Heinz R. Unger Zwölfeläuten

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Inhaltsangabe zu „Zwölfeläuten“ von Heinz R. Unger

Die Erzählung spielt in der Steiermark zum Ende des 2. Weltkriegs. Die Bewohner eines kleinen Bergdorfes weigern sich, ihre Kirchenglocke in den letzten Kriegstagen noch für den Endsieg herzugeben, an den nur mehr Fanatiker glauben. Es sind sehr unterschiedliche handelnde Charaktere rund um das Schicksal der Dorfglocke: der Ortsgruppenleiter und der Ortsvorsteher haben es schwer. Als Nazibonzen der ersten Stunde versuchen sie die Partisanenbekämpfung an der Heimatfront mit ein paar alten Männern zu bewerkstelligen, die es bisher mit vielerlei Ausreden geschafft haben, nicht in den Krieg ziehen zu müssen. Bei den Ermittlungen um das Verschwinden der Glocke, die als Alibi-Aktion gegenüber den Nazifunktionären außerhalb des Dorfes erfolg, agiert der Dorftrottel meist schlauer als seine Mitbürger, der Pfarrer predigt so zweideutig, dass man um seine Sicherheit bangen muss und die Bewohner des Dorfes wissen ganz genau, wie sie einander gegenseitig unter Druck setzen können. Da ist kaum einer dabei, der nicht doch ein wenig Dreck am Stecken hätte… Heinz R. Unger hat mit dieser Erzählung außerdem, durch die angesprochene Gruppe von Freiheitskämpfer, der einzigen aus der Bevölkerung gewachsenen, bewaffneten, österreichischen Widerstandsgruppe ein Denkmal gesetzt.

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  • Rezension zu "Zwölfeläuten" von Heinz R. Unger

    Zwölfeläuten
    Wolfgang237

    Wolfgang237

    12. March 2011 um 19:33

    Zwölfeläuten ist als Theaterstück bereits 1985 geschrieben worden. Pünktlich zur Verfilmung des Dramas 2001 hat Heinz R. Unger die vorliegende Fassung als Erzählung veröffentlicht. Die Erzählung ist trotz des gleichen Inhalts, dem Film viel ähnlicher als dem Theaterstück. Ist ja auch logisch, ein häufiger Szenenwechsel ist in einer Erzählung und einem Film einfacher als auf einer Bühne zu bewerkstelligen. Die Erzählung fällt durch die gleiche knappe und prägnante Sprache wie das Theaterstück auf, und wie auf der Bühne lebt die Handlung von Dialogen. Gut gefallen hat mir, dass die Charaktere der handelnden Personen, egal ob Nazis, Mitläufer oder Widerstandskämpfer genauer beschrieben sind. Wie in der Bühnenfassung ist meine Lieblingsfigur der Dorftrottel Jogl. In seiner einfachen Art kommt einfach so viel Kluges von ihm, dass man ihn dafür lieben muss. Ein rundum empfehlenswertes Buch – nicht nur für diejenigen denen das Theaterstück oder der Film gefallen hat.

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