet – man merkt sie auch dem Text an – oder wer Napoleon war. Und viel mehr lernt man in diesem Buch auch nicht darüber. Ein Blick in die Wikipedia, insbesondere in den Artikel zum Werk, kam mir sogar interessanter vor, aber manchmal war es schon nett, eine Erklärung sofort zur Hand zu haben. Neben den Fußnoten gibt es im Anhang auch genaue Anmerkungen, geordnet nach Kapitel und Zeile, die manchmal wirklich weiter helfen können.

Mein Fazit fällt also relativ zwiespältig aus, zumindest das die Wahl dieser Ausgabe betrifft. Heines Werk an sich ist super, keine Frage, und ich kann es nur weiterempfehlen. Wer Klassiker liebt und sich von der Versform nicht aus dem Konzept bringen lässt, wird hier seinen Spaß haben.

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Rezension zu "Deutschland. Ein Wintermärchen" von Heinrich Heine

Beschwerliche Reise von Paris nach Hamburg mit pointierter Kritik an Politik und Gesellschaft
GersBeavor 5 Monaten

Inhalt (Klappentext)

»Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen. «

So beginnt Heimes Gedicht ›Nachtgedanken‹, das im Sommer 1843 entstand. Die Sorge um die politische Entwicklung in der Heimat, die ihm den Schlaf raubte, und  die Sehnsucht, seine 72 Jahre alte Mutter wiederzusehen, waren die Gründe, die ihn veranlassten, wenige Monate später seinen Aufenthalt im selbstgewählten französischen Exil zu unterbrechen und nach Deutschland zu reisen. Aus den Eindrücken dieser reise, die über Brüssel, Amsterdam und Bremen nach Hamburg und auf der Rückfahrt nach Hannover, Minden, Paderborn, Köln und Aachen führte, entstand ›Deutschland. Ein Wintermärchen‹, eine der bedeutendsten politischen Dichtungen in deutscher Sprache. Heine verflocht hier nicht nur mit großer Kunst Komik und Pathos, Elegisches und Humor miteinander, er übte vor allem ätzende Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Zuständen Deutschlands, das, wie er ahnte, am Vorabend einer politischen Erhebung stand.

Dieter Klieschs vielschichtige Farbbilder (Crayon und Aquarell) betonen die Aktualität von Heines Dichtung. Der Maler hat aus der Perspektive unserer Zeit Heines Reise nachempfunden und im Bild festgehalten, was ihm auffiel, ihn in Rage, in Wut versetzte, seine Kritik herausforderte; denn wenn sich auch manches nach 140 Jahren verändert hat, die Verhältnisse sind längst nicht so, wie sie sein sollten.

Ausgabe

Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/M.,
1989.
203 S.
mit zahlreichen Bildern von Dieter Kiesch
 - Mit einem Essay von Walter Grab. -
ISBN  3 763235574

Meine Meinung

Obwohl ich ein solides Grundwissen über deutsche Geschichte habe, fand ich das Lesen oft mühsam. Meine Ausgabe enthält viele Anmerkungen zum Text, Farbbilder von Dieter Klietsch sowie einen Essay von Walter Grab zum Wintermärchen.

So kann ich nachvollziehen, warum das Spottgedicht zu den bedeutendsten politischen Dichtungen deutscher Sprache gehört.

Im Rahmen der Klassiker Lesegruppe habe ich das Buch gelesen. Sicherlich ist es als Quellendokument über die Zeit aufschlussreich.

Fazit

Ich vergebe 3 Sterne und eine Empfehlung nur für Leser, die an der geschichtlichen Dimension der Zeit interessiert sind.

Tipp: Laut lesen!

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Rezension zu "Deutschland. Ein Wintermärchen" von Heinrich Heine

Man sollte sich von der Versform nicht abschrecken lassen
PMelittaMvor 5 Monaten

Nach Jahren im Exil reist Heinrich Heine nach Deutschland und berichtet in Form eines satirischen Versepos über diese Reise. Man merkt dabei, dass Heine sein Vaterland zwar liebt und vermisst hat, aber auch vieles kritisch sieht.

Ich selbst bin so gar nicht der Typ, der Gedichte u. ä. mag, Epen sprechen mich noch am ehesten an. Ein erster Blick in die Deutschlandreise Heines hätte mich auch fast abgeschreckt, da ich aber innerhalb einer Leserunde lesen wollte, habe ich es dennoch gewagt, weiter zu lesen – und es hat mich ziemlich schnell gepackt, da mich Heines bissiger Humor anspricht.

Ein bisschen Hintergrund sollte man schon kennen, sowohl den politisch-sozialen und kulturellen des Deutschlands jener Zeit, als auch Heines persönlichen, um wenigstens im Groben zu verstehen, was er sagen will. Während des Lesens habe ich nahezu vergessen, dass ich etwas in Gedichtform lese – für mich sehr vorteilhaft.

Auch wer es, wie ich, nicht so mit Versen hat, dafür aber satirischen Humor mag, sollte Heines Werk nicht gleich wieder weglegen, sondern zumindest ein paar Seiten lesen. Ich fühlte mich gut unterhalten, habe ein bisschen dazugelernt und kann „Deutschland. Ein Wintermärchen“ empfehlen.

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Gespräche aus der Community

Neu
Herzlich willkommen zu einer weiteren Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

2019 wollen wir zusammen auf eine "literarische Weltreise" gehen und beginnen im deutschsprachigen Raum sehr passend mit "Deutschland, ein Wintermärchen" von Heinrich Heine.

Die Leserunde beginnt am 1. Januar und wir freuen uns über jeden der mit uns lesen möchte!
Zur Leserunde
»Leise zieht durch mein Gemüt …«
Wer hat je schöner über die Liebe geschrieben als Heine?
»Denk ich an Deutschland in der Nacht …«
Wer radikaler über die Deutschen?
»Verlorner Posten in dem Freiheitskriege …«
Wer visionärer über die Gesellschaft?

»Heine to go« ist eine Zitatenlese zum Wieder- und Neuentdecken eines so scharfsinnigen wie respektlosen, so leichtfüßigen wie tiefgründigen Dichters. Heinrich Heine, der Dichter der Liebe, Heine, der Spötter, Heine, der kritische Kopf, Heine, der »unsterbliche Vater der modernen deutschen Prosa«, wie Arnold Zweig ihn nannte … Die Vielseitigeit des Werkes und das Bahnbrechende in jedem Genre, das Heine bediente, präsentiert die kleine Zitatenauswahl in markanten Beispielen und will Vergnügliches bieten und Herz und Hirn ansprechen.

Wir verlosen 10 Mal das coole, blaue Büchlein aus unserer to go-Reihe »Große Worte für die Hosentasche«!

Um an der Verlosung teilzunehmen, verratet uns, was euch an Heinrich Heine fasziniert, schreibt uns eines eurer Lieblings-Heine-Zitate oder erzählt uns, was ihr mit Heine verbindet!

Wir sind gespannt auf Eure Antworten!


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Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden
Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen.

Beginn: 10. Jänner 2017

!!! Wichtig !!!: Bei dieser Leserunde lesen wir unsere eigenen Bücher, es werden keine Exemplare verlost!

Für den Jänner haben wir uns „Deutschland. Ein Wintermärchen“ von Heinrich Heine ausgesucht.

Klappentext:
Eine Reise durch Deutschland von Paris aus nach Hamburg im Jahre 1843 nimmt Heine zum Anlass einer ironischen Bestandsaufnahme der sozialen und politischen Wirklichkeit seiner Zeit. Das -Wintermärchen- ist in Wahrheit ein tief pessimistisches Bild des deutschen -politischen Winters- und ein höchst engagiertes sozialrevolutionäres Programm. gegen Nationalismus und religiöse Bevormundung. Für ein erfülltes Leben in Frieden und Freiheit.

Die Leserunde beginnt am 10.01.2017 und die Klassiker-Leserunden-Gruppe freut sich über jeden, der mit uns „Deutschland. Ein Wintermärchen“ lesen will.:-) 
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Heinrich Heine wurde am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 829 Bibliotheken

auf 43 Wunschlisten

von 18 Lesern aktuell gelesen

von 35 Lesern gefolgt

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