Heinrich Steinfest Das himmlische Kind

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Inhaltsangabe zu „Das himmlische Kind“ von Heinrich Steinfest

Mit "Das himmlische Kind" hat Steinfest, eine der ungewöhnlichsten Stimmen auf dem Literaturmarkt, eine einfühlsame, feinsinnige Parabel auf das Märchen "Hänsel und Gretel" geschrieben: Zwei kleine Halbwaisen, durchnässt und verfroren, sind auf der Suche nach Rettung. In einem winterlichen Wald finden sie eine verlassene Hütte. Doch ohne Essen und trockene Kleidung wird der fünfjährige Elias sterbenskrank. Mit überirdischer Klarheit weiß die zwölfjährige Miriam, was zu tun ist: Sie erzählt ihrem Bruder eine Geschichte, die ihn am Leben erhält. Denn man kann nicht sterben, wenn man wissen möchte, wie es weitergeht. Der Kampf eines eigenwilligen kleinen Mädchens um seinen todkranken Bruder: ein Wunder zwischen Himmel und Erde.

Dieses Buch kommt ganz ohne Dramatik und Emotionalität aus. Großartig.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Wundervoll poetische und doch bodenständige Geschichte um zwei Geschwister in einer Grenzsituation. Ein absoluter Lesegenuss!

— barabook
barabook

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  • Das himmlische Kind

    Das himmlische Kind
    -sabine-

    -sabine-

    27. September 2015 um 18:10

    Die Geschichte erinnert ein wenig an Hänsel und Gretel – wenn auch in stark abgewandelter Form. Es geht um die beiden Geschwister Miriam, 12 und Elias, 6, die in einem dunklen Wald ums Überleben kämpfen. Dabei wird Elias schwerkrank und Miriam erzählt ihm eine Geschichte, die ihn im Leben hält – bis hoffentlich endlich Hilfe naht. Eigentlich gibt es in diesem Buch sogar zwei Geschichten, die um Miriam und Elias und die, die Miriam sich ausdenkt und ihrem Bruder erzählt. Beide hatten auf ihre jeweils eigene Art ihren Reiz, bei beiden will man wissen, wie es ausgeht und zum Schluss wird man als Leser auch belohnt, indem beide Geschichten ineinander fließen – wie, verrate ich natürlich nicht. Das ganze Buch hat etwas phantastisches und märchenhaftes, denn nicht alles lässt sich mit gesundem Menschenverstand erklären – weder Miriams Eingebungen, wie sie sich und ihrem Bruder am Leben erhält – und da ist sie wirklich sehr phantasievoll-, noch das Ende, das mit Logik nicht richtig erklärbar wird, dass aber viel Spielraum für die eigene Phantasie gibt. Lässt man sich also auf das Abenteuer ein, bereitet es wirklich große Freude, legt man dagegen alles geschriebene auf die Goldwaage, wird man wahrscheinlich enttäuscht sein. Mich hat das Buch vor allem wegen seiner Sprache und seiner Atmosphäre begeistert. Heinrich Steinfest versteht, mit Worten umzugehen, fesselt auch mit Kleinigkeiten und macht scheinbar Unwichtiges zum zentralen Thema. Ich habe diese Art des Erzählens geliebt, dieses vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen und sich dabei aber trotzdem nicht zu sehr zu verlieren. Der Schreibstil ist verspielt, mich aber hat er gefangen, und ich hätte davon gerne noch mehr gehabt. Ich hatte beim Lesen immer Bilder vor Augen – egal ob es das dreibeinige Zebra war, der winterliche, bitterkalte Wald mit der rettenden Hütte oder aber das Erdloch mit dem Lagerfeuer. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und natürlich habe ich Miriam und Elias sofort in mein Herz geschlossen. Elias wirkt so authentisch und glaubhaft, einfach nur liebenswert – er ist neugierig und aufmerksam, tapfer und hilfsbereit, ihn hätte ich wirklich gerne in den Arm genommen. Miriam wirkt dagegen oft altklug, hat aber nur eines im Sinn – sich und ihren Bruder irgendwie am Leben zu erhalten; und da schreckt sie auch vor widrigen Dingen nicht zurück – ein paar fand ich es schon eklig, diese Situationen haben aber auch gezeigt, zu was ein Mensch in der Lage ist, wenn es um das blanke Überleben geht. Das Buch fesselt auf eine ganz eigene Art und Weise – nicht unbedingt, weil so viel passiert, sondern eher, weil man natürlich wissen will, ob die beiden gerettet werde und wie das denn geschehen soll, denn eigentlich sind die beiden in dem Wald doch eher passiv und unternehmen wenig, um auf sich aufmerksam zu machen. Natürlich aber will man auch wissen, wie die Geschichte in der Geschichte endet und man hat das Gefühl, je näher man sich dem einen Ende nähert, umso näher steht auch das der anderen Geschichte. Das Ende des Buches hat mich dann leider gar nicht überzeugen können – das war mir irgendwie doch zu wenig glaubhaft, obwohl es eigentlich schlüssig ist und gut zur ganzen Geschichte passt. Ich aber hätte mir da etwas handfesteres, etwas authentischeres gewünscht – aber das ist sicherlich auch Geschmackssache. Insgesamt hat mir das Buch aber sehr gut gefallen und sicherlich werde ich wieder etwas von Heinrich Steinfest lesen – denn vor allem sein Schreibstil hat es mir angetan. Diesem Buch hier gebe ich 4/5 Sternen. Mein Fazit Eine atmosphärisch dichte Geschichte, in der nicht unbedingt viel passiert, die aber dennoch fesselt und vor allem durch den Schreibstil besticht. Sympathische Charaktere, die einen mitfiebern lassen und die unheimliche, oft auch düstere Atmosphäre lassen den Leser in eine andere Welt abtauchen. Mir hat diese an Hänsel und Gretel erinnernde Geschichte gefallen und gebe daher gerne 4/5 Sternen.

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  • eBook Kommentar zu Das himmlische Kind von Heinrich Steinfest

    Das himmlische Kind
    Matthias Schwerend

    Matthias Schwerend

    28. August 2014 um 16:16 via eBook 'Das himmlische Kind'

    Dieses Buch mit Verlaub eines der besten die ich meinen nun fünfzig jährigen Leben gelesen habe.
    Schade ist nur, dass ich es nicht schon früher entdeckt habe. Viele Sachen in meinem Leben hätte ich mit einer anderen Perspektive gesehen.

  • Welche Bücher soll ich mir kaufen? Brauche Buchtipps!

    Daniliesing

    Daniliesing

    Hallo, ich tue mich aktuell sehr schwer mit meinen Büchern, die ich hier so habe und dabei sind das wirklich nicht wenig. Vielleicht brauche ich also mal was ganz neues, etwas, das mich wirklich überrascht und vielleicht nicht unbedingt das ist, was ich immer lese. Deshalb wollte ich euch nach Buchkauftipps fragen! Es wäre klasse, wenn ihr mir hier eure Lieblingsbücher nennt, die ich auf keinen Fall verpassen sollte. Es dürfen gern auch Geheimtipps sein, sowas mag ich ganz besonders :-) Es sind also solche Bücher gesucht, die euch richtig am Herzen liegen und die ihr am liebsten immer wieder empfehlen würdet. (Bitte keine Eigenwerbung von Autoren!) Wichtig dabei: ich sollte das Buch noch NICHT in meiner Bibliothek hier haben. Denn von den Büchern, die ihr mir hier empfehlt, möchte ich mir danach 3-5 kaufen und selbst schauen, wie ich sie finde. Natürlich werde ich berichten, für welche Bücher ich mich entscheide und hier verraten, wie sie mir gefallen haben. Jetzt bin ich ganz gespannt und dankbar für jeden Tipp! Eure Empfehlungen möchte ich bis einschließlich 18.5. sammeln und danach werde ich eine Entscheidung treffen und die Bücher kaufen. Dankeschön! Bisherige Vorschläge hänge ich mal an:

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  • Rezension zu "Das himmlische Kind" von Heinrich Steinfest

    Das himmlische Kind
    Duffy

    Duffy

    Mit dem Entschluss der depressiven Mutter, sich und ihre Kinder, die 12jährige Miriam und den 5jährigen Elias, zu töten, beginnt die Geschichte. Ein Ausflug endet mit dem Auto in einem weit abgelegenen Baggersee. Während die Mutter ihr Ziel erreicht, gelingt es Miriam, sich und ihren Bruder zu retten. Sie stranden in einer Hütte in einem Wald ohne Kontakt zur Außenwelt. Doch Miriam erweist sich als hervorragende Krisenmanagerin und trifft Entscheidungen, die alle richtig und weitsichtig sind. Als Elias schwer krank wird, erfindet sie eine Geschichte, die den Jungen dermaßen beschäftigt, dass er den Kampf um sein Leben gewinnt. Steinfest, eigentlich preisgekrönter Krimiautor, erzählt eine wunderbare Geschichte. Auch wenn ein, zwei Mal im Laufe der Lektüre die Frage aufkommt, wann er denn in den Kitsch fällt, geschieht das nicht. Behutsam und fast zärtlich führt er den Leser durch die Geschichte der zwei Kinder, stellenweise liest es sich wie ein Märchen, doch dann gibt es immer wieder ein Zurück in die Realität. Geschickt verflechtet Steinfest die erfundene Geschichte von Miriam mit der Situation, in der sich die Kinder befinden. Am Ende ist aus dem Mädchen eine kleine Frau geworden, ist "ihr Gehirn gewachsen". Der Leser darf sich über ein Happy-end freuen, das ihm nicht nur individuelle Erkenntnisse beschert, sondern sogar noch verrät, was mit den Hauptfiguren im weiteren Verlauf ihres Lebens geschieht. Ein lockerer und leichter Erzählstil rundet das gelungene Buch ab.

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    • 2
  • Rezension zu "Das himmlische Kind" von Heinrich Steinfest

    Das himmlische Kind
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    18. November 2012 um 13:57

    Dieser neue Roman von Heinrich Steinfest, der bisher eher durch eigenwillige Kriminalromane und die schrägen Figuren darin sich einen Namen gemacht hat, ist eine lange und anspruchsvolle Hymne an die Macht, die Kraft und die Magie von Geschichten und ein eindrucksvolles literarisches Dokument dessen, welche unglaublichen Wunder sie vollbringen können. Miriam, die Protagonistin des Romans ist zwölf Jahre alt. Sie lebt mit ihrem kleinen Bruder Elias, der noch in den Kindergarten geht und ihrer Mutter zusammen. Der Vater lebt nach der Trennung von der Mutter nicht mehr bei der Familie. Schon lange spürt Miriam, ein kluges und feinfühliges Mädchen, dass mit ihrer Mutter Veränderungen vor sich gehen. Seit Monaten zieht sie sich in sich zurück, redet kaum noch mit ihren Kindern. Miriam weiß noch nicht, was eine Depression ist, aber sie sieht und spürt jeden Tag, wie sie sich auf Kinder auswirkt, wenn die Mutter darunter leidet. Eines Tages sagt die Mutter zu ihren Kindern: „Macht euch fertig, wir fahren aufs Land.“ Mehr Informationen gibt es nicht. Miriam hilft ihrem Bruder Elias: „So leicht sich Miriam in fast allem tat, so schwer fielen ihrem Bruder manche Dinge. Er war ein Stolperer, einer von diesen Menschen, die sich selbst im Weg zu stehen schienen, die auch ohne Behinderung sich behinderten. Weder war er zurückgeblieben noch eingeschränkt, sondern nur tendenziell ungeschickt und daraus resultierend ein bißchen langsam.“ Sie hilft ihm beim Anziehen und mahnt ihn, auch sein Zebra und seine Pokemonhefte nicht zu vergessen. Das Zebra, das auch den Buchumschlag ziert, war schon Miriams Spielzeug gewesen. Als sie sechs Jahre alt war, brach ein Bein des Kunststoffzebras ab und eigenhändig hatte sie damals ein Ersatzbein gefertigt. Elias hatte dann ohne Kommentar irgendwann Miriams Spielzeug übernommen und nahm das lädierte Zebra überall hin mit. Die beiden Geschwister setzen sich im Auto auf die Rückbank. Die Mutter fährt schweigend los. Irgendwann möchte sie, dass die Kinder aus jeweils einer Flasche, die sie nach hinten reicht, das sonst verpönte Coca-Cola trinken. Auch die Mutter trinkt aus einer Flasche in kräftigen Zügen. Miriam kommt das alles sehr seltsam und widersprüchlich vor und eine Ahnung sagt ihr, nicht zu trinken. Sie lässt, ohne dass die Mutter es bemerkt, den Inhalt ihrer Flasche und auch den großen Rest der Flasche ihres Bruders, der nur ein paar kleine Schlucke genommen hat, auf den Boden des Autos fließen. Das rettet den beiden Kindern das Leben. Denn die lebensmüde Mutter, die kurz danach das Auto in hoher Geschwindigkeit in einen See lenkt, hatte ein sedierendes Mittel dem Colagetränk beigefügt, damit sowohl sie als auch ihre Kinder ohne Bewusstsein ertrinken sollten. Doch Miriam gelingt es sich selbst und ihren Bruder aus dem in die Tiefe versinkenden Auto zu retten und an Land zu bringen. Es ist kalt und beginnt zu schneien. Sehr schlechte Bedingungen für zwei frierende und nasse Kinder ihr Überleben zu sichern. Doch Miriam findet eine Hütte im Wald. Mit einer für eine Zwölfjährige überraschenden Klarheit und Ruhe weiß sie genau, was zu tun ist. Sie beginnt ihrem kleinen Bruder eine märchenhafte Geschichte zu erzählen, die sie sozusagen im Erzählen erfindet und immer weiter ausschmückt. Elias, der bald hohes Fieber bekommt, treibt mit seinen Fragen eine Geschichte immer weiter, die ihn am Leben hält, „weil es einfach so ist, dass man nicht sterben kann, wenn man wissen will, wie es weitergeht. Und wie es ausgeht.“ Auch der von der Geschichte der beiden Kinder ebenso wie von Miriams erfundener Überlebensgeschichte gleichermaßen faszinierte Leser kann nicht ruhen, mit den beiden Kindern mitzufiebern und zu hoffen, dass sie überleben werden. Mit diesem Roman ist Heinrich Steinfest ein herrliches Stück Prosa gelungen. Ein Roman, der eine lange und anspruchsvolle Hymne an die Macht, die Kraft und die Magie von Geschichten ist und ein eindrucksvolles literarisches Dokument dessen, welche unglaublichen Wunder sie vollbringen können.

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  • Rezension zu "Das himmlische Kind" von Heinrich Steinfest

    Das himmlische Kind
    BeautyBooks

    BeautyBooks

    13. November 2012 um 21:02

    Die Liebe zwischen Erwachsenen kann vergehen, die zu einem Kind nie.. Und wenn das Kind erwachsen wird?.. Nicht für einen Vater. Du bleibst immer mein Herzstück.. Auch wenn ich hundert bin?.. Ewig.. - S. 292 * Miriam spürt schon lange, daß mit ihrer Mutter etwas nicht stimmt.. Als diese tatsächlich eines Tages das Auto mit Miriam und dem kleinen Bruder Elias vorsätzlich in einen abgeschiedenen See lenkt, kann die Zwölfjährige sich und Elias retten, während die Mutter im dunklen Wasser versinkt.. Die beiden Kinder flüchten sich in eine verlassene Hütte im Wald.. Es mangelt an allem: kein Essen, kein Strom, keine Heizung, nur ein alter Ofen in der Ecke.. Ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt.. Miriam wächst über sich hinaus: Mit einer fast überirdischen Klarheit weiß sie, was zu tun ist.. Sie bringt nicht bloß einen alten Ofen zum Brennen und gebratene Ameisen auf den Mittagstisch, sondern beginnt damit, ihrem Bruder eine ganz besondere Geschichte zu erzählen.. Als Elias sehr sehr krank wird, hört er nicht auf, nach der Geschichte zu verlangen.. Eine Geschichte in der sich das Leben zu einem Märchen verdichtet.. Ein Märchen, das Elias am Leben hält.. Denn eines ist gewiss: Man kann nicht sterben, wenn man wissen möchte, wie es weitergeht.. * Wozu konnte das führen, ein fremdes Gehirn zu verzehren? War es möglich, daß man den Verstand des Vogels in sich aufnahm, seine Erfahrungen, seine Erlebnisse, den Moment seines Todes? Würde sie hernach öfters vom Fliegen träumen? Regenwürmer appetitlich finden? - S. 157 * Meine persönliche Meinung: Heinrich Steinfest durfte ich auf der Frankfurter Buchmesse 2012 kennen lernen.. Als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau das erste mal sah, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste.. Nicht nur wegen dem überaus schicken Zebracover, sondern auch weil mich der Klappentext sofort neugierig machte.. Heinrich Steinfest stellte also das Buch auf der Frankfurter Buchmesse vor, und als ich dieser Vorstellung lauschte, bekam ich so richtig Lust auf das Buch.. Ich wollte es SOFORT lesen.. Herr Steinfest wusste nur zu gut, wie man sein eigenes Werk vorstellt und den Lesern noch mehr Neugierde und Spannung überbringen möchte.. Ich denke alle, die dieser "Lesung" lauschten waren unendlich begeistert.. Und nun hatte ich endlich Zeit "Das himmlische Kind" zu lesen.. Ich ging doch mit sehr hohen Erwartungen an diese Geschichte ran, da ich nur durch Steinfest's Erzählung schon so begeistert war.. Kann bzw. soll man eine Mutter verstehen, die ihre Kinder mit in den eigenen Tod nehmen möchte? Ein schreckliches Schicksal, dass sich wohl niemand vorstellen kann.. Miriam's Mutter war psychisch krank.. Ihr Mann hat sie verlassen.. Sie war somit alleinerziehende Mutter.. Ihr wurde wohl alles zuviel.. Sie sah keine Freude mehr am Leben und lebte jeden Tag vor sich hin.. Sie kümmerte sich kaum noch richtig um die beiden Kinder.. Der Tod war ihr einziger Ausweg.. Doch Miriam konnte sich und Elias von dem sinkenden Auto retten.. In völliger Abgeschiedenheit.. Keine Häuser.. Leere Straßen.. Keine Menschen.. Irgendwo im nirgendwo.. Vor ihnen ein rießen großer Wald.. Im Wald entdeckten sie die besagte verlassene Hütte.. Miriam musste schnellstmöglich erwachsen werden und auch erwachsen denken.. Sie muss sich um ihren kleinen Bruder kümmern, der völlig durchnässt, bibbernd und Zähne klappernd vor ihr steht.. Es ist Winter.. Wir haben Minusgrade.. Miriam besorgt etwas zu Essen.. Sammelt tote Vögel, bratet Ameisen und sammelt Pilze.. Sie lernt Feuer zu machen und gibt die Hoffnung nicht auf.. Doch Elias wird krank.. Sehr krank.. Sie erzählt ihm eine Geschichte um ihn von all dem Kummer und der Einsamkeit abzulenken.. Eine Geschichte, die ihm wohl das Leben rettet.. Ich hatte während dem Lesen oft Gänsehaut.. Ich fühlte mit den Kindern mit.. Konnte mir ziemlich gut vorstellen, wie sich Miriam wohl jetzt fühlt.. Sie ist nun Schwester und Mutter zugleich.. Und das auf einem Schlag.. Ihr Bruder wird krank.. Sie bangt um sein Leben.. Er kann sie doch jetzt nicht einfach alleine lassen.. Miriam lernt man in diesem Buch sehr sehr gut kennen.. Gefühle und Gedanken werden einem von der ersten Seite an sehr sehr real und lebensnah dargestellt.. Elias versteht all dies noch zu wenig, was da nun mit ihnen geschieht.. Wo ist seine Mama? Er klammert sich vollkommen an seine Schwester und an sein Zebra, das er immer bei sich in seinem Rucksack hat.. Er hat eigentlich keine Angst, denn Miriam ist ja bei ihm.. Ein überaus schlauer und so lieber Junge, den man einfach nur gerne in den Arm nehmen möchte.. Er besitzt noch keine Sorgen, mit seinen 5 Jahren.. Ein wundervolles Buch das einem sehr an Hänsel und Gretel erinnert.. Ein Märchen, das mit eigener Art und Weise nacherzählt und neu geschrieben wurde.. Ein Zebra muss ich jedoch abziehen, da mir die Geschichte rund um Miriam und Elias im Wald viel zu schnell und zu kurz erzählt wurde.. Ich denke, dass man diese Geschichte noch so wahnsinnig toll ausbauen hätte können.. Ich habe mir da ein bisschen mehr erwartet.. Ansonsten eine wundervoll-tragische Familiengeschichte, die einem Gänsehaut beschert, ein Lächeln auf den Lippen zaubert und einem die Hoffnung nie aufgeben lässt.. * Man soll die Dinge nicht vergleichen, hatte Miriams Vater seiner Tochter immer wieder geraten.. Und damit gemeint, der Vergleich führe stets zu einer Lüge, weil etwas Kleines groß geredet werde und damit gleichzeitig das Große in die Niederungen absinke.. - S. 271

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