Heinrich Leopold Wagner

 3 Sterne bei 35 Bewertungen

Lebenslauf von Heinrich Leopold Wagner

† 4. März 1779 in Frankfurt am Main

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Heinrich Leopold WagnerDie Kindermörderin, mit der Schlusszene in der Bearbeitung von Peter Hacks
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Die Kindermörderin, mit der Schlusszene in der Bearbeitung von Peter Hacks
Heinrich Leopold WagnerDie Kindermörderinn
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Die Kindermörderinn
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 (0)
Erschienen am 01.01.1883
Heinrich Leopold WagnerDie Kindermörderin
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Die Kindermörderin
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 (29)
Erschienen am 05.07.2011
Heinrich Leopold WagnerDie Reue nach der That
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Die Reue nach der That
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Erschienen am 02.03.2013

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winter-chills avatar

Rezension zu "Die Kindermörderin" von Heinrich Leopold Wagner

Rezension zu "Die Kindermörderin" von Heinrich Leopold Wagner
winter-chillvor 6 Jahren

Ein tragisches Stück, bei dem es um Sittlichkeit und Unsittlichkeit geht. Wagner zeichnet recht gut die Gesellschaft seiner Zeit, das Stück ist auch ganz gut zu lesen. Trotzdem gibt es für mich bessere Dramen. Und Goethe hat das Kindermörderinnen-Thema mit seinem Gretchen wesentlich besser umgesetzt.

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Heike110566s avatar

Rezension zu "Die Kindermörderin" von Heinrich Leopold Wagner

Rezension zu "Die Kindermörderin" von Heinrich Leopold Wagner
Heike110566vor 8 Jahren

Heinrich Leopold Wagner (1747-1779) veröffentlichte 1776 das Drama "Die Kindermörderin" und brachte damit Goethe gegen sich auf. In "Dichtung und Wahrheit" schrieb der Dichterfürst über Wagner: "und weil ich aus allem, was ich vorhatte, kein Geheimnis machte, so erzählte ich ihm wie anderen meine Absicht von Faust, besonders die Katastrophe von Gretchen. Er faßte das Sujet auf und benutzte es für ein Trauerspiel, Die Kindermörderin."
Das Thema Kindstötung wurde mehrfach im Sturm und Drang aufgegriffen. In verschiedenen Formen. Es kam in Erzählungen (zB von Lenz und Buchholz), in Gedichten und Balladen (zB von Schiller und Bürger) und auch Dramen (wie dem Urfaust von Goethe) immer wieder vor. Wagners Kindermörderin ist aber die erste Veröffentlichung dieser Art gewesen und es war natürlich eine sehr umstrittene Veröffentlichung gewesen. Das gnadenlose Offenlegen der Missachtung der Frau, der Herabsetzung der Frau als pures Sexobjekt für den Adel und die eher rechtlose Stellung der Frau auch im bürgerlichen Stand brachten Themen auf die Theaterbühne, die dort bislang nicht in dieser Form angeprangert wurden.
Die Metzgerstochter Evchen Humbrecht besucht mit ihrer Mutter auf Einladung des Offiziers von Gröningseck einen Fastnachtsball. Nach Mitternacht lockt er die Frauen in eine bordellartige Herberge, angeblich um etwas zu entspannen, bevor man den Ball noch fortsetzt. Im Zimmer wird er zudringlich, sowohl gegenüber der Mutter als auch der Tochter. Dann betäubt er die Mutter mit einem Schlaftrunk und vergewaltigt das gerade mal 18-jährige Evchen. Das junge Mädchen wehrt sich und der Leutnant bekommt selbst auch Gewissensbisse, verspricht ihr die Heirat.
Evchen fühlt sich dreckig, zur Hure gemacht und es wird schnell klar: sie ist schwanger. Schwanger ist auch eine Hausangestellte der Humbrechts und Evchen erlebt mit, wie der Vater die Frau rauswirft und dabei auch ausstößt, dass er so etwas nicht einmal seiner Tochter verzeihen würde. - Bei Evchen wächst die Angst. Immer schwerer wird es, dass Geheimnis zu bewahren.
v. Gröningseck bestätigt ihr gegenüber zwar seinen Willen, sie zu heiraten. Er wolle nur kurzzeitig verreisen, um seine Sachen zu ordnen. Doch kurz nach der Abreise des Offiziers erhält Evchen einen Brief, der die Unterschrift des Leutnants trägt und wo er ihr klar macht, dass er sie nicht heiraten werde. Sie ist völlig verzweifelt, flieht von zuhaus und taucht unter bei einer Lohnwäscherin. Dort kommt das Kind auch zur Welt. Die junge Frau ist aber nicht in der Lage mit der Mutterrolle sich zu engagieren. Verstoßen von der Familie, entehrt, sitzengelassen vom Vater des Kindes, das Kind kein Kind der Liebe, sondern einer Vergewaltigung. Sie kann dies alles nicht mehr ertragen. Sie tötet ihr Kind. - Erst da stellt sich für Evchen heraus, dass der angebliche Gröningseck-Brief von einem anderen Ofiizier, einem "Freund" des Leutnants, gefälscht wurde, weil dieser die Heirat verhindern wollte.
Aber nicht nur der Stoff war anstößig für breite Teile des damaligen Publikums. Auch die Form: Sechs Akte mit jeweils nur einer Szene. Die drei Einheiten von Ort, Zeit und Handlung wurden vom Autor konsequent missachtet. Die Handlung erstreckt sich beispielsweise über neun Monate. - Dennoch kam das Stück, dass Wagner, wie er 1779 betonte, ursprünglich als reines Lesedrama geschrieben hatte, 1777 in Presburg zur Uraufführung. Im November des Jahres schrieb er an Grossmann, einem Mitglied der Seylerschen Schauspieltruppe in Frankfurt a.M.: "In Presburg ist meine Kindermörderin im Julius mit nur wenig Veränderungen im ersten Akt aufgeführt worden. Melden Sie diess H. Reichardt, damit er sie besternt."
Das Stück erregte Aufsehen. Natürlich auch bei den Zensurbehörden. Das Drama so noch wieder auf die Bühne zu bringen, ging nicht mehr. Karl Gotthelf Lessing, der Bruder des bekannten Gotthold Ephraim Lessing ("Nathan der Weise"), arbeite die Sturm-und-Drang-Tragödie, die er allerdings für eine von Lenz hielt, in eine der lessingschen Dramaturgie entsprechende Version im Stile der Aufklärung um. Er entschärfte Text und Handlung und machte eine völlig verflachte Version daraus, die in Berlin aufgeführt werden sollte. Wagners Kommentar dazu: "Meiner Kindermörderin haben sie in Berlin eben die Ehre angethan, die Stephanie dem Macbeth anthat; haben sie verstümmelt, verhunzt, eignen Koth hineingeschissen. - In Augsburg soll ihr das nemliche Schicksal für das Münchener Theater bevorstehen. Meinetwegen!"
Damit das Stück doch noch seins, auch auf der Bühne sein sollte, arbeitete er es 1778 selbst um. In Frankfirt a.M. erlebte "Evchen Humbrecht oder ihr Mütter merkts euch!" als Tragikomödie 1779 die Uraufführung durch das Seylersche Theater. Den ersten Akt, der u. a. die Vergewaltigung enthielt, wurde völlig aus dem Skript genommen und nur in die anderen Akte wurden notwendige Informationen zum verlorengegangenen Geschehen eingearbeitet. Auch ist das Ende völlig verändert. Statt der Kindstötung steht am Ende Eiapopeia. Der Vater vergibt seiner Tochter, der adlige Leutnant erkennt das Kind an und erbittet beim Vater Evchen zu seiner Frau. Und Evchen fällt ihren Peiniger um den Hals. - Es ist eine völlige Kastration dessen, was Wagner ursprünglich den Menschen mitteilen wollte.
Die Reclam-Ausgabe, Reclams Universalbibliothek Nr. 5698, enthält neben der Urfassung im Neudruck, also ohne Anpassungen an heutige Schreibweisen und Grammatikregeln, auch die Umarbeitungen von Karl Gotthelf Lessing und die von Wagner bearbeitete Version jeweils in entsprechenden Auszügen. Dazu gibt es zahlreiche Dokumente zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Stücks und weiterführende Informationen sowie ein umfangreiches Nachwort.

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Rezension zu "Die Kindermörderin" von Heinrich Leopold Wagner

Rezension zu "Die Kindermörderin" von Heinrich Leopold Wagner
Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren

Dieses Drama aus dem 18. Jahrhundert behandelt die Rolle der Frau in der Gesellschaft, die verschiedenen Gesellschaftsschichten und die Thematik des Kindermordes, auf den sehr hohe Strafen standen. Es geht hierbei darum, dass junge Frauen ihre Kinder aus der Not heraus umbringen. So auch die Hauptfigur Evchen, die von einem Offizier verführt oder vergewaltigt wird. Durch die Probleme in der Familie und eine Intrige sieht sie keinen anderen Ausweg, als ihr Kind zu töten.
Das Drama ist zunächst schwierig zu lesen, da die Orthographie nicht sehr angepasst wurde (z.B. seyn statt sein, th...). Man gewöhnt sich aber daran, und dann ist es sehr gut zu lesen. Interessant ist auch die äußere Form, denn es findet jeder Akt an nur einem Ort statt.
Das Thema ist sehr bedeutsam und schwierig, und ich finde es beachtlich, dass Wagner es schon zu dieser Zeit aufgegriffen und in einem Drama bearbeitet hat. Es ist auch heute noch aktuell.
Leider hat das Drama mich trotzdem nicht besonders berührt oder begeistert, und ich finde es auch nicht so spannend. Trotzdem drei Sterne, da ich es sehr gut finde, wie Wagner die Probleme der Familie aufzeigt und damit zum Nachdenken über ein sehr ernstes Thema anregt.

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Heinrich Leopold Wagner wurde am 19. Februar 1747 in Straßburg geboren.

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