Heinz Keßler Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Inhaltsangabe zu „Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben“ von Heinz Keßler

Inzwischen sind sich alle, die sich ernsthaft mit dem 13. August 1961 und seinen Ursachen befassen, darin einig: a) Die Maßnahmen beendeten eine latente Krise in Zentraleuropa, welche in einen Krieg zwischen West und Ost hätte münden können. Und b) die DDR handelte im Auftrag des Warschauer Vertrages und seiner Führungsmacht, der Sowjetunion. Aus Anlass des 50. Jahrestages dieser Operation äußern sich im Gespräch: Heinz Keßler und Fritz Streletz, die letzten noch lebenden prominenten Beteiligten, die Zeugnis darüber ablegen können.

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  • Rezension zu "Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben" von Heinz Keßler

    Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben
    Heike110566

    Heike110566

    17. September 2011 um 08:32

    Etwa einhundert Menschen starben beim Versuch aus der DDR nach Westberlin zu flüchten. Die genauen Zahlen differieren in den verschiedenen Statistiken. Im vergangenen Monat wurde am 13. August, dem 50. Jahrestag des sogenannten Mauerbaus, von den bürgerlichen Politikern und Medien der BRD wieder der Toten gedacht und die DDR-Regierung und ihre Grenzsicherung als unmenschlich bezeichnet. Völlig vernachlässigt wird bei dieser Demagogie der Herrschenden der BRD, dass die Mauer nicht unmenschlich war, sondern in Wahrheit Abermillionen Menschen das Leben gerettet hat. "Franz Josef Strauß, zu jener Zeit Bundesminister für Verteidigung, berichtete in seinen posthum erschienenen Erinnerungen, dass er in der ersten Julihälfte 1961 von amerikanischen Militärs nach einem geeigneten Ziel in der DDR für den Abwurf einer Atombombe angefragt worden wäre. 'Einen Truppenübungsplatz, den ich kannte, habe ich namentlich genannt ...'" (S.107) Die Grenzen zwischen Ost- und Westberlin und der BRD und der DDR waren keine normalen Grenzen. Nirgendwo auf der Welt standen sich mehr Militär gegenüber als hier, wo die Supermächte USA und UdSSR sowie deren Militärblöcke NATO und Warschauer Vertrag sich so extrem direkt begegneten. Es "befanden sich auf dem Territorium der BRD 900.000 Soldaten, 190 Raketenstartrampen, 4.100 Artilleriesysteme, 2.800 Panzer und Selbstfahrlafetten sowie 1.600 Kampfflugzeuge [...] Auf dem Territorium der DDR befanden sich in Friedenszeiten: 570.000 Soldaten, 230 Raketenstartrampen, 6.300 Artilleriesysteme, 11.300 Panzer und Selbstfahrlafetten sowie 1.050 Kampfflugzeuge." (S. 132 f.) Das Umschlagen des Kalten Krieges in einen heißen Krieg, der ein Nuklearkrieg geworden wäre, rückte immer näher. Das Gipfeltreffen vom Juni 1961 in Wien zwischen Chruschtschow und Kennedy verdeutlichte dies. Wenige Wochen zuvor war der erste Weltraumflug eines Erdenbürgers, des sowjetischen Fliegerkosmonauten Juri Gagarin vollendet worden. Die UdSSR zeigte damit, dass ihre Technologien mit denen der USA locker mithalten konnten. Und wer einen Menschen durch das All schicken kann, kann auch eine Rakete von der UdSSR in die USA befördern. Kennedy ließ nach seiner Rückkehr aus Wien sich beraten, wieviele Tote die USA zu befürchten hätte, wenn es zu einem Nuklearkrieg kommen würde. Seine Militärberater bezifferten diese Zahl auf 70 Millionen. - Dennoch plante die USA weiterhin einen Nuklearkrieg, wie die Aussage von Strauß (s. o.) belegt. Die Grenzsicherungsmaßnahmen vom 13. August 1961 verhinderten einen Kriegsausbruch mitten in Europa. An diesem Tag wurde die bislang fast unkontrollierte Durchlässigkeit abrupt beendet. Die bis dahin immer weiter eskalierende Situation wurde auf einen Schlag entspannt, wie auch Kennedy bestätigte, der aus seinem Urlaubsquartier sich folgendermaßen äußerte: "Keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg." (NVA-) Armeegeneral a. D. Heinz Keßler (1985-89 Verteidigungsminister der DDR) und (NVA-) Generaloberst a. D. Fritz Streletz (u. a. 1979-89 Stellvertreter des Oberkommandierenden der Streitkräfte des Warschauer Vertrages) zeigen eindrucksvoll auf, dass die Grenzsicherungsmaßnahmen schlichtweg den Frieden und damit Abermillionen Menschen das Leben rettete. Natürlich sind die Mauertoten nicht wegzudiskutieren. Jeder Tote ist eine Tragödie. Und jeder Tote war auch schädigend für die Reputation der DDR-Führung. Dessen war sie sich bewusst. Aber sie war sich eben auch bewusst, dass die im Auftrag der UdSSR und des Warschauer Vertrages errichteten Grenzsicherungsanlagen den Frieden sicherten. Die beiden Autoren räumen mit so mancher Halb- und Unwahrheit auf, die im Rahmen der staatlich verordneten Geschichtsklitterung in der BRD immer wieder erhoben wird. Sie weisen nach, dass die Mauer nicht die Idee Walter Ulbrichts war, um seine Bevölkerung einzusperren, um die Macht der SED zu erhalten, sondern dass es für die Mauer sehr viele andere Gründe gab. Hier ist nicht der Platz, um alle aufzuzählen, so komplex und vielschichtig sind diese. Deshalb habe ich mich hier auf einen, den friedenssichernden Aspekt beschränkt. Was besonders an der Argumentation der beiden Generäle auffällt: sie belegen alles mit Quellen. Quellen, die auch der Bundesregierung und den Herrschenden der BRD bekannt sind, aber bewusst ausgeblendet und verschwiegen werden. Geschichtsklitterung als Legitimation für die eigenen repressiven Maßnahmen gegen die Opposition im Land, damit die Mächtigen ihre Macht erhalten können und die Bevölkerung nicht auf die Idee kommt, dass es eine Alternative zum Kapitalismus gibt: den Sozialismus. Ich erlebte beide Autoren am 10. September 2011 beim Sommerfest der DKP Berlin. Trotz ihres hohen Alters, Keßler ist 91 Jahre und Streletz 85, ist ihr Verstand noch messerscharf. Überzeugend legten sie einige der Fakten dar. Genauso überzeugend ist das Buch gestaltet. Letztlich geht es bei dem Thema Mauer heutzutage nicht nur um die Ereignisse des 13. August und die Mauer selbst, sondern um den Sozialismus/Kommunismus an sich als menschenwürdige Alternative zum Kapitalismus. Der staatlich verordneten Geschichtsklitterung und deren massive Vermittlung an die Bevölkerung der BRD, um diese auf Linie zu bringen, durch die bürgerlichen Medien, wird mit diesen Buch ein überzeugender Gegenpol entgegengesetzt.

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