Michael Kohlhaas

von Heinrich von Kleist 
2,9 Sterne bei214 Bewertungen
Michael Kohlhaas
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Positiv (66):
S

Novelle über Recht, Gerechtigkeit, Selbstjustiz, Auflehnung gegen Willkühr der Obrigkeit

Kritisch (78):
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Dieses Buch muss man nicht gelesen haben.

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Inhaltsangabe zu "Michael Kohlhaas"

An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Roßhändler, namens Michael Kohlhaas, Sohn eines Schulmeisters, einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit. - Dieser außerordentliche Mann würde, bis in sein dreißigstes Jahr für das Muster eines guten Staatsbürgers haben gelten können. Er besaß in einem Dorfe, das noch von ihm den Namen führt, einen Meierhof, auf welchem er sich durch sein Gewerbe ruhig ernährte; die Kinder, die ihm sein Weib schenkte, erzog er, in der Furcht Gottes, zur Arbeitsamkeit und Treue; nicht einer war unter seinen Nachbarn, der sich nicht seiner Wohltätigkeit, oder seiner Gerechtigkeit erfreut hätte; kurz, die Welt würde sein Andenken haben segnen müssen, wenn er in einer Tugend nicht ausgeschweift hätte. Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder.

Heinrich Kleist, "Michael Kohlhaas" (1810)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783744870689
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:120 Seiten
Verlag:Books on Demand
Erscheinungsdatum:17.07.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 02.05.2006 bei RADIOROPA Hörbuch erschienen.

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    Tuxs avatar
    Tuxvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Klassiker der Welt-Literatur.
    Zeitloses Drama über den menschlichen Gerechtigkeitssinn.

    @page { margin: 2cm } p { margin-bottom: 0.25cm; line-height: 120% }

    Der Pferdehändler Michael Kohlhaas wir von einem Junker um zwei Pferde betrogen und versucht vergeblich, auf gerichtlichem weg zu seinem Recht zu kommen. Als auch noch seine Frau ermordet wird, wirft Kohlhaas jeden Glauben an Gerechtigkeit seitens der behörden weit von sich und begibt sich auf einen Rachefeldzug, der noch heute vom ‚Normalbürger‘ als getrieben von‚überzogenem Gerechtigkeitssinn‘ angesehen wird.

    Heinrich von Kleist versinnbildlicht mit dieser Erzählung das ‚Aufmucken‘ des damaligen Bürgertums gegen den selbstgerechten Adel und hat damit eine zeitlose und auch heute noch aktuelle Geschichte geschaffen, deren Held, wenn auch kopfschüttelnd betrachtet, dennoch insgeheim unsere Bewunderung genießt.  

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    S
    sKnaerzlevor 2 Jahren
    Für Freunde von Schachtelsätzen

    Ich gebe zu, weder der Stil (ich schaff es, in diesen Hauptsatz noch einen Nebensatz reinzuschachteln - wo ist der Hauptsatz denn überhaupt geblieben) noch das Thema (funktioniert Absolutismus ohne Rechtssicherheit oder sollen wir gleich zur Aufklärung weiterschreiten) reißen Leser von heute so richtig vom Hocker. Andererseits ist die Frage, ab wann man das Gewaltmonopol des Staates übergehen kann und zur Selbsthilfe greifen darf in Zeiten, in denen sich Pfefferspray exzellent verkauft, auch nicht so unaktuell. Und am Ende gibts ja auch ein Trostpflaster: die Geschichte mit der Zigeunerin ist einfach nur eine Rachegeschichte, wo es nicht mehr um abstrakte Rechtsphilosophie geht, sondern um spannende Handlung. 

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    books4lifevor 6 Jahren
    Rezension zu "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist

    *Die mit Abstand schlimmste Schullektüre aller Zeiten!*
    _Der Rosshändler Kohlhaas, vom Junker Wenzel von Tronka unrechtmäßig um zwei seiner Pferde gebracht, streitet für Gerechtigkeit: Als ihm diese auf juristischem Weg verwehrt bleibt, beginnt er einen blutigen Rachefeldzug gegen seinen Übeltäter. Schließlich erfährt er Genugtuung – doch für das auf der Suche nach Gerechtigkeit begangene Unrecht zahlt Kohlhaas mit seinem Leben._

    *Eigene Meinung:*
    Also ich hab ja in der Vergangenheit schon wirklich schreckliche Bücher für die Schule lesen müsse, aber "Michael Kohlhaas" übertrifft alles!
    Erstmal ist die Sprache natürlich schon noch etwas älter und hier und da unverständlich, was für mich aber gar kein Problem darstellt.
    Mein Problem war eher die Durchsichtigkeit der Charaktere - und die Handlung!
    Das Thema klingt zwar recht spannend aber umgesetzt ist es nicht unbedingt toll worden. Alles zieh sich unglaublich in die Länge...

    *Fazit:*
    Ich kann einfach nicht verstehen, warum Lehrer uns diesen Mist aufzwängen ...

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    Badmojo44s avatar
    Badmojo44vor 7 Jahren
    Rezension zu "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist

    Viele sagen immer: "Ja die Geschichte ist vielleicht nicht schlecht, aber die Sprache! Dieses alte deutsch das hat es mir doch sehr schwer gemacht!" Naja also ich muss sagen ich empfand "dieses" deutsch, als nicht schlimm! Man kann das Werk schnell und flüssig lesen. Wenn ein Wort, mal ein Fragezeichen über den Kopf hinterlässt, schaut man einfach hinten bei Anmerkungen nach und schon entzaubert sich der Sinn des Satzes von ganz alleine.
    Andere Klassiker der deutschen Literatur haben mich da mehr zur Verzweiflung gebracht.Die Story finde ich gut! Selbige bekommt zwar einen kleinen Knick, wo Kohlhaas zu Luther geht und sich dann "ergibt" nimmt aber spätestens bei dem auftauchen der geheimnisvollen Kapsel wieder fahrt auf. Fazit: Mir hat es gefallen und daher 4 Sterne für den Altmeister.

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    Ines_Muellervor 7 Jahren
    Rezension zu "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist

    "Nicht einer war unter seinen Nachbarn, der sich nicht seiner Wohltätigkeit, oder seiner Gerechtigkeit erfreut hätte; kurz, die Welt würde sein Andenken haben segnen müssen, wenn er in einer Tugend nicht ausgeschweift hätte. Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder."
    Nachdem ich so viel Schlechtes von "Michael Kohlhaas" gehört hatte, hatte ich ehrlich gesagt etwas Bammel davor, dieses Buch zu lesen. Doch nach Beendigung der Lektüre muss ich sagen, dass ich positiv überrascht wurde. Natürlich ist die Sprache nicht ganz einfach zu verstehen, sodass der Leser sich stark konzentrieren muss, um dem Geschriebenen folgen zu können, doch ist sie meiner Meinung nach auch gleichzeitig sehr schön. Die Story an sich hat mir gut gefallen, auch wenn ich Kohlhaas' Entscheidung zum Räuber zu werden, nicht ganz nachvollziehen konnte. Allerdings gab es manchmal Stellen, die ich eher nur überflogen habe, da sie mich gelangweilt haben und mir zudem überflüssig erschienen.
    .
    Fazit: "Michael Kohlhaas" gehört vielleicht nicht zu den einfachsten Büchern der deutschen Literatur, ist aber durchaus eine schöne und anspruchsvolle Lektüre, die man relativ schnell durchlesen kann. Von mir gibt es drei Sterne!

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    TA_Wegbergvor 7 Jahren
    Rezension zu "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist

    Im Kleist-Jahr finde ich es beinahe verpflichtend, nach vielen Jahren mal wieder einen Text dieses Autors zu lesen. Ich entschied mich aus verschiedenen Gründen für die Erzählung "Michael Kohlhaas". Und ich gestehe: die Lektüre war vor allem eine Qual.

    Inhaltlich hat das Ganze eigentlich ein gewisses Potenzial, denn immerhin geht es um ein zeitloses Thema: Ein unbescholtener Mensch wird durch erlittenes Unrecht und seine Machtlosigkeit zum Amokläufer. Und so war ich auch bis ungefähr zur Hälfte des Buches einigermaßen gefesselt. Dann wird der Plot jedoch zunehmend abstruser, Kohlhaas sucht Zuflucht bei einer unüberschaubaren Fülle von verwirrenden amtlichen Institutionen, die ungefähr so prickelnd sind wie ein Glas Leitungswasser, und am Ende läuft das Ganze auch noch auf eine echte Räuberpistole hinaus, in der eine geheimnisvolle Zigeunerin und ihre Orakel die entscheidende Rolle spielen. Das ursprünglich sozialkritische Psychogramm eines Entrechteten wird zu einem unglaubwürdigen Fantasy-B-Movie ...

    Einzig die Tatsache, dass Kohlhaas am Ende zwar hingerichtet wird, es aber dennoch eine gewisse Wiederherstellung der Gerechtigkeit gibt, hatte noch einen (wenn auch schwachen) Reiz.

    Unendlich anstrengend ist Kleists Sprache - nein, nicht weil sie "altertümlich" wäre. Das ist sie natürlich auch, aber das allein wäre ja eher eine spannende Herausforderung. Tatsächlich bedient sich Kleist eines Beamtendeutsch, wie es schlimmer kaum vorstellbar ist. Manche Sätze erstrecken sich über die halbe Buchseite, Verben werden von zahllosen Nebensätzen gnadenlos zerstückelt, und keine Aussage kommt ohne eine Unmenge (wenig erhellender) Einschübe aus.

    Als Lektor bin ich beinahe in Versuchung, den ganzen Text neu zu schreiben - und zwar so, dass er in klaren, strukturierten Worten das Lesen zum Vergnügen macht. Aber dafür trägt die Handlung einfach nicht genug, und so würde ich einem Verleger des 21. Jahrhunderts schlicht von der VÖ abraten ...

    Ich würde mir wünschen, dass ein überzeugter Kleist-Fan mir seine Argumente vorträgt, damit ich erkennen kann, worin die Vorzüge dieses Autors liegen. Mir sind sie zumindest nach "Kohlhaas" ehrlich gesagt schleierhaft geblieben.

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    dieFranzivor 9 Jahren
    Rezension zu "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist

    Für alle Menschen die dieses Buch aus purem Lesespaß lesen wollen und nicht verpflichtet sind es zu tun, denen möchte hiermit von ganzem Herzen abraten.
    Es ist kein Vergnügen..

    Es fängt schon allein damit an, dass wenn man das Buch aufschlägt man einen einzigen Textfetzen vor sich stehen hat.
    Das Ganze erschwert sich dann noch dadurch, dass Kleist bevorzugt bzw ausschließlich zu endlos Sätzen (oder wie man im Deutschunterricht so schön sagt: Hypotaxen) neigt.
    Dies führt dann auch unweigerlich dazu, dass man irgednwann nicht mehr genau weiß wer da eigentlich grade etwas sagt oder ob überhaupt grade gesprochen wurde.

    Die Geschichte an sich ist eigentlich ganz nett aber Kleist bringt es irgendwie auch noch fertig diese so langweilig wie möglich zu verpacken und das ganze Geschehen endlos werden zu lassen.
    Selbst mit dem Hörspiel hat man Mühe dem Text zu folgen und nicht abzuschweifen.

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    Prinzessinvor 9 Jahren
    Rezension zu "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist

    Der Sprachstil dieses Buches ist überhaupt nicht mein Fall, es erforderte viel Zeit und Aufwand Sätze und Zusammenhänge sicher zuverstehen. Deshalb war es für mich eher anstrengend als schön dieses Buch zu lesen. Wie jeder Schüler der Oberstufe wurde auch ich mit diesem Buch versehen und ich muss sagen die Handlung dieser Novelle ist nicht schwer aber erstmal an die Handlung ran zukommen ist das schwere. Diese schwere Sprache mit interpretationen zu Verknüpfen war sehr schwer oder SChlüsse aus etwas zu ziehen. 3 Sterne von mir als Bewunderung so ein Buch zu schreiben. Ohne Lektürehilfe wäre ich hoffnunglos verloren gewesen.

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    Edmont Dantèsvor 9 Jahren
    Rezension zu "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist

    Heinrich von Kleists Werk war Teil unserer drei Pflichtlektüren für das Abitur und hat von den dreien den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen.
    Die Gesichte ist schnell erzählt. Dem Rosshändler Michael Kohlhaas werden in einem absolutistischen Staat zwei seiner besten Rappen von einem feudalen Junker gestohlen. Nachdem ihm über den juristischen Weg keine Gerechtigkeit geschieht, fühlt er sich außerhalb der Gesellschaft und nimmt nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau das Recht selbst in die Hand. Nun entspinnt sich eine Gesichte die versucht, das Konfliktfeld um Widerstandt und Justiz in einem nicht rechtsstaatlichen System. In einem zentralen Gespräch mit Martin Luther lässt Michael Kohlhaas überreden, sich dem Gesetz wieder zu unterstellen.
    Was ist am Ende bindend, das von Menschen geschaffene "positive Recht" oder das in der Aufklärung formulierte Naturrecht und damit die Menschenrechte? Das ist der spannende Konflikt in diesem Buch den Kleist sehr gut rüberzubringen weiß. Natürlich bringt das Buch dem unbedarften Leser gewisse Hindernisse entgegen, etwa endlose Sätze und den Verzicht auf wörtliche Rede, auch wird es zum Ende hiin etwas konfus und verliert den roten Faden. Aber der Gedankenanstoß zum Thema auch in der dargestellten Eindringlichkeit ist absolut lesenswert und für Interessierte zu empfehlen.

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    Steffenvor 9 Jahren
    Rezension zu "Michael Kohlhaas" von Heinrich von Kleist

    Bei dieser Novelle zeigt Kleist, indem er sich in Nebensatzen und Appositionen verliert, wie gewohnt, was ein qualitativ hochwertiges Stück Literaturgeschichte ausmacht: kunstvoll geschriebene Sätze, die keine wörtliche Rede zulassen, da sie, wäre sie tatsächlich vorhanden, das Kunstwerk zu zerstören drohte; dergestalt, dass sie zwar mehr Leben und Spannung in die Geschichte brächte, diese aber unseriös, gar anstößig aufgebaut wirken könnte.
    Demgemäß wird Kleist, da er seinen Stil zu behaupten weiß, mit Michael Kohlhaas, von welchem die Novelle handelt, in einem Punkt vergleichbar: dem Prinzip von Ordnung, das konstruierte, durchdachte Sätze von Kleist einerseits, die staatliche Rechtsprechung und den Sinn für Gerechtigkeit bei Michael Kohlhaas andererseits, verlangt und sogar fordert.

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