Kimmerle trägt die Themen Derridas zusammen und versucht die Diskurse aufzuzeigen, in denen der Philosoph wirkte. Bei einem Tausendsassa wie Derrida kein leichtes Unterfangen und für einen Einsteiger wie mich durchaus eine Herausforderung. Dass in dem Zum-Einsturz-Bringen zugleich auch ein Wieder-Aufbauen liegt, ist tröstlich, jedoch nicht immer Verständnis förderlich. Manchmal hat man das Gefühl – und das sage ich als Laie – dass dieser Mann auf jeden Schritt vorwärts, zwei Schritte zurückgeht. Das finde ich allerdings, rein menschlich betrachtet, höchst sympathisch. Derridas Worte zu Schrift und Sprache, seine Auffassung zur Zeit und Wahrheit, sowie die Verschiedenheit im Spannungsfeld zum Ursprungsdenken, sind allesamt treffend angerissen. Am interessantesten erschienen mir die Europagedanken des Philosophen und sein Überlegen über das Gespensterhafte. Die Einführung macht Lust auf mehr Derrida und damit kann sie alles, was sie muss. Sehr empfehlenswert.
Rezension Jacques Derrida


