Neukölln ist überall

von Heinz Buschkowsky 
3,8 Sterne bei22 Bewertungen
Neukölln ist überall
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Inhaltsangabe zu "Neukölln ist überall"

Deutschlands bekanntester Bürgermeister redet Klartext.

Familien, die seit Generationen von Hartz IV leben, Eltern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern, Jugendliche ohne Zukunftsperspektive, Parallelgesellschaften, Gewalt und Kriminalität – Berlin-Neukölln ist mittlerweile ein Synonym für die Heimat einer verlorenen Schicht geworden. Aber auch in anderen deutschen Städten haben sich die sozialen Probleme verschärft. Heinz Buschkowsky, der langjährige Bürgermeister von Neukölln, weiß, wo der Schuh drückt. Er kämpft dafür, dass sein in Verruf gekommener Bezirk wieder lebenswert für alle wird. „Um ein demokratisches, friedliches und tolerantes Gemeinwesen auch für die Zukunft sicherzustellen, heißt unser gegenwärtiger alternativloser Auftrag: Integration.“ Aber Integration ist kein Naturgesetz, das sich von alleine vollzieht, lautet seine Botschaft. Er glaubt, dass man Menschen durch Bildung verändern kann. Und er ist davon überzeugt: Wer gefördert werden will, muss sich auch an Regeln halten. Denn gerade diejenigen, die Gefahr laufen, gesellschaftlich abgehängt zu werden, sind angewiesen auf gute Bildungseinrichtungen, vernünftig bezahlte Jobs und eine Polizei, die ein friedliches Zusammenleben sichert.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548375199
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:02.12.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 14.11.2012 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    KarinFrankes avatar
    KarinFrankevor 3 Jahren
    Realität in Deutschland

    Schon vor gut drei Jahren schrieb Heinz Buschkowsky dieses Buch - es ist bis heute erschreckend aktuell, gerade durch den anhaltenden Flüchtlingsstrom und die Geschehnisse von Silvester.
    Das, was der ehemalige Bezirksbürgermeister von Neukölln hier beschreibt, zeigt, dass Integration schon jahrelang nicht bei allen Einwanderern reibungslos funktioniert. Buschkowsky berichtet von Generationen, die sich in Hatz-IV eingerichtet haben, Parallelgesellschaften, Gewalt und Kriminalität, von Integrationsunwilligen, die nach den Regeln in ihrem Heimatland weiterleben und unser Recht, unsere Gesetze ablehnen. Er bringt genügend Beispiele, um seine Haltung zu belegen, dass die Politik endlich vernünftige Maßnahmen ergreifen muss, damit nicht schon bald Neukölln tatsächlich überall ist.
    Deutschland steht mit diesem Problem nicht allein da, Buschkowsky bringt Beispiele aus anderen Ländern, die er besuchte, berichtet allerdings auch (z. B. aus den Niederlanden) von mittlerweile restriktiven Maßnahmen, die gute Wirkung zeigen, leider aber bei uns nur durch Gesetzesänderungen umgesetzt werden können.
    Mit seinen Lösungsvorschlägen bin ich nicht immer einverstanden, wichtig finde ich jedoch, dass er dieses Thema in seiner ganzen erschreckenden Realität aufgegriffen hat. Er weiß, wovon er redet, vieles hat er selbst erlebt, anderes erfuhr er von Menschen, die in diesem Bezirk arbeiten oder leben - oder schon weggezogen sind. Denn jeder, der es 'geschafft hat', verlässt freiwillig diese Gegend.
    Als Normalbürger ist man von vielem, was hier berichtet wird, geschockt. Ein wichtiges Buch, das man, wenn man über die akutelle Lage mitreden will, unbedingt gelesen haben sollte.

    Kommentare: 1
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    Gospelsingers avatar
    Gospelsingervor 6 Jahren
    Rezension zu "Neukölln ist überall" von Heinz Buschkowsky

    Ist Heinz Buschkowsky ein Rassist und auf einer Stufe mit Sarrazin? Wer diese Frage mit ja beantwortet, hat sein Buch nicht oder zumindest nicht genau genug gelesen. Denn gleich im Vorwort macht der Autor ganz deutlich, dass er nur über eine kleine Gruppe schreibt, nicht über Einwanderer generell. Er benutzt dabei das Bild einer Kreuzung: Man zählt die Unfälle, nicht die Autos, die glatt durchfahren. Buschkowsky betrachtet ausdrücklich „die andere Seite der Medaille“, die Problemfälle, nicht die gut Integrierten. Ein Thema einzugrenzen, ist durchaus legitim.

    Buschkowsky wendet sich nicht gegen Einwanderer an sich, sondern gegen die entstandenen Parallelwelten, gegen die Bildungsferne, gegen die Ablehnung der Integration. Er will die Einwanderer nicht loswerden, im Gegenteil, er betont, dass wir „seine“ Kinder aus Neukölln brauchen, „die nicht klüger und nicht dümmer geboren werden als andere“, wie er auf der Buchvorstellung in der Berliner Urania sagte. Buschkowsky fordert eine Willkommenskultur ein, die den Einwanderern Chancengleichheit und eine gemeinsame Lebensgrundlage bietet.

    Aber Buschkowsky möchte auch die bestehende Situation, vor allem in seinem Bezirk, nicht hinnehmen. Beim Lesen wird deutlich, wie sehr Buschkowsky den Bezirk Neukölln, in dem er geboren und aufgewachsen ist, liebt. Er zählt die Errungenschaften und berühmten Menschen des Bezirks auf und konstatiert, dass ein Aufwachsen in Neukölln gegen alle Fährnisse des Lebens wappne.
    Deshalb ist es ihm so wichtig, bestehende Probleme – wie gesagt, einer bestimmten Gruppe von Einwanderern, nicht aller! – aufzuzeigen und zu lösen.

    Buschkowsky beschreibt, wie es zu einer Teilung des Bezirks in ein eher bürgerliches Süd-Neukölln und das Fördergebiet Nord-Neukölln kommen konnte. Im Bezirk sind zwei unterschiedliche Lebenswelten entstanden. Sozial aufgestiegene Migranten wandern aus Nord-Neukölln ab, somit fehlen auch deren Vorbildfunktion und soziale Kontrolle.
    Eine entscheidende Rolle spielen auch die Unterschiede zwischen den Einwanderergenerationen. Wurde früher nach einer neuen Identität gesucht, bleibt heute die alte Heimat omnipräsent. Die Regeln unseres Kulturkreises werden nicht mehr akzeptiert, es geschehe ein schleichender Umbau unserer Kultur.

    Buschkowsky warnt vor einem kulturellen Relativismus. „Kulturelle Identität bedeutet nicht, dass wir uns ins 19. Jahrhundert zurückbeamen.“ Unsere „politisch hart erkämpften Werte“ sollten auch gegenüber Migranten eingefordert werden. Stattdessen unterwerfe sich unser Rechtssystem, und es bildeten sich Parallelgesellschaften jenseits unserer Rechtsordnung. Durch die unterschiedlichen Erziehungsziele in Familie und Schule geraten die Kinder in einen Zwiespalt. Das sei nicht hinnehmbar.

    Auf der anderen Seite müsse unsere Gesellschaft aber auch integrationswillig sein und den Einwanderern nicht nur Pflichten auferlegen. Wir haben leider immer noch die Situation, dass selbst im Jahr 2012 noch behauptet wird, Deutschland sei kein Einwanderungsland.

    Im Gegensatz zu vielen Anderen, wie z.B. Sarrazin, spricht Buschkowsky nicht von „dem“ Islam, sondern erkennt die Heterogenität dieser Religion, die viele Strömungen hat.

    Wie wenig Buschkowsky mit Sarrazin gemeinsam hat, zeigt sich während seines Besuches bei Sarrazin, den Buschkowsky im Buch beschreibt.
    Buschkowsky findet, dass Sarrazins Buch einen kalten Eindruck mache. Die mangelnde Empathie führe dazu, dass Sarrazin der Blick zur Differenzierung fehle.
    Bei seinem Besuch ist Buschkowsky aufgefallen, wie sehr Sarrazin gesellschaftlich Schwächere schulmeistert. Ständig lobt Sarrazin im Gespräch seine eigene Analyse als anschaulich. Gleichzeitig ist er uneinsichtig und erträgt keine Kritik. „Dass Thilo Sarrazin zugibt, dass er irgendwann einmal nicht recht gehabt hätte, liegt sicherlich jenseits seiner Vorstellungskraft.“, konstatiert Buschkowsky. (siehe die Langversion meiner Rezension des Buches „Deutschland schafft sich ab“: http://buchblinzler.blogspot.de/2010/09/sarrazin-langversion.html).

    Buschkowsky beschreibt seine Fahrten in Großstädte anderer europäischer Länder, an denen deutlich wird, dass die Probleme überall ähnlich sind. Die anderen Länder haben ganz unterschiedliche Ansätze, mit den Problemen umzugehen, meist jedoch um den Preis der – teils massiven – Einschränkung der Bürgerrechte. Das kann nun auch nicht die optimale Lösung sein.

    Lückenhaft ist Buschkowskys Analyse meiner Meinung nach, wenn es um die Ursachen der heutigen Probleme geht, jedenfalls, was die politischen Rahmenbedingungen angeht. Allerdings muss man Buschkowsky zugutehalten, dass er beschreibt und kritisiert, wie die Neuköllner Brennpunktlage durch staatliches Handeln entstanden ist. Auch den ab dem Jahr 2002 vorherrschenden „Sarrazynismus“ verurteilt Buschkowsky scharf.

    Buschkowskys Forderungen finde ich im Großen und Ganzen in Ordnung, immer mit der Prämisse im Hinterkopf, dass sie sich auf eine ganz bestimmte Klientel beziehen, nicht auf die Gesamtbevölkerung. Zum Beispiel, wenn es um die von ihm geforderte Kindergartenpflicht geht.

    Meiner Meinung nach personalisiert Buschkowsky die Probleme jedoch zu sehr. Die Betroffenen werden für ihre Situation voll verantwortlich gemacht, während die Bedeutung der Politik und der gesellschaftlichen Zusammenhänge weitgehend ausgeblendet wird.

    Überhaupt nicht einverstanden bin ich mit Buschkowskys Äußerungen zum Thema Hartz IV. Buschkowsky übersieht, dass nicht alle Hartz-IV-Empfänger so hohe Summen wie die kinderreichen arabischen Clans in Neukölln ausgezahlt bekommen. Allein oder mit weniger Kindern lebende Betroffene stehen wesentlich schlechter da.

    Die Lohnaufstocker nimmt Buschkowsky aus seiner Analyse ausdrücklich aus. Gerade die jedoch haben sehr wohl einen geregelten Tagesablauf, nur eben mit Jobs, deren Entlohnung für die Ernährung einer Familie nicht ausreicht.

    Den Betroffenen wird generell einen fehlende Leistungsbereitschaft unterstellt, ohne darauf einzugehen, dass die Gesetze selbst eine Eigenleistung blockieren. Auch Buschkowskys Vorwurf, die Jugendlichen hätten keinen Aufstiegswillen, verschweigt einen wichtigen Faktor, nämlich die Veränderungen am Arbeitsmarkt.

    Trotzdem, insgesamt gesehen gebe ich dem Mann recht. Völlig seiner Meinung bin ich, wenn er konstatiert, dass die Zeiten, in denen unser Bildungssystem einmal als vorbildlich galt, vorbei sind. Heute sind die Bildungsausgaben im kleinen Dänemark 50 Milliarden höher als in Deutschland.

    Ich teile ebenso seine Meinung, dass das geplante Betreuungsgeld völlig unsinnig ist und die Unterschicht zementiert.

    Buschkowsky ist, wie „91% der Eltern“, zu denen auch ich gehöre, für eine Abschaffung des Kooperationsverbotes, das dem Bund verbietet, sich materiell um die Schulen zu kümmern. Diese Abschaffung ist die Grundvoraussetzung, um das Bildungssystem effektiv und vor allem schnell verbessern zu können.

    Eine weitere in meinen Augen sinnvolle Forderung Buschkowskys ist, dass die Schulen sich ihre Lehrer selbst aussuchen dürfen sollten.

    Auch die Themen Schulschwänzer und die Notwendigkeit eines Wachschutzes an bestimmten Schulen werden von Buschkowsky behandelt, ebenso wie das neu aufgetauchte Problem mit dem Medikament Tilidin, das besonders bei muslimischen Jugendlichen beliebt ist.

    Dass der Bildungsarmut auch in benachteiligten Gegenden wirksam begegnet werden kann, wenn die materielle Ausstattung für gute Konzepte gewährleistet wird, sieht man an den Beispielen der Rütli-Schule und des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, die Buschkowsky in seinem Buch beschreibt.

    Das Buch endet mit den 10 Schlussthesen Buschkowskys und seiner Überzeugung:
    „Wo Neukölln ist, ist vorne. Sollten wir einmal hinten sein, ist eben hinten vorne.“
    Trotz der oben beschriebenen Kritikpunkte, die ich an einigen Stellen des Buches habe, empfehle ich die Lektüre. Heinz Buschkowsky schreibt flüssig, humorvoll und gut lesbar über die Realität in Neukölln. Und Neukölln ist überall.

    Die vollständige Rezension ist auf meinem Blog zu finden: http://buchblinzler.blogspot.de/2012/11/heinz-buschkowsky-neukolln-ist-uberall.html , ebenso wie das Interview, das ich mit Heinz Buschkowsky geführt habe: http://buchblinzler.blogspot.de/2012/10/neukolln-und-dahlem-treffen-sich-in.html

    Kommentare: 1
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    hproentgens avatar
    hproentgenvor 6 Jahren
    Rezension zu "Neukölln ist überall" von Heinz Buschkowsky

    Heinz Buschkowski ist Bürgermeister von Neukölln, dem berühmtesten »Problembezirk« Deutschlands. Und er packt aus, nimmt kein Blatt vor den Mund. Lebendig und sachlich schildert er die Probleme seines Bezirks. Dass es dort durchaus »bürgerliche« Viertel gibt, aber eben auch mit Nord-Neukölln Viertel, die immer mehr abrutschen, die sich immer mehr vom Rest der Republik abkoppeln. Kinder, die dort aufwachsen, haben miese Chancen, an den Schulen gibt es kaum mehr deutsche Kinder, die Kinder stammen aus Familien, in denen oft keiner mehr arbeitet und so setzt sich eine verhängnisvolle Spirale in Gang.

    Die Deutschen ziehen weg, aber auch die Deutschtürken und alle anderen »mit Migrationshintergrund«, die es sich leisten können. Genau die, die eigentlich Vorbildfunktionen einnehmen könnten. Das Viertel sackt ab, die Arbeitslosenrate steigt, die Einnahmen sinken und viel weniger Kinder schaffen den Schulabschluss oder gar ein Abitur als anderswo. Heinz Buschkowski glaubt nicht, dass das an den Genen liegt oder weil Türken dümmer sind. Er schildert aber minutiös, welche Faktoren dazu führen, dass hier eine Parallelgesellschaft entsteht, mit eigenen Gesetzen, mit Wertvorstellungen, die sich sehr vom Rest der Republik unterscheiden.

    Bildung sei das Wichtigste, um diesen Kreislauf aufzubrechen. Das ist nicht neu, das haben schon viele gesagt und geschrieben, aber der Neuköllner Bürgermeister kann es plastisch schildern. Ihm kommt es nicht auf theoretische Ergüsse an, er ist ein Praktiker, erzählt, was er und seine Leute tun, welche Steine ihnen die Politik oft in den Weg legen und was er sich an Vorgaben seitens der Politik wünschen würde.

    Zum Beispiel eine Kindergartenpflicht, flächendeckende Ganztagesschulen und keine Herdprämie. Denn die Kinder in diesen Vierteln haben nur dann eine Chance, wenn sie früh die Sprache lernen, wenn sie möglichst früh die Bildung erhalten, die ihnen ihr Elternhaus nicht anbieten kann oder will. Interessant, dass Türken und Deutsche eine überraschende Gemeinsamkeit haben: Beide sprachen sich in Umfragen von Bild und Hürriyet in überwältigender Mehrheit für die Kindergartenpflicht aus, während die Politiker zögern und vielerorts die Kindergärten noch Geld kosten.

    Und er möchte endlich auch Sanktionen für die, die sich nicht an die Regeln halten. Raser, die sich nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, müssen zahlen, Unternehmen, die Umweltauflagen missachten, werden bestraft. Jeder weiß, dass sonst so mancher Egoist (egal ob mit deutschem oder türkischem Gasfuß) durch die Innenstädte donnern würde, so manches Unternehmen seinen Dreck ins Abwasser leiten würde.
    Warum soll es bei Eltern anders sein, die ihre Kinder nicht zur Schule schicken?

    In einer Rezension kann ich nur auszugsweise aufzählen, was er alles vorschlägt: Etwa, dass die Eltern das Zeugnis in Empfang nehmen müssen. Kein schlechter Vorschlag und sicher eine Möglichkeit, »bildungsferne« Eltern enger an die Schule zu binden.

    Einige Vorschläge sind problematisch. Den Datenschutz aufweichen, damit Polizei, Schule und Sozialamt schneller und besser gewarnt werden, wenn eine Familie auffällig wird? Nicht jeder wird das Gutheißen, aber diskutieren sollte man es schon. Wieweit wollen wir gehen? In Holland wurden damit immerhin Erfolge erzielt.

    Nein, Neukölln ist gottseidank nicht überall, wie der Titel suggeriert. Aber es gibt genügend Neuköllns, mehr als uns lieb sein kann. Auch sind »Parallelgesellschaften« nicht erst in den letzten Jahren entstanden, ausgerechnet die USA, die der Autor so lobt, haben bittere Erfahrungen damit machen müssen. Nur dass es in Amerika »Ghetto« heißt, dennoch ähnliche Entwicklungen aufweist, wie die in diesem Buch aufgezählten. Die Ghettoaufstände von Watts und anderswo zeigen, wohin die Fahrt gehen kann, wenn man nicht gegensteuert.

    Das Buch liest sich leicht, überzeugend, Buschkowski ist kein Fanatiker wie Sarrazin, auch kein Rassist. Er schildert seine Erfahrungen, schlägt Lösungen vor. Manchmal stellt er sein eigenes Licht unter den Scheffel, das Buch enthält durchaus auch Erfolgsstorys. Etwas die von der Rütli-Schule, die sich von der bundesweiten Horrornachricht zu einem durchaus erfolgreichen Modell wandeln konnte.

    Leseprobe: http://www.amazon.de/gp/product/3550080115/ref=cmcrmtsprodimg
    Interviews mit dem Autor:
    die Welt: http://www.tagesspiegel.de/politik/neukoellns-buergermeister-im-gespraech-die-fehler-des-klaus-wowereit/7253190-2.html
    Cicero: http://www.cicero.de/berliner-republik/buschkowsky-spd-berlin-autobraende-integration-noch-zehn-jahre-bis-london/42793

    Neukölln ist überall, Sachbuch, Heinz Buschkowsky, Ullstein, 2012
    ISBN-13: 978-3550080111, gebunden, 397 Seiten, Euro 19,99

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    merlin78s avatar
    merlin78vor 6 Jahren
    Rezension zu "Neukölln ist überall" von Heinz Buschkowsky

    In seinem Werk "Neukölln ist überall" nimmt der amtierende Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky die Lage in dem Stadtteil Berlin-Neukölln sehr genau unter die Lupe.

    Bis 1920 war die Stadt Neukölln noch selbstständig, hieß bis 1912 Rixdorf und wurde dann in die heutige Hauptstadt eingemeindet. Seither teilt sich der Bezirk in Süd-Neukölln und Nord-Neukölln auf und beherbergt etwa 160.000 Einwohner. Mit einfachen und auch teilweise ironischen Worten erklärt Herr Buschkowsky die Veränderungen, die sich in den letzten zwanzig Jahren in dem Stadtteil Nord-Neukölln breit gemacht haben.

    Mit Hilfe von Zahlen und Statistiken verdeutlicht Herr Buschkowsky die heutige Lebenssituation der Menschen, die häufig ein Dasein in Armut und ohne Chance auf Arbeit, aber auch ein Leben zwischen Glaubens- und Nationalitätskonflikt führen müssen. Zwischen Moscheen und Dönerbuden erlebt der heutige Bewohner ein Leben am Existenzminimum, denn Arbeitsplätze sind Mangelware. Kinder wachsen bereits in der zweiten oder dritten Generation von Hartz IV auf und es fehlt an Perspektiven und Vorbildern. Die schulischen Leistungen sind unter dem deutschen Niveau und eine Veränderung ist kaum in Sicht. Nur wenige schaffen den Sprung aus dem Getto und bauen sich eine neue Existenz auf. Frühere Bewohner sind nicht stolz auf den Wandel, der sich breit gemacht hat. Viele meiden die Aussage ihrer wahren Herkunft und schätzen sich glücklich, nicht mehr dort leben zu müssen.

    Auch wenn Herr Buschkowsky sein Werk "Neukölln ist überall" genannt hat, so ist diese Aussage natürlich nicht korrekt. Noch ist dieses Leben nicht überall, doch die Gefahren und das Potenzial, dass sich diese Umstände vermehren, sind äußerst realistisch. Immer häufiger geraten Menschen unverhofft in Armut, immer seltener bekommen Bewohner mit Migrationshintergrund einen vernünftigen Arbeitsplatz, der nicht vom Staat finanziell unterstützt werden muss. Sicherlich ist dieses Buch die Veranschaulichung des Negativ-Beispiels, doch es öffnet auch die Augen und veranschaulicht, was passieren kann.

    Fazit: Sehr offen und ehrlich spricht Herr Buschkowsky ein sehr ernstes Thema an, dass nicht totgeschwiegen werden darf. Vielleicht ein Denkanstoß an die Politik, doch vielmehr eine traurige Darstellung eines Lebens in Neukölln.

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    UniquePandavor 2 Monaten
    Mikael_Lundts avatar
    Mikael_Lundtvor 4 Monaten
    Wortmagies avatar
    Wortmagievor 5 Monaten
    T
    Tweetelyvor 2 Jahren
    renatchens avatar
    renatchenvor 4 Jahren
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    Yuyunvor 4 Jahren

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