Heinz Helle Eigentlich müssten wir tanzen

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Inhaltsangabe zu „Eigentlich müssten wir tanzen“ von Heinz Helle

Reicht das Aufrechterhalten der wichtigsten Körperfunktionen, um von sich selbst sagen zu können, man sei am Leben? Die Antwort, die der Roman gibt, wird uns womöglich nicht trösten. Aber sie macht atemlos vor Spannung. Fünf junge Männer verbringen ein Wochenende auf einer Berghütte. Als sie ins Tal zurückkehren, sind die Ortschaften verwüstet. Die Menschen sind tot oder geflohen, die Häuser und Geschäfte geplündert, die Autos ausgebrannt. Zu Fuß versuchen sie, sich in ihre Heimatstadt durchzuschlagen. Sie sind allein. Sie sind hungrig. Sie funktionieren, so gut sie können. Tagsüber streifen sie durch das zerstörte Land, nachts durch ihre Erinnerung. Auf der Suche nach einem Grund, am Leben zu bleiben.

Wahnsinnig kühl und distanziert; sprachliche Ebene perfekt und eine Lektüre, die Gänsehaut macht!

— Daniel_Allertseder
Daniel_Allertseder

Ein Stern oder fünf? Männer angesichts der Apokalypse. Der Stil kalt, distanziert beobachtend. Der Inhalt unerträglich realistisch.

— alasca
alasca

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  • Ein komisches, aber sehr gutes Buch!

    Eigentlich müssten wir tanzen
    Daniel_Allertseder

    Daniel_Allertseder

    28. August 2017 um 10:40

    Meine Meinung   Selten habe ich ein so komisches und radikales Buch gelesen! »Eigentlich müssten wir tanzen« von Heinz Helle ist merkwürdig – auf eine positive Art; skurril und düster – eine matte Story über fünf Freunde, die nach einem Wochenende eine verlassene Welt vorfinden, und sich immer mehr entfremden. Heinz Helle hat mir gezeigt, dass es auch Bücher gibt, die eine ganz unbekannte Wirkung auf den Leser haben können.    Zuerst möchte ich den Schreibstil des Autors ansprechen: Kurz, knackig, schnell und diskret. Die Kapitel wurden sehr kurz gehalten, und auch die Erzählebene spiegelte die Situation der fünf Freunde wider: Wir erfahren alles durch einen unbekannten Auserwählten; einer der fünf Freunde, dessen Namen (zumindest mir) unbekannt blieb. Es kamen keinerlei Gefühle vor, keinerlei Emotionen, die Distanz zu den Figuren brachte, gepaart mit der seltsamen Handlung, eine dystopische Atmosphäre, die ich in dieser Art noch nie gelesen hatte. Der dünne Roman war voll mit Details der ausgerotteten Umgebung – geplünderte Supermärkte, bereits krepierte oder verhungernde Kühe, verlassene Häuser und massenhaft Schnee – diese surrealen Elemente brachten eine verzweifelte Stimmung auf, die die Freunde gegeneinander aufhetzten. Aber keineswegs führte dies zu körperlichen Auseinandersetzungen, vielmehr herrschte ein innerlicher Kampf gegen das Überleben und das Sichern der Zukunft.       Wie schon erwähnt, war der Roman sehr skurril und kühl – dennoch mochte ich das Buch, und ich habe gerne gelesen, wie es den Freunden, die immer weniger wurden, erging.   Dazusagen muss ich kurz, dass der Klappentext im Grunde die Zusammenfassung des Romans ist. Im Roman wird nämlich mit keinem Wort erwähnt, was geschehen ist, was der Auslöser war und warum die fünf Freunde die noch einzig Lebenden sind. ​ Fazit   Ein toller, sehr düsterer und sprachlich hochwertiger Roman, der mich trotz der bedrückenden und dystopischen Atmosphäre sehr unterhalten hat. Eine klare Empfehlung!

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  • Starker Tobak, der aufrüttelt

    Eigentlich müssten wir tanzen
    marcelloD

    marcelloD

    09. February 2016 um 11:54

    "Eigentlich müssten wir tanzen" handelt von einer Gruppe von 5 Freunden, die sich auf einer Berghütte ein Männerwochenende genehmigt hat. Als sie wieder nach Hause zurückkehren wollen, sehen sie einer verwüsteten Welt entgegen. Das Dorf ist verbrannt und die Zahl der Überlebenden gering. Die 5 setzen sich in Bewegung, denn sie müssen überleben. Doch die aussichtlose Situation bringt die fünf Männer an den Rand ihrer Sozialität. "Eigentlich müssten wir tanzen" ist ein klassisches Beispiel für eine moderne Apokalypse. Nur arbeitet diese Erzählung mit sehr starken Bildern, die dem Leser brutal vor Augen führen, wie es um die moderne Gesellschaft bestellt ist. Die Geschichte ist sehr episodenhaft erzählt. Die zum Teil abstößigen Handlungen/Erlebnisse werden immer wieder durch Rückblenden oder eher beschreibenden Erzählpassagen abgelöst, so dass ein wunderbarer Lesefluss entsteht und gleichzeitig diese Gefühl wie auf einen Achterbahn entsteht. Ruhe abgelöst von Ekel abgelöst von Spannung abgelöst von Entsetzen. Der vergleichsweise kurze Roman fliegt regelrecht am Leser vorbei. Sicherlich muss man durch die gewählte Erzählweise aufmerksam bleiben, denn die Einordnung auf der Zeitachse ist nicht immer mit dem ersten Satz zu erschließen, aber das will ich nicht kritiseren, da es der Geschichte durchaus was besonderes gibt. Wie der Autor letztlich mit den Bilden arbeitet, die er wählt, um seine Gesellschaftskritik zu unterstützen, kann man sicherlich streiten. Manches war wirklich zu viel, anderes aber unbedingt notwendig, um auch wirklich diesen aufrüttelnden Effekt zu haben. Denn eins ist im Bezug auf "Eigentlich müssten wir tanzen" klar, diese apoklyptische Roman soll ein Warnruf sein. Die Menschheit ist moralisch so am Boden, dass wir nur noch wenige Schritte vom Darwinismus entfernt sind. Da ich diese Botschaft und die Idee dahinter ebenso beobachte und daher unterstütze, fand ich diesen Roman interessant. Klar, manche Szenen sind verstörend und sicherlich zu viel des Guten (dafür auch ein Stern Abzug), aber Heinz Helle rückt ein wichtiges Thema (gerade auch im Hinblick auf die Flüchtlingskrise) in den Fokus und da ist "Eigentlich müssten wir tanzen" wirklich lesenswert!

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  • kaltblütig und ohne Sinn

    Eigentlich müssten wir tanzen
    dominona

    dominona

    21. December 2015 um 22:48

    Der Autor dachte sich wahrscheinlich: wir brauchen noch einen dystopischen Roman, aber die Neuheit: er ist männlich, durch und durch männlich. Nein ernsthaft, ich habe selten so etwas Unpersönliches gelesen. Bis zu einem gewissen Grad mag das bei dem Thema gewollt sein, aber mir hat es nicht gefallen. Zum Glück ist das Buch kurz.

  • Gewinnt die 15 Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2015!

    Lua und die Zaubermurmel
    Daniliesing

    Daniliesing

    Die Vorweihnachtszeit ist doch die schönste Zeit im Jahr für tolle Buchempfehlungen, oder? Da es ja schon eine kleine Tradition geworden ist, möchten wir vom LovelyBooks Team euch auch 2015 wieder unsere Lieblingsbücher des Jahres empfehlen und einen von euch sogar mit einem Buchpaket, das alle 15 Bücher enthält, glücklich machen! Bevor es mit den einzelnen Lieblingsbüchern losgeht, möchten wir euch aber ein wunderbares Kinderbuch ans Herz legen, das uns alle bezaubert hat und das Klein und Groß mit seiner berührenden Geschichte in seinen Bann zieht! "Lua und die Zaubermurmel" ist unser gemeinsamer Buchtipp für das Jahr 2015. Unsere Buchempfehlungen: 1. kultfigur empfiehlt: "Unterwerfung" von Michel Houellebecq Ein hochinteressantes Gedankenspiel zum schlummernden Konfliktpotential in unserer Gesellschaft und der Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Zeitlos und aktuell zugleich. Für mich ein geniales Buch, gerade weil es stellenweise auch banale und langweilige Seiten hat - denn so sind wir Menschen nunmal. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel" von Bradley Somer Ein Goldfisch fällt aus dem 27. Stock - vorbei an den vielen Fenstern des Hochhauses und den Geschichten der Menschen dahinter. Gekonnt verknüpft Bradley Somer die einzelnen Schicksale dieser Menschen - mal ganz gewöhnlich, mal total abstrus und verbindet sie zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das man in dieser Form bestimmt noch nicht gelesen hat! Genial! 3. TinaLiest empfiehlt: "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann Ralf Rothmann hat mich mit seinem sprachlich sehr beeindruckenden Roman "Im Frühling sterben" aus einer Leseflaute geholt: Ich habe ebenso gebannt wie erschüttert von den Erlebnissen des Protagonisten Walter während der letzen Monate im zweiten Weltkrieg gelesen & auch nach dem Lesen hat mich der Roman nicht so schnell losgelassen. Ein beeindruckendes, leises und sehr starkes Buch! 4. doceten empfiehlt: "Chaos" von David Mitchell In "Chaos" erzählt David Mitchell in neun Geschichten über den freien Willen des Einzelnen in einer deterministisch-chaotischen Welt - nicht das kleinste Thema für einen Debütroman. Nahezu mikroskopisch klein sind jedoch oft die verbindenden Elemente zwischen den Geschichten, bis sie sich in ein großes Ganzes fügen, das wir wohl Leben nennen. Wer die Erzählweise aus dem bekannteren "Cloud Atlas" mag, wird auch von "Chaos" begeistert sein - ich bins! 5. Malista empfiehlt: "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" von Mamen Sánchez Es gibt Bücher, die liest man und am Ende waren sie gut. Und es gibt Bücher wie Mamen Sanchez' "Die schönste Art sein Herz zu verlieren", erschienen im Thiele Verlag, welches einen auf eine Reise mitnimmt, die niemals enden soll! Die Faszination des Buches liegt in den pointierten Beschreibungen der Protagonisten, ihrer Herkunft und ihrer Lebensstile, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unbedingt lesen! 6. ValerieLiebtLesen empfiehlt: "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili Ich habe das Familienepos dieses Jahr im Sommerurlaub in Portugal gelesen und war vom ersten Moment an gefesselt von dieser spannenden Geschichte rund um acht beeindruckende Frauenfiguren. Die 1200 Seiten habe ich verschlungen und danach war ich fast ein wenig wehmütig, dass die Geschichte "schon" rum war. Grandios! 7. Sophia29 empfiehlt: "Das Geheimnis des weißen Bandes" von Anthony Horowitz In diesem Jahr bin ich auf den Sherlock Holmes-Geschmack gekommen. Deswegen zählt „Das  Geheimnis des weißen Bandes“ von Anthony Horowitz zu meinen absoluten Lesehighlights 2015. Die ersten Seiten dieses Buches haben ausgereicht, um mich voll und ganz in seinen Bann zu ziehen:   London im November 1890 – der unvergleichliche Detektiv Sherlock Holmes und sein alter Freund Dr. Watson setzen alles daran, das Geheimnis um „Das weiße Band“ schnellstmöglich zu lüften, um   weitere Morde zu verhindern. Ich habe die beiden wirklich gerne auf ihrer Verfolgungsjagd begleitet und von Seite zu Seite mehr der Auflösung dieses dubiosen Falls entgegengefiebert. Dieses Buch bietet nicht nur durch und durch sympathische Protagonisten und einen einzigartigen Stil des Autors, sondern garantiert vor allem auch Spannung bis zum Schluss. 8. HannaBuecherwurm empfiehlt: "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss Lasst euch nicht vom schleppenden Anfang des Buches trügen! Sobald ihr diesen einmal hinter euch habt, wird euch das Buch vollkommen fesseln und bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen. Vor allem der originelle Schreibstil macht dieses Buch aus, macht euch darauf gefasst, wiederholt in Lachen ausbrechen zu müssen. Das Buch ist der Auftakt zu einem fantastischen Fantasy-Epos, auf dessen Fortsetzung ich nun richtig gespannt bin! 9. aba empfiehlt: "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie Gegen Ende des Jahres nur ein Lieblingsbuch zu nennen, fällt einem oft schwer, wenn fast jedes gelesene Buch diese Auszeichnung verdienen könnte. Dieses Mal ist es bei mir nicht so, ich musste keine Sekunde lang überlegen, die Entscheidung stand schon im Frühjahr fest. "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie ist mein absolutes Lieblingsbuch aus 2015. Für so viel Leidenschaft, so konsequente und menschliche Charaktere, und eine glaubhafte und spannende Entwicklung habe ich dieses Buch sehr geliebt. 10. Kathycaughtfire empfiehlt: "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee Eines der Bücher, das man in seinem Leben unbedingt gelesen haben sollte. Es ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, aber einer, den man schlichtweg lieben muss. Die Geschichte ist wunderschön, die Botschaft nach wie vor eine unglaublich wichtige und Harper Lee eine grandiose Autorin. 11. markusros empfiehlt: "Vom Inder, der auf dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden" von Per J. Andersson Das Buch und speziell der so mutige Pikay haben mir die eigene Lust am Abenteuer und an fernen Ländern nicht nur in den Lesestunden zurückgebracht. Ich bewundere den Mut, sich aus Überzeugung für eine Sache in Situationen zu begeben, ohne vorher alle Eventualitäten intellektuell durchdacht und durchdrungen zu haben. 12. Tree_Trunks empfiehlt: "Altes Land" von Dörte Hansen Für mich ist "Altes Land" von Dörte Hansen eines der besten Bücher 2015 gewesen. Die Geschichte beschreibt die kleinen Wunden, die sich die Generationen einer Familie gegenseitig zufügen können und erzählt von der Bürde der Vergangenheit. Gleichzeitig hat Dörte Hansen einen tollen Humor, der mich wirklich laut zum Lachen gebracht hat und der von einer ungetrübten Menschenkenntnis zeugt. Ein großartiges Buch über menschliche Stärken und Schwächen! 13. Tasmetu empfiehlt: "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai Dieses Buch war so viel mehr als das, was ich erwartet habe und ließ mich tief berührt und nachdenklich zurück. Es ist die Geschichte des Swat Lands, es ist die Geschichte der Taliban, des Islams, es ist die Geschichte ihres Dorfes, ihrer Eltern, ihrer Freunde, ihrer Heimat, ihrer Flucht. Sympathisch, aufrüttelnd, aktuell. 14. nordbreze empfiehlt: "Bora" von Ruth Cerha Die Frankfurter Verlagsanstalt sollte dieses Buch nur zusammen mit einem Flugticket nach Kroatien verkaufen. Obwohl ich schon immer eine Wasser-Sehnsucht hatte, war diese noch nie so stark wie beim Lesen von "Bora". Ich möchte auch eine Insel erkunden, klettern, schwimmen, Wein trinken (ich mag gar keinen Wein ..) und Fisch essen. Ruth Cerha beschreibt das Inselleben einfach, alltäglich, aber trotzdem prägnant, so dass man das Gefühl hat, schon einmal dort gewesen zu sein (was ich für mich ausschließen kann. Ich war noch nie in Kroatien). Hinzu kommen mit Mara und Andrej zwei unaufdringliche Protagonisten, deren Liebesgeschichte so dezent aufgestellt ist, eigentlich will ich das gar nicht Liebesgeschichte nennen. Zwischen den beiden herrscht einfach eine große Vertrautheit, die ohne große Worte auskommt. Seid ihr neugierig auf unsere 15 Lieblingsbücher 2015 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 6. Januar Zeit, bei der Verlosung eines tollen Buchpakets mit allen 15 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns über den "Jetzt bewerben"-Button ganz oben nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir selbst immer so gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Welche sind eure Buchgeschenktipps des Jahres? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 990
  • Sehr eigen und diskussionswürdig

    Eigentlich müssten wir tanzen
    raven1711

    raven1711

    12. December 2015 um 14:29

    Inhalt aus dem Klappentext: Eine Gruppe junger Männer verbringt ein Wochenende auf einer Berghütte. Als sie ins Tal zurückkehren, sind die Ortschaften verwüstet. Die Menschen sind tot oder geflohen, die Häuser und Geschäfte geplündert, die Autos ausgebrannt. Zu Fuß versuchen sie, sich in ihre Heimatstadt durchzuschlagen. Sie funktionieren, so gut sie können. Tagsüber streifen sie durch das zerstörte Land, nachts durch ihre Erinnerung. Auf der Suche nach einem Grund, am Leben zu bleiben. Meinung: Dieses Buch stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 und ich hatte es schon länger im Blick. Und da Endzeitromane im Moment bei mir sehr beliebt sind, habe ich mir letztendlich dieses Buch besorgt. Im Buch begleiten wir die 5 jungen Männer Drygalski, Gruber, Fürst, Golde und den Erzähler selber. Dabei erleben wir, wie sie durch eine verlassene Welt zu wandern scheinen. Der Wochenendausflug in die Alpen endete mit Chaos und Zerstörung, dem die 5 Männer hilflos von ihrer Berghütte zusehen mussten. Auf ihrem Weg durch verlassene und zerstörte Ortschaften, werden die Männer an ihre Grenzen gebracht. Sie müssen sich fragen, inwieweit die Mitmenschlichkeit in dieser neuen Welt noch Bestand haben kann. Die 5 Männer sind Großstadtjungs und mir persönlich waren sie direkt von den ersten Seiten an zumeist unsympathisch. Sie wirken oft kalt und brutal, sind egoistisch und von sich selber überzeugt. Aber man merkt auch schnell, wie unwissend sie mit grundlegenden Sachen sind und wie sehr die Situationen sie alle überfordert. Teilweise hat mich ihr Verhalten richtig schockiert und den Kopf schütteln lassen. Die Freundschaft, die die 5 verbindet, war mir ehrlich gesagt suspekt. Ob der Mensch wirklich sich so egoistisch in dieser Extremsituation verhält, bietet auf jeden Fall Stoff für Diskussionen. In Rückblicken erfahren wir mehr über die Hintergründe der Fünf, ihren Ausflug und die Anfänge der Katastrophe. Vieles lässt der Autor offen und der Phantasie des Lesers überlassen. Dieser Aspekt hat mich aber grundsätzlich nicht gestört. Helles Schreibstil ist klar, nüchtern und leicht ausschweifend. Seine Beschreibungen sind detailliert, so dass man als Leser eine klare Vorstellung des Geschehens und der Kulisse erhält. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive und wir nehmen Einblick in die Erlebnisse und Gedanken des Erzählers. Die Kapitel sind kurz und knackig und so fliegt man als Leser regelrecht durch diesen doch recht kurzen Roman. Trotz der schwierigen Protagonisten ist die Geschichte aber spannend umgesetzt, das Buch hat mich gefesselt und abgestoßen zugleich und war dann doch wiederum viel zu schnell aus. Fazit: "Eigentlich müssten wir tanzen" hat mich schockiert und abgestoßen, aber auch gefesselt. Diskussionswürdig sind die 5 Männer auf jeden Fall. Wer hier einen großen Actionkracher erwartet, wird leider enttäuscht sein, denn das Buch selber ist eigentlich eher ruhig gehalten, dafür aber sehr dramatisch. Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

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  • Nichts für zarte Gemüter

    Eigentlich müssten wir tanzen
    Textverliebt

    Textverliebt

    28. November 2015 um 13:07

    Dunkel, kalt und grausam ist die Hölle, durch die Heinz Helle die fünf Männer seines postapokalyptischen Romans „Eigentlich müssten wir tanzen“ jagt. Doch er lässt nicht nur die Männer leiden, auch die Leser, die Seite für Seite die Grausamkeit eines hoffnungslosen Überlebenskampfes miterleben. Jeder Herzschlag ein Sieg Sie sind auf dem Rückweg von einem Ausflug, der eigentlich aus dem Alltag reißen und die unbeschwerte Zeit der Vergangenheit imitieren sollte. Doch nach ein paar mittelmäßigen Tagen auf einer abgelegenen Hütte in den Bergen ist nichts mehr, wie es mal war. Egal wohin die Männer schauen, entdecken sie nichts als Tod, Leere und Verwüstung. Was geschehen ist, wissen sie nicht. Wissen nicht, was die Menschen nahezu ausgelöscht und die Überlebenden zu Plünderungen bewegt und später vertrieben hat. Genauso wenig, wie die Leser nach der letzten Seite. Mutprobe Bereits im ersten der vielen knappen Kapitel fordert Heinz Helle uns zu einer Mutprobe heraus. Wer hat nach dem Zusammentreffen mit der unbekannten Frau den Mut zum Weiterlesen? Wer schafft, es beim Lesen das Ende der Welt auf seinen Schultern zu tragen? Es scheint so, als seien diese Fragen berechtigt, Hoffnung wird man in dem nicht einmal 200 Seiten starken Büchlein nämlich kaum finden. Helle ist gnadenlos: Mit dem Spiel von Beschreibungen und Leerstellen inszeniert er ein Kopfkino, aus dem es kein Entrinnen gibt. Die Temperatur scheint mit jeder weiteren Seite um mindestens einen halben Grad zu fallen, wenn der namenlose Erzähler von der feuchten Kälte berichtet, die der immer kleiner werdenden Gruppe ebenso wie der Hunger zu schaffen macht. Das Kind ist noch recht gut genährt, es wird bestimmt noch eine Woche überleben, wenn es nicht plötzlich wieder kälter wird, vielleicht ist die Mutter ja nur Wasser holen oder so, wir lassen es in Frieden. Als wir uns wieder in Bewegung setzen, dreht sich das Kind um und sieht uns an. Ich habe Angst, dass es zu weinen beginnt, weil ich nicht weiß, was wir tun würden, um es dazu zu bringen, wieder aufzuhören. – Seite 38 Trotzdem werden wir auf eine erschreckende Weise von der bedrückenden Stimmung und der unheimlichen Atmosphäre gefesselt. Beim Lesen legt sich die Stille des Romans auch über die Welt. Wir freuen uns nur selten über das Surren des Kühlschranks, eine zufallende Tür oder den lärmenden Staubsauger der Nachbarin. Doch Heinz Helle sorgt dafür, dass wir diese Geräusche als Zeichen des Lebens und der Zivilisation feiern. Leben wollen Die Sprache und Tonalität des kleinen Büchleins unterstreichen die Resignation und Hoffnungslosigkeit – die zwischendurch dann aber trotzdem nur Kopfschütteln weckt. Doch die meiste Zeit möchte man die Männer schnappen und schütteln, sie zum Kampf um das eigene Leben aufrufen und ihnen von der Schönheit der Welt erzählen. Mich hat schon lange kein Roman mehr in der Art und Weise gefesselt, wie es dieser geschafft hat. Insgesamt brauchte ich mehrere Tage für das kleine Buch, das Hörbuch Hamburg aus gutem Grund nicht zu einem Hörbuch verarbeitet hat.  Es ist radikal, es ist grausam und zwischenzeitlich nur sehr schwer zu ertragen. Warum ich es trotzdem bis zur letzten Seite gelesen habe? Ich mag Heinz Helles ganz individuellen Sprachstil, seine kleinen Ausflüge in die Philosophie und den Hunger aufs Leben, den ich beim Lesen immer mehr in mir gespürt habe.   Heinz Helle: „Eigentlich müssten wir tanzen“, Suhrkamp, 173 S., 19,95 Euro Der Titel war 2015 für den Buchpreis des Deutschen Buchhandels nominiert und schaffte es auf die Longlist.

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  • Tanzen oder nicht tanzen

    Eigentlich müssten wir tanzen
    FranzHelle

    FranzHelle

    11. November 2015 um 17:38

    Ein hartes Buch, nichts für zartbesaitete, schon zu Beginn - auf den ersten Seiten - wird eine teilnahmslose Frau vergewaltigt. Fünf Männer irren durch eine untergegangene Welt. Sie sind Freunde und werden einander dennoch zur Gefahr. Apokalypse bedeutet auch Offenbarung. Uns offenbart sich der Zustand der Menschheit im Überlebenskampf dieser fünf gespiegelt wenn die Erzählstimme sagt: Alles in allem mögen wir diese Welt nicht mehr besonders. Trotzdem setzen wir weiter schön brav einen Fuß nach dem anderen in sie hinein. Sehr dichte philosophische Überlegungen liegen in Schichten unter diesem Text, den ich nur empfehlen kann (wenn man nicht zu zart besaitet ist).

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