Heinz Riedt

 4,3 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von Heinz Riedt

Heinz Riedt wurde 1919 in Berlin geboren. Nach dem Besuch des deutschen humanistischen Gymnasiums studierte er Staatswissenschaften, Kunst- und Literaturgeschichte in Padua und schloß sich der italienischen Widerstandsbewegung an – daher seine Kenntnis der italienischen Dialekte. Riedt ist Verfasser der in der Reihe ›Friedrichs Dramatiker des Welttheaters‹ erschienenen Monographie Carlo Goldonis. Seine Goldoni-Übersetzungen wurden vom ITI in Venedig schon ausgestellt, ehe sie gedruckt waren. Riedt wurde 1980 mit dem zum ersten Mal vom italienischen Außenministerium (Abteilung Kultur) verliehenen Übersetzerpreis ausgezeichnet, 1981 erhielt er den Montecchio-Preis und in Deutschland den Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis. Heinz Riedt starb 1997.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Heinz Riedt

Cover des Buches Ist das ein Mensch? (ISBN: 9783423123952)

Ist das ein Mensch?

 (54)
Erschienen am 01.07.2010
Cover des Buches Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen (ISBN: 9783596905386)

Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen

 (9)
Erschienen am 24.04.2014
Cover des Buches Padre Padrone (ISBN: 9783423131216)

Padre Padrone

 (8)
Erschienen am 01.10.2003
Cover des Buches Der Lügner (ISBN: 9783150089347)

Der Lügner

 (6)
Erschienen am 01.01.1986
Cover des Buches Brief an ein nie geborenes Kind (ISBN: 9783869152554)

Brief an ein nie geborenes Kind

 (1)
Erschienen am 16.02.2022
Cover des Buches Die Nonne von Monza (ISBN: 9783944561127)

Die Nonne von Monza

 (1)
Erschienen am 31.05.2013
Cover des Buches Die Amerikanische Braut (ISBN: 9783803123497)

Die Amerikanische Braut

 (0)
Erschienen am 15.08.1999

Neue Rezensionen zu Heinz Riedt

Cover des Buches Brief an ein nie geborenes Kind (ISBN: 9783869152554)coffee2gos avatar

Rezension zu "Brief an ein nie geborenes Kind" von Oriana Fallaci

ein zeitloser Klassiker
coffee2govor 6 Monaten

Ein nahezu zeitloser Klassiker der feministischen Literatur, der mühelos in die heutige Zeit umgelegt werden kann. Die Grundprobleme von alleinstehenden Frauen, die ein Kind erwarten – egal ob geplant oder ungeplant – sind auch heutzutage für viele Frauen, vor allem der jüngeren Generation noch gleich. Auch wenn sich gesellschaftlich sehr viel verändert hat, müssen sich junge Frauen häufig anderen Menschen gegenüber für ihre Entscheidung rechtfertigen, sich jedem gegenüber erklären, auch wenn sie selbst unentschlossen sind oder keine Antwort wissen – wie es der jungen Frau in diesem Buch ergeht. Ärzte, Arbeitgeber, Familie, Freunde, Partner – alle erlauben sich ein Mitspracherecht und mitunter mehr oder weniger Druckmittel. Vor allem für Frauen aus sozial benachteiligten Milieus ist es auch heutzutage noch schwierig, sich selbst zu entscheiden und zur Entscheidung zu stehen. Solange sich in dieser Hinsicht nichts ändert, bleibt der Klassiker weiterhin aktuell.

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Cover des Buches Ist das ein Mensch? (ISBN: 9783423123952)A

Rezension zu "Ist das ein Mensch?" von Primo Levi

Grosse Fragen des Menschseins
Aaron_Aebivor 2 Jahren

Mit seinem nüchternen Schreibstil hält Primo Levi all jene Leser*innen fern, die aus reiner Sensationslüsternheit zu solch einer Lektüre greifen. Das ist auch gut so, denn wer sich empören will, soll bitteschön Fiktion lesen. Hier jedoch geht es um Tatsachen, die grauenvoller nicht sein könnten. Das Buch nimmt einen in die Pflicht: Im lyrischen Geleit spricht Levi eine Art Ungnade über jenen aus, die ihr behütetes Leben für allzu selbstverständlich nehmen.


Und tatsächlich: Unter keinen Umständen fühlt es sich richtig an, dieses Buch zu lesen. Während ich mich auf der Münsterplattform sonne, zuhause in eine Decke kuschle, im Zug zur Arbeit fahre, es muss falsch sein – oder aber die Gesamtheit meiner Sorgen ist lächerlich klein. Es sind grosse Fragen des Menschseins, der Menschlichkeit, der Schuld, die Levi anstösst. Letztlich unbeantwortbare Fragen.


Zurück bleibt, neben von dem Katalog offener Fragen, ein Kloss im Hals, das beklemmende Gefühl, losheulen zu wollen und gleichzeitig dazu nicht imstande zu sein. Aber immerhin auch die selbstgerechte Gewissheit, sich nicht vor der Vergangenheit verschlossen zu haben.


 


Für uns ist das Lager keine Strafe; für uns ist kein Termin gesetzt, und das Lager ist weiter nichts als die uns zugedachte, unbefristete Existenzart innerhalb des deutschen Sozialgefüges. (S. 80)

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Cover des Buches Padre Padrone (ISBN: 9783423131216)Herbstroses avatar

Rezension zu "Padre Padrone" von Gavino Ledda

Sardinien wie man es nicht kennt …
Herbstrosevor 4 Jahren

Gerade mal einen Monat durfte der 6-jährige Gavino zur Dorfschule gehen, dann wird er von seinem Vater rigoros heraus genommen und gezwungen, als Hirtenjunge die Schafe und Ziegen der Familie zu hüten. Für den kleinen, zarten Jungen beginnt eine schier unmenschliche Zeit, in der er alleine der kargen Wildnis in Sardiniens Bergen ausgesetzt ist. Statt wohlbehüteter Kindheit durchlebt Gavino ein endloses Martyrium, bei dem er selbst beim kleinsten Fehler vom Vater gnadenlos gezüchtigt wird. Das soll sich erst ändern, als er sich mit 20 Jahren freiwillig zum Militär meldet. Dort lernt er endlich Lesen und Schreiben, macht eine Lehre als Radiomechaniker und bildet sich autodidaktisch so weit, dass er sogar die Prüfung als Lehrer besteht. Dann geht er zurück in sein Dorf Siligo auf Sardinien, wo sich nichts verändert hat … 

Was anmutet wie finsterstes Mittelalter, ist noch gar nicht so lange her. Der Autor Gavino Ledda veröffentlichte seine Autobiografie erstmals 1975 auf Italienisch, 1977 wurde das Buch verfilmt, die erste deutsche Übersetzung erschien 1980. Es ist ein erschütternder Bericht über eine unvorstellbar harte Kindheit und Jugend auf Sardinien in den Jahren zwischen 1945 und etwa 1965, geprägt von Demütigungen und Schlägen, aber auch über den unbändigen Willen eines jungen Mannes zu lernen, sich zu bilden und sich von der Abhängigkeit des übermächtigen Vaters zu lösen. Gavino Ledda bedient sich einer kraftvollen, schnörkellosen Sprache und beschönigt dabei nichts – nicht die Lebensbedingungen auf dem Niveau von Tieren, nicht die Grausamkeit der Menschen, nicht die sexuellen Nöte, nicht die bestialische Gewalt und nicht die existenziellen Ängste. Es ist auch eine herbe Kritik an der Gesellschaft, die das Analphabetentum tolerierte und bei Kinderarbeit, Unterdrückung und brutaler Züchtigung einfach wegsah. Wunderbare Natur- und Landschaftsbeschreibungen versöhnen und runden die Geschichte passend ab.


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