Heinz Bude

 3,7 Sterne bei 36 Bewertungen
Autor*in von Abschied von den Boomern, Die Ausgeschlossenen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Heinz Bude, geboren 1954, studierte Soziologie, Philosophie und Psychologie. Von 2000 bis 2023 war er Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel. Er lebt in Berlin. Zuletzt erschienen: Adorno für Ruinenkinder. Eine Geschichte von 1968 (2018), Solidarität. Die Zukunft einer großen Idee (2019) und, gemeinsam mit Bettina Munk und Karin Wieland, Aufprall (2020).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Heinz Bude

Cover des Buches Abschied von den Boomern (ISBN: 9783446279865)

Abschied von den Boomern

(11)
Erschienen am 29.01.2024
Cover des Buches Die Ausgeschlossenen (ISBN: 9783423345996)

Die Ausgeschlossenen

(6)
Erschienen am 01.09.2010
Cover des Buches Gesellschaft der Angst (ISBN: 9783868542844)

Gesellschaft der Angst

(4)
Erschienen am 17.09.2014
Cover des Buches Aufprall (ISBN: 9783446267664)

Aufprall

(4)
Erschienen am 21.09.2020
Cover des Buches Bildungspanik (ISBN: 9783446250352)

Bildungspanik

(3)
Erschienen am 10.05.2015
Cover des Buches Adorno für Ruinenkinder (ISBN: 9783446259157)

Adorno für Ruinenkinder

(3)
Erschienen am 29.01.2018
Cover des Buches Solidarität (ISBN: 9783446261846)

Solidarität

(2)
Erschienen am 11.03.2019
Cover des Buches Transit 64 (ISBN: 9783446284203)

Transit 64

(1)
Erschienen am 16.09.2025

Neue Rezensionen zu Heinz Bude

Cover des Buches Transit 64 (ISBN: 9783446284203)
Buecherfreundinimnordens avatar

Rezension zu "Transit 64" von Heinz Bude

Buecherfreundinimnorden
Die geteilte Stadt und der Weltstar

Marlene Dietrich hat ihre große Zeit schon hinter sich, als sie auf der Durchreise nach Warschau im Jahr 1964 in Ost-Berlin Station macht. Der Weltstar, der sich im zweiten Weltkrieg auf Seiten der Alliierten und gegen den Faschismus engagiert hat, ist finanziell nicht mehr auf Rosen gebettet. Willy Brand, regierender Bürgermeister von Berlin, hat den Wunsch geäußert, Marlene zu sehen. Was kann er von ihr wollen?
Ich mochte die Geschichte sehr, sie wird gut erzählt und ist mit einigen Bildern unterlegt, die zu der Story passen. Wer sich für einen Weltstar auf dem absteigenden Ast ( Marlene ), einen Mann, der sich mit seiner Heimat erst noch versöhnen muss ( Willy Brand), für dessen treuen Vasall ( Egon Bahr) und den verhassten Spitzbart ( Walter Ulbricht) interessiert und darüber hinaus in das Schicksal der geteilten Stadt Berlin noch einmal eintauchen möchte, ist hier richtig gut aufgehoben.

Cover des Buches Abschied von den Boomern (ISBN: 9783548070308)
Michael_Blums avatar

Rezension zu "Abschied von den Boomern" von Heinz Bude

Michael_Blum
Boom...boom...boom

Ein erhellendes Buch über eine Generation. Soziologische Analyse, Erinnerungsschlaglichter, Anekdotisches - in einer Sprache zwischen Lebensberichterstattung, Soziologie-Sprech und Wortspiel-Poesie. Eine Zeitreise durch diejenigen Jahre, welche die Welt gewaltig verändert haben. Schlaglichtartiges Herausgreifen zentraler, prägender Ereignisse, fernab jeglicher Generationenromantik und am Ende auch mit der sehr aktuellen Frage nach dem Weltzustand, den die Boomer den nachfolgenden Generationen überlassen haben. Ein äußerst lesenswertes Büchlein!

Cover des Buches Abschied von den Boomern (ISBN: 9783446279865)
E

Rezension zu "Abschied von den Boomern" von Heinz Bude

evaczyk
Teilporträt einer Generation

Nicht nur in Gesprächen mit Millenials kommt der Eindruck auf "Boomer" ist nicht schmeichelhaft gemeint. Ein Clash zwischen den Generationen ist zwar nicht ganz neu, aber irgendwie scheint es mitunter, als seien Boomer an allem Übel der Welt schuld, vor allem dem Klimawandel und der Umweltzerstörung. Als seien Nazi-Großeltern allemal leichter zu vergeben als Boomer-Eltern. Als handele es sich um arbeitsbesessene Materialisten, für die Work-Life-Balance ein Fremdwort ist. Und die von aller Wokeness ohnehin unerreicht sind.

Mit "Abschied von den Boomern" hat Heinz Bude nun als Betroffener ein Porträt einer Generation erstellt, die aufgewachsen ist mit dem Kalten Krieg und dem Gleichgewicht des Schreckens, mit Friedens- und Umweltbewegung (Ja, liebe F4F-Generation, es gab da schon vor 50 Jahren was... ich sage nur Gorleben, Brokdorf, AkW-Nee und Republik Freies Wendland!), mit AIDS vor ARV-Medikamenten und Tschernobyl in der damals noch sowjetischen Ukraine.

Beim Lesen wird allerdings auch klar - selbst innerhalb einer Generation unterscheiden sich die Perspektiven, gerade auch in den geburtenstarken Jahrgängen der Jahre 1955 bis 1970. Denn Bude bezeichnet sich als früher Boomer. Seine Eltern haben den Nationalsozialismus noch bewusst erlebt, er kannte als Kind noch Trümmergrundstücke. 

Die Erfahrung, dass es vom eigenen Jahrgang irgendwie immer viel zu viele gab, um Beachtung zu finden, machte auch er schon. Aber wie es den späten Boomern ging, davon ist gar nicht die Rede - dass die Schulklassen stets überfüllt waren und es trotzdem keine zusätzlichen Lehrer gab, weil ja der Pillenknick absehbar war. Und das nach dem Schulabschluss "no future" kein philosophisches Prinzip war, sondern die frustrierende Erkenntnis, dass die älteren Boomer, die Ausbildung und Uni zu dem Zeitpunkt bereits abgeschlossen hatten, gute Jobs auf Jahrzehnte besetzt halten wurden. 

Die den Boomern nachgesagte Arbeitswut entsprach nicht der hohen Motivation oder dem Desinteresse an work-life-Balance oder sabbathicals, sondern dem oft gehörten Satz - Wenn du den Job nicht willst, draußen auf der Straße stehen hunderte, die ihn verzweifelt wollen. Das kann sich eine Generation, die in Zeiten des Auszubildentenmangels hofiert wird wie keine vor ihnen und tatsächlich Bedingungen zu einem ihr genehmen Arbeitsplatz stellen kann, wohl kaum vorstellen. Und auch bei Bude kommt diese für meine Boomer-Generation sehr prägende Erfahrung kaum vor.

Vermutlich nur historisch ist für jüngere Leser, die sich mit dem Phänomen Boomer auseinandersetzen wollen, die ständige Nähe einer Apokalypse. Der Klimawandel ist zwar auch schrecklich, hat aber eine langfristige Perspektive. Die Pershing Missiles und SS 20-Raketen in den amerikanischen und sowjetischen Raketendepots in der Bundesrepublik und der damaligen DDR dagegen waren eine Realität, die die Angst vor dem großen Knall schürte. 

Auch wenn das Buch nur ein Teilporträt der Boomergeneration ist, war das Lesen doch ein Trip down memory lane. Noch ein Unterschied zur Generation des Autors: Während sein Jahrgang frühzeitig als silver ager  das Leben im Ruhestand genießen kann, ist für meine Boomergeneration weder die Rente absehbar sicher noch absehbar, ob die Lebensarbeitszeit über das 67. Lebensjahr nicht doch noch weiter hinausgeschoben wird. Für Boomer und andere Generationen dennoch eine insgesamt interessante Lektüre.

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