Die Büglerin

von Heinrich Steinfest 
4,5 Sterne bei8 Bewertungen
Die Büglerin
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Ein Buch das einem im Gedächtnis bleibt.

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Großartig!!!

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Inhaltsangabe zu "Die Büglerin"

Tonia Schreiber ist Büglerin. Mit der Hand bügelt sie die Wäsche ihrer vermögenden Heidelberger Kunden. Die Arbeit erledigt sie mit Sorgfalt und Präzision, obgleich sie schlecht bezahlt wird. Denn das Bügeln ist ihre Form der Buße. Sie büßt für eine Tat, die ihr Leben unwiderruflich verändert hat. Ein Leben, das unter den besten Vorzeichen stand: Als Tochter renommierter Botaniker verbrachte sie ihre Kindheit auf einer Segeljacht. Später lebte sie in Wien in der elterlichen, mit Aquarien ausgestatteten Villa und zog gemeinsam mit ihrer Halbschwester ihre Nichte Emilie auf. Bis Emilie auf tragische Weise starb. Und Tonia alles aufgab, ihre Freunde, ihren Reichtum, die Wissenschaft. Sie verließ ihre Heimatstadt Wien und begann zu bügeln. Doch das Leben ist noch nicht ganz fertig mit ihr. Denn der Zufall spielt ihr etwas in die Hände, das Emilies Tod in ein anderes Licht rückt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492056632
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.03.2018

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    YukBookvor 19 Tagen
    Bügeln und büßen

    Ich kenne so einige, die das Bügeln als Strafarbeit ansehen. Tonia Schreiber jedoch nimmt dies im neuesten Roman von Heinrich Steinfest durchaus wörtlich. Sie gibt sich die Schuld für ein tragisches Unglück, dass bei einem gemeinsamen Kinobesuch ihrer Nichte Emilie zustößt, und beschließt, ihr restliches Leben damit zu verbringen, Buße zu tun – indem sie die Wäsche reicher Heidelberger Kunden bügelt.

    Allein diese Romanidee hat mich derart fasziniert, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste. Und ich wurde nicht enttäuscht. Denn es gibt noch viele andere Aspekte, die den Roman zu etwas ganz Besonderem machen. Der Autor erzählt zum Beispiel von der ungewöhnlichen Freundschaft, die die Tonia mit dem Gemüsehändler Karl Dyballa schließt. Mit welcher Hinwendung beide ihrer Arbeit nachgehen und wie sie trotz ihrer tragischen Vergangenheit gemeinsam einige Glücksmomente im Alltag finden, erzählt Heinrich Steinfest in einem schwebenden, poetischen Ton.

    Das Ganze ist eingebettet in eine intelligent komponierte Handlung, denn eines Tages stößt Tonia beim Bügeln auf eine Stickerei, die auf einen Zusammenhang mit Emilies Tod hinweist. Bei ihrer Spurensuche zeigt der Autor sein volles Repertoire an aberwitzigen Ideen, klugen Gedanken, gesellschaftspolitischen Themen und wunderbaren Formulierungen.

    Kommentare: 2
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    ELSHAs avatar
    ELSHAvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch das einem im Gedächtnis bleibt.
    Die Frage nach Schuld und Sühne

    Eine Kindheit auf hoher See, die Liebe zum Wasser, die Liebe zur Nichte. Als das hat Tonia und viel Geld, dank einer Erbschaft ihres Vaters.
    Nach einer Tragödie in einem Kino, verschenkt sie alles und widmet sich zunächst dem Haushalt und nachher nur noch dem Bügeln der Wäsche anderer Menschen. Was Sie ständig umtreibt ist die Frage der Schuld. Ist Sie schuld am Tod ihrer Nichte?
    Eines Tages erhält Tonia die Möglichkeit ein anderes Leben zu retten, aber zu welchem Preis?
    Eine Geschichte die von Schuld und Sühne erzählt, natürlich in der Steinfestschen überzogenen Art und Weise. Der Autor schafft es mit diesem Buch seinen Leser zu erheitern und zu betrüben, und schreibt sich mit dieser Geschichte ins Gedächtnis.


    Stefanie Salmen Buchhändlerin C. RAUCH'sche Buchhandlung

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    N
    ninaliestvor 5 Monaten
    EIn ironisches Lesevergnügen!

    Tonia Schreiber wird mitten auf dem Meer geboren. Ihre Eltern sind beide Botaniker und aufgrund einer Erbschaft können die beiden ihrer Berufung nachgehen und leben auf einem Segelboot, auf dem sie die Pflanzen der Welt erforschen. Nach dem Tod ihrer Eltern, die bei einem Sturm ertrunken sind, lernt Tonia ihre Halbschwester kennen und freundet sich mit dieser an. Die beiden ziehen zusammen und genießen ihre Studienzeit. Tonia studiert „das Wasser“.
    Während Tonia alleine bleibt, heiratet ihre Halbschwester und bekommt eine Tochter: Emilie. Tonia liebt Emilie wie ihre eigene Tochter und verbringt viel Zeit mit ihr. Als Emilie sechzehn Jahre alt ist, stirbt sie auf ebenso tragische wie verrückte Weise und Tonia gibt sich die Schuld an Emilies Tod. Daraufhin spendet Tonia ihr ganzes Vermögen und verlässt Wien. Um sich selbst zu bestrafen gibt sie ihren geliebten Beruf als Meeresbiologin auf und arbeitet als Haushaltshilfe für ein älteres betuchtes Geschwisterpaar in Hamburg. Ironischerweise erbt Tonia deren Reichtum als der Bruder stirbt. Da dies aber nicht zu ihrer Bestrafung passt, spendet sie auch dieses Geld und geht nach Heidelberg, um sich als Büglerin zu spezialisieren. Sie lebt sehr bescheiden in Heidelberg, verlangt nur den Lohn, den sie zum Überleben benötigt und entsagt sich jeder Freuden, mit Ausnahme von Sport und Whiskey. Während des Bügelns entdeckt sie eines Tages ein Symbol, das auch bei Emilies Tod eine Rolle gespielt hat und hofft, dass Emilies Tod nun endlich aufgeklärt werden könne.

    Dies war mein erster Roman von Heinrich Steinfest und es wird nicht mein letzter gewesen sein! Das spannende an diesem Buch sind die Charaktere, die Steinfest entwirft: jeder trägt eine seltsam verrückte Geschichte mit sich, die das Lesen so heiter macht. Die Geschichte an sich geht eher langsam voran, aber das schöne beim Lesen sind die ironischen Ausschmückungen des Autors. Ich kann mir richtig vorstellen, wie er beim Schreiben ein Schmunzeln auf den Lippen hatte, als er Tonia, die sich selbst bestrafen will noch ein beträchtliches Vermögen erben lässt und sie damit vom „Unglück verfolgt“.

    Eine klare Leseempfehlung! Besonders Leser, die (wie ich) John Irving Fans sind, werden mit Steinfest ihre Freude haben!

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Großartig!!!
    Sich selbst aufgeben

    Tonia Schreiber ist eine außergewöhnliche Frau. Sie wird auf einem Boot geboren, auf dem sie die Jahre bis zu ihrer Jugend verbringt. Ihre Eltern sind beide Botaniker und bringen Tonia alles bei, was sie wissen muss. Als Tonias Eltern bei einem Bootsunglück umkommen, zieht sie mit ihrer Halbschwester in die Villa der Eltern. Dort wird auch Emilie geboren, die für Tonia mehr als nur ein Patenkind ist. Nach einer weiteren Katastrophe beschließt Tonia jedoch ihr Leben zu ändern und ihre vielversprechende Karriere als Biologin, die sich stark für die "Verzwergung" interessiert, wie sie es nennt, aufzugeben, um zu bügeln.

    Dies ist nicht das erste Buch von Heinrich Steinfest, das ich lese, aber vielleicht das am wenigstens surreale. Dennoch konnte der Autor mich gleich von Anfang an fesseln. Er benutzt Neologismen, die witzig sind, macht haufenweise Anspielungen auf andere Künstler und sprüht vor Humor.
    Das Buch ist lustig, aber irgendwie auch literarisch. Ich habe viel Neues über die Kunstszene gelernt. Die Figur der Tonia Schreiber ist durch und durch sich selbst treu. Eine starke Frau, die straight ihren Weg geht und obwohl sie im Prinzip reich geboren wurde, schafft sie es stets von Null wieder auf die Beine zu kommen. Sie ist durchaus eine Frau, die bekommt, was sie will. Die Beziehung zu ihrem Patenkind ist innig und hätte ich selbst ein Patenkind, würde ich mir wünschen auch so eine Beziehung zu haben.
    Eine wirklich tolle Geschichte! Ich freue mich auf mehr von Heinrich Steinfest und auf hoffentlich noch viele weitere Romane von seinem Esprit! Definitiv mein Favorit im April.

    Kommentare: 1
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    Insider2199s avatar
    Insider2199vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Zwar leider kein „Magischer Realismus“, aber ein Roman, der auf seine Weise mit leisen Tönen besticht und verzaubert. (*****)
    „Lesen ist die zwangsläufige Leidenschaft der Verlorenen.“

    "Lesen ist die zwangsläufige Leidenschaft der Verlorenen"

    Der 1961 in Australien geborene, aber in Wien aufgewachsene österreichische Autor veröffentlichte 1995 seine ersten Romane – meist Krimis, Sci-Fi-Erzählungen oder Surreales. Bis Ende der 90er Jahre lebte er in Wien als freischaffender Autor, heute in Stuttgart als Maler und Schriftsteller. Für seine Romane erhielt er mehrmals den dt. Krimipreis (2./3. Platz) und landete 2014 mit „Der Allesforscher“ auf der Longlist des Dt. Buchpreises. Nach dem ersten Roman von ihm „Das Leben und Sterben der Flugzeuge“ (2016) – der Autor landete mit diesem Meisterwerk gleich auf meiner Liste der Lieblingsautoren! – beschloss ich nun, weitere Werke in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Der vorliegende Roman ist sein neuestes Werk.

    Inhalt (Klappentext): Tonia Schreiber ist Büglerin. Mit der Hand bügelt sie die Wäsche ihrer vermögenden Heidelberger Kunden. Die Arbeit erledigt sie mit Sorgfalt und Präzision, obgleich sie schlecht bezahlt wird. Denn das Bügeln ist ihre Form der Buße. Sie büßt für eine Tat, die ihr Leben unwiderruflich verändert hat. Ein Leben, das unter den besten Vorzeichen stand: Als Tochter renommierter Botaniker verbrachte sie ihre Kindheit auf einer Segeljacht. Später lebte sie in Wien in der elterlichen, mit Aquarien ausgestatteten Villa und zog gemeinsam mit ihrer Halbschwester ihre Nichte Emilie auf. Bis Emilie auf tragische Weise starb. Und Tonia alles aufgab, ihre Freunde, ihren Reichtum, die Wissenschaft. Sie verließ ihre Heimatstadt Wien und begann zu bügeln. Doch das Leben ist noch nicht ganz fertig mit ihr. Denn der Zufall spielt ihr etwas in die Hände, das Emilies Tod in ein anderes Licht rückt.

    Meine Meinung: Nach „Das grüne Rollo“ 2015 und „Das Leben und Sterben der Flugzeuge“ (2016), die beide meinem Lieblingsgenre „Magischer Realismus“ zuzurechnen sind, wendet sich Steinfest bei diesem Roman wieder dem Realismus hin. Daher hat mir dieser Roman zwar nicht so gut gefallen wie der Vorgänger, aber man kann natürlich auch schlecht Bananen mit Äpfeln vergleichen – es ist einfach eine Sache des Geschmacks.

    Als großer Fan des Autors schätze ich folgende seiner Stärken: überragender Umgang mit Sprache, inspirierender Ideenreichtum und eine präzise, sehr zum Nachdenken anregende Beobachtungsgabe. Daher habe ich mir auch sehr viele Stellen im Roman angestrichen; hier zwei Kostproben:

    „(So unsinnig das sein mag, aber wir überlegen immer wieder, was aus den jung Verstorbenen geworden wäre, hätten sie weitergelebt, und sehen dabei natürlich vor allem die guten Dinge, die nicht geschehen sind und nie mehr geschehen können: das Erleben der Liebe, erfolgreiche Unternehmungen, das Kinderkriegen, das Altwerden. Ja, ausgerechnet das Altwerden, welches uns, den Überlebenden, derart viel Mühe bereitet, empfinden wir bei unseren Toten als deren großen Verlust. Wir denken an unsere Toten und sehen fast nur das versäumte Glück, nicht das versäumte Unglück.)“

    „Nein, ein Mensch, der Bücher liebt, wird nicht Kritiker. So wenig ich glaube, dass Leute, die wirklich an Gott glauben, Theologen werden. Manche Berufe entstehen allein aus dem Zweifel an dem Stoff, den sie behandeln. Wie es ja auch immer die Wahnsinnigen sind, die sich der Psychologie zuwenden. Und die Unglücklichen, die Lehrer werden.“

    Besonders gut gefiel mir bei diesem Roman der Background und die Motivation der Heldin, also der Grund, warum sie Büglerin geworden ist (der Klappentext verrät hier mal wieder viel zu viel!). Dies hat natürlich mit einem wichtigen Ereignis aus ihrer Vergangenheit zu tun und wie so oft im Leben wird man von seiner Vergangenheit eingeholt und sieht dann die Dinge aus einem anderen Blickwinkel. So auch hier. Das „leise Ende“ fand ich sehr passend.

    Fazit: Zwar leider kein „Magischer Realismus“ und auch kein schwarzer Humor, wie man es oft von Steinfest kennt, aber ein Roman, der auf seine Weise mit leisen Tönen besticht und verzaubert. Und sprachlich natürlich wieder ein Hochgenuss! Daher gibt es von mir auch die vollen 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung – nicht nur für Steinfest-Fans.

    Kommentare: 3
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    yellowdogs avatar
    yellowdogvor 6 Monaten
    Lesefest

    Die Büglerin ist ein ungewöhnlicher, detailreicher Roman, was man bei einem Autor wie Heinrich Steinfest erwarten kann.
    Er erzählt die Lebensgeschichte von Tonia Schreiber. Auf einem Segelboot geboren, in Wien aufgewachsen, später in Hamburg und Wien. Sie war eine wohlhabende Meeresbiologin, die nach einem schweren Schicksalsschlag, für den sie sich die Schuld gibt, zurückzieht, sich zur Sühne von ihrem Reichtum trennt und als Haushälterin und Büglerin arbeitet. Warum als Büglerin? Das kann man nicht hinterfragen, letztlich einer von vielen originellen Einfällen des Autors. Dabei trifft Tonia in ihren Kunden reichlich schräge Typen.
    Manchmal wünscht man sich, Steinfest würde erzählerischer schreiben, viele Passagen, besonders am Anfang, wirken wie ein Bericht mit vielen Details. Dadurch entsteht zunächst eine gewisse Distanz zur unnahbaren Hauptfigur. Das verliert sich später zum Glück, als sie Karl Dyballa kennenlernt, mit dem sie sich anfreundet Doch das tragische Ereignisse der Vergangenheit lässt sie auch nach Jahren nicht los. Zum Ende hin wird es dramatisch, als Tonia auf die Spur der vergangenen Ereignisse gerät und schließlich Dyballas Tochter verschwindet

    Ein erstaunliches Buch, sehr lesenswert, fast schon ein Lesefest!

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    Tupenis avatar
    Tupenivor 11 Tagen
    LesenLebens avatar
    LesenLebenvor 4 Monaten

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