Heinrich Steinfest Das grüne Rollo

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Inhaltsangabe zu „Das grüne Rollo“ von Heinrich Steinfest

Mit einem Ratsch ist es plötzlich da. Vor Theos Fenster bläht sich im Mondlicht ein grünes Rollo. Tagsüber verschwindet es, aber von nun an entrollt es sich jede Nacht um exakt dieselbe Zeit. Theo ist sich sicher, dass dort, auf der anderen Seite des Rollos, eine eigene Welt existiert. Nach schlaflosen Nächten fasst er sich ein Herz und beschließt, in jene andere Sphäre hinüberzusteigen ... In der Tradition von Hoffmanns »Elixieren des Teufels«, »Carrolls Alice im Wunderland« und Kubricks »Space Odyssee 2001« – der neueste Coup von Heinrich Steinfest.

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  • Greenland ist nicht gleich Grönland

    Das grüne Rollo
    HarIequin

    HarIequin

    Jede Nacht um Punkt 23.02 Uhr erscheint ein grünes Rollo im Zimmer von Theo, 12 Jahre alt. Nacht für Nacht taucht es wieder auf, doch Theo weiß weder wie, noch warum. Doch das geheimnisvolle Erscheinen ist noch nicht alles, denn in dem Rollo verbirgt sich eine andere, grüne Welt. Theo wird in  diese hineingezogen und erlebt unbegreifliches. Jahre später, als Erwachsener tut er diese Abenteuer als kindliche Einbildung ab, doch dann hängt es wieder am Fenster – das grüne Rollo, um 23.02 Uhr Und wieder übt es einen magischen Sog auf ihn aus. Nachdem „Der Allesforscher“ mich letztes Jahr eher enttäuschte, hatte ich Steinfest schon für mich abgeschrieben. Doch der Klappentext zu seinem neuen Roman hat mich doch zu Neugierig gemacht, um daran vorbeizugehen – und ich bin restlos begeistert. Der Roman liest ich unkompliziert, der Schreibstil ist passend zum anfangs 12-Jährigen Protagonisten ohne jedoch zu kindlich zu sein. Die Sätze sind locker und humorvoll, wodurch das Lesen durchweg angenehm und amüsant ist. Auch wenn die Zusammenfassung den Inhalt gut andeutet, ist man doch nicht gefasst auf das, was kommt. Die Rollowelt (übrigens im Buch in grün gedruckt) ist ausgefallen bis bizarr und unglaublich fantasievoll. Es hat mich ein wenig an Haruki Murakami erinnert, nur in noch extremerer Form. Die Passagen in der Rollowelt selbst fand ich sehr faszinierend und auch in der normalen Welt hat mir Theo und seine Geschichte gut gefallen. Trotzdem kann ich verstehen, dass diese surrealen (oder doch schon fantastischen?) Elemente nichts für Jedermann sind. Ich denke, hier werden sich die Gemüter spalten. Genauso wie über das Ende, das mich – ohne zu spoilern – umgehauen hat, was nicht allzu oft passiert. Auf diese Wendung war ich wirklich nicht gefasst und noch ein paar Tage danach, hat der Roman mich nicht losgelassen. Abschließend kann ich nur sagen, dass man sich wahrscheinlich trotz Rezension kein Bild von „Das grüne Rollo“machen kann. Man muss es selbst lesen. Zum Glück habe ich Steinfest eine zweite Chance gegeben, sonst hätte ich dieses Highlight verpasst. Und zum Glück besitze ich selbst kein grünes Rollo, sonst würde ich vermutlich kein Auge mehr zutun.

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    • 2
  • Ein Hauch von Märchen...

    Das grüne Rollo
    Federchen

    Federchen

    05. February 2016 um 16:07

    Theo ist zehn Jahre alt, als ihm an seinem Fenster das erste Mal dieser grüne Stoff auffällt. Ein Rollo, kein Zweifel. Aber wer hat es angebracht? Und warum rollt es sich immer um die gleiche Uhrzeit von allein aus und warum ist es denn gerade grün. Theo merkt, dass von diesem Rollo eine Energie ausgeht, die im zunächst Angst macht, der er sich aber nicht entziehen kann. So beginnt er seine Reise, durch das Rollo hindurch. In eine Welt, die ganz anders und doch parallel zu seiner zu verlaufen scheint. In Nidastat scheinen manche Dinge anders, aber auch unschöner zu laufen. Immer wieder ist von Bestrafungen die Rede. Und dann trifft Theo auf Anna, ein Mädchen, was seine Hilfe braucht... "Das grüne Rollo" aus der Feder des Autors Heinrich Steinfest ist ein Roman, der anfangs mit viel Hang zum Fantastischen, aber auch zum Nachdenken einher geht. Die beinah drei Teile des Buches unterteilen drei Sichtweisen auf das Leben des Theo. Im ersten Teil ist er 10 Jahre alt und macht zum ersten Mal Bekanntschaft mit besagtem Rollo und der Welt darin. Im zweiten Abschnitt ist er ein gestandener Mann von 50 Jahren, der seinen Geburtstag im Weltall feiert, als Astronaut auf dem Weg zum Mars. Die größte Überraschung erliest sich der Leser dann aber im dritten und letzten Teil. Heinrich Steinfest hat eine sehr bildhafte Sprache, die es leicht macht, sich in die Szenerie hinein zu sehen und auch zu versetzen. Die dabei verwendeten Worte sind leicht lesbar und gut zu verstehen. Die Geschichte des Theo März ist eine sehr berührende, wenn anfangs beinah märchenhafte und abenteuerliche. Im Laufe des Plots befindet sich der Leser immer wieder in Abwägungen, was die Begriffe des Guten oder des Bösen, des Seins oder des Scheins darstellen. Hier werden erste Vermutungen angestellt, wie die Geschichte wohl ihren Lauf nimmt und mit welchem Schluss sie endet. Am Buchende wird man mit etwas sehr Realem konfrontiert. Dies macht Heinrich Steinfest auf eine sehr informative Art und Weise, die sehr ruhig und trotzdem sehr verzaubernd wirkt. Seine Figuren lässt er einerseits sehr authentisch agieren um im nächsten Moment mit eher skurrilen Charakteren und vor allen Szenen aufzubieten. "Das grüne Rollo" ist eine Art Kameraaufnahme in die Seele und die Vorstellungskraft eines Menschen. Wer sich darauf einlässt, wird nicht nur mit einer wirklich hervorragend ausgearbeiteten Geschichte belohnt, sondern auch dazu animiert über die wirklich wichtigen Dinge in seinem eigenen Leben nach zu denken. (c) buchgefieder.blogspot.com

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  • Grün, ja, grün ...

    Das grüne Rollo
    anushka

    anushka

    Theo März ist zehn Jahre alt, als es das erste Mal auftaucht: in einem Haushalt völlig ohne Sichtschutz hängt plötzlich ein grünes Rollo vor seinem Fenster. Doch es ist kein normales Rollo, stattdessen entrollt es sich allabendlich von selbst und zeigt Theo Szenen aus einer anderen Welt. Auch glaubt Theo, Männer mit Ferngläsern zu erkennen, die ihn zu beobachten scheinen. Jahrzehnte später taucht das Rollo plötzlich wieder auf und stellt das Leben des bereits 50-jährigen Theo, der es längst als Kindheitsphantasie abgetan hatte, auf den Kopf. Immer wieder habe ich bei diesem Buch gedacht "Wie abgefahren!". Wer realistische Geschichte mag, wird mit diesem Buch hier wahrscheinlich Probleme haben. Die Handlung im grünen Rollo ist sehr surreal und mitunter sehr beklemmend. Bis zum Ende bleibt es ein Rätsel, in welchem Zusammenhang die grüne Welt mit dem Protagonisten steht und vor allem, woher welche Elemente kommen, denn die Szenen sind düster und nichts, was ich mir auch nur annähernd vorgestellt hätte und während man rätselt, was genau diese grüne Welt ist, fragt man sich, welcher Vorstellung eines 10-Jährigen solche Szenen entsprechen würden. Doch bei der Kindheitsphantasie bleibt es nicht. 40 Jahre später, im Jahr 2050 holt die grüne Welt den inzwischen 50-jährigen Theo wieder ein. Dieser ist inzwischen Astronaut und so bekommt bekommt die Geschichte auch noch ein paar Science-Fiction-Elemente, die aber irgendwie in Theos Rückblicken und Beziehungsgeschichten untergehen. Leider tun sich zwischendurch immer wieder ein paar Längen auf, sowohl beim jungen als auch beim älteren Theo und sowohl in seiner realen als auch der grünen Welt. Die schlussendliche Wendung ist dann irgendwie sehr bodenständig, von den Details her gut gemacht, aber für mich irgendwie enttäuschend. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Geschichte nicht auflösen ließ und daher diese Entwicklung gewählt wurde. Ich hatte mir hier etwas Originelleres erhofft. Dadurch war das Buch für mich nicht Fisch und nicht Fleisch und zusammen mit den Längen und den teilweise sehr beklemmenden und völlig surrealen Szenen löste es keine Begeisterungsstürne aus, auch wenn es sprachlich ansprechend war (leider im Teil des jungen Theos dadurch aber etwas unglaubwürdig) und die Idee eine gute war, die Zeiten in der grünen Welt durch grüne Schrift zu kennzeichnen.

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    • 2
  • in brillantem Erzählstil verplaudert

    Das grüne Rollo
    sursulapitschi

    sursulapitschi

    Wenn man anfängt, dieses Buch zu lesen fragt man sich zunächst, ob man nicht doch zufällig ein Kinderbuch erwischt hat. Da ist der 10jährige Theo, dem wundersame Dinge passieren, fast wie sie einst Bastian Balthasar Bux erlebt hat. Auch die zweifarbige Schrift erinnert an die unendliche Geschichte. Wäre da nicht diese ausgefeilt originelle Sprache, bestünde kein Zweifel. Theo gelangt durch ein grünes Rollo in eine grüne Parallelwelt, nur geht es da nicht gerade märchenhaft zu. Was man da erleben darf ist eher skurrile bis morbide Urban Fantasy. Dagegen spricht zunächst einmal nichts, außer dass man von Herrn Steinfest anderes erwartet. Lästig ist nur, dass die Geschichte eher schleppend vorankommt. Ja, ich mag diesen Erzählstil sehr. Es ist klug und witzig, voller sprechender origineller Vergleiche, kleiner Exkurse hier hin und da hin, das macht Spaß, hält aber auf Dauer die Handlung auf und wird dann eher ärgerlich. Im zweiten Teil ist Theo erwachsen, Astronaut und fliegt zum Mars. Da dachte ich dann: Wow, jetzt wird es spannend. Leider hat er die Zeit im Raumschiff nur dazu benutzt, seine Lebensgeschichte zu erzählen. Im weiteren Verlauf der Geschichte kommen dann noch eher gewagte Theorien zur Funktionsweise der grünen Welt dazu, die einen dann wirklich sehr zweifeln lassen. Aber dann, als ich im Kopf schon einen sehr bösen Verriss verfasst hatte, gab es noch eine echte Überraschung, die einen mit Vielem versöhnt. Das Ende ist wieder genial und rückt (beinahe) alle Ungereimtheiten in ein ganz anderes Licht. Es bleibt ein leiser Restzweifel, aber das hat auch wieder was. Chapeau! Auch wenn mich das Ende sehr begeistert hat, bleibt die Tatsache, dass ich zwei Drittel des Buches eher zäh, manchmal sogar ärgerlich fand. Man hat das Gefühl, hier hat sich jemand in brillantem Erzählstil verplaudert.

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    • 7
    DieBerta

    DieBerta

    20. September 2015 um 16:12
  • A green disease

    Das grüne Rollo
    Bücherwurm

    Bücherwurm

    Nach dem "Allesforscher" wollte ich nun auch den nächsten Roman von Heinrich Steinfest lesen: "Das grüne Rollo". Von der Bibliothek einsortiert unter "Fantasy" war allerdings schnell klar, dass sich der Autor treu geblieben ist. Protagonist ist Theo, ein 10 jähriger Junge, der anders ist. Er sieht ein grünes Rollo, ein Portal in eine Art Parallelwelt, in der eine grausame Hatz stattfindet. Die Atmosphäre und der Geschichtsverlauf erinnern an übliche Dystopien. Vierzig Jahre später blickt Theo zurück, und erzählt wohl den Plot aus der Perspektive des Erwachsenen. Nichtsdestotrotz fand ich die Gedanken und Verhaltensweisen des Jungen nicht altersgemäß. Die Geschichte hat mich nicht wirklich begeistert, dazu war es zu unrealistisch, weniger in der Geschichte als eher im Verhalten und im Ausdruck des Jungen.  Die Fabulierkunst des Autors, der mit Worten unvergleichlich jongliert und regelrechte Lese- Melodien entstehen lässt, macht anfangs Spaß, nimmt aber der Geschichte das Tempo und die Spannung. Oft ertappte ich mich bei dem Gedanken "Nu mach doch mal hinne", zu sehr verschwurbelte der Autor die Inhalte und verlor sich im Text. Manche Gedanken wurden so kompliziert, so bis ins Detail abgesichert und erklärt, dass es langatmig und langweilig wurde. Der eigentliche Sinn erklärt sich im dritten Teil und ist nicht wirklich DIE Überraschung. Allerdings hatte ich in den letzten Wochen so viele Bücher ähnlicher Thematik gelesen, dass es mich definitiv nicht begeistern konnte. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt auf den nächsten Roman.

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    • 2
    wandablue

    wandablue

    10. September 2015 um 00:19
  • Grün.

    Das grüne Rollo
    AnnikaLeu

    AnnikaLeu

    05. August 2015 um 15:20

    Von der Key gibt es heute erneut eine Coop-Rezi. Mein Dank gilt OriginalDibbler vom Blog: Bibliothek von Imre, in diesem Fall, wie schon zum Werk von Neil Gaiman und Chris Riddell: „The Sleeper and the Spindle“, da ich sonst nie über diesen Titel gestolpert wäre, obwohl doch geradezu schon mein Name darauf steht: grün. Autor Steinfest ist definitiv des Deutschen mächtig und hat einen sehr interessanten Stil. Leider konnte er mich nicht gänzlich packen. Er benutzt so schöne, nicht oft über meine Füße stolpernden, Worte wie: „sakrosankt“ oder „kontrakarieren“ und er schreibt „daß“ mit scharfem s. Dennoch bleiben einfach nur viele verwirrenden Informationen zurück die einen in diesem Grün herumführen. Es geht um viele verschiedene Thematiken, darunter Zwänge, Bestrafung, Bürgerkrieg, Diesseits-Jenseits, Computer, Familien. Interpretation und Spielraum sind jedoch weit wie das Universum, welches nichts verliert, laut Theo. Der erste Teil (Dibblers Leseeindruck) Der erste Teil handelt vom 10jährigen Theo, dem eines Nachts um 23:02 - plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung - ein grünes Rollo in seinem Zimmer erscheint. Das Rollo erscheint aber nicht nur einmal, nein, es erscheint jede Nacht pünktlich und zur gleichen Zeit. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich das Muster auf dem Rollo als ein bewegtes Bild. Als Theo sich das Ganze näher ansehen will, wird er plötzlich ins Rollo hinein gezogen und findet sich in einer merkwürdigen grünen Welt wieder. In gewisser Hinsicht ist Theos Abenteuer, das in unserer Welt beginnt und und in der grünen Welt seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht, ein sehr typisches Kinder- bzw. Jugendbuchabenteuer. Die Parallelen zu Geschichten wie Alice im Wunderland oder den Chroniken von Narnia sind nicht von der Hand zu weisen. In vielerlei Hinsicht, ist es aber eine ganz andere Geschichte. Zum einen ist die grüne Welt weniger phantastisch, als die Welten der beiden zuvor genannten Bücher. Wobei das so auch nicht stimmt. Sie ist weniger offensichtlich phantastisch. Es gibt nichts was an sprechende Hasen mit Taschenuhren heranreichen würde. Auf den ersten Blick ist die Welt, bis auf das grüne Licht, relativ normal. Aber halt nur auf dem ersten Blick... Außerdem ist der gesamte Ton der Erzählung anders. Theo erzählt die Geschichte als Ich-Erzähler aber nicht der 10jährige Theo erzählt, sondern der erwachsene Theo. Die Kombination aus kindlicher und erwachsener Sicht ist sehr gelungen. Der zweite Teil (Mein Leseeindruck) Dieses Buch mag keinen unpünktlichen Hasen haben, aber dafür gibt es im zweiten Teil des Werkes eine Katze, die man scheint’s hervorragend in den Pullover stopfen kann. Teil 2 besticht durch Kürze und viele weitere interessante Details wie die „villa malaparte“. Ich halte dieses Stück jedoch nicht für den schlechteren Teil der dreien. Bis zum 20. Kapitel hab’ ich viel die Stirn gerunzelt, überhaupt habe ich sehr oft etwas ratlos dreingeschaut bei der Lektüre. Weil es hier unglaubliche viele Spekulationsmöglichkeiten gibt. Mein Lieblingssatz ist auch hier zu finden: „Es gibt eine große Schönheit der Unterlassung“. (S.190) Deshalb erleben wir nun mit Theo zusammen die Seite seines erwachsenen Lebens aus der Sicht des reifen Mannes, der heiratet, sich mit den Kindern arrangiert, sich scheiden lässt … alles grün. Steinfest kredenzt ein normalisiertes Leben mit einem extravaganten Werdegang den der Protagonist da beruflich einschlägt. Aber keine Bange, das Universum verliert Nichts, laut Theo und deshalb taucht was wieder auf? - Yep. Und wie eine inhaltliche Spiegelung werden die Stationen 'Im Grünen' noch einmal durchlaufen. Der dritte Teil Ich fang' an: Nur weil etwas optional ist, muss man es nicht mitnehmen! Dieser Teil hat zwar so gut wie alle offenen Fragen geklärt, war schlüssig und logisch, ABER er hat der ganzen grünen Geschichte auch komplett den Zauber geraubt. Das fühlte sich an wie rückwirkend gespoilert werden. Schlußendlich denkt man sich mit einem Hammer auf den Kopf gehauen worden zu sein, da das kein sehr angenehmes Gefühl ist, hätte ich dieses Stück lieber NICHT gelesen. Und das sagt Dibbler sazu: Diesen Eindruck, kann ich gut verstehen und ein bisschen ging es mir genau so. Aber obwohl der dritte Teil die ersten beiden komplett entzaubert, muss man doch anerkennen, dass er eine sehr gute und bis ins kleinste Detail nachvollziehbare Erklärung für alles, was vorher geschah, bietet. Wer Phantastik mag, sollte auf den dritten Teil verzichten. Für diejenigen, für die überzeugende Auflösungen das A und O sind, ist der dritte Teil durchaus eine gute Option. Fazit: Hier ist es sehr Grün, sogar teilweise die Schrift, was mir ausnehmend gut gefällt. Sehr amüsiert habe ich mich schon auf Seite 11, dort stand selbst das Wort: „grün“ in grün. Das Cover gefällt mir leider überhaupt nicht, obwohl es ganz klar Bezug zum Inhalt hat. Aber aufgrund dieses Stillebens hätte ich das Buch nicht einmal angefasst. Der Inhalt jedoch: faszinierend und merkwürdig zugleich. Das macht alles so den Eindruck von einer riesigen begehbaren Metapher. Zum Urteil ein ‚Chez Felix Sandwich‘: nur durchschnittlich

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  • Das haut mich nicht um!

    Das grüne Rollo
    wandablue

    wandablue

    Das haut mich nicht um! Nacht für Nacht erscheint „Das grüne Rollo“ vor seinem Fenster und weckt die Neugier von Theo, dem zehnjährigen Protagonisten. In diesem Alter ist man eben noch unvoreingenommen, neugierig, mutig, und abenteuerlustig genug, mittels des Rollos den Übertritt in eine unbekannte, grünlich schimmernde Welt zu wagen. Mein erster Roman von Heinrich Steinfest hat mir folgende Erkenntnisse beschert. Erstens: Der Autor hat Stil, er kann mit Sprache wunderbar umgehen. Zweitens: Er ist skurril und hat viel Phantasie. Drittens: Mindestens, gefühlt hunderte von gesellschaftskritischen, durchaus geistreiche und ironische Bemerkungen lenken von der Handlung ab. Ein Beispiel von vielen: „Kaum ist Krieg, kümmert sich kein Schwein mehr um die Mülltrennung." Bei mir entsteht der Eindruck, die Geschichte sei hauptsächlich zur Vermittlung derartiger Bemerkungen gemacht worden. Und viertens: Heinrich Steinfests Humor erreicht mich nicht. Was ich honoriere, ist, dass Steinfest das Genre Fantasyroman nimmt, dessen Elemente nutzt, und daraus etwas eigenes, neues macht: das ist Kunst. Doch für meinen Geschmack lässt der Autor zu viele Fäden lose hängen, es fügt sich eben nicht Puzzleteil für Puzzleteil zum großen Ganzen, Mosaikstein für Mosaikstein zu immer mehr Erkenntnis des Lesers. Auch wenn es nicht wirklich Fantasy ist, habe ich diesen Punkt übel vermerkt. Die Handlung hat es nie vermocht, mich hineinzuziehen in das Geschehen, gerade deshalb, weil sich eben nichts zusammen fügte und nichts einen Sinn zu ergeben schien und ich habe mich über lange Strecken hinweg gelangweilt. Fazit: Trotz der stilistisch exzellenten Umsetzung und innovativer Nutzung des Fantasy-Genres: meins ist es nicht. Kategorie: Moderne Literatur Verlag: Piper, 2015

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    • 4
  • Eine grüne Welt

    Das grüne Rollo
    sofie

    sofie

    Eines Nachts – genau um 23.02 Uhr – taucht in Theos Zimmer plötzlich ein Rollo auf. Ein grünes Rollo um genau zu sein, das sich anscheinend von selbst installiert und entrollt hat. Das ist aber noch nicht das ungewöhnlichste an diesem Rollo. Denn auf der anderen Seite ist nicht das Fenster, sondern eine andere, grünere Welt. „Das grüne Rollo“ war mein erster Roman von Heinrich Steinfest. Ich hatte vorher ganz bewusst nichts darüber gelesen, sondern wollte mich einfach auf die Geschichte einlassen. Das war auch gut, denn ich finde, der Klappentext verrät schon wieder viel zu viel. Anfangs hat das Buch sogar etwas von einem Fantasy-Jugendroman, das ändert sich aber recht schnell. Mir hat ganz besonders die Beschreibung und Erfindung der fremden, grünen Welt gefallen. Sie ist unserer Welt ziemlich ähnlich, aber in entscheidenden Punkten dann doch anders. Besonders gelungen fand ich auch, dass die Teile, die in der grünen Welt spielen, dann auch in grüner Schrift dargestellt waren. Die Geschichte ist aus der Perspektive Theos geschrieben, allerdings schaut er aus der Zukunft rückblickend auf die Ereignisse. Das ist leider meiner Meinung nach nicht immer ganz gelungen, weil eben doch ein heutiger Blick durchscheint. In diesem Zusammenhang hat mich auch die alte Rechtschreibung etwas gestört und ich hab im Buch auch keinen Hinweis gefunden, warum sie verwendet wird. Besteht der Autor darauf? Für mich hat es ein wenig die Illusion geraubt, den Bericht von jemandem zu lesen, der im Jahr 2000 geboren ist. Insgesamt sind das aber natürlich Kleinigkeiten und im Großen und Ganzen hat mich der Roman doch überzeugt und es wird nicht mein letzter von Heinrich Steinfest sein. 4 von 5 Sternen gibt es dafür von mir.

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    • 2
  • Die Welt von Greenland

    Das grüne Rollo
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    Es ist eine magische Welt, die sich dem zehnjährigen Ich-Erzähler Theo eines Nachts auftut. Vor dem Fenster seines Kinderzimmers hängt plötzlich ein grünes Rollo. Dabei haben seine Eltern jeglichem Fensterschmuck abgeschworen. "Wir leben doch nicht im Gefängnis." Ein unheimliches grünes Leuchten und zugleich Meeresgeräusche gehen vom Rollo aus und pünktlich jeden Abend um 23.02 Uhr erscheint es im Zimmer. Zögerlich nähert sich der Junge, um schließlich hineingesogen zu werden in die abenteuerliche Welt von Greenland. An Alice im Wunderland erinnert so manches dort. Und Heinrich Steinfest greift tief in die Schatzkiste seiner Fantasie und Fabulierkunst. Horden von grauen Männern mit Feldstechern beobachten alles genau, bedrohen und verfolgen das kleine Mädchen Anna und schließlich auch den Erzähler, als dieser ihr zu Hilfe kommt. Die Geschichte schlägt eifrig Kapriolen, erschafft eine Traumwelt ohne unsere Realität aus den Augen zu verlieren, gegen die dann auch etliche Seitenhiebe ausgeteilt werden. So wenn z.B. beklagt wird, dass die Fachidioten, "die für die Schönheit des Lebens blinden Spezialisten den Rest tyrannisieren durften." oder "Schon richtig, man nennt das ein Klischee: die Überlegenheit weinender Frauen. Und ich weiß, dass nicht alle ständig weinen und dass die Tränen nichts daran ändern, dass Frauen schlechter bezahlt werden als Männer." oder "Und es half wenig, dass ich ein moderner Vater gewesen war und meine Kinder an Wochenenden, wenn ich halt dagewesen war, im Tuch getragen hatte. Kein Kind gibt später was auf diese gelegentliche Tuchtragerei." Hat der Leser einen Sinn für diese Art von Humor, findet er auch Gefallen an Kalauerhaftem wie "Kaum ist Krieg, kümmert sich kein Schwein mehr um die Mülltrennung." wird er sich prächtig amüsieren und auch der absurden, teilweise sogar etwas albernen Handlung folgen, die nach der Rückkehr Theos mit Anna in die reale Welt einen Sprung von vierzig Jahren macht, in die Zukunft der Marsbesiedlung, der Mond- und Marsshuttles, in Theos Leben als Astronaut. Nie wird dem Leser und auch Theo selber ganz deutlich: War alles vielleicht nur eine Kinderfantasie? Eine unerhebliche Frage, denn das Rollo kehrt zurück. Auch an Philosophisches wagt sich Steinfest heran, so z.B. an den Begriff der Aufklärung. "Die Aufklärung hat sicher ihre guten Seiten, doch ihr Fehler ist ihr schlechtes Benehmen, ihr Hang, sich allem bis auf Griffweise zu nähern, gewissermaßen einer völlig fremden Frau an den Busen zu fassen. Und dann gibt´s Ohrfeigen für die Aufklärung. Die Ohrfeigen werden sodann als Grenzerfahrungen bezeichnet." Oder sogar an Gott. "Es war mir als Kind immer als ein groteskes Dilemma erschienen, wie wenig es Gott nützte, dass so viele Religionen existierten, die ihm huldigten. Wie bei einem Schauspieler, den alle verehren und lieben, der aber letztlich ganz allein in einem Hotelzimmer sitzt, auch zu Weihnachten, Pillen schluckt und sich zu Tode säuft." Nach all den Kapriolen, denen man in dem schön gestalteten, zweifarbig in Schwarz und Grün gedruckten Roman folgt, schließt Heinrich Steinfest mit einem Epilog, der eine rationale Erklärung für das Gelesene nachschiebt. Vielleicht ein wenig zu gewollt, rundete dies für mich, den alten Pragmatiker, das Buch dann wunderbar ab. Und der Autor betont, dass dieses Kapitel optional ist. Der mehr Fantasie-affine Leser schlägt das Buch davor einfach zu. Ich habe mich glänzend unterhalten gefühlt mit diesem glänzend geschriebenen, ganz eigenen, schwer einzuordnenden Buch.

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    • 5
  • Tritt ein in die grüne Welt

    Das grüne Rollo
    Bibliomania

    Bibliomania

    Theo ist zehn und seine Eltern finden es absolut nicht nachvollziehbar ein Rollo vor dem Fenster aufzuhängen. Umso verwunderter ist Theo, als er eines nachts wach wird und ein grünes Rollo an seinem Fenster hängt. Zunächst hat er Angst, doch als er eine wirkliche Welt im Rollo erkennt und ein Mädchen, das anscheinend Hilfe braucht. Kurzentschlossen springt er in das Rollo und gelangt in eine äußerst skurrile grüne Welt... Eine tolle Idee, die bis zur Schriftfarbe reicht: die Rollowelt wird in grüner Schrift dargestellt. Mystisch, skurril, voller Gefahren. Mit einem Ende, das ich im Leben nicht erwartet habe und mich leider auch nicht so ganz zufrieden zurücklässt. Was mich wirklich gestört hat, war die Grammatik. Ich bin nicht sicher, ob das Dialekt war, aber "war gestanden", "wo" statt "als"...Das ist nicht schön und hat mir den Lesegenuss ziemlich verdorben. Es waren keine Einzelfälle, dabei ist das Buch eigentlich ziemlich gut, nicht so gut wie "Der Allesforscher", aber kein schlechtes Buch. Schade um die Abzüge!

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    • 2
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    01. June 2015 um 20:37
  • Leserunde zu "Das grüne Rollo" von Heinrich Steinfest

    Das grüne Rollo
    Originaldibbler

    Originaldibbler

    "Es grünt so grün..." Viele schöne Dinge sind grün. Möglicherweise auch "Das grüne Rollo". Key, ebenfalls grün, und ich, hier repräsentiert durch einen grünen Babycthulhu, laden euch ein, dieses Buch mit uns ab Montag zu erkunden. Freieexmplare gibt es aber leider keine... In diesem Sinne wünsche ich euch ein grünes Wochenende und wir lesen uns hoffentlich nicht erst Gründonnerstag, sondern schon am Montag. Grüne Grüße, Dibbler 

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    • 11
  • Das grüne Rollo

    Das grüne Rollo
    ANATAL

    ANATAL

    03. May 2015 um 11:03

    Ich habe mit „Das grüne Rollo“ zum ersten Mal einen Roman von Heinrich Steinfest gelesen. Dem Klappentext zufolge habe ich ein kleines, gut erzähltes Kinder-Fantasie-Abenteuer erwartet. Und in gewisser Weise ist es das auch. Der zehnjährige Theo März entdeckt also eines nachts dieses grüne Rollo, dass dann immer wieder zur gleichen Zeit erscheint. Irgendwann traut er sich auch dorthin hineinzusteigen und sein skurilles Abenteuer in der grünen Welt beginnt. Es sind teils wirklich surreale Begebenheiten und Personen, denen Theo vollen Mutes dort begegnet. Ich war mir nie ganz sicher, ob der Junge nicht alles nur träumt. Nach vierzig taucht dieses Rollo dann wieder auf, aber nicht bevor Theo uns vermittelt hat wie es ihm die letzten vierzig Jahre ergangen hat. Für mich war das in dem Buch der wirklich langatmigste Teil. Ich war fast schon geneigt dieses Buch zur Seite zu legen. Aber ich konnte beim Vorblättern am grünen Schriftbild erkennen, das es nochmal in diese surreale, grüne Rollowelt ging und wollte mir die Spannung durch Theos langweiliges Erwachsenenleben nicht verderben lassen. Es folgt noch einmal spannendes Abenteuer im Rollo, dass zunächst an das aus der Kindheit anknüpft, aber ein unerwartetes Ende hat. Der dritte Teil des Buches machte für mich die ganze Geschichte richtig rund, aber hierzu möchte ich nichts vorweg nehmen, denn das muss jeder selber lesen und seinen „aha“-Effekt haben, denn gerade das macht diesen Roman aus. Ansich fand ich den Roman gerade mit diesem Ende ganz gut. Die Erzählweise war mir das eine oder andere Mal zu ausschweifend, eben gerade bei Theo`s Lebensgeschichte am Anfang des zweiten Teils. Ich bin mir nicht sicher, ob ich noch einmal einen Steinfest-Roman lesen werden. Dazu muss ich das Buch wohl noch etwas nachwirken lassen.    

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  • Zwischen Alice im Wunderland und Space Odyssee 2001

    Das grüne Rollo
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    02. May 2015 um 11:49

    In seinem neuen Roman „Das grüne Rollo“ überrascht der Erfolgsautor Heinrich Steinfest seine Leser, weil er, ungewohnt für ihn, komplett das Genre wechselt. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war ich auch skeptisch, doch nach einigen Dutzend Seiten hatte mich seine Sprache wieder gefangen genommen und ich freundete mich langsam mit seiner ungewöhnlichen und kaum einzuordnenden Geschichte ein. Im ersten Teil des Buches erzählt der gerade 10- jährige Theo, der im Jahr 2010 gerade erst in die 5. Klasse eines Gymnasiums gekommen ist, wie eines Nachts um genau 23.02 Uhr an dem Fenster seines Zimmer ein  grünes Rollo erscheint. Tagsüber oder wenn er nachts das Licht einschaltet, verschwindet es, doch es kommt mit großer Pünktlichkeit jeden Abend um 23.02 Uhr wieder, obwohl es sonst im Hause der Eltern von Theo weder Vorhänge noch Rollos gibt. „Wir sind ja nicht im Krieg“, sagen sie abfällig zu dieser Form, ein Zimmer zu verdunkeln. Das Rollo übt auf Theo eine unheimliche Anziehungskraft aus. Wenn er genau hinschaut, scheint es Augen zu haben, die sich als Ferngläser entpuppen. Aus dem Rollo blicken Männer durch Feldstecher hindurch zu Theo herüber. Theo ist nach einigen Tagen davon überzeugt (durchaus normal in diesem Alter), dass auf der anderen Seite des Rollos eine andere Welt existiert. Grün ist sie und übt einen wahnsinnigen Sog auf ihn aus. Nach vielen schlaflosen Nächten beschließt Theo in die andere Welt hinüberzusteigen. Nach vielen Kämpfen und mit Hilfe eines exaliburartigen Zaubermessers befreit er dort ein Mädchen und flieht mit ihr wieder auf die andere Seite. Dort stellt sich heraus, dass Anna seine Schwester ist. Vierzig Jahre später, im zweiten Kapitel, hat Theo das alles fast vergessen und wenn er daran denkt, ist es für eine Kindheitsfantasie. Er ist Astronaut geworden und nach vielen Einsätzen im All Mitglied einer Crew, die zum Mars fliegen soll. Dort, auf dem Raumschiff erscheint das grüne Rollo plötzlich eines nachts wieder. Erneut geht er in die andere Welt und auch Anna ist wieder da. Gebannt, wenn er sich denn einmal auf die in grüner Schrift gedruckte fantastische Handlung eingelassen hat, verfolgt der Leser diese Geschichte, bis Steinfest ihr in einem dritten kurzen, das Buch abschließenden Kapitel eine völlig überraschende Wendung gibt. Zwischen Alice im Wunderland und Space Odyssee 2001  - ein ungewöhnlicher Roman von Heinrich Steinfest.

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  • Immer um 23:02 Uhr

    Das grüne Rollo
    TochterAlice

    TochterAlice

    Immer um 23:02 Uhr senkt sich im Kinderzimmer des 10jährigen Theo das grüne Rollo und gewährt ihm Eingang in eine andere Welt, nach Nidastat und Umgebung, wo auch immer das sein mag. Es ist eine irreale und auch ziemlich aggressive Welt, die Theo da betritt - und aus der er sich bei seinem letzten Aufenthalt eine kleine Schwester, Anna, der dort auf bestimmte Weise sehr zugesetzt wurde, mitbringt. Danach gelingt es ihm, das Rollo wegzuschaffen und diese Phase der 2 Welten in seinem Kinderzimmer abrupt zu beenden. Das Merkwürdige: Niemand sonst aus seiner Umgebung hat etwas mitbekommen und die kleine Schwester Anna wird in die Familie eingegliedert, als ob sie immer schon dagewesen wäre. Theo ist ein Kind des 21. Jahrhunderts: Steinfests Roman spielt demzufolge im Jetzt und in der nahen Zukunft - ähnlich wie inOrwells 1948 entstandener Roman "1984" trennen uns nur wenige Dekaden von den letzten Ereignissen im Roman. Der Beginn, die erläuterten Erlebnisse des 10jährigen Theo, finden allerdings bereits im Jahr 2010 statt. Es erfolgt dann vierzig Jahre später eine Rückkehr des Rollos in Theos Leben - in einem äußerst ungewöhnlichen Setting, nämlich in einem Raumschiff. Theo hat geschafft, wovon viele kleine Jungs träumen und ist Astronaut geworden, der an einer Mars-Mission teilnimmt. Ausgerechnet dort trifft er wieder auf das grüne Rollo und auf die Welt auf der anderen Seite. Hat Heinrich Steinfest hier tatsächlich einen märchenhaften Fantasy-Roman geschrieben? Ich antworte mit einem ganz klaren "nein" - er spielt zwar mit verschiedenen Realitäten bzw. Welten, mit dem Aufeinandertreffen von Realem, Irrealen und Surrealen, er tut es aber auf eine ganz besondere Weise, ich möchte sie als steinfestschen Stil bezeichnen. Es ist eben ein echter Steinfest-Roman und die sind nie so ganz von dieser Welt! Die Sprache und die leise, behutsame Ironie, der Sarkasmus, mit dem Steinfest seine originellen, oft ins Absurde reichenden Szenarien schreibt, hat mich wieder einmal berührt. Normales und Ungewöhnliches vermengt sich hier auf ganz besondere Weise. Und das Ende - das hat mich sowohl überrascht als auch ein kleines bisschen enttäuscht. Wenn Sie wissen wollen, was ich damit meine, müssen Sie auf jeden Fall selbst lesen - jede weitere Info würde zu viel verraten. Insgesamt aber ein typischer Steinfest mit ein paar neuen Elementen, die die Geschichte besonders abrunden - für mich hat sich die Lektüre mal wieder sehr gelohnt!

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  • Wirklichkeit trifft auf fantastische Hinterwelten

    Das grüne Rollo
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    18. March 2015 um 11:58

    Das grüne Rollo - Heinrich Steinfest, 288 Seiten, Piper Verlag, 9.03.2015, 19,99 €, ISBN 978-3-492-05661-8  Theo März, Jahrgang 2000, ist 10 Jahre alt, als sich an seinem heimischen Kinderzimmerfenster plötzlich ein flaschengrünes Rollo materialisiert. Immer spät abends um 23 Uhr 02 erscheint dieses auf fast übernatürliche Weise. Dort existiert, auf der anderen Seite des Rollos eine eigene Welt, eine grünliche Welt, die Theo auch betreten kann. Vierzig Jahre später ist Theo März ein bekannter Raumfahrer und fünffacher Vater, der an einer Expedition zum Mars teilnehmen soll. Seine Erlebnisse mit dem grünen Rollo hat er als Kindheitsfantasie hinter sich gelassen. Bis es plötzlich wieder da ist - das grüne Rollo. Das Buch besteht aus drei Teilen, weswegen der erste Teil auch "Das grüne Rollo - Der erste von zwei, womöglich drei Teilen" heißt. Der erste Teil bewegt sich fast haarfscharf am Rande eines Kinderbuches. Im zweiten Teil, als Astronaut landet Theo wieder in der grünen Welt. Im Teil 3 ändert sich plötzlich alles … aber lesen Sie selber. Der entscheidende Moment des Buches liegt im Spannungsverhältnis zwischen der realen und der phantastischen Gegenwelt und der Frage, auf welche Weisen sich beide aufeinander beziehen und ob Theos Reisen in die Rollowelt Hirngespinste, Fieberträume oder tatsächliche Übertritte zu Grunde liegen. Eine durchaus interessante neue Erzählung zum klassichen Kinder- und Jugendbuchmotiv des erlösenden Kindes. Heinrich Steinfest packt skurille Geschehnisse in eine Geschichte, in gemütlich ausschweifendem Erzählton, mit einer Fabulierlust die an einen professionellen Geschichtenerzähler erinnert. Trotzdem unaufgeregte und gediegene Erzählweise. Ein unterhaltsamer, amüsanter und intelligenter Phantastikroman. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Piper Verlages: http://www.piper.de/buecher/das-gruene-rollo-isbn-978-3-492-05661-8 Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de  

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