Als ich begann, "Rote Wangen" von Heinz Janisch zu lesen und den Geschichten des Großvaters zu folgen, fragte ich mich zunächst, wohin sie mich eigentlich führen sollten. Die Erzählungen erschienen mir anfangs sehr abstrakt.
Erst als deutlich wird, dass der Großvater immer durchsichtiger wird und für seinen Enkel dennoch gegenwärtig bleibt, hat mich das Bilderbuch tief berührt.
Auch ich durfte eine so innige Beziehung zu meiner Uroma erleben. Bis heute trage ich sie im Herzen und sehe sie noch immer vor mir, wie sie nach der Schule auf mich wartete. Allein dieser Gedanke treibt mir die Tränen in die Augen.
Meiner Tochter wünsche ich eine ebenso enge, vertrauensvolle und langanhaltende Beziehung zu ihren Großeltern. Ich glaube, dass wir Glück haben, denn sie kümmern sich mit sehr viel Zeit, Interesse und Liebe um ihre Enkelin.
Heinz Janisch ist mit "Rote Wangen" ein Bilderbuch gelungen, das zum Schmunzeln, Erinnern und Weinen einlädt. Es erzählt von Abschied und Verbundenheit, ohne schwere Worte zu brauchen, und zeigt, wie Menschen über ihre Geschichten und Erinnerungen bei uns bleiben können.
Auch die Illustrationen von Aljoscha Blau haben mich beeindruckt. Besonders schön finde ich, dass das erste und das letzte Bild die Geschichte wie ein Rahmen umschließen. Dadurch erhält sie eine besondere Wärme und wirkt noch lange nach.
Für mich ist dieses Bilderbuch eine einfühlsame Begleitung für Familien, die einen geliebten Menschen verloren haben oder sich auf einen Abschied vorbereiten müssen. Es macht spürbar, wie eng die Verbindung zwischen Großeltern und Enkelkindern sein kann. Manche Erinnerungen verblassen mit der Zeit, doch die prägendsten bleiben - und begleiten uns oft ein Leben lang.
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