Heinrich Maurer Milchsuppe und Malzkaffee

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Inhaltsangabe zu „Milchsuppe und Malzkaffee“ von Heinrich Maurer

Von schwierigen Zeiten und starken Frauen - Lebendige Schilderung des bäuerlichen Dorflebens von den 50er- bis in die 70er-Jahre - Eine bewegende Lebensgeschichte sehr authentisch erzählt Für den Handwerkersohn Leo aus einem kleinen Dorf im Süddeutschen ist nichts vom Wirtschaftswunder zu spüren. Früh stirbt seine Mutter und immer ist das Geld knapp. Seine einziger Lichtblick ist die Ausbildung zum Lehrer auf dem Aufbaugymnasium - doch diese Chance ist mit Schulden bezahlt. Immer plagt ihn die Angst zu Versagen. Seine Familie zerbricht und er wird in den Schwarzwald versetzt, wo er unerwartet Liebe und Heimat findet.

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  • Ein bedrückender Blick in die jüngere Vergangenheit

    Milchsuppe und Malzkaffee
    Ati

    Ati

    19. March 2013 um 16:12

    In Wer Korn klaut, muss gehen widmete sich der 1939 geborene und nahe Schwäbisch Hall aufgewachsene Autor Heinrich Maurer dem Schicksal einer Familie im 20. Jahrhundert. Mitte des vergangenen Jahrhunderts siedelt der Fachbuchautor und langjährige Chefredakteur des Württembergischen Wochenblatts in Stuttgart auch das Geschehen in seinem aktuellen Roman Milchsuppe und Malzkaffee an. Darin geht es um Leo, einen Handwerkersohn aus einem kleinen süddeutschen Dorf. Nach dem viel zu frühen Tod seiner Mutter ändert sich alles. Lachen und Liebe sind fortan unter der strengen Hand seiner Stiefmutter bloße Erinnerungen. Doch obwohl sein Leben eingangs kaum Perspektiven bietet, tun sich dem Jungen, der gerne in Fantasiewelten flüchtet, ungeahnte Wege auf. Weil der Dorflehrer mehr in ihm sieht als alle anderen, wird Leo selbst Lehrer und träumt schon von einem besseren Leben. Dann allerdings landet er zu seiner großen Enttäuschung in einem abgelegenen Schwarzwalddorf. Leo hat also wenig zu lachen. Auch Maurers LeserInnen geht es so. Zu trist und trostlos, zu hart und ungerecht beschreibt Maurer die damalige Zeit. Dabei lässt er auch Leos übrige Familie nicht außen vor, denn die teilt sein Los. Niemand will die neue Stiefmutter im Haus haben, die nicht nur die Kinder, sondern auch ihren Vater so triezt, dass er Jahr um Jahr stiller und hoffnungsloser wird. Auch Bekannte und Freunde, sofern man in diesem Zusammenhang davon sprechen kann (ich würde es eher Zweckgemeinschaft nennen), finden Erwähnung. Passend zur damaligen Zeit wählt der Autor seinen Schreibstil. Ohne wortmalerische Schnörkel beschreibt er nicht nur eine dichte, authentisch wirkende, örtlich und zeitlich gegebene Hintergrundatmosphäre, sondern hebt auch den rücksichts- und lieblosen Umgang innerhalb oder das teils herablassende Verhalten außerhalb der Familie sehr deutlich damit hervor. Daraus ergibt sich jedoch eine Distanz, die es mir lange Zeit erschwerte bis unmöglich machte, mich mit einzelnen Charakteren anzufreunden. Leo etwa blieb mir bis kurz vor Ende des Romans völlig fremd und unsympathisch. Sein Vater und mittlerer Bruder ebenso. Leos älterer Bruder, seine Schwester Louise, sein Freund Friedrich oder seine spätere Familie aus dem Schwarzwald hatten es da schon leichter. Doch einzig die Person, die grundsätzlich von ihrer Beschreibung her am wenigsten Sympathiepunkte für sich einfordern konnte, hatte von Beginn an mein Mitgefühl. Ausgerechnet die herrschsüchtige, kalte Stiefmutter weckte den Wunsch, mehr über sie zu erfahren. Genau damit geizt der Autor allerdings. Erst gegen Ende seines Romans geht er etwas näher auf sie ein und erst da, gewannen dann Leos Geschwister noch so etwas wie Respekt, obwohl ihr Wandel nicht so recht zu ihrem vorherigen Verhalten passt. Mit dem für mich egoistisch wirkenden Leo selbst versöhnte ich mich erst mit seiner Entscheidung im Bezug auf seine spätere Familie. Dessen ungeachtet wirkte aber  keine einzige Figur unglaubwürdig oder völlig erfunden auf mich. So kam es, dass ich es nicht schaffte, das Buch beiseitezulegen, obwohl ich mich anfangs mit Maurers Roman überaus schwer tat. Vieles erschien mir zu weit von der heutigen Zeit entfernt und nur schwer vorstellbar. Doch nachdem ich mir diverse Gespräche mit Zeitzeugen in Erinnerung rief, die in ähnlichen Verhältnissen aufwuchsen, wurde mir schnell klar, dass die Handlungen und schemenhaft aufblitzenden Emotionen, die sonstige Gefühlskälte ebenso wie die Hoffnungslosigkeit den ortsgebundenen, morbide-düsteren, sozialen Zuständen der damaligen Zeit und dem Überlebenskampf geschuldet waren und in diesem Zusammenhang glaubwürdig und verständlich sind. Fazit: Kein Roman für nebenbei, obwohl die einfache Sprache dafür sorgt, dass man ihn recht schnell lesen kann. Auch kein Roman, der die Massen begeistern dürfte. Vielmehr eine existenzialistische Geschichte, in der die Träume und Wünsche von Freiheit und Selbstbestimmung immer wieder in den tatsächlichen Gegebenheiten zu ersticken drohen und doch nie ganz untergehen. Eine Geschichte, die zeigt, dass man sein Leben selbst in die Hand nehmen kann und muss und egal wie die Umstände sind, immer noch den Weg der freien Entscheidung wählen kann. Eine Geschichte, die mich überraschend in ihren Bann zog und der ich entgegen meiner anfänglichen Meinung fünf von fünf Punkten geben möchte. Copyright ©, 2013 Antje Jürgens (AJ)

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