Heinrich Steinfest Nervöse Fische

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Inhaltsangabe zu „Nervöse Fische“ von Heinrich Steinfest

Für den Wiener Chefinspektor Lukastik, Logiker und gläubiger Wittgensteinianer, steht fest: 'Rätsel gibt es nicht.' Das meint er selbst noch, als er auf dem Dach eines Wiener Hochhauses im Pool einen toten Mann entdeckt, der offensichtlich kürzlich durch einen Haiangriff ums Leben kam. Mitten in Wien, 28. Stockwerk. Und von einem Hai keine Spur. Nun steht der Wiener Chefinspektor nicht nur vor einem Rätsel, es sind unzählige: Ein Hörgerät taucht auf, zwei Assistenten verschwinden. Und die Haie lauern irgendwo … Der neue Krimi Heinrich Steinfests, 2004 Preisträger des Deutschen Krimipreises.

Gewohnt wortwitziger Roman des Meisters der Sprachkunst.

— rallus

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    Nervöse Fische

    rallus

    24. January 2017 um 15:42

    Es gibt wenig was den Wiener Chefinspektor Lukastik erschüttern könnte und nach Wittgenstein gibt es auch keine Rätsel. Doch ein Toter mit Haifischspuren in einem Pool auf einem Wiener Hochhaus, lässt ihn auch etwas zweifeln. Aber irgendeine logische Erklärung wird es wohl auch für diesen Mord geben. Dazwischen gibt es wie bei Steinfest des öfteren viele skurrile Figuren, viel ausschweifende Gedanken zu aufkommenden Themen, dass der Leser sich fast, aber nur fast darin verliert. "Dass es der Herr den Seinen im Schlaf gibt, war schon immer Richard Lukastiks Meinung gewesen. Den sogenannten Fleiss, auf den sich große Künstler und brillante Forscher gern beriefen, hielt er für eine Koketterie. Die meisten von diesen Leuten legten sich ganz einfach schlafen, und wenn sie in der Früh erwachten, steckte ihnen eine geniale Idee im Schädel. So wie den Minderbegabten die Tageszeitung im Briefschlitz." Aber in Steinfests Bücher verliere ich mich sehr gerne, zumal seine Charakterisierungen so wunderbar ungewöhnlich sind, dass man schon das Gefühl hat, jeder Mensch ist einzigartig und besteht, zumindestens in einem Aspekt, aus obskuren Grundlagen. So wie der Spezialist für Haie der hinzugezogen wird. "Nun, ich habe als junger Mann Ozeanographie in Chicago studiert. Nicht aus Begeisterung für die Materie, sondern für die Stadt. Ich war ein dürftiger Student, unbegabt, uninteressiert, aber auch irgendwie konsequent. Konsequenz aus der Not heraus. Manche Leute sind fleißig, weil ihnen für die Faulheit ein passendes Konzept fehlt. Jedenfalls kam ich so weit, eine Doktorarbeit schreiben zu müssen. Und zwar über Haie. Das war keineswegs meine eigene Idee gewesen. Für eine eigene Idee hatte es mir an Ledienschaft gefehlt." So ist dies sicherlich nicht der sprühendeste und einfallsreichste Roman von Steinfest. Aber selbst diese Romane übertreffen die meisten anderen in ihrer Sprachgewaltigkeit und ihrem Wortwitz.Man muss sie einfach alle lesen.

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  • Rezension zu "Nervöse Fische" von Heinrich Steinfest

    Nervöse Fische

    awogfli

    05. January 2013 um 13:27

    Nervöse Fische ist ein typischer Krimi in gewohnter Steinfest-Sprachqualität. Leider hat mir die Figur des Inspektors Lukastik, so detailverliebt sie auch entwickelt sein mag, gar nicht gut gefallen. Sie ist zwar sehr kurios, aber mit ihrem Hang zu Wittgensteins Traktaten, die gar nicht verstanden, sondern gleich einem Orakel in jeder Lebenssituation befragt werden, einfach intelektuell zu überkandidelt konzipiert. Auch in Bezug auf die sexuelle Abnormität hat Steinfest diesmal ein bissal zu tief in die Fantasiekiste gegriffen. Der Herr Inspektor hatte in seiner Jugend ein inzestuöses Verhältnis mit seiner Schwester, findet nix dabei und ist dadurch liebestechnisch komplett steckengeblieben. Dann noch Haie in einem unterirdischen See in Alt-Erlaa.... Lieber Heinrich, ich liebe ja Deine Fantasie, aber für einen realen Wiener Krimi war es mir diesmal einfach zu dick aufgetragen. Der Plot ist im Gegensatz zu vielen anderen Romanen kurz, von rasantem Tempo, sehr spannend und gespickt mit ausgezeichneten überraschenden Wendungen. Fazit: Lesenswert, aber nicht der beste Steinfest mit Stärken im Plot aber Schwächen in der Figurenentwicklung.

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  • Rezension zu "Nervöse Fische" von Heinrich Steinfest

    Nervöse Fische

    thursdaynext

    08. December 2010 um 07:37

    Richard Lukastik, Polizeichefinspektor in Wien, Wttgensteinverehrer,wird mit einer von einem Hai übel zugerichteten, frischen Leiche konfrontiert. Da diese offensichtlich nicht am Fundort, dem Swimmingpool eines Wiener Gebäudekomplexes, gemeuchelt wurde gilt es für Lukastik und sein Team herauszufinden was hinter diesem Mord steckt. Ist Steinfests geschwollen wirkende Sprache anfangs gewöhnungsbedürftig, gewinnt man seine Formulierungen bald lieb. Selten so opulente und gleichzeitig furztrockene Personenbeschreibungen gelesen. Den Leser genauestens zu informieren ist sein Ziel. Die Einblicke in das Denken seiner Protagonisten sind ebenfalls köstlich,vorausgesetzt man mag skurrile Charaktere, denn nur solche tauchen in diesem Buch auf. Die Geschichte ist spannend. Steinfests Humor ist staubtrocken. Etliche seiner Statements brachten mich zum Lachen. So betritt Jordan, Lukastiks Untergebener eine Wohnung. Im Unterschied zu Lukastik hält er die Verwendung einer Waffe unter Umständen für die bessere Lösung. " Manches wurde einfacher, wenn man den Leuten in die Beine schoss." Kein Krimi zum schnellen konsumieren von der Stange, wer aber eine gut konstruierte Story, staubtrockenen Humor und gepflegte Umgangsformen schätzt liest hier richtig.

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  • Rezension zu "Nervöse Fische" von Heinrich Steinfest

    Nervöse Fische

    Melli2505

    10. March 2008 um 23:42

    Das Buch müsste "nervtötende" Fische heißen, das finde ich ist die passende Beschreibung!

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