Heinrich Zankl , Katja Betz Trotzdem genial

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Inhaltsangabe zu „Trotzdem genial“ von Heinrich Zankl

Einstein, Freud, Edison - autistisch, schizophren, schwerhörig: mit Handicap. Heinrich Zankl und Katja Betz laden ein zu den Paralympics der Wissenschaft!
Stephen Hawking ist wohl der bekannteste Wissenschaftler mit Handicap weltweit. Doch es gibt sehr viele große Denker und Forscher, die körperlich oder psychisch beeinträchtigt waren: Darwins Symptome deuten auf eine Nervenschwäche hin, bei Einstein vermuten Wissenschaftler eine Variante des Asperger- Syndroms, Freud war suchtkrank und Edison schwerhörig, Marx litt unter Karbunkeln,
und Nietzsches Persönlichkeitsverfall könnte an einer Neurosyphilis gelegen haben.
Das »Who is Who« der Geistes- und Naturwissenschaften ? mal anders
Die etwas anderen Paralympics, die uns Zankl und Betz hier präsentieren, sind beeindruckend und überraschend zugleich. Denn in Trotzdem genial ist das Who is Who der Geistes- und Naturwissenschaftler versammelt. Da lernen wir etwa den Kinderarzt Oliver Semler kennen, der zur Glasknochenkrankheit forscht, an der er auch selbst erkrankt ist, oder die Tierwissenschaftlerin Temple Grandin. Sie ist Autistin und bemerkte, dass sie mit Tieren viel besser umgehen konnte als mit Menschen. Sie entwickelte unter Anderem tiergerechtere Anlagen zur Haltung von Kühen. Durch die Verfilmung ihres Lebens wurde sie einem breiten Publikum bekannt, genauso wie John Nash, der schizophrene Nobelpreisträger und Mitentwickler der Spieltheorie.

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  • Große Geister mit Handicap

    Trotzdem genial

    michael_lehmann-pape

    14. October 2014 um 08:07

    Große Geister mit Handicap Forscher, Erfinder, Ärzte, Wissenschaftler sind es, denen die beiden Autoren in ihrem Buch nachgehen, Menschen, die Herausragendes geleistet haben, denen aber eine weitere Besonderheit gemein ist. Alle im Buch portraitierten Personen tragen in der ein- oder anderen Weise, körperlich oder psychisch, eine „Benachteiligung“, eine Behinderung in ihrem Leben. Kann es sein, dass manche Krankheiten und/oder Behinderungen eben nicht nur Nachteile mit sich, sondern beflügeln diese vielleicht gar zu besonderen Leistungen? Wäre Edison ohne seine Schwerhörigkeit ein solch genialer Tüfteler und Erfinder geworden, der sich die Lösung von Problemen regelrecht hineinbeißen konnte, Raum und Zeit vergessend? Einer, der lange Jahre bereits daran gewöhnt war, in gewisser Weise „außerhalb“ des Alltages und es Lebens anderer zu stehen. Oder wäre Newton ein solcher Mathematiker geworden und seine ständig schwächelnde Gesundheit? Neben diesem Gedankengang der Beförderung bestimmter Leistung durch äußere Einschränkungen bietet das Buch eine Vielfalt von Eindrücken beeindruckender Leistungen, die als Energieleistungen einem schwächelnden Körper (Hawking .a.) oder mehr und mehr abwesenden Geist (Nietzsche) teilweise abgerungen wurden. Willensleistungen sondergleichen, welche die Autoren im Buch ein um das andere Mal dokumentieren und lebendig vor Augen führen. Letztendlich wird es sich nicht klären lassen, ob die konkrete Krankheit eine eher hindernde oder gar eine stark befördernde Rolle gespielt haben wird, vielleicht gilt beides zu verschiedenen Zeitpunkten. Einerseits ein „Herausgenommen sein“ aus dem „normalen“ Leben und damit ein Antrieb zur Fokussierung auf andere Bereiche, andererseits ein Kampf gegen körperliche oder geistige „Schwächen“, der oft und oft mit eiserner Energie geführt wurde. Ein innerer Antrieb, das wird aus den verschiedenen Portraits sehr deutlich, welcher die Einschränkungen teilweise grundlegend ignoriert hat, so dass die Mahnung von Heinrich Marx an seinen Sohn eher ungehört verhallt ist (und nicht nur bei Karl Marx): „Vergesse nicht, dass der Körper auf dieser Erde dessen steter Begleiter ist“. Je Portrait finden sich die biographischen Daten, die Leistungen und, für den interessierten Leser eine große Hilfe, Erläuterungen zu den konkret vorliegenden Krankheitsbildern mitsamt der Ursachen und der Therapiemöglichkeiten. Ein sehr interessantes Buch, ansprechend und unterhaltsam geschrieben, dass viele Informationen zu Personen und deren „Behinderungen“ beinhaltet.

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