Heinrich Maurer Die vier von der Schusterstaffel

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Inhaltsangabe zu „Die vier von der Schusterstaffel“ von Heinrich Maurer

Nachkriegszeit auf dem Land – der jüngeren Generation nur noch bekannt durch die Erzählungen der Eltern oder Großeltern. Wer diese Zeiten noch miterlebt hat, weiß wie entbehrungsreich, einfach und doch hoffnungsvoll sie waren. Begegnen Sie 4 Freunden, die sich jeden Abend an der Schusterstaffel – dem Fixpunkt des Dorflebens – treffen. Sie glauben, dass sie ewig jung und ungebunden bleiben. Doch schon bald muss sich ein jeder auf seine, ihm eigene Art beweisen. Folgen Sie Heinrich Maurer in eine lang untergegangene Welt, in der die Landwirtschaft noch im Zentrum des dörflichen Lebens stand. Lesen Sie von Hoffnungen, von Träumen und vom Scheitern. Ein Heimat-Roman im besten Sinne.

Mehr als nur ein Heimatroman - fesselndes und authentisches Zeitzeugnis über die Entwicklung der Landwirtschaft und das dörfliche Leben

— Julitraum
Julitraum

Eine tolle Erzählung aus der Nachkriegszeit, die direkt fesselt.

— Diana182
Diana182

Informativer Roman über 4 Jahrzehnte Entwicklung in der Landwirtschaft anhand von vier Freunden!

— mabuerele
mabuerele

Ein Roman über das ländliche Leben der letzten 60 Jahre: höchst interessant, fesselnd, informativ und realistisch. Daumen hoch !

— vielleser18
vielleser18

Ein kleines Gesamtkunstwerk, bei dem Aufmachung, Sprache und Inhalt wunderbar zusammenpassen, und ein Heimatroman im positivsten Wortsinn.

— Barbara62
Barbara62

Vom Pferdepflug zur Buchhaltung am PC, dieser Heimat-Roman entführt in die reale Welt vierer Landwirte: Spannend, informativ, mit viel Herz.

— Buchstabenliebhaberin
Buchstabenliebhaberin

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  • Die Vier von der Schusterstaffel

    Die vier von der Schusterstaffel
    Booky-72

    Booky-72

    16. September 2016 um 07:03

    Vier Freunde in einem kleinen schwäbischen Dorf, das nach dem Ende des zweiten Weltkriegs die Landwirtschaft wieder auf- und ausbaut. Jeder von ihnen soll den väterlichen Hof übernehmen und doch hat jeder ganz andere Vorstellungen von der Arbeit, vom Fortschritt auf den Höfen und von der Familiengründung. Doch egal, was das Schicksal für jeden einzelnen bereithält, ihrer Freundschaft kann das nichts anhaben. Und so treffen sie sich weiterhin an der Schusterstaffel auf einen Schwatz. Ein sehr schöner Heimatroman, der die damalige Zeit wunderbar widerspiegelt. 5 Sterne auch für den eindrucksvollen Schreibstil und die geschichtliche Bedeutung.

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  • Die vier von der Schusterstaffel

    Die vier von der Schusterstaffel
    Blaustern

    Blaustern

    16. August 2016 um 11:57

    Karl, Herbert, Hermann und Berward sind von Kindesbeinen an Freunde und wachsen zusammen in einem kleinen schwäbischen Dorf auf. Alle vier sind sie auf dem Bauernhof groß geworden und haben ein anstrengendes Erbe vor sich. Ihr Treffpunkt ist die Schusterstaffel, wo sie sich immer wieder verabredeten. Es passiert viel in deren Leben, und es kommt auch zu häufigen Meinungsverschiedenheiten. Doch sie verlieren sich nie ganz aus den Augen, sei es durch die Familiengründungen oder durch die Übernahme und Fortführung der Höfe. In dieser Beziehung hatten sie es alle nicht leicht, denn es wurde immer schwieriger, einen Bauernhof gewinnbringend über die Runden zu bringen. Sie mussten sich Gedanken machen, wie sie überleben. Der Fortschritt zwang sie dazu. So erfahren wir hier viel über die Entwicklung der Technik in der Landwirtschaft, Spezialisierung auf einem Gebiet, Schweine- oder Rinderzucht, Milchquoten, Flurbereinigung, den Vorschriften der EU usw. Man lernt eine Menge in diesem Buch, und es ist traurig, wo das heutzutage alles hingeführt hat. Denn wollen wir wirklich nur noch gespritztes Gemüse essen und verseuchtes Fleisch? Die Charaktere werden sehr deutlich beschrieben. Während der eine den Neuerungen offen gegenübersteht, wehrt sich der andere zunächst dagegen. Aber dann geht man unter. Die Perspektiven wechseln untereinander auf den Höfen, was zu einer guten Abwechslung führt und so auch bis zum Ende spannend ist. Die Schrift hätte etwas größer sein können, aber ist trotzdem gut zu lesen.

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  • Ein ganz besonderes Zeitzeugnis

    Die vier von der Schusterstaffel
    Arwen10

    Arwen10

    07. August 2016 um 04:57

    Die vier Freunde Herbert, Hermann, Berward und Karl treffen sich immer auf der Schusterstaffel zu einem Schwatz und einem Bier. Die vier Bauernsöhne gehen jedoch getrennte Wege, was die Hofführung, Lebensplanung und Familiengründung angeht. Ihre Freundschaft geht aber nie ganz unter, egal, was das Schicksal bereithält.Hier darf man nicht nur einen normalen Heimatroman erwarten. Es geht um viel mehr, als nur das Leben der Bauern in der Nachkriegszeit im vorigen Jahrhundert. Die Landwirtschaft, die früher ein Teil des Dorflebens ausgemacht hat, entwickelt sich immer weiter und das nicht gerade zum Guten. Wer wissen möchte, wo und warum es angefangen hat mit der Milchquote und dem immer mehr und billiger produzieren, sollte zu diesem Roman greifen, der kaum wie ein anderer diese Hintergründe aufzeigt.Es ist eine Entwicklung, bei der es einem Angst und bange wird um unsere Zukunft, denn eines Tages möchte wohl keiner mehr die Arbeit eines Bauern übernehmen. Es hat sich ausinvestiert. Schon ohne die ganzen Bestimmungen ist es ein schwerer Beruf, der viel körperliche Arbeit erfordert. Schon alleine diese Arbeit möchte die jetzige Generation kaum noch leisten. Im gesammten Handwerk kommt es zum Mangel an arbeitswilligen jungen Leuten, da die meisten einen Bürojob vorziehen.Die Entwicklung in der Landwirtschaft mit dem übermäßigem Spritzen auf den Feldern und den Mastbetrieben, in denen der Gewinn im Vordergrund steht, hat seine Folgen hinterlassen. Das Geld und der Erfolg zu Anfang macht auch viele für das , was danach kommt, blind. Heute sieht es ja noch viel schlimmer als im Buch aus und man fragt sich, wie es wohl weitergeht...Das Buch liest sich wie ein spannender Tatsachenbericht. Neben der Unterhaltung bietet es ein einzigartiges Zeitzeugnis, das besonders für die ältere Generation interessant sein dürfte. Allerdings dürfte für diese die Schrift größer sein. Der Autor kommt selbst aus der Landwirtschaft und weiß, wovon er schreibt. Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich auf jeden Fall auch die anderen Bücher des Autors lesen werde. Wer sich für das Thema interessiert, sollte das Buch unbedingt lesen. Es ist etwas ganz Besonderes !

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  • Leserunde zu "Die vier von der Schusterstaffel" von Heinrich Maurer

    Die vier von der Schusterstaffel
    Ulmer_Verlag

    Ulmer_Verlag

    Wir verlosen 15 Rezensionsexemplare von unserem neuen Heimat-Roman „Die Vier von der Schusterstaffel“.Von Hoffnungen, von Träumen und vom ScheiternWer sich für Heimat-Romane und deutsche Geschichte interessiert, der ist bei dieser Leserunde genau richtig. Wir möchten euch den neuen Roman von Heinrich Maurer vorstellen und sind auf eure Meinungen und Eindrücke gespannt.Die Geschichte spielt in der Nachkriegszeit auf dem Land, der jüngeren Generation nur noch bekannt durch die Erzählungen der Eltern oder Großeltern. Vier Freunde treffen sich jeden Abend an der Schusterstaffel - dem Fixpunkt des Dorflebens. Sie glauben, dass sie ewig jung und ungebunden bleiben. Doch schon bald fordert das Leben seinen Tribut und ein jeder muss sich auf seine, ihm eigene Art beweisen. Die Freundschaft gerät darüber manches Mal ins Wanken und erweist sich doch stärker als alle Schicksalsschläge.Der Autor lässt mit seinen Roman die Nachkriegsgeneration vor unseren Augen auferstehen und führt den Leser in eine Welt, in der die Landwirtschaft noch im Zentrum des dörflichen Lebens stand.Über den Autor:Heinrich Maurer ist nahe Schwäbisch Hall auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen und war lange als Landwirt tätig. Nach dem Studium arbeitete er als Redakteur bei verschiedenen landwirtschaftlichen Fachzeitschriften. Von ihm ebenfalls erschienen sind die Romane "Wer Korn klaut muss gehen” und "Milchsuppe und Malzkaffee”.Wir verlosen unter allen Bewerberinnen und Bewerber15 Exemplare!Bewerbungsschluss ist der 22.Juni 2016.Wer mag, erhält auch gerne ein E-Book anstatt der gedruckten Ausgabe. Bitte einfach bei der Bewerbung angeben.Mehr Informationen zum Buch findet ihr hierTeilnahmeWie könnt ihr glücklicher Gewinner eines Exemplars werden? Bewerbt euch einfach über den blauen „Jetzt bewerben“-Button.Viele Grüßedas Team vom Ulmer Verlag*Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur aktiven Teilnahme und zum zeitnahen schreiben einer Rezension bis spätestens 31.Juli 2016. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir Gewinne nur nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz verschicken!

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    • 226
  • Auch das Leben auf dem Land kann spannend sein.

    Die vier von der Schusterstaffel
    siebenundsiebzig

    siebenundsiebzig

    31. July 2016 um 17:49

    Auch das Leben auf dem Land kann spannend sein. Die Schusterstaffel (Schusterstufen) ein markanter Treffpunkt in einem schwäbischen Dorf. An diesem Platz trafen, bzw. treffen, sich die Hauptprotagonisten dieses Romans schon seit ihrer frühesten Jugend. Das Dorf ist geprägt von der Landwirtschaft. Auch die vier Freunde leben auf Bauernhöfen und sollen diese einmal übernehmen Der "Heimatroman", so die Bezeichnung diese Buches, beginnt in der Zeit nach dem II.Weltkrieg und lässt den Leser teilhaben an der Landwirtschaft und den oft schwierigen Entscheidungen der Landwirte. Die vier Kameraden, welche die Höfe daheim übernehmen, müssen deshalb mit ihren Familien genau überlegen, wie sie die Höfe in künftigen Zeiten weiterführen. Die rasch fortschreitende technische und wirtschaftliche Zukunft verlangt ihnen dabei allerhand ab. Ob Ackerbau, Rinderzucht mit Milchwirtschaft, Umstellung auf Schweinezucht,bzw. Mast oder Pferdehaltung mit Reitställen - alles nicht so einfach. Dazu die Gründung der EWG (heute EU) mit ihren Vorschriften und Richtlinien, wie auch die Flurbereinigung, Vergrößerung der Höfe durch Zupachtung von Wiesen und Ackerflächen, Abschlachtpämien von Milchkühen (Butterberg), Unkrautvernichtung durch chemische Spritzmittel und Ähnlichem, Prägten das Leben der Landwirte. Die Meinungen dazu stellten auch die Freundschaft unserer Protagonisten öfters mal auf eine harte Probe. Aber irgendwie haben es dann alle geschafft, wenn auch mit manchen Einbußen, ihre Höfe an die nächstfolgende Generation weiterzugeben. Und das brachte ebenso manchen Konflikt hervor. Die Meinungen der "Alten" und die Ansichten der jüngeren Generation waren nicht immer dasselbe. Mir hat das Buch ausnehmend gut gefallen. Der brillante und lockere Schreibstil des Autors ließ mich beim Lesen des Werkes tief eintauchen in die Welt der Landwirtschaft und den immerwährenden Kampf um das wirtschaftliche Überleben auf den Bauernhöfen. Man merkt die Kenntnisse des Autors, welcher in treffender Weise und sehr anschaulich das Leben der Bauerssöhne sowie der Dorfgemeinschaft schildert. Ein Personenregister, gleich am Anfang, klärt über die Familienverhältnisse der Personen auf und erleichtert den Bezug zu ihnen. Die Lebendigkeit und Realität, mit der dieser Roman geschrieben wurde, hat mich voll begeistert. Gut gelungen und spannend erzählt, so möchte ich das Buch weiterempfehlen. Vor allem an die Menschen, die gerne ein wenig Einblick in das landwirtschaftliche Dorfleben der vergangenen sechzig Jahre haben möchten. Von mir erhält das Buch auf alle Fälle "fünf Sterne".

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    • 2
  • Fesselndes, authentisches Zeitzeugnis über die Entwicklung der Landwirtschaf und dem Dorfleben

    Die vier von der Schusterstaffel
    Julitraum

    Julitraum

    31. July 2016 um 13:55

    Die Handlung dieses ganz ausgezeichnet geschriebenen Heimatromans spielt in einem kleinen Dorf im Schwäbischen. Den Anfang machen die Nachkriegsjahre. Das dörliche Leben hat sich gewandelt. Nur wenige Jahre zuvor war es üblich gewesen, daß jeder größere Hof einen Knecht hatte. Gerade kurz nach dem Krieg gab es bedingt durch Flüchtlinge genug sich anbietende Arbeitskräfte. Doch mit dem Wiederaufbau und dem Wiederbeleben der Wirtschaft, wanderten die günstigen Arbeitskräfte in die Fabriken oder auf den Bau ab. Die Landwirte entschlossen sich fortan, ihre Betriebe mit ihren Frauen und den Kindern allein zu führen. Die Betriebe waren für die heutigen Verhältnisse relativ klein, die Technisierung der Landwirtschaft kam nur schleppend. Es wurde mit Pferden auf dem Feld geabeitet, vieles bleib beschwerliche Handarbeit. So sah es auch in jenem schwäbischen Dorf auf, wo sich die Jugend allabendlich bei der Schusterstaffel, einer steinernen Treppe mitten im Dorf traf und zusammen trank und sich unterhielt. Hier fanden sich auch die vier Freunde Herbert, Herrmann, Berward und Karl ein. Alle Vier waren Bauernsöhne, die den Hof der Familie weiterführten. Jeder der vier Freunde hat einen ganz anderen Charakter und auch einen anderen persönlichen Hintergrund. Der eine hatte keinen Vater mehr und musste den nicht allzu großen und nicht so prunkvollen Hof alleine mit der Mutter und einem Onkel führen, während all sein Ehrgeiz und Geltungsdrang nach einem modernen und großen Hof stebte. Ein anderer hingegen konnte als zweitgeborener Sohn nicht den elterlichen Hof übernehmen, führte diesen aber dennoch selbständig und in bester Harmonie mit seinen Geschwistern und der Schwägerin weiter. Wiederum ein anderer musste sich noch jahrelang dem strengen Regiment des Vaters beugen, der keine technische und arbeitserleichternde Anschaffung erlaubte. Im Laufe der Jahren entfremden sich die vier Freunde, sie heiraten, sie bekommen Kinder. Sie erweitern ihre Betriebe, sie spezialiseren sich oder betreiben einen ganz neuen Betriebszweig. Sie konkurrieren auch teilweise und streiten sich um mögliche Pachtflächen oder spotten über verschiedene Arbeitsweisen. Flurbereinigung und persönlicher Neid tun ein Übriges um die einstmals harmonische Freundschaft zu trüben. Jeder geht zeitweise seinen eigenen und oft beschwerlichen Weg. Auch die Kinder der Freunde werde größer und wieder steht eine Hofnachfolge an. Doch die Kinder haben ihre eigenen Wünsche und Träume und Differenzen sind vorgrommiert, zumal sich die Landwirtschaft in den Jahren immer mehr wandelt. Die schwere, körperliche Arbeit durch Maschinen zwar erleichtert wird, aber viele neue Herausforderungen auf die Landwirte zugekommen sind und sie teils in finanzielle Nöte geraten. Dieser Roman hat mir sehr gefallen. Die Entwicklung der Landwirtschaft von kurz nach dem 2. Weltkrieg bis fast in unsere heutige Zeit wird wirklich ganz authentisch beschrieben. Das damalige beschwerliche und arbeitsreiche Leben kannte ich so nur aus Erzählungen. Traditonen und dörfliche Kultur und deren Wandel werden treffend aufgezeigt. Die Familiengeschichten um die vier Freunde bilden dabei in diese Roman ein lebensnahes, sehr lesenswertes und spannendes Beiwerk, das mich bis zum Ende des Buches gefesselt hat. Für mich ein wirklich meisterhaft geschriebenes und absolut empfehlenswertes Buch!

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  • Einblicke in 40 Jahre Entwicklung auf dem Lande - interessant und abwechslungsreich

    Die vier von der Schusterstaffel
    mabuerele

    mabuerele

    In einem kleinen Dorf im Schwäbischen leben vier Bauernsöhne. Hermann Lindwein, Berward Hinderer, Karl Markmann und Herbert Fendler sind befreundet. Oft treffen sie sich an der Schusterstaffel. Während Hermann, Berward und Herbert als Erstgeborene damit rechnen können, einmal den Hof des Vaters zu übernehmen, hat Karl einen älteren Bruder. Der Autor hat einen interessanten Roman über die Entwicklung in der Landwirtschaft seit dem 50er Jahren geschrieben. Zu Beginn der Geschichte werden die vier Höfe und ihre Bewohner ausführlich vorgestellt. Schon hier zeigt sich, dass jeder andere Schwerpunkte setzt. Die Zeit von Knechten und Mägden ist vorbei. Die gesamte Arbeit auf dem Feld und im Stall lastet nun auf den Schultern der Familie. Das bedeutet, dass jeder gebraucht wrd und selbst die Kinder ihre Aufgaben haben. Während Berward sehr ehrgeizig ist und alles tut, um sein Erbe zu vermehren, verschließt sich Hermanns Vater jeder Neuerung. Hermann kann sich aus davon und lösen. Herbert, der den größten Hof besitzt, ist Neuentwicklungen gegenüber aufgeschlossen. Karl ist ein fleißiger und stiller Arbeiter. In Auseinandersetzungen wirkt er ausgleichend. Auf vielen Höfen hält die Technik Einzug. Die Wirkungsweise erster landwirtschaftlicher Geräte wird ausführlich und anschaulich beschrieben. Nicht ohne Einfluss auf das weitere Geschick des Bauernhofes war die Wahl der Ehefrau. Während Herbert mit Elsbeth eine Frau findet, die aufgeschlossen für Neues ist und mit ihrem Mann gemeinsam den Hof erhält, gibt es bei anderen nach der Hochzeit ungeplante Ausgaben. Gut eingearbeitet wird die politische Entwicklung. Bei der Flurbereinigung gab es Sieger und Verlierer. Die ersten Bauern begannen, die Landwirtschaft nur noch als Nebenerwerb zu betreiben. Den nächste Einschnitt brachte die Gründung der EU. Um Einkommenseinbußen abzufedern, wurde zunehmend gedüngt und gespritzt. Wer nicht mithalten konnte, musste sich einen anderen Beruf suchen. Die Arbeit in der Landwirtschaft wurde leichter, dafür die Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten wurden, schlechter. Es galt, zur rechten Zeit die richtige Entscheidung zu fällen. Obwohl die Freundschaft durch manche Krisen abflachte, standen die Vier im Ernstfall zusammen. Der Schriftstil des Buches lässt sich gut lesen. Allerdings würde ich mir für eine Neuauflage eine größere Schrift wünschen. Der Autor versteht es, in die Familiengeschichten vielfältige Informationen zu integrieren. Der Wechsel der Orte, das heißt der einzelnen Höfe, erhält die Spannung, da so die unterschiedlichen Herangehensweise der Vier deutlich wird. Mit den Kindern kommt neues Gedankengut auf die Höfe. Es geht unter anderem geht um Direktvermarktung. Erste Tendenzen der Landflucht zeigen sich. Man spürt in jeder Zeile, dass der Autor weiß, worüber er schreibt. Die Darstellungen wirken authentisch. Das Cover mit dem Bauernhof passt zur Geschichte. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich durfte die vier Freunde fast 40 Jahre begleiten, Erfolge und Niederlagen, Freude und Leid miterleben.

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    • 6
  • Die Vier von der Schusterstaffel - ein Heimatroman über die Nachkriegszeit

    Die vier von der Schusterstaffel
    Diana182

    Diana182

    24. July 2016 um 20:58

    Das Cover zeigt eine Scheune auf dem Land. Dieses Bild ist passend gewählt und passt perfekt zur enthaltenen Geschichte.Der Klappentext macht direkt neugierig. Erst vor kurzem hat mir die Oma meines Mannes aus dieser Zeit berichtet. Daher wollte ich hier unbedingt mehr erfahren.Meine Meinung:Der Einstieg in das Buch gelingt recht schnell. Man fliegt nur so durch die Seiten und lernt die vier Freunde kennen. Sie sind alle sehr unterschiedlich, werden aber charakterlich tief gezeichnet. Wir begleiten sie durchs Leben und dürfen so an vielen Ereignissen der damaligen Zeit teilnehmen.Die Nachkriegszeit wird hier besonders authentisch und gut vorstellbar beschrieben. Aber auch die Landwirtschaft im Wandel der Zeit wird thematisiert und begleitet.Wir dürfen die Vier durchs Leben begleiten und bald wirken sie wie wirklich existierende Personen. Leider hat aber eben auch jedes Leben einmal ein Ende und auch das wird hier sehr gut eingebunden und schließt die Geschichte somit realistisch und passend ab.Mein Fazit:Ein sehr detailgetreuer Heimatroman, der die Erzählungen von Großeltern untermauert und detailliert beschreibt.Das Buch hat mich teils sehr berührt aber auch sehr gut unterhalten. Hier hätte ich noch über mehre Generationen hinweg lesen können.Ein sehr angenehmer Schreibstil trägt diesem Lesevergnügen bei.

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  • Interessant, fesseldn und realistisch

    Die vier von der Schusterstaffel
    vielleser18

    vielleser18

    22. July 2016 um 07:22

    "Die vier von der Schusterstaffel" ist ein Roman über die vier Freund Berward, Hermann, Herbert und Karl, die im schwäbischen aufwachsen und eines gemeinsam haben: sie leben im selben Dorf und sind alle auf landwirtschaftlichen Höfen aufgewachsen. Doch die Größe der Höfe variiert genauso wie der sonstige familäre HIntergrund. Alle vier übernehmen bzw. arbeiten weiter auf ihrem elterlichen Hof, die Wege, die sie die nächsten fast 60 Jahre gehen werden, werden unterschiedlich sein. Dies ist ein Roman und kein Sachbuch, dennoch wird von dem Autor Heinich Maurer gekonnt der Wandel in der Landwirtschaft anhand der vier Freunde dargestellt. So erfahren wir, wie die Maschinen Einzug in die Landwirtschaft gehalten haben, was es mit der Flurbereinigung auf sich hat, wie es kam, dass sich die Bauernhöfe spezialisiert haben, von Milchquoten und Abschlachtprämien für Kühe, der Beginn der Nebenerwerbslandwirtschaft und einiges mehr. Exemplarisch gehen die vier Männer aus diesem Roman jeweils eigene Wege, sei es beruflich, wie auch privat. Sie heiraten (nicht alle), bekommen Kinder, es wird viel erzählt über die Höhen und Tiefen, die die einzelnen gehen, es bleibt immer höchst interessant und am Ende des Buches habe ich die Protagonisten nur ungern zurück gelassen. Das Buch ist ein Heimatroman im besten Sinne - es hat mich die gesamten Seiten gefesselt, es hat mich hinter die Kulissen der Landwirtschaft schauen lassen und man meint konnte sich die Protatonisten im Roman sehr gut als wahre Familien/Personen vorstellen. Auch wenn man selber nicht aus der Landwirtschaft oder aus dörflichen Strukturen stammt, ist dies kein HIndernis, sondern im Gegenteil, gerade zum Verständnis dieses Lebens, ist dieses Buch ein wichtiger Beitrag, den man gelesen haben sollte. Fazit: Ein Roman über das ländliche Leben der letzten 60 Jahre: höchst interessant, fesselnd, informativ und immer realistisch. Ein Buch, das man lesen sollte !!!

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  • Eine schwäbische Dorfgeschichte

    Die vier von der Schusterstaffel
    Barbara62

    Barbara62

    12. July 2016 um 19:16

    Heimatromane gehörten bisher nicht zu meiner üblichen Lektüre, aber nachdem ich Heinrich Maurers Die vier von der Schusterstaffel gelesen habe, werde ich diesem Genre in Zukunft mehr Beachtung schenken. Anders als in der Definition des Brockhaus, der mit Heimatroman die Begriffe „Trivialliteratur“ und „idyllisch-idealisierende Verherrlichung der Heimatliebe“ verbindet, handelt es sich hier um die sehr realistische Geschichte von vier Bauernhöfen und ihren Bewohnern in einem schwäbischen Dorf von den 1950er-Jahren bis zur Jahrtausendwende. Zu Beginn sind die vier Freunde Berward Hinderer, Karl Markmann, Hermann Lindwein und Herbert Fendler, die sich abends auf ein Flaschenbier an der Schustertreppe treffen, Bauernsöhne im Wartestand. Drei von ihnen übernehmen nach und nach den Hof der Eltern und heiraten, Karl Markmann bleibt als jüngerer, unverheirateter Sohn auf dem Hof des älteren Bruders. Sehr anschaulich schildert Heinrich Maurer die Veränderungen, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Dorf und auf den Höfen abspielen, sei es durch nicht mehr vorhandene Knechte und Mägde, durch die Flurbereinigung, die neuen Maschinen, die veränderte Tierhaltung oder die Vorgaben und Einflussnahmen der EWG und später der EU. Beständige Weiterbildung und der Mut zu Veränderungen kennzeichnen das Leben der Familien, und wo nicht richtig auf die neue Zeit reagiert wird, wo nicht an einem Strang gezogen wird, droht die Zwangsversteigerung. Die Freundschaft der Vier, die oft genug zu Konkurrenten werden, ist im Laufe der Jahre mancher Belastung ausgesetzt, trotzdem spürt man in Notzeiten doch die Verbundenheit, und als die junge Generation herandrängt, finden sie auch wieder die Zeit, die Tradition der Treffen an der Schusterstaffel aufleben zu lassen. Ich habe aus diesem Roman, der sich an manchen Stellen fast wie ein Sachbuch liest, sehr viel über die Geschichte und die heutigen Gegebenheiten für die Landwirtschaft in meiner Heimat gelernt. Dabei hat es mir besonders gut gefallen, dass Heinrich Maurer, selber nahe Schwäbisch Hall auf einem Bauernhof aufgewachsen, nie in einen klagenden Ton verfällt, sondern immer nur anhand der vier Höfe verschiedene Entwicklungen und unterschiedliche Reaktionen der Bauern aufzeigt. Ich hatte so das Gefühl, Fakten von allen Seiten beleuchtet dargelegt zu bekommen, ohne mit meinem Urteil in eine bestimmte Richtung gedrängt zu werden. Ich habe einiges über Landwirtschaft und Agrarpolitik erfahren, bin durch die Familiengeschichten bestens unterhalten worden und meine, die Situation der Bauern und ihrer Familien nun besser zu verstehen. Die vier von der Schusterstaffel ist für mich ein kleines Gesamtkunstwerk, bei dem Aufmachung, Sprache und Inhalt wunderbar zusammenpassen, und ein Heimatroman im positivsten Wortsinn, ruhig und unaufgeregt erzählt. Einziger kleiner Kritikpunkt ist die gewählte Schriftgröße, die für manch Interessierten zu klein sein könnte.

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  • Ein außergewöhnlicher Heimatroman

    Die vier von der Schusterstaffel
    Corsicana

    Corsicana

    11. July 2016 um 14:43

    Cover und Einband wie ein Buch aus den 60er Jahren, dazu der Untertitel "Ein Heimat-Roman". Wenn das Buch nicht eingeschweißt gewesen wäre in Plastik, ich hätte angenommen, es wäre antiquarisch. Und dann noch "Heimat-Roman" - sind das nicht diese kitschigen, schnulzigen Geschichten aus den Bergen, so mit Liebe, Landschaft und am Ende wird alles gut?So ein kitschiger Roman ist dieses Buch nicht. Aber ein Heimat-Roman im besten Sinne ist es schon. Denn die Handlung spielt in einem kleinen Bauerndorf im Schwäbischen, beginnt in der Nachkriegszeit und endet in der heutigen Zeit. Erzählt wird über die Entwicklung der Landwirtschaft in dieser Zeit und über die Auswirkungen auf das dörfliche Leben. Protagonisten sind vier junge Männer, die sich abends meist an der "Schusterstaffel" treffen, dies ist eine Treppe neben einem Haus, in dem Getränke verkauft werden - so eine Art improvisierter Kiosk. Später wird dies sich mit Hilfe von Plastik-Stühlen zu einer Art improvisiertem Biergarten weiterentwickeln. Und auch die Jungen Männer und das Dorf und die Landwirtschaft entwickeln sich weiter. Es gibt die Flurbereinigung, neue Düngemittel, neue Landmaschinen, Erbstreitigkeiten, die Suche nach einer geeigneten Bäuerin und später die Frage nach den Hoferben.Dies alles wird in sachlicher, fast schon dokumentarischer Form erzählt. Es ist aber natürlich ein Roman und Liebe, Familienbande und Freundschaften fehlen nicht. Vor allem aber ist es ein Buch, das die Entwicklung des Lebens in der Landwirtschaft dokumentiert - auf eine sehr unterhaltsame Weise - trotz allem Realismus und aller gut dargestellten Sachkenntnis des Autors.Dies alles hat mich so in den Bann gezogen, dass ich das Buch innerhalb von 2 Tagen ausgelesen habe. Ich wünsche diesem außergewöhnlichem Buch viele Leser! Und ich denke, das Buch ist eine schöne Geschenkidee für diejenigen, die die Nachkriegszeit auf dem Land selbst erlebt haben. Und für Später Geborene ist es eine realistische Erzählung über das Leben auf dem Land. Weitab von aller Öko-Idylle, von der heute so gerne geträumt wird. 

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  • Echtes Dorfleben

    Die vier von der Schusterstaffel
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    10. July 2016 um 17:26

    Das Thema Dorfleben ist gerade schwer angesagt, meist handelt es von sturköpfigen Bauern und naiven Städtern, die gar keine Ahnung haben, was Landwirtschaft bedeutet.  Heinrich Maurer weiß genau, wie Landwirtschaft in seiner Heimat funktioniert, er ist vom Fach. Doch ist sein Buch "Die Vier von der Schusterstaffel" ein Heimat-Roman? Ja und Nein. Es ist kein klassischer Roman, auch wenn es alle Elemente enthält: Familiengeschichten, Liebe, Streit, Erfolg und Misserfolg, Veränderungen. Das Buch liest sich eher wie eine Biografie, oder wie vier Biografien, die Lebensgeschichten der Freunde Berwald, Hermann, Herbert und Karl, vier Bauernbuben der Nachkriegsgeneration, die in jungen Jahren die Felder noch mit Pferden bestellen. Heinrich Maurer erzählt unaufgeregt und ruhig, wie das Leben im Dorfverbund damals funktionierte, wie verschieden die Konzepte der einzelnen Höfe aussahen, so vielfältig wie die Charaktere der einzelnen Protagonisten.Dabei erzählt er lebendig, bildhaft und interessant. Ich hatte die Höfe direkt vor Augen, ebenso die einzelnen Personen. Er schildert unprätentiös, welche Effekte die Entscheidungen der Landwirte auf deren Eigentum hatten, welche Zwänge von außen sie zu Veränderungen zwangen, Flurbereinigung, fallende Milchpreise, neue Gesetze, der Kampf um die wenigen Hektar Land, die zur Verfügung standen.Wie wichtig damals die Mitgift der Bräute für den Fortbestand der Höfe war, wieviel wichtiger als romantische Liebe ein harmonisches Miteinander und mit anpacken können war. Uneins zu sein, Streit und undurchsichtige Finanzierungspläne ruinieren den Hof von Hermann und seine Ehe, der bescheidene Junggeselle Karl hat Glück, dass er und seine Geschwister zusammenhalten und gemeinsam wirtschaften, und dem ehrgeizige Berwald gehen nie die Ideen und die Kraft aus. Herbert hat die klügste Frau, mit deren Hilfe er frühzeitig in strohlose Schweinemast investiert. Alle sind ständig gefordert, und mit der nächsten Generation ziehen immer mehr Kinder in die Stadt, der Kampf ums Erbe und die eigene Existenz hat kein Ende.Dieser Lebenskampf, dieses sich Einstellen auf Veränderungen, liest sich wunderbar, und nebenbei erfährt man noch jede Menge. Wer hat nicht selbst Verwandte, Oma, Oma, die auf dem Dorf groß geworden sind? Dieses Buch gibt einen Einblick in das Leben dieser Menschen, ohne voyeuristisch zu sein, ohne überzogene Dramatik. Sehr realistisch.Ich vergebe sehr gerne 4 Sterne und meine Leseempfehlung an all jene, die erfahren wollen, wie das Leben auf dem Land wirklich abläuft.

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    • 3
  • Die vier von der Schusterstaffel

    Die vier von der Schusterstaffel
    Pixibuch

    Pixibuch

    05. July 2016 um 17:50

    Dieses Buch wird als Heimatroman bezeichnet. Dies ist aber eine Untertreibung. Die Geschichte gibt viel mehr her als Herz und Schmerz und Liebe auf der Alm. Ich würde fast sagen, dass das Buch eine Art Biografie der Landwirtschaft und des Bauernwesens in der Zeit ab Ende des zweiten Weltkrieges bis fast in die heutige Zeit hinein ist. Darin geht es um 4 Freunde, Bauernsöhne, alles einmal Hoferben. Sie sind von der Art her und vom Charakter alle grundverschieden. Hermann, Herbert, Berward und Karl. Während der eine alle Neuerungen mitmacht und seinen Hof immer mehr vergößern will, ist der andere damit zufrieden, was er geerbt hat. Diese Männer waren in sehr harten Zeiten groß geworden, ihnen wurde nichts geschenkt. Von Kindheit an mußten sie schwere Arbeit tun. Wir erleben, wie sie heiraten, Kinder bekommen, neue Häuser bauen. Alle habe Höhen und Tiefen erlebt, Verluste gehabt und auch große Erfolg. Gemeinsam werden sie Altenteiler, müssen sich zugestehen, dass ab nun die Jungen das Sagen haben. Die schwere Arbeit fordert jetzt im Alter bei den vier Freunden ihren Tribut. Ein sehr gut geschriebener Roman. Der Autor nimmt den Leser mit auf seine Reise durch die Landwirtschaft. Die Arbeiten werden gut erklärt und man kann sich ein wunderbares Bild von der damaligen Zeit machen. Heinrich Maurer schreibt wortgewandt und gut verständlich. Das auch alt "getrimmte" Cover verleiht dem Buch noch einen zusätzlichen Reiz.

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  • Heimat-Romane sind nicht nur was für Rentner

    Die vier von der Schusterstaffel
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    02. July 2016 um 22:23

    Wer glaubt, dass Heimat-Romane nur Bergdoktoren und Heimchen am Herd darstellen, irrt sich. Dieses Buch zeigt so viel mehr. Anhand von vier jungen Bauernsöhnen aus einem kleinen schwäbischen Dorf zeigt Heinrich Maurer wie es war, nach dem zweiten Weltkrieg aufzuwachsen und mitzuerleben wie sich die Landwirtschaft und ihre Rolle in Deutschland immer mehr verändert hat. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich die Leben der vier Jungs unterschiedlich und doch irgendwie gleich entwickelt haben. Alle sind natürlich Bauern und bewirtschaften einen Hof, dennoch sind sie alle vom Charakter her ganz individuell und gehen ihren eigenen Weg. Sie lernen Frauen kennen und gründen ihre eigenen Familien. Und dann gehen auch ihre Kinder wiederum ihre eigenen Wege. Ich bin ein großer Fan von Familien-Sagas und verfolge schrecklich gerne wie sich Familie im Laufe der Zeit entwickeln. Außerdem lernt man hier wirklich viel über die Landwirtschaft und das Frauenbild in Schwaben bis hin zum Ende des 20. Jahrhunderts. Zum Teil finde ich es erschreckend, dass so viele Frauen einfach nur zum Heiraten da waren und auch noch glücklich damit waren, auf der anderen Seite aber finde ich gerade das total heimelig und gemütlich. Es kommt eine echt Wohlfühl-Atmosphäre und Sehnsucht nach der guten alten Zeit auf. Tipp: Nicht vom altbackenen Cover abschrecken lassen. Das muss so bei Heimat-Romanen.

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