Der Allesforscher

von Heinrich Steinfest 
4,1 Sterne bei68 Bewertungen
Der Allesforscher
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (52):
derlorenzs avatar

Anregende stilistische Ambitionen verknüpft mit rasanten Tempowechseln ungewöhnlichen Gedanken und herzerwärmender Auflösung.

Kritisch (3):
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Durchaus gute Ansätze, eine schöne Sprache. Ein Buch das man Lesen kann, aber definitiv nicht lesen muss.

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Inhaltsangabe zu "Der Allesforscher"

Bademeister ist Sixten Braun erst auf dem zweiten Bildungsweg geworden. Dazu brauchte es zwei beinahe tödliche Unfälle, eine große Liebe und eine lieblose Ehe. Aber all das musste wohl sein, damit er werden konnte, was er werden sollte – nämlich der Vater eines ganz und gar fremden Kindes ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492306324
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:13.07.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.03.2014 bei OSTERWOLDaudio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Daphne1962s avatar
    Daphne1962vor 12 Tagen
    Der Allesforscher

    Es war mein 1. Buch von Heinrich Steinfest. Bin sehr froh, es auf
    einem Bücherstapel entdeckt zu haben. Der österreichische Autor
    ist Jahrgang 1961 und hat schon mehrere Krimi-Preise eingeheimst.
    Der Allesforscher wurde im Jahr 2014 für den deutschen Buchpreis
    nominiert.

    Sixten Braun ist Manager. Führte bisher ein ganz normales Leben.
    Er kam viel herum in der Welt durch seinen Job und war gerade in
    Taiwan. Bis ein Wal sein Leben streifte und vor seinen Augen explodierte.  Nur mit Glück überlebt er diese Ungeheuerlichkeit. Glück benötigt  er dann ebenfalls, als er in einem Flugzeug sitzt und dieses durch 
    ein Gewitter wackelt.

    Sixtens Leben wird komplett auf den Kopf gestellt als er sich in seine
    behandelnde deutsche Ärztin verliebt. Zu Hause in Deutschland wartet  allerdings seine Verlobte auf ihn. Aber das Schicksal hat es anders
    ausgedacht für Sixten und schickt ihn in ein Labyrinth von sonderbaren  Begebenheiten und Begegnungen. 

    Heinrich Steinfest versteht es fulminante Sätze zu bilden und locker
    und flockig eine fiktive Geschichte zu erzählen.

    "Ihre Hände steckten tief in den Taschen ihres Ärztekittels.
    Unter dem knielangen beigen Rock weißbestrumpfte schlanke
    Beine, die in gelben Turnschuhen fußten." (Seite 23)

    Zufälle gibt es nicht. Daher auch nicht verwunderlich, was für einen
    sonderbaren Lebenslauf der Autor sich für seinen Protagonisten erdacht  hat. Zwar driftet es zeitweise in esoterische Gefilde ab, tut dem Roman  aber nichts an, sondern kommt dann auch schnell wieder in die richtige  Bahn zurück. 

    Was das Leben für ihn bereit hält und ob er doch noch glücklich wird,
    sollte der Leser dann selbst in Erfahrung bringen. Mir hat das Buch sehr  viel Spaß gemacht. Es war sehr unterhaltsam und humorvoll geschrieben. 

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    Orishas avatar
    Orishavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Durchaus gute Ansätze, eine schöne Sprache. Ein Buch das man Lesen kann, aber definitiv nicht lesen muss.
    Die wirren Wege des Sixten Braun

    Lange wollte ich Steinfests "Allesforscher" lesen, einfach weil Titel, Inhaltsangabe und Cover viel versprachen. Nun habe ich es getan.

    Sixten Braun - Manager - zieht das Unglück magisch an. Als er in Taiwan Aufenthalt hat, trifft in das Glück im Unglück gleich zweimal. Ein Wal explodiert, ein Flugzeug stürzt ab und Sixten trifft seine große Liebe: Frau Dr. Senft. Doch ein Happy End ist nicht in Sicht. Zurück in Deutschland stürzt er sich in eine unglückliche Ehe, verlässt Frau und seinen Managerposten und beginnt in Stuttgart ein neues Leben als Bademeister. Eines Tages erreicht ihn ein Anruf und Simon tritt in sein Leben.

    Klingt wirr? Ist es auch. Zwar startet das Buch sehr stark, ist überraschend, amüsant und durchaus clever. Doch Steinfest kann diese Spannung nicht aufrecht erhalten. Die eigentliche Geschichte - die Geschichte um das Kind Simon - konnte mich kaum überzeugen. Nicht nur weil Sixten als Vater nicht überzeugt und ich die angebliche Verbindung der beiden, einfach nicht sehe, auch seine neueste Liebelei Kerstin fällt in den gleichen Brunnen.

    Dabei schreibt Steinfest durchaus sehr schön und hält sprachlich ein hohes Niveau, wobei er auch hier über das Ziel hinaus schießt. Seine unsensible Wortwahl - ich sage nur "äthiopischer Körperbau" - wir können uns sicher alle etwas darunter vorstellen - doch braucht es diese Plakativität nun wirklich nicht - heiße ich nicht gut und scheint mir als wolle er damit bewusst Grenzen überschreiten - was in der heutigen Zeit leider keine Seltenheit mehr ist. Wie das Buch es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises schaffte, ist mir allerdings ein Rätsel. Denn inhaltlich konnte mich die Geschichte nicht abholen.

    Fazit: Durchaus gute Ansätze, eine schöne Sprache. Ein Buch das man Lesen kann, aber definitiv nicht lesen muss.

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    franzzis avatar
    franzzivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Der Roman plaudert sich gut weg.Doch die Figuren bleiben trotz Ich-Erzählers ganz weit weg. Die Geschichte überzieht den Könnte-Sein-Rahmen
    Klingt komisch - isses auch

    Sixten Braun ist erfolgreicher Manager in einer weltweit agierenden Firma. Er verdient Geld ohne Ende, kennt alle Spielregeln und kann sich sicher auf den wichtigen Parketts der Welt bewegen. Doch dann trifft ihn erst ein Stück explodierender Wal, dann Armors Pfeil, dann tonnenweise Zufall und er gibt ohne Zögern alles auf, fängt ohne Zaudern Neues an, nimmt ohne großes Zermartern und Zweifeln die schwierigsten Lebenswendungen hin. Und das alles, obwohl Sixten Braun ein Ich-Erzähler ist. Klingt komisch. Isses auch. Es ist die Geschichte in Heinrich Steinfests "Allesforscher".

    Am Anfang geht sich alles ganz reizend an. Sixten kann plaudern. Sixten kann das Grobe und Ganze zusammenfassen. Sixten kann auch den einen oder anderen klugen Gedanken aufschreiben. Und überhaupt: Wer weiß schon, was in einem vorgeht, wenn man gerade so dem Tod entgangen ist. Einmal. Zweimal. Aber der Roman hat 400 Seiten und es wird nicht innenwändiger. Da stellt sich schon die Frage, warum es einen Ich-Erzähler braucht, wenn alle Figuren fünf Kilometer weit wegbleiben. Nichts kommt wirklich in den Zoom, alles bleibt vage.

    Und in all der absurden Schwere der Handlung mit Todesnähe, großer Liebe, kleiner Ehe, Schatten der Vergangenheit, Ängsten und Familientraumata, kombiniert mit absurden Ideen und völlig überzeichneten Hollywood-Parodie-Elementen wankt Sixten Braun nie - und die Menschen in seinem Umfeld auch nicht. Sie lassen Beziehungen, Jobs und alte Heimaten hinter sich, Reichtum auch, ohne mit der Wimper zu zucken. Das ist befremdlich. Das nimmt den Schwung raus. Das verdirbt auch ziemlich den Spaß an der unterhaltsam geschriebenen Geschichte. So bleibt alles mittelgut und mitteltoll. Leider.

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    derlorenzs avatar
    derlorenzvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Anregende stilistische Ambitionen verknüpft mit rasanten Tempowechseln ungewöhnlichen Gedanken und herzerwärmender Auflösung.
    Das Buch den Tempo- und Perspektivenwechsel

    Heinrich Steinfest kommt aus dem Krimigewerbe. In "Der Allesforscher" lebt er stärker - und durchaus erfolgreich - seine stilistischen und philosophischen Ambitionen aus, erzählt weniger stringent. Es finden sich viele ungewöhnliche Gedanken und Perspektiven, gekleidet in einen Sprachstil, der den Lesefluss an vielen Stellen bewußt, aber nicht aufdringlich unterbricht.

    Der Roman beginnt furios mit einem port-mortal explodierenden Wal, der den Helden in ein taiwanesisches  Krankenhaus bringt. Dort lernt er eine deutsche Ärztin kennen. Erst später, als die Ärztin stirbt, wird klar, dass ihm hier die Liebe seines Lebens begegnet. Sogar ein Kind scheint dieser Verbindung entsprungen zu, welches er im zweiten Teil des Buches adoptiert, ohne von der Vaterschaft überzeugt zu sein. 

    Wärend der erste Teil des Buches von schnellen Wendungen und einer Menge Action geprägt wird, kommt es dann zu einem rasanten Tempowechsel. Der Held zieht sich zurück aus seiner global und erfolgs-orientierten Managerwelt. Er wird Bademeister und Vater. Es passiert nicht allzu viel. Zeit für Reflektionen.

    Aus meiner Sicht stört dieser Bruch in der Mitte des Buches den Lesefluss. Man hat sich an teilweise sureale Handlungsrasanz gewöhnt und wird dann vollgebremst. Zum Glück wird der Roman zum Schluss wieder dichter und phantasievoller, wartet sogar mit einer herzerwärmenden Auflösung auf. Und landete sicher zu Recht 2014 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

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    WilmaWitchvor 3 Jahren
    Ein modernes Märchen, mit Patchworkfamilie und luzidem Träumen.

    Menschen mit ungewöhnlichen Lebenswegen - die liebsten Spielgefährten von Heinrich Steinfest. Beim "Allesforscher" halten sich sprachliche Fabulierlust und kreativer Plot wieder angenehm die Waage. Im ersten Teil kommt ein Manager zum neuen Beruf und Adoptivsohn, im zweiten ein Kosmetikhersteller vom Beruf weg. Im dritten Teil schließt sich der Reigen, mit Beruf, Sohn, Frau und allem, ohne dass der Reigen davon weiß. Es wird geflogen, geschwommen, geklettert und gewandert, in Asien und Europa. Nur das Autofahren hat schlechte Karten. Macht aber nix, weil erst im Traum und dann auch sonst alles gut wird.

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    steffchen3010s avatar
    steffchen3010vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein verrücktes Potpourri aus Abenteuerroman, Selbstfindungstrip und Familienporträt, in dem Skurrilität nicht zu kurz kommt. Einfach klasse!
    Alles oder nichts

    Manches kommt. Und manches kommt geballt.”

    Zitat, Seite 48


    Heinrich Steinfest ist mit seinem “Allesforscher” ein verrücktes Potpourri aus Abenteuerroman, Selbstfindungstrip und Familienporträt gelungen. Der Leser wird Augenzeuge der schrägsten und aberwitzigsten Situationen, die nicht nur für jede Menge Belustigung sorgen, sondern sich auch auf nonchalante Weise in die Geschichte einfügen. So wird Sixten Braun, Protagonist von Steinfests Geschichte, ungewollt zur Zielscheibe öffentlichen Gespötts.Es sind die Gedärme eines explodierenden Pottwals in Tainan, die ihn am Kopf treffen; sein Flieger nach Taipeh, der über dem ostchinesischen Meer abstürzt und ihn mit einer Hand voll Passagiere ausspuckt, und die Schwimmweste seines verhassten, erst kürzlich mit einem Lottogewinn gesegneten Sitznachbarn, die er in Sekunden der Panik zu fassen bekommt. Auf dem mit Flugzeug-Bruchstücken übersätem Meer wird eine schaukelnde Boje zu Sixtens lebensrettendem Unterschlupf. Dass ihn im Inneren dieser Boje keine bloße Leere, sondern ebenjener Sitznachbar erwartet, dessen Schwimmweste Sixten sich gekrallt und den er sich längst in die Untiefen des Meeres gewünscht hat, scheint den Leser nicht groß zu verwundern, sondern gar zu amüsieren. Man könnte sagen: Ironie des Schicksals.

    “Der Mensch geht in Fallen. Er sieht sie ganz deutlich, jedes Detail, nur eines sieht er nicht, die Wege, die um diese Fallen herumführen.”

    Zitat, Seite 79

    Die Situationen sind ebenso skurril wie genial. Steinfest scheint sich unterhaltungstechnisch die unmöglichsten Dinge aus dem Ärmel zu schütteln. Die Skurrilität der Dinge scheint hier keiner zu hinterfragen, sondern sich förmlich herbeizusehnen. Nirgendwo anders scheint unkonventionell so willkommen wie hier. So erzählt der Autor auf höchst amüsante und unverblümte Art und Weise die Geschichte eines Mannes, dessen Leben von einer Sensation zur nächsten eilt. Für das Leben des Protagonisten scheint der Autor einen besonders turbulenten und kurvenreichen Weg vorgesehen zu haben, der ihn vom erfolgreichen Manager zum bescheidenen Bademeister, vom Kinderfeind zum Vater und vom familiären Außenseiter zum Bruder im Geiste werden lässt.

    “Ich bin kein Zyniker. Zynisch sind die, die allen Ernstes meinen, an einem Computer zu arbeiten, auf dem ein angebissener Apfel klebt, sei irgendwie wohltätig. Oder Nudeln zu essen, in denen kein Ei steckt. Als seien solche Nudeln vom lieben Gott persönlich vorgekaut worden.”

    Zitat, Seite 15

    In Tainan, in der Sixten aufgrund seiner folgereichen Walbegegnung etwas länger verweilt als geplant, begegnet er, trotz bestehender Ehe in Deutschland, der Frau fürs Leben. Doch reicht die Zeit nur für ein kurzes Intermezzo, dessen Intensität Sixtens Leben sehr viel mehr Würze verleiht, als jemals gedacht. Denn sieben Jahre später steht ihm ein Kind gegenüber, von dem die Behörden behaupten, er wäre sein Sohn. Trotz asiatischer Augen. Die Unmöglichkeit dieser Verwandtschaft scheint klar auf der Hand. Schließlich hatte Sixten eine Affäre mit einer deutschen Ärztin und keiner Asiatin. Er fühlt sich mächtig verarscht. Doch als er in die Augen des kleinen Simon blickt und die Hand des Jungen in seiner spürt, wird er weich und erklärt sich zu einer Adoption bereit. Das Kind seiner großen Liebe. Ein Stück der Mutter, deren plötzlicher Tod ihm den Boden unter den Füßen nimmt.

    “Ich war vernarrt in diese Konstellation, diesen speziellen Stand der Gestirne. Vernarrt in die Ausschließlichkeit, in das Gefühl, ein Höhepunkt geschehe, der in keiner Weise wiederholt werden könne.”

    Zitat, Seite 45

    “Sie schenkte mir einen Augenaufschlag, so, wie ein Fächer die Luft antreibt und mit leichter Verzögerung einen vom Plafond hängenden Faden bewegt. Ja, als der Luftstrom ihres Augenaufschlags mich erzittern ließ, ganz leicht, ein Faden meiner selbst, war Lana bereits gegangen.”

    Zitat, Seite 46

    Der Junge, dessen Sprache kein Mensch dieser Welt zu übersetzen im Stande scheint, wird für den mittlerweile bodenständig gewordenen Bademeister Sixten zur Herausforderung und zum größten Geschenk seines Lebens. Denn obwohl eine sprachliche Kommunikation zwischen den beiden ausgeschlossen ist, scheint die Harmonie zwischen den beiden alles Nötige in die Wege zu leiten. Simons Persönlichkeit sorgt schon bald für eine Menge Überraschungen, die Sixtens Leben um ein Vielfaches bereichert. Es ist der Beginn einer berührenden Vater-Sohn-Konstellation und eines gemeinsamen Abenteuers, bei dem Altlasten aus der Vergangenheit abgestriffen und Seelenfrieden gefunden werden kann.

    Auch wenn mich Steinfests “Allesforscher” wirklich begeistern konnte und die außergewöhnlichen Zwischenfälle für höchste Unterhaltung sorgten, ebbte die Euphorie zum Ende hin etwas ab. Grund dafür ist das meines Erachtens lasche, etwas seichte Ende, das dem ganzheitlichen Spektakel dieses Roman irgendwie nicht gerecht wird. Es schien mir fast so, als wären Steinfest auf den letzten Seiten seines Buches ein paar seiner Handlungsstränge entglitten, die er im Verlauf der Geschichte so aufwendig und geschickt eingefädelt hat. Manche Dinge bleiben unbeantwortet. Fragen gesellen sich dazu, die mich bedauerlicherweise etwas verstimmt und unglücklich zurücklassen. Ein Werk, dass es dennoch zu Recht auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2014 geschafft hat. Chapeau, lieber Herr Steinfest.

    “Manchmal ist das so. Manchmal wird nicht das eine durch das andere ersetzt. Sondern es kommt etwas dazu. Die Welt wird größer. Notgedrungen wird sie dann auch komplizierter.”

    Zitat, Seite 189

    “Es kümmert mich nicht, ob an einem bestimmten Tag in meiner Geschichte dasselbe Wetter war wie an den realen Orten. Der Roman hat sein eigenes Wetter.”

    Zitat, Seite 397

    Kommentare: 2
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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 4 Jahren
    Ein Mann ist ein Mann, wenn...

    Ein tolles erstes Buch von Heinrich Steinfest. Das Cover hat  sogleich angesprochen und die Geschichte schien interessant. Nun, was soll ich sagen, das Versprechen wurde gehalten!

    Sixten Braun ist Geschäftsmann und reist viel im asiatischen Raum. Nachdem er zweimal knapp den Tode entronnen ist, krempelt er sein Leben komplett um. Er zieht in eine andere Stadt, ergreift einen völlig neuen Job, der nichts mit seinem bisherigen zu tun hat und rutscht unverhofft in eine Vaterschaft. Was diese ihm alles beschert, kann man wunderbar auf knapp 400 Seiten lesen. Eine tolle Geschichte mit einem tollen Protagonisten, der Höhen und Tiefen hat und zeigt, dass Männer eben doch nicht nur von Trieben gesteuert sind...
    Absolut lesenswert und für mich heißt es: mehr Steinfest!

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    HarIequins avatar
    HarIequinvor 4 Jahren
    Die Wandlung von Sixten Braun

    „Anders gesagt, ich begriff mit einemmal das Glück, das mir beschert war, indem ich auf die Straße getreten, von einem explodierenden Wal erwischt und in dieses Krankenhauszimmer gelangt war, um schlußendlich in ein solches Gesicht schauen zu dürfen.“ (Seite 22)

    Vom gutbezahlten Manager zum Bademeister in einem kleinen Bad - dazu brauchte es in Sixten Brauns Leben einen explodierenden Wal, einen Flugzeugabsturz und die Frau seines Lebens: Dr. Lana Senft.

    Doch er muss zurück in seine Heimat Deutschland und die beiden verlieren sich aus den Augen.

    Als Jahre später ein Kind in seinem Leben auftaucht, wendet sich das Blatt nochmal.

    Der Einstieg ist rasant und voller Humor. Sehr unterhaltsam erzählt Heinrich Steinfest von Sixten und seinen Abenteuern, die kaum ausgefallener sein könnten.

    Das ganze schafft er mit einer Leichtigkeit zu schreiben, die trotzdem sehr spannend ist. Der Roman trumpft mit originellen Ideen auf und so hat mir die erste Hälfte gut gefallen.

    Doch dann ist die Stimmung irgendwie gekippt und ich empfand manche Stellen als zu gewollt skurril und konstruiert. Auch konnte ich keinen wirklichen Bezug zu den Charakteren herstellen, gerade Sixten blieb mir oft ein Rätsel. Auch wenn die Charaktere alles in allem irgendwie sympathisch sind, waren sie für mich leider nicht mehr.

    Und auch mit dem Ende konnte ich nicht allzu viel anfangen. Alles wirkt wie ein ein riesiges Durcheinander, das insgeheim doch einen Sinn ergeben muss. Aber manches bleibt offen und so blieb ich nach Beenden des Romans eher unzufrieden zurück.

    Trotzdem ein buntes Knäuel von Geschichten, heiter erzählt und angenehm zu lesen.


    Kommentare: 1
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    schokoloko29s avatar
    schokoloko29vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Odyssee eines Mannes, der erst als durch die Vater- Rolle ankommt.
    Vom Manager zum Bademeister

    Inhalt des Buches:
    Sixten Braun erlebt kurioses. Er wird in Taiwan von einem gedärm- explodierenden Wal attackiert und landet, wegen einer Schädel- Hirn- Prellung, ins Krankenhaus. Dort verliebt er sich unsterblich in seine behandelnde Ärztin. Er verbringt zwei Nächte mit ihr und muss dann beruflich nach Japan. Auf dem Rückflug nach Taiwan, kommt es zu einem Absturz und er ist einer der wenigen, der überlebt. Doch dann muss er zurück nach Deutschland. Und er und seine Ärztin verlieren sich aus den Augen. Er ist beruflich Manager eines Computerunternehmens. Doch das Unternehmen kündigt ihn, so dass er mit verschiedenen Wirrungen und Irrungen Bademeister wird....

    Eigene Meinung:
    Dieses Buch hat mich sehr gut unterhalten. Anfangs wirkt das Buch wie ein Abenteuerroman. Und ab der Mitte des Buches ist es eher ein Entwicklungs- Roman. Mir hat der Wechsel des Buches gut gefallen und auch viele Wendungen im Buch haben mich sehr amüsiert. Einige Begebenheiten sind nicht logisch. Dies hat meine Begeisterung keinen Abbruch getan.

    Alles in allem ein sehr gutes Buch, welches mich gut unterhalten hat. Ich würde es sogar noch mal lesen!!!

    Klare Leseempfehlung!

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    Alexandra_Luchss avatar
    Alexandra_Luchsvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Wenn der Tag damit beginnt, dass man von Walfisch-Teilen k.o. geschlagen wird, kann's nur noch Bergauf gehen.
    Mein ganz persönlicher Buchpreis-Gewinner!

    Sixten Braun wird von Teilen eines explodierenden Wals am Kopf getroffen und lernt dann im Krankenhaus seine große Liebe kennen. Gegen diese Geschehnisse sind ein späterer Flugzeugabsturz und diverse skurrile (Traum)visionen eigentlich ganz normal. Nebenbei wird er auch noch zum Vater eines ganz besonderen, eigenartigen kleinen Jungen, der seine eigene Sprache spricht, versöhnt sich mit seiner toten Schwester und wächst beim Bergsteigen über sich hinaus.

    „Der Allesforscher“ beginnt quasi filmisch und dieser Einstieg in die Geschichte war es, der mich so absolut begeisterte. Man wird nicht einfach mitten in eine Geschichte geworfen, sondern bekommt einen hollywoodreifen Prolog geboten, der mich bei meiner Leidenschaft fürs Kino packte und mit „Der weiße Hai“ und „Psycho“ gleich zwei Klassiker ins Feld führt. So spannungsgeladen und fesselnd möchte auch „Der Allesforscher“ wahrgenommen werden. Bei mir hat das sehr schnell funktioniert. Die Dialoge sind witzig und die Charaktere (allen voran Sixten) sind einfach sympathisch. Dazu kommen die irren Wendungen und Verwicklungen der Handlung, Rückblenden und parallele Handlungsverläufe. Manchmal wusste ich gar nicht, wo mir der Kopf steht und dennoch: das ganze wilde Durcheinander fügt sich prima zu einer einzigen, tollen Geschichte.
    Besonders amüsant finde ich, dass kein Teil der Handlung so richtig logisch, sinnvoll oder nachvollziehbar scheint. Alles äußerst unwahrscheinlich. Das ist eigentlich Gift für jedes Buch. In dieser Geschichte passt dann aber doch alles perfekt zusammen. Und bis auf einige wenige Geheimnisse (ich bin doch so neugierig!) fügt sich wirklich alles nahtlos zu einem großen Ganzen. Das muss man als Autor erstmal schaffen.
    Einen großen Teil des Charmes dieses Buches machen die tollen Charaktere aus. Ich liebe es ja, wenn Protagonisten alle ihre ganz eigene Geschichte zu haben scheinen. Genau so ist es hier. In „Der Allesforscher“ scheint keine Figur nur ganz nebensächlich aufzutreten und selbst die Stockente im Freibad hat noch einen dramatischen Auftritt. Ganz nach meinem Geschmack.
    Ein bisschen fehlte mir der große Clou am Ende, das große „Ach so!“. Ich habe sowohl die Haupthandlung als auch alle Teile der Nebenhandlung atemlos verfolgt und das Buch nur so verschluckt, irgendwie hätte ich mir auf die eine oder andere Frage dann einfach noch eine Antwort gewünscht. Zum Konzept des Buches hätte das aber vermutlich gar nicht so gut gepasst. „Der Allesforscher“ ist ein Buch, über das man sich noch eine ganze Weile den Kopf zerbrechen kann. Von „was für’n Quatsch“ bis zu purer Begeisterung lösen die verschiedenen Teile der Handlung wohl alle möglichen Reaktionen aus. Eine allzu geschlossene Geschichte hätte das vielleicht kaputt gemacht.

    „Der Allesforscher“ ist mein ganz persönlicher Buchpreis-Gewinner. Ein Buch das mich beeindruckt, unterhalten, zum Nachdenken und manchmal auch Meckern gebracht hat.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Poesiesosos avatar
    Am 13. August hat die Jury die Longlist für den Deutschen Buchpreis bekannt gegeben. Im nächsten Schritt werden sechs dieser Titel für die Shortlist nominiert, die am 10. September veröffentlicht wird. Der Gewinner wird dann am 6. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verkündet. 
    Ich habe einige Titel so gar nicht auf der Longlist erwartet, andere wiederum hätte ich gern darauf gesehen. Wie geht es euch? Welches Buch ist euer Favorit? Was glaubt ihr, wer auf der Shortlist stehen wird?
    Hier nun die Kandidaten:

    Zum Thema
    Tinkerss avatar
    Am 13. Mai starte ich hier eine Leserunde zu "Der Allesforscher".

    Zum Welttag des Buches 2014 verloste ich das Buch auf meinem Blog tinkersbuchwelt.blogspot.de und werde es nun hier mit meiner Gewinnerin Lesebiene27 lesen.

    Aber auch andere, die das Buch bereits haben, dürfen gerne mitdiskutieren!!!
    Zur Leserunde
    Tinkerss avatar
    Ich verlose am Welttag des Buches 3 Bücher auf meinem Blog tinkersbuchwelt.blogspot.de 

    Das erste ist: "Der Allesforscher" von Heinrich Steinfest

    Meldet Euch einfach hier, auf meiner Facebookseite oder auf meinem Blog, wenn ihr an der Verlosung teilnehmen wollt.

    Einzige Bedingung: Gewinner/in und ich lesen das Buch zeitgleich (zeitliche Absprache dann in Ruhe) und wir besprechen es in einer gemeinsamen Leserunde oder per Mail.

    Viel Glück!!!
    Zur Buchverlosung

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