Heinrich Steinfest Die feine Nase der Lilli Steinbeck

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Inhaltsangabe zu „Die feine Nase der Lilli Steinbeck“ von Heinrich Steinfest

Das Auffälligste an der ausgesprochen schlanken und eleganten Lilli Steinbeck ist ihre Nase. Als international anerkannte Spezialistin für Entführungsfragen wird sie von der Polizei in einen brisanten Fall eingeschaltet - in ein Spiel mit zehn lebenden Figuren, um die ein weltweit operierendes Verbrecherteam kämpft. Auf allerhöchstem Niveau und zum Zeitvertreib. Es gewinnt, wer alle zehn Spieler getötet hat … Der Kriminalroman des preisgekrönten Erfolgsautors Heinrich Steinfest, von dem Presse und Leser gleichermaßen begeistert sind, ist ein Feuerwerk der Sprache, voller Humor und philosophischem Hintersinn.

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  • Rezension zu "Die feine Nase der Lilli Steinbeck" von Heinrich Steinfest

    Die feine Nase der Lilli Steinbeck

    zimmer

    23. April 2010 um 13:37

    Georg Stranksy, Zoologe mit einem bescheidenen, aber scheinbar perfekten Leben wird eines Tages von einem -- im wahrsten Sinne des Wortes -- Stück Fallobst überrascht, welches in Form eines Apfels das Fenster seiner Stuttgarter Wohnung durchbricht. Ein begleitender Drohanruf sorgt dafür, dass Stranksy einen Bissen davon nimmt, der ihn im Stile von Schneewittchen nicht nur ohnmächtig werden lässt, sondern auch dafür sorgt, dass er spurlos verschwindet. Die österreichische Kommissarin Lilli Steinbeck, eine hübsche Frau mit unmöglich kaputter Nase, wird mit dem Fall betreut und merkt bald, dass es sich hier nicht bloß um eine einfache Entführung handelt sondern weit größere Mächte dahinter stecken, die ihr eigenes Spiel treiben und bei denen Batman eine ganz bestimmte Rolle zu spielen scheint. Ich muss gestehen, ich bin mit dem Liebling der Kritiker und der Krimipreis-Jury nie wirklich warm geworden. Sein Hang zu unendlichen, teils sehr anstrengenden Ausschweifungen und der Fähigkeit zum Schwafeln bzw. Unfähigkeit den Punkt bzw. Kern der Handlung zu treffen haben gepaart mit dem oft weniger zynischen, mehr intelligent arrogant wirkenden Humor oft dazu beigetragen, dass ich nach wenigen Seiten ein Buch entnervt zur Seite gelegt habe. Nicht so bei Lilli Steinbeck, diesmal hat‘s nämlich gefunkt. Ich weiß nicht, ob es an der teils gewollt naiven und überaus lustigen Erzählweise von Dietmar Mues liegt oder an der Tatsache, dass man gewisse Teile für die Hörbuchfassung gekürzt hat (und somit eventuell einen Großteil ebenjener Ausschweifungen eliminierte), aber hier konnte ich mich gar nicht satt hören von den überaus spitzfindigen, pointierten Dialogen und den schrägen aber dennoch amüsanten Weltanschauungen des Erzählers. Dabei macht es einem Steinfest trotzdem nicht allzu leicht: Wer einen Kriminalroman im eigentlichen Sinne erwartet, wird enttäuscht sein. Das Buch beginnt zwar als Krimi, wechselt aber schon bald in den Bereich des Agenten-Thrillers, wobei bei der Behäbigkeit und Gemächlichkeit der Erzählweise (die im Nebendarsteller Kallimachos wohl den Gipfel findet) "Thriller" eindeutig das falsche Wort ist. Trotzdem, der Autor spielt gekonnt mit dem Klischee des Agentenfilms und erzeugt eine Atmosphäre, die einem frühen James Bond Film wohl am nächsten kommt, wenn auch mit einem sehr eindeutigen Augenzwinkern. Im letzten Drittel allerdings gibt es einige Szenen, die für manche den Scheideweg zwischen Genialität und Abstrusität bedeuten könnte und in denen Steinfest den Lesern einiges abverlangt. Bei mir hat es funktioniert, spätestens ab dem Ende der dritten CD ging mir der Knopf völlig auf und ich erkannte den eigentlichen Witz bzw. die Persiflage, und konnte so den Rest vollständig genießen. Nichtsdestotrotz bleibt dann noch die Hürde der Aufmerksamkeit. Steinfest hat eine Sprache, auf die man sich einlassen muss und bei der man auch mit der vollen Konzentration dabei bleiben muss. Wenn man sich aber erst darauf eingelassen hat, dann zündet es!

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