Heinrich Steinfest Ein dickes Fell

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Inhaltsangabe zu „Ein dickes Fell“ von Heinrich Steinfest

Ein Kartäusermönch soll im 18. Jahrhundert die Rezeptur für ein geheimnisvolles Wunderwasser erfunden haben – 4711 Echt Kölnisch Wasser. Als in Wien ein kleines Rollfläschchen mit dem Destillat auftaucht, beginnt eine weltweite Jagd nach dem Flakon: Seinem Inhalt werden übersinnliche Kräfte nachgesagt, wer es trinkt, erreicht ewiges Leben. Ausgerechnet der norwegische Botschafter muss als erster sterben, und Cheng, der einarmige Detektiv, kehrt zurück nach Wien. Sein Hund Lauscher trägt mittlerweile Höschen, hat sich aber trotz Altersinkontinenz ein dickes Fell bewahrt. Und das braucht auch Cheng für seinen dritten Fall in Heinrich Steinfests wunderbar hintergründigem Krimi.

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  • Willkommen in Absurdistan

    Ein dickes Fell

    Archer

    08. June 2017 um 11:00

    Zum ersten Mal in dem ein oder anderen Jahr, das ich jetzt Bücher lese, hat sich ein Klappentext rentiert. Jetzt weiß ich wenigstens, worum es ging in dem Buch. Die Intention hinter der Geschichte kann nämlich nach 600 verschwafelten Seiten schon mal verlorengehen. Das fängt gar nicht erst damit an, dass der eigentliche Held zum ersten Mal auf Seite 134 auftaucht, sondern - ich habe jetzt lange darüber nachgedacht - an vielen Gründen. Einer davon ist folgender:Steinfest hat irgendwann mal ein Buch geschrieben, und alle riefen: Ohhhhh, wie toll du schreiben kannst. (Was übrigens der Wahrheit entspricht.) Leider riefen sie auch: Du bist der tolllllllllste Schreiber der Welt, bittebittebitte schreib noch gaaaaaaaanz viel. (Sie meinten viele Bücher, doch Steinfest muss das falsch verstanden haben, er dachte, das solle alles in ein Buch.) Also tat er das. Lest jetzt bitte den Klappentext. Habt ihr? Gut. Denn ich hätte leider keine Zusammenfassung bringen können, weil ich völlig andere Dinge wahrgenommen habe, auch wenn 4711 öfter mal erwähnt wurde. Ein Beispiel für die Art von Steinfests Schreibe? Brace yourself - wir nehmen einen fiktiven Ausgangspunkt: Eine Frau überquert eine Straße, ganz banal."Als sie sich anschickte, ihren Fuß auf die Straße zu setzen, die von der Sonne schon aufgewärmt war wie eine alte Hühnersuppe, die seit drei Tagen einem Kranken vor die Nase geschoben wird (ganz wichtig, völlig absurde Vergleiche zu bringen), bemerkte sie, dass diese Straße dunkler war als die hinter ihrem Haus. Obgleich sie kein großes Beobachtungsvermögen besaß, was sicherlich ihrer Mutter zuzuschreiben war, die einen Mann geheiratet hatte, der aus Absurdistan stammte, und von daher immer der Meinung war, eine Frau bräuchte keine unterschiedlichen Farben auf Straßen zu bemerken und dies auch überzeugend darlegte, so ließ sie diese Tatsache einen Moment stutzen und darüber nachdenken. Sollte sie trotzdem die Straße überqueren oder nicht? Nicht, dass ihr irgendjemand einen Vorwurf gemacht hätte, täte sie das nicht, aber es war doch des Nachdenkens wert. Nein, entschied sie sich, sie konnte nicht an dieser Stelle über die Straße gehen, denn solange sie das Rätsel der unterschiedlichen Farben nicht gelöst hatte, gäbe es keine Sicherheit darüber, dass es sich wirklich um die Straße vor ihrem Haus handelte und nicht etwa um ein schwarzes Loch, das sie in eine andere Galaxie reißen würde, wo man sie zwingen würde, eine Frisur wie Trump zu tragen, aber immer die Wahrheit zu sagen."Ihr behauptet, das sei keine Rezension eines Buches? Warum macht ihr mir einen Vorwurf? Ich behaupte ja auch nicht, dass Steinfest keinen Krimi geschrieben hat. Auch, wenn es die Wahrheit ist. Was der Autor tat, war, in einer Tour brillante und überaus spritzige Sätze zu entwickeln, aber man kann nur so und so viel brillante und spritzige Sätze lesen, die an kein Ziel führen, bevor einem die Augen zufallen und man in einen tiefen Schlaf fällt. Einem Schlaf übrigens, in dem niemand davon träumt, eine Straße zu überqueren ...

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  • Krimilesespaß vom Feinsten

    Ein dickes Fell

    Bellami

    Cheng ermittelt wie gewohnt, sehr dilettantisch, mit mehr Glück als Verstand. Diesen verschwendet er, zum Wohlgefallen für den Leser, mit vielen philosophischen Gedanken über Gott und die Welt im Großen, und über die Stadt Wien und, in diesem 3. Fall , über Kartäuser im Kleinen. Was also die Erledigung seines Auftrages angeht, dauert es wieder sehr sehr lange, bis der Autor auf den Punkt kommt. Und das ist so gut, denn gerade gerade dieses Drumherum , das Wissenswerte oder die "Klugscheißerei" ;-) aus dem unerschöpflichen Gedankentum Markus Chengs, ist das Sahnehäubchen dieses Krimis. Zum Inhalt: Lauscher hat immer noch sein dickes Fell, trägt jetzt allerdings Windeln und ist so gut wie nicht mehr hinter der Couch hervozulocken. Cheng wohnt und arbeitet inzwischen in Kopenhagen und bekommt einen Auftrag in Wien. Dort lebt eine knallharte und äußerst liebenswerte Profikillerin, der Cheng auf der Spur ist und das mit Hilfe eines fast unsichtbaren und nie auffallenden Stadtarchivar, der auch der Chef von Anna, der Profikillerin ist. In Kopenhagen lebt die Witwe ( warum Witwe *g*) eines norwegischen Botschafters ,die einen jungen , schönen und sehr erfolgreichen Schriftsteller aus dem Haus gegenüber ausspioniert und in seiner Wohnung eine gefährlich deponierte Flasche 4711 findet. Und da wäre dann noch ein erfolgreicher Komponist, der sich noch eigenartiger verhält als Cheng und in Wien nach Zeitlöchern sucht. Allein sich diese Charaktere wieder in Erinnerung zu rufen, zieht einem die Grinsebacken auseinander. So skurril, total verschroben, da kann Herr Steinfest seinen bissigen Charme wie er will über das graue, nasskalte ungemütliche Wien versprühen, seine Figuren leuchten in den schillerndsten Farben. 5 dicke fette Sterne für einen äußerst vergnüglichen und dennoch anspruchsvollen Lesespaß. .

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    • 2
  • In Höchstform

    Ein dickes Fell

    rallus

    Ein Heinrich Steingest ist immer ein Genuss für die literarischen Sinne. So auch dieser dritte Fall des Markus Cheng, ein einarmiger Chinese in Wien, der ausgewandert ist, aber in dieser Krimifarce wieder in seine Heimatstadt zurückkommt. Der Krimi ist aus verschiedenen Sichten erzählt, eine Amateurkillerin, ein im Zeitloch gestrandeter Zeitreisende, ein Immobilienmakler und alles vermischt mit dem Wiener Schmäh. Steinfest zieht hier alle Register der skurrilen und absurden Erzählung, nie weiß der Leser was einen erwartet. Aber eins ist dem Freund der abstrusen Literatur gewiß - eine grandios erzählte, in wort-skalpellartigen Abschnitten zerlegte Mär. Wenn der Weg so schön gepflastert ist lieber Heinrich, ist es mir egal WAS Du erzählst. Der Meister des grotesken Kriminalromans mit einer Höchstleistung! Höchstnote!

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    • 2

    awogfli

    08. July 2013 um 12:55
  • Rezension zu "Ein dickes Fell" von Heinrich Steinfest

    Ein dickes Fell

    awogfli

    07. March 2012 um 09:09

    Ich liebe diesen Autor zwar sehr, aber warum kann er nicht einmal einen spannenden Gesamthandlungstrang, der sich über das gesamte Buch langsam aufbaut, und sich in einem Finale löst, zusammenbringen. Fast sollte man ihm empfehlen, einmal ein Dramaturgieseminar zu besuchen. Ansonsten ist der Rest dieses Buchs wieder genial: Die Sprache, die liebevoll entwickelten Figuren (wie z.B. die Berufskillerin, die diesen Beruf wählt weil sie ihren behinderten Sohn zur Arbeit mitnehmen kann), der Humor, die treffende pathologische Sektion des Wieners bzw. der österreichischen Seele, und auch die Nebenhandlungsstränge. Aber leider verzetteln sich diese Nebengeschichten immer wieder und führen nie zu einem kompakten spannenden Gesamten und diesmal stört mich das wirklich sehr, weil es auch auf 600 Seiten ausgewalzt manchmal a bisserl mühsam ist. Noch ein Zitat:" Dreissig Messerstiche mußten nicht immer auf Raserei zurückzuführen sein, sondern konnnten auch heißen, dass das Opfer selbst nach 20 Stichen noch zurückgeredet hatte." Ach ja und noch eine Erkenntnis hat mir das Buch beschert - hab ich in der Realität zwar schon oft registriert war mir aber nie so bewußt und traf mich wie ein Paukenschlag - Wenn ein Österreicher bei einer Einladung unter Tags gefragt wird was er trinken will: Wasser, Limo, Bier, Wein schaut er auf die Uhr ob es schon zwölf Uhr Mittag ist.

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  • Rezension zu "Ein dickes Fell" von Heinrich Steinfest

    Ein dickes Fell

    charlot

    07. April 2011 um 08:51

    Skuriller Krimi, angesiedelt in Wien. Sprachlich herausragend wird eine abgefahrene Handlung um das Kölnisch Wasser 4711, den einarmigen Detektiv Cheng und die Auftragskillerin Gemini erzählt. Lesevergnügen pur.

  • Rezension zu "Ein dickes Fell" von Heinrich Steinfest

    Ein dickes Fell

    katermurr

    24. April 2008 um 14:24

    Naja.... Die ersten 150 Seiten haben ja schon ihren Reiz, aber dann lässt die Spannung immer mehr nach, bzw. der Fluss wird immer breiter und langsamer - also da gibts bessere Krimis...Eine Katastrophe sind die zahlreichen Rechtschreibfehler - ich meine nicht Reformstreitigkeiten, sondern echte Scheißfehler, mindestens 20 in EINEM Buch, sowas hab ich noch nie erlebt...

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