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vor 4 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Ich freue mich, die nächste Leserunde zu der LovelyBooks Klassiker Zeitreise eröffnen zu dürfen.

Mit "Der Untertan" von Heinrich Mann geht es weiter.

Zur Ausgabe

"Der Untertan", die Geschichte Diederich Heßlings, in jungen Jahren von einem drakonisch strafenden Vater und einer saumseligen Mutter großgezogen, anschließend weiter zurechtgeschliffen im Schul- und Militärdrill der wilhelminischen Ära, gerät bei Heinrich Mann zum Fallbeispiel deutscher Katzbuckelei und Tyrannenmentalität, die sich Macht und Gewaltstrukturen unterwirft, um letztlich an ihnen teilhaben zu dürfen. Heßling, vordergründig als Aufsteiger gefeiert, übernimmt die väterliche Papierfabrik und wird zum mächtigsten Bürger der fiktiven Kleinstadt Netzig. In seiner Mimikri geht er dabei soweit, neben der chauvinistischen Phrasendrescherei der Deutschnationalen auch noch das äußere Erscheinungsbild des Kaisers zu imitieren. Eine "Bilderbuchkarriere", wie sie nur durch "ein Sinken der Menschenwürde unter jedes bekannte Maß" zustande kommen konnte, wie Heinrich Mann in einem Brief von 1906 festhielt.

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.
Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Über Heinrich Mann

Heinrich Mann, 1871 in Lübeck geboren, begann nach dem Abgang vom Gymnasium eine Buchhhandelslehre, 1891/92 volontierte er im S. Fischer Verlag. Heinrich Mann hat Romane, Erzählungen, Essays und Schauspiele geschrieben. 1933 emigrierte er nach Frankreich, später in die USA. 1949 nahm er die Berufung zum Präsidenten der neu gegründeten Akademie der Künste in Ost-Berlin an, starb aber 1950 noch in Santa Monica/Kalifornien.

Zusammen mit den S. Fischer Verlagen lade ich euch zu einer Leserunde zu diesem Klassiker ein.

Für die Leserunde werden vom Verlag 10 Freiexemplare zur Verfügung gestellt. Diese werden unter den Interessenten verlost. Ihr könnt aber auch mit euren eigenen Exemplaren teilnehmen oder solche bei den Fischer Verlagen erwerben, wenn ihr diese Leserunde auf keinen Fall verpassen möchtet.

Wer ein Exemplar gewinnen möchte, antwortet bitte bis zum 17.02.2014 auf folgende Frage:

Heinrich Mann, Thomas Manns älterer Bruder, wurde als Schriftsteller noch vor seinem Bruder berühmt. Sein bekannter Roman "Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen", 1904 entstanden, wurde in vielen Sprachen übersetzt. Dieser Roman ist eine Karikatur des deutschen Bildungsbürgers in einer anonymen norddeutschen Kleinstadt (offensichtlich Lübeck) und wurde 1930 unter dem Namen "Der Blaue Engel" verfilmt und erlang als einer der wenigen deutschen Filmen Weltruhm.
Damals wurde Heinrich Mann scharf kritisiert, weil er für die Verfilmung Veränderungen an der Romanvorlage zugestimmt hat.

Wurdet ihr schon mal von einer Klassiker-Verfilmung enttäuscht?
Worüber habt ihr euch geärgert?

Im Gewinnfall verpflichten sich die Teilnehmer der Leserunde, innerhalb von ca. vier Wochen zum Austausch in allen Abschnitten sowie zum Schreiben einer Rezension.

Autor: Heinrich Mann
Buch: Der Untertan

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 4 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Ja, im Dezember kam eine Buddenbrooks-Verfilmung auf ARTE und da stimmte hinten und vorne nichts: Clara gab es nicht (das 4. Kind), auch Erika (die Tochter von Tony) gab es nicht, viiiieeel wurde ausgelassen, verfälscht, umgedeutet, es war eine einzige große Effektheischerei, nach dem Motto Krawall und Sex sells. Großes Drama, leider völlig überzogen. Hat mir gar nicht gefallen (ich hatte kurz vorher die Leserunde zum Buch mitgemacht und es war alles noch frisch im Gedächtnis).

eskimo81

vor 4 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen
@aba

Einen wunderschönen guten Morgen
Enttäuscht von einer Klassiker Verfilmung wurde ich noch nie. Aus einem einzigen Grund. Ich habe mir relativ schnell angewöhnt, dass ich ein Buch lese und dann kein Film dazu sehe. Ich hatte früher immer nur negative Erfahrung, Harry Potter, Herr der Ringe sind solche Beispiele. Es fiel mir einfach auf, dass ich beim lesen meine eigene Vorstellung habe und diese möchte ich mir nicht nehmen lassen...
Ich war bei der Buddenbrooks Runde dabei, wir haben viel über den Film und die DVD gesprochen, dazu durchgerungen, diesen mal zu sehen, habe ich mich jedoch noch nicht.
Ich hoffe, dass ich trotzdem in den Lostopf hüpfen darf und wünsche allen einen schönen Tag.

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eskimo81

vor 4 Jahren

Teil 3: Kapitel V
@aba

und ob, die LR ist mal wieder super, super spannend!

Laupez

vor 4 Jahren

Teil 3: Kapitel V
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aba schreibt:
Ich glaube, nur die, die so sind wie er, finden ih "gut". Denk doch an das Militär, wie unästhetisch er da gewirkt hat.

Ja, das stimmt. Nur selbst Verblendete merken nicht, dass er mit seiner Maske lächerlich ist, mir scheint jedoch, dass er viel mehr Anerkennung bekommt als jene, die "echt" sind. Die stehen ja am Ende als Verlierer da. Und doch bleibt Diederich die Rolle des Gelackmeierten, den man nicht ernst nehmen kann, ohne dass er weiß, wieso es so ist. :D

Laupez

vor 4 Jahren

Teil 4: Kapitel VI
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Larischen schreibt:
Bezeichnend fand ich auch seinen Traum und die arme Guste, die darunter zu leiden hatte. Kennt sich hier jemand mit Traumdeutung aus ;)?

Ich habe keine wirkliche Ahnung von Traumdeutung (und auch kein wirkliches Interesse dran), aber ich würde mich gern Guste äußern. Mir tut sie im Grunde nicht leid, ich finde sie auch nicht "arm". Für mich ist sie wie das weibliche Gegenstück zu Diederich. Sie ist ja genau so ein Treter und Buckler (ich musste bei dem nächtlichen Rollenspiel sehr schmunzeln). Es kann aber auch sein, dass ich sie auf eine Art "falsch" verstehe, denn ich muss zugeben, dass ich an manchen Stellen nicht recht mitgekommen bin. Was Szenerie und Rollen angeht - da müsste ich schon ein zweites Mal lesen (was ich wohl irgendwann tun werde).

Die Enthüllungsrede von Diederich wurde zugleich eine meiner Lieblingsstellen im Roman. Ich wusste erst nicht, ob das Gewitter reine Metaphorik war und sich auf die Wirkung der Rede im Publikum bezog, oder ob es wirklich regnete. Aus beiderlei Gründen finde ich die Stelle sehr gelungen, und ich hätte mir mehr derartige Komposition gewünscht! :) Am Ende bekommt der Olle seinen blöden Orden, und doch wirkt es mehr wie ein unverdienter Trostpreis, denn in Würde konnte er ihn nicht entgegennehmen. Wie ein Fingerzeig Gottes, der sich darüber ärgerte, dass sein Finger als Rechtfertigung für Wilhelm missbraucht wurde! :D

Die andere Lieblingsstelle war eindeutig das erste Treffen mit Agnes recht am Anfang, da habe ich herzlich lachen müssen. Ich muss aber auch sagen, dass ich zwischendurch immer mal wieder gähnte, denn allzu Politisches oder sich Wiederholendes hat mein Interesse nicht wirklich wecken können.

Den Anhang finde ich immer wieder sehr hilfreich. Erschreckend, wieder zu lesen, wie viele Angehörige sich das Leben genommen haben! Ich möchte wirklich nicht in Manns Haut stecken. Ich finde die Anhänge der Klassiker der Fischer Klassik - Reihe ohnehin sehr gut, weil sie recht knapp und trotzdem abrundend informativ sind.

Meine Rezi wird, denke ich mal, in 1-2 Tagen folgen! :)

irishlady

vor 4 Jahren

Teil 1: Kapitel I und II
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Ich tu mich mit dem Lesen momentan richtig schwer. Leider bin ich wohl in ein richtiges Lesetief gekommen und ich muss sagen, dass dieser Klassiker nicht so unbedingt hilft, da wieder rauszukommen. Bisher habe ich nur Kapitel 1 eins geschafft. Ich muss sagen: Ich komme nicht wirklich rein in die Geschichte, in meinem Kopf habe ich noch keine Bilder dazu. Zudem geht mir die Geschichte auch gerade in diesem 1. Kapitel zu schnell. Vieles passiert in einem kurzen Zeitraffer. Mir fehlt vor allem die wörtliche Rede. Ja sie kommt vor, aber gerade die ersten Seiten sind mir viel zu deskriptiv. Ich weiß, dass man bei vielen Klassikern sich erst einlesen muss, um ganz in die Geschichte zu kommen. Das erhoffe ich mir bei dem Untertan auch, aber dem Lesetief tut es nicht gerade gut. Tut mir Leid, dass ich sooooo hänge. Diederich und co. sind mir zudem bisher auch nicht besonders sympathisch...momentan ein schwieriges Buch für mich, vlt. wird es noch besser.
Bisher habe ich nur Geschichten von Thomas Mann gelesen und ich möchte bisher sagen: Sein Stil hat mir doch besser gefallen als der von Heinrich. Heinrich schreibt mir doch etwas zu abgehackt. Mal schauen einfach, wie es sich weiterentwickelt...

Laupez

vor 4 Jahren

Rezension

So! Nun bin auch ich mit der Rezension fertig.

http://laupezbks.blogspot.de/2014/04/uber-den-aufstieg-eines-untertans.html

http://wasliestdu.de/rezension/ueber-den-aufstieg-eines-untergebenen

http://www.lovelybooks.de/autor/Heinrich-Mann/Der-Untertan-143860060-w/rezension/1088962044/1088963102/

Auch ich bedanke mich herzlichst für die Möglichkeit, an dieser hochinteressanten und wirklich netten Leserunde teilzunehmen. Das liebe Kärtchen bleibt im Buch und wird mich dazu bringen, es immer und immer wieder aufzuschlagen. :)

Ich wünsche euch allen frohe Ostern! :)

Larischen

vor 4 Jahren

Rezension

http://www.lovelybooks.de/autor/Heinrich-Mann/Der-Untertan-143860060-w/rezension/1089703159/

Es tut mir wirklich schrecklich leid, ich hatte die Rezension ganz vergessen. Ich bin jetzt immer noch nicht zufrieden damit, weil es wirklich schwer ist diesem sehr anspruchsvollen Buch gerecht zu werden. Jetzt ist sie aber immerhin online und ich kann sie dann ja immer noch bearbeiten wenn mich ein Geistesblitz trifft.

Vielen, vielen Dank für diese wirklich tolle Leserunde!

aba

vor 4 Jahren

Rezension
@Larischen

Ich habe zu danken!!!

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