Heinz Janisch , Birgitta Heiskel Der rote Mantel

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Inhaltsangabe zu „Der rote Mantel“ von Heinz Janisch

„Das einzige, was die Armut beseitigen kann, ist miteinander zu teilen.“ (Mutter Teresa)

Laternenfest und Martinsgansl – kein anderer Heiliger ist im Jahreslauf ähnlich präsent wie der Heilige Martin. Ein Blick auf das derzeitige Weltgeschehen, auf die zahlreichen Krisenherde und Katastrophengebiete zeigt, wie aktuell auch jene Geste ist, für die er am meisten bekannt ist: Hilfsbereitschaft, Mitgefühl, Empathie – Teilen selbst dann, wenn damit eine eigene Einschränkung verbunden ist.
Heinz Janisch gelingt es mit seiner Erzählung über den Buben Amir, der gemeinsam mit seinem Vater in einer Notsituation Aufnahme in einem Lager findet, diese zentrale Botschaft des Heiligen Martin zu aktualisieren: Amir freut sich über eine rote Decke, die ein Fremder mit ihm teilt. Diese Decke, die wärmt und Geborgenheit vermittelt, wird zum Symbol und zur erzählerischen Verbindung zu jenem roten Mantel des Martin und den wichtigsten Stationen im Leben des späteren Bischofs und Heiligen.
Die Illustrationen von Birgitta Heiskel sind dabei bewusst farbreduziert, fokussieren auf das Wesentliche, spielen gekonnt und gezielt mit der Farbe Rot. Und schlagen dabei eine beeindruckende Brücke zwischen dem heiligen Martin des 4. Jahrhunderts und einer mit Bleistift skizzierten heutigen Situation, in der dessen Botschaft spürbarer nicht sein kann.

Tipps:
ein ganz neues Martinsbuch, das in beeindruckender Weise zeigt, dass auch nach 1600 Jahren die Botschaft des Heiligen aktueller nicht sein kann

Auszeichnungen:
2016: Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis (Empfehlungsliste)

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  • Schon lange war die Botschaft des heiligen Martin nicht mehr so aktuell wie heute.

    Der rote Mantel

    WinfriedStanzick

    27. October 2015 um 07:58

    Seit 1700 Jahren erzählt man sich die Geschichten vom heiligen Martin, der seinen Mantel teilte, vom Soldat zum Einsiedler und Mönche wurde und schließlich zum  Bischof von Myra ernannt wurde. Selten war diese Geschichte in den letzten Jahrzehnten auch und gerade für Kinder so aktuell wie heute. Millionen Menschen sind auf der Flucht und Unzählige von ihnen glauben, dass sie in unserem Land Schutz finden. Eine riesige Zahl von ehrenamtlichen Helfern engagiert sich in der Unterstützung dieser Flüchtlinge, die zunächst nur in Hallen und anderen Notunterkünften notdürftig auch mit Kleidung und Decken versorgt werden. Von einem dieser Menschen, einer freundliche Frau wird, in diesem Buch von Heinz Janisch, das Brigitta Heiskel sensibel und zart illustriert hat, erzählt. In einer Notunterkunft, in die der kleine Amir mit seinem Vater nach einer langen Flucht untergekommen ist, bietet ihm eine warme Suppe an. „Das ist eine Suppe, damit wird dir schon warm“, sagt sie, denn sie kann seine Sprache. Und Amir berichtet ihr von einem Mann, der ihm die Hälfte seiner roten Decke geschenkt habe. Und, der Zusammenhang könnte gar nicht deutlicher sein, erzählt sie ihm und allen Kindern, denen dieses schöne Buch vorgelesen wird, die alte Geschichte von heiligen Martin und warum die Kinder bis auf den heutigen Tag in Erinnerung an ihn und seine tiefe Menschlichkeit am Martinstag Lichter anzünden. Doch nichts wärmt so sehr  wie die Umarmung, in der sich Amir und die freundliche Frau am Ende des Buches befinden, dankbar, dass sie sich begegnet sind. Schon lange war die Botschaft des heiligen Martin nicht mehr so aktuell wie heute. Dieses Buch eignet sich hervorragend, das aktuelle Schicksal der vielen Flüchtlingen in unserem Land mit seiner alten Botschaft zu verbinden.

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