Heinz Helle

 3.8 Sterne bei 66 Bewertungen

Lebenslauf von Heinz Helle

Philosoph und Schriftsteller: Heinz Helle wurde 1978 in München geboren, wo er auch Philosophie studierte. Er arbeitet u.a. als Texter in Werbeagenturen. Helle lebt mit seiner Familie in Biel. Sein Debütroman "Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin" ist 2014 erschienen und stand auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises 2014. Sein zweites Werk "Eigentlich müssten wir tanzen" wurde 2015 beim Suhrkamp-Verlag veröffentlicht und für den deutschen Buchpreis 2015 nominiert.

Neue Bücher

Die Überwindung der Schwerkraft

 (2)
Neu erschienen am 10.09.2018 als Hardcover bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Heinz Helle

Eigentlich müssten wir tanzen

Eigentlich müssten wir tanzen

 (49)
Erschienen am 07.08.2017
Die Überwindung der Schwerkraft

Die Überwindung der Schwerkraft

 (2)
Erschienen am 10.09.2018
Dead End

Dead End

 (0)
Erschienen am 01.06.2017

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Rezension zu "Eigentlich müssten wir tanzen" von Heinz Helle

Heinz Helle | EIGENTLICH MÜSSTEN WIR TANZEN
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

INHALT: Fünf junge Männer verbringen ihren Urlaub in einer Skihütte in den Alpen. Als sie ins Tal zurückkehren, gibt es dort kein Leben mehr. Die Läden sind geplündert, ausgebrannte Autowracks, die Bevölkerung tot. Das ganze Land scheint einer Apokalypse zum Opfer gefallen zu sein, nur die fünf sind noch da. Sie streifen seit Wochen von Ort zu Ort, auf der Suche nach Nahrung, nach Antworten, nach Sinn.

FORM: Heinz Helle (*1978) fordert seinen Lesern stellenweise ganz schön was ab. Die Grundatmosphäre seines kurzen Romans ist eine bedrohliche Stille, die mich an Cormac McCarthys DIE STRASSE erinnerte. Im Unterschied zu McCarthy aber dreht Helle zwischendrin ordentlich am Lautstärkeregler. Manche Szenen sind so brutal und kaltblütig, dass ich echt geschockt war (ein Gefühl, dass ich nicht oft habe und auch nicht sonderlich mag).

Es geht Helle aber nicht allein um die Gewalt, das Buch ist schließlich kein Splatterroman. Helle gelingt es, in diese trostlosen und brutalen Szenen soviel Poesie zu stecken, dass man fast eine Art Schönheit darin erkennen mag. Und auch die Charaktere haben eine gute Tiefe, wenn man bedenkt, dass Helle sich gerade mal 173 Seiten Zeit lässt, um sie zu entwickeln. Ein paar perfekt gezielte Striche reichen aus, um den Figuren Leben einzuhauchen … welches Helle ihnen nach und nach wieder nimmt.

FAZIT: Für meinen Geschmack an manchen Stellen zu brutal, ansonsten sehr gut, weil poetisch und interessant geschrieben. Ein Autor, den ich im Auge behalten werde. Vier Sterne.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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Daniel_Allertseders avatar

Rezension zu "Eigentlich müssten wir tanzen" von Heinz Helle

Ein komisches, aber sehr gutes Buch!
Daniel_Allertsedervor einem Jahr

Meine Meinung

 

Selten habe ich ein so komisches und radikales Buch gelesen! »Eigentlich müssten wir tanzen« von Heinz Helle ist merkwürdig – auf eine positive Art; skurril und düster – eine matte Story über fünf Freunde, die nach einem Wochenende eine verlassene Welt vorfinden, und sich immer mehr entfremden. Heinz Helle hat mir gezeigt, dass es auch Bücher gibt, die eine ganz unbekannte Wirkung auf den Leser haben können.

   Zuerst möchte ich den Schreibstil des Autors ansprechen: Kurz, knackig, schnell und diskret. Die Kapitel wurden sehr kurz gehalten, und auch die Erzählebene spiegelte die Situation der fünf Freunde wider: Wir erfahren alles durch einen unbekannten Auserwählten; einer der fünf Freunde, dessen Namen (zumindest mir) unbekannt blieb. Es kamen keinerlei Gefühle vor, keinerlei Emotionen, die Distanz zu den Figuren brachte, gepaart mit der seltsamen Handlung, eine dystopische Atmosphäre, die ich in dieser Art noch nie gelesen hatte. Der dünne Roman war voll mit Details der ausgerotteten Umgebung – geplünderte Supermärkte, bereits krepierte oder verhungernde Kühe, verlassene Häuser und massenhaft Schnee – diese surrealen Elemente brachten eine verzweifelte Stimmung auf, die die Freunde gegeneinander aufhetzten. Aber keineswegs führte dies zu körperlichen Auseinandersetzungen, vielmehr herrschte ein innerlicher Kampf gegen das Überleben und das Sichern der Zukunft.

      Wie schon erwähnt, war der Roman sehr skurril und kühl – dennoch mochte ich das Buch, und ich habe gerne gelesen, wie es den Freunden, die immer weniger wurden, erging.

  Dazusagen muss ich kurz, dass der Klappentext im Grunde die Zusammenfassung des Romans ist. Im Roman wird nämlich mit keinem Wort erwähnt, was geschehen ist, was der Auslöser war und warum die fünf Freunde die noch einzig Lebenden sind.

Fazit

 

Ein toller, sehr düsterer und sprachlich hochwertiger Roman, der mich trotz der bedrückenden und dystopischen Atmosphäre sehr unterhalten hat. Eine klare Empfehlung!

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marcelloDs avatar

Rezension zu "Eigentlich müssten wir tanzen" von Heinz Helle

Starker Tobak, der aufrüttelt
marcelloDvor 3 Jahren

"Eigentlich müssten wir tanzen" handelt von einer Gruppe von 5 Freunden, die sich auf einer Berghütte ein Männerwochenende genehmigt hat. Als sie wieder nach Hause zurückkehren wollen, sehen sie einer verwüsteten Welt entgegen. Das Dorf ist verbrannt und die Zahl der Überlebenden gering. Die 5 setzen sich in Bewegung, denn sie müssen überleben. Doch die aussichtlose Situation bringt die fünf Männer an den Rand ihrer Sozialität.

"Eigentlich müssten wir tanzen" ist ein klassisches Beispiel für eine moderne Apokalypse. Nur arbeitet diese Erzählung mit sehr starken Bildern, die dem Leser brutal vor Augen führen, wie es um die moderne Gesellschaft bestellt ist.

Die Geschichte ist sehr episodenhaft erzählt. Die zum Teil abstößigen Handlungen/Erlebnisse werden immer wieder durch Rückblenden oder eher beschreibenden Erzählpassagen abgelöst, so dass ein wunderbarer Lesefluss entsteht und gleichzeitig diese Gefühl wie auf einen Achterbahn entsteht. Ruhe abgelöst von Ekel abgelöst von Spannung abgelöst von Entsetzen. Der vergleichsweise kurze Roman fliegt regelrecht am Leser vorbei. Sicherlich muss man durch die gewählte Erzählweise aufmerksam bleiben, denn die Einordnung auf der Zeitachse ist nicht immer mit dem ersten Satz zu erschließen, aber das will ich nicht kritiseren, da es der Geschichte durchaus was besonderes gibt.

Wie der Autor letztlich mit den Bilden arbeitet, die er wählt, um seine Gesellschaftskritik zu unterstützen, kann man sicherlich streiten. Manches war wirklich zu viel, anderes aber unbedingt notwendig, um auch wirklich diesen aufrüttelnden Effekt zu haben. Denn eins ist im Bezug auf "Eigentlich müssten wir tanzen" klar, diese apoklyptische Roman soll ein Warnruf sein. Die Menschheit ist moralisch so am Boden, dass wir nur noch wenige Schritte vom Darwinismus entfernt sind.

Da ich diese Botschaft und die Idee dahinter ebenso beobachte und daher unterstütze, fand ich diesen Roman interessant. Klar, manche Szenen sind verstörend und sicherlich zu viel des Guten (dafür auch ein Stern Abzug), aber Heinz Helle rückt ein wichtiges Thema (gerade auch im Hinblick auf die Flüchtlingskrise) in den Fokus und da ist "Eigentlich müssten wir tanzen" wirklich lesenswert!

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Zusätzliche Informationen

Heinz Helle wurde am 15. Oktober 1978 in München (Deutschland) geboren.

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