Unter jedem Dach lebt ein "Ach". 'Warum soll es dem Gott Hades anders ergehen?', dachte sich Heinz Rochholl und stiftet etwas Verwirrung in der Unterwelt, die an irdischer Oberfläche beginnt. Ist dieses Bild an sich nicht schon Metaphorik? Scheinbar unwesentliche, oberflächliche Dinge können einen Tiefgang erlangen, wo dem Betroffen und Helden nichts weiter übrig bleibt, als alle Fragen mitsamt dem Kopf daran an die Wand zu knallen? Das Cover unterstreicht die Posse, denn der Pfeil der Artemis hat zwei Spitzen, die in entgegengesetzte Richtungen treffen (sollen). Ebenso die Denkweise der Posse. Alles ist möglich und die zwölf Götter oder Gleichnisse einer Ära, besser Äonen, stolpern über sich selbst. Artemis, die standhafte Jungfrau, macht nun Jagd auf einen männlichen Götterkollegen, Hades, ihr Zwillingsbruder Appollon erfindet Handy und Internet, schließlich brauchen Künste ein grenzenloses Medium und die Möglichkeiten der Gestaltenwandlung, bzw. das Finden (s)einer Persönlichkeit im veränderten Zeitgeschehen, treibt den Herrscher der Unterwelt an einen der schlimmsten Ränder der Welt(en): Selbsterkenntnis - Unsicherheit. Nosce te ipsum! Da kann man mitunter schon die Panik kriegen ;-)
Fazit: lesenswert, aber ich hätte mir einen noch stärkeren Zeitbezug zu unsrem Jetzt, Hier und Heute gewünscht. [4/5]
Heinz Rochholl

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Traumgesichte: Verdichtungen der Seele
Artemis' Pfeile - Eine mythologische Posse
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Wir gehen auf die Reise. Sie beginnt mit den Schatten der Nacht, die der Wind im Gepäck führt. Rasch öffne ich es und ziehe ein Traumsegment nach dem anderen heraus und ein. Ich finde ein Opernglas, um das Geschehen auf der Weltbühne besser zu betrachten. Aber hilft es denn? Alle tragen Masken. Alles verschiebt sich in dieser Dimension, wo der Himmel grün ist und ein Küken aus dem Großhirn hüpft. Und während andere in gewissen Köpfen spu(c)ken, will ich abtauchen. Tiefer, im Hintergrund die Realität. Nun springe ich endlich hinein in Plätze, die verschüttet sind. Nachlauschen. "Ich springe weiter." Gestalten schwimmen neben mir, mit mir in die nächste Untiefe. Sie murmeln etwas: "Das Blut der Welt fließt von alleine." und durch eindrückende Langeweile und erquickendes Nichts im nächsten Zeitfetzen: der Heimatort. Die Traumstation. Sicherheitszone, denn Captain Kirk findet immer eine Lösung. Tiefer tauchen, der Oberflächlichkeit adé sagen. Die Seelen wollen wurzeln. Bremsen quietschen. Erst jetzt erkennen wir neue Wege. Der Traumfuß gibt Gas bis nur noch Fragen bleiben?
Ich habe diese Reise genossen und kann sie nur weiterempfehlen.
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Heinz Rochholl wurde am 14. Juli 1956 in Essen (Deutschland) geboren.
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