Heinz Strunk

 3,7 Sterne bei 1.615 Bewertungen
Autor von Fleisch ist mein Gemüse, Der goldene Handschuh und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Verlierertypen sind seine Spezialität: Heinz Strunk wurde 1962 in Hamburg geboren. Sein erster Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ erschien 2004. Die autobiographische Geschichte wurde sogleich ein Bestseller. Strunk beschreibt darin seine Jugend in Hamburg, dass er noch als junger Erwachsener mit starker Akne zu kämpfen hatte, erfolglos bei den Frauen war und sich als Bläser in einer Showband durchschlug. Der Roman gibt mit viel Sprachwitz einen Einblick in das Leben in der norddeutschen Provinz, durch die die Band „Tiffanys“ tingelte. Seit seinem ersten Buch hat Heinz Strunk weitere Erfolgsromane geschrieben, darunter „Der goldene Handschuh“ (2016), „Jürgen“ (2018) und „Das Teemännchen“ (2018). Heinz Strunk schafft es immer wieder, die unheroischen Figuren seiner Geschichten mit einer Mischung aus Tragik und Komik den Leserinnen und Lesern näher zu bringen. Ihm gelingt es dabei auf lakonische Weise, Spaß und Depression gekonnt miteinander zu verbinden. „Der goldene Handschuh“, die Geschichte um den Hamburger Frauenmörder Fritz Honka, war 2016 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Im gleichen Jahr wurde Heinz Strunk dafür mit dem Wilhelm-Raabe-Preis ausgezeichnet. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist Strunk als Musiker und Schauspieler unterwegs. Heinz Strunk lebt in Hamburg.

Neue Bücher

Cover des Buches Zauberberg 2 (ISBN: 9783499015472)

Zauberberg 2

(29)
Neu erschienen am 13.03.2026 als Taschenbuch bei ROWOHLT Taschenbuch.
Cover des Buches Der goldene Handschuh - Der Comic (ISBN: 9783551745002)

Der goldene Handschuh - Der Comic

Neu erschienen am 27.01.2026 als Taschenbuch bei Carlsen.
Cover des Buches Zauberberg 2 (ISBN: 9783864848650)

Zauberberg 2

(7)
Neu erschienen am 25.02.2026 als Hörbuch bei tacheles!.

Alle Bücher von Heinz Strunk

Cover des Buches Fleisch ist mein Gemüse (ISBN: 9783499015670)

Fleisch ist mein Gemüse

(445)
Erschienen am 15.10.2024
Cover des Buches Der goldene Handschuh (ISBN: 9783499271274)

Der goldene Handschuh

(308)
Erschienen am 24.03.2017
Cover des Buches Fleckenteufel (ISBN: 9783499274817)

Fleckenteufel

(179)
Erschienen am 26.06.2018
Cover des Buches Ein Sommer in Niendorf (ISBN: 9783499008856)

Ein Sommer in Niendorf

(88)
Erschienen am 16.04.2024
Cover des Buches Heinz Strunk in Afrika (ISBN: 9783499258596)

Heinz Strunk in Afrika

(71)
Erschienen am 01.08.2012
Cover des Buches Die Zunge Europas (ISBN: 9783499248436)

Die Zunge Europas

(72)
Erschienen am 01.02.2010
Cover des Buches Es ist immer so schön mit dir (ISBN: 9783499003943)

Es ist immer so schön mit dir

(52)
Erschienen am 31.01.2023
Cover des Buches Junge rettet Freund aus Teich (ISBN: 9783499266683)

Junge rettet Freund aus Teich

(41)
Erschienen am 01.09.2014

Neue Rezensionen zu Heinz Strunk

Cover des Buches Zauberberg 2 (ISBN: 9783498007119)
winter-chills avatar

Rezension zu "Zauberberg 2" von Heinz Strunk

winter-chill
Hommage an einen großen Klassiker

 Ein junger Mann begibt sich in ein Sanatorium und verliert zunehmend den Draht zur Außenwelt – nicht nur der Titel, auch das Setting von Heinz Strunks Zauberberg 2 weisen natürlich auf einen großen Klassiker der Weltliteratur hin: Der Zauberberg von Thomas Mann. Heinz Strunk ist mit seinem Zauberberg 2 durchaus eine Hommage an den Klassiker gelungen – trotzdem ist der Roman auch ganz und gar typisch Heinz Strunk.

Statt nach Davos geht es für Jonas Heidbrink, Anfang 30 und Selfmade-Millionär, ins flache Hinterland der Ostsee. Und anstatt Lungenkranke beherbergt das Sanatorium psychisch Erkrankte. Jonas fühlt sich zunehmend ausgebrannt und depressiv und erhofft sich in der Einrichtung Erholung und Heilung.
Schon bald aber steckt Heidbrink zwischen den alltäglichen Visiten und Anwendungen fest wie in einem Korsett und es scheint gar kein Ende mehr für ihn zu nehmen. Immer mehr Baustellen an seinem Körper und in seiner Psyche tun sich auf – ob die ganzen Therapiesitzungen helfen ist zudem immer fraglicher. Bald verliert sich Heidbrink immer mehr in der Welt der Heilanstalt, scheint keinen Absprung mehr zu finden und kommt auch der Außenwelt immer mehr abhanden. 

Parallel dazu geht es der Klinik wirtschaftlich immer schlechter. Das Personal wird nach und nach reduziert, ein Nebengebäude wird geschlossen und das Essen wird nicht mehr frisch gekocht. Aus dem noblen Sanatorium wird zunehmend eine marode Klinik, was sich bald auch am Patientenstamm bemerkbar macht. Schließlich kommt es auch noch zu einem rätselhaften Unglücksfall. 

Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, diesen Roman zu lesen und ich glaube, man darf einfach nicht den Fehler machen, Manns Zauberberg eins zu eins mit Strunks Zauberberg 2 zu vergleichen. Heinz Strunk hat hier ein vollkommen eigeständiges Werk in üblicher Strunk-Manier geschaffen und verneigt sich damit aber zeitgleich vor dem großen Klassiker. Das sieht man vor allem im vorletzten Kapitel „Kirgisenträume“, das überwiegend aus Zauberberg-Zitaten besteht. 

Zauberberg 2 ist vor allem ein zynischer Blick auf die Menschheit. Strunk erweist sich mal wieder als großer Beobachter und schreibt mit viel Sarkasmus und Ironie. Besonders grandios dargestellt fand ich die Parallele zwischen dem fortschreitenden Verfall des Sanatoriums und dem immer desolater werdenden Zustand Heidbrinks. Man sagt Strunk ja nach, der Meister der erzählten Depression zu sein – das hat er mit diesem Buch nochmal auf die Spitze getrieben.

Für mich ein unterhaltsames Buch – ironisch, witzig, aber auch traurig. 

Cover des Buches Ein Sommer in Niendorf (ISBN: 9783499008856)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Ein Sommer in Niendorf" von Heinz Strunk

Hubertus_Feldmann
Erstens kommt es anders, …

Die Zeit läuft. Unaufhörlich. Und mit jedem Jahr scheint die Lebensuhr schneller abzulaufen. Zeit also, dieses Schwungrad vor der nächsten großen Herausforderung, neu zu justieren, das Leben mit neuen Inhalten zu füllen, in der Hoffnung, damit die tickende Uhr ein wenig zu auszubremsen: mehr Zeit für sich (90 Tage), Zeit für Abenteuer, Zeit für ein Projekt. Der Abenteurer heißt Dr. Roth (Jurist), das Projekt „Familiengeschichte“, umgesetzt an der Ostseeküste, in „[…] einem hässlichen Zementhaufen namens Niendorf.“

Aber auch hier sind die projektierten Ansprüche hoch. Es soll ein Bestseller werden, der womöglich sogar verfilmt wird. Die Grundlage: 44 Tonbänder, etwa 66 Stunden Gesprächszeit mit seinem kranken Vater. Doch die Last scheint zu groß, die eigenen Ansprüche kaum zu erreichen. Zumal das Umfeld kaum geeignet scheint, den geistigen Freiraum freiwillig zur Verfügung zu stellen. Da ist zunächst der Apartmentverwalter, Markus Breda, der dem Schreiberling ordentlich „auf die Nüsse geht“ (um im Jargon des Autors zu bleiben). Er „dreht Hunderte [trotz starkem Übergewicht und Alkoholproblemen] tonnenschwerer Strandkörbe, ist [aufdringlicher] Ferienwohnungsmogul und Inhaber eines Alkoholspezialfeinkostdelikatessengeschäfts, Platin-Multijobber de luxe.“ Und das ist jetzt die höfliche Beschreibung eines ansonsten „fies-eklig“ beschriebenen Mitmenschen, der aber gerade wegen seiner ungezwungenen Aufdringlichkeit Seiten im Juristen zum Schwingen bringt, die bislang eher verborgen waren. 

Ohnehin werden die meisten Figuren oft überzeichnet, „nackig“ gemacht, dem exhibitionistischen Auge vulgär-offen präsentiert: „Ihr Parfüm hat sich verflüchtigt, zum Vorschein kommt ein leicht säuerlicher Geruch. Matjes mit Zwiebeln oder Eigenaroma?“ Wem da keine Nackenhaare zu steigen beginnen – und das ist erst der Anfang. Aber gerade diese Direktheit, die vor der Eigenbeschreibung keinen Halt macht, übt diesen kaum zu verhinderndem Sog aus, rein in die Geschichte, rein in die Haut des Erzählers, Anklänge zum eigenen Leben finden, im Mitleiden an den Überforderungen des Soseins, sich in Erniedrigungen wiederfinden, in unerwiderten Gefühlen. Einer der Höhepunkte dieser Geschichte ist sicher die Auseinandersetzung mit der Ex und seiner Tochter, in der unter anderem Gott und seine Anhänger mit eleganten Vergleichen, allesamt schmerzhaft in ihren Auswirkungen, auf ein passendes Niveau gerückt werden: „‘Der Allmächtige hat Millionen Jahre Zeit gehabt, um aus der Welt etwas Schönes zu machen, aber offenbar hat er mehr Lust auf Vernichtungskriege, Killing Fields und den Genozid gehabt.‘“ 

Es sind diese direkt unter die Haut gehenden Lebensäußerungen, die den Leser in den Bann ziehen, die inneren Monologe des Ich-Erzählers, in denen sowohl die Fragilität des Lebens hinterfragt wird wie auch mögliche Handlungsoptionen überprüft werden, der jederzeitigen Möglichkeit, von den Zufällen und Enttäuschungen des Lebens überrannt zu werden, und ihnen dennoch immer wieder Paroli bietend, das Hadern, das Zweifeln, der Kampf um die Liebe, zumindest um ein „liebes Wort“. Es ist ein großartiges Buch, eines das geeignet ist, eine Stützfunktion zu entwickeln, wäre es bloß seitenstärker. Bei vielen Büchern wünscht man sich weniger Seiten, hier – nicht.

(27.2.2023)

Cover des Buches Der gelbe Elefant (ISBN: 9783499011771)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Der gelbe Elefant" von Heinz Strunk

Hubertus_Feldmann
Was bleibt?

Wer sich auf Heinz Strunk einlässt, weiß was ihm blüht. Hier wird nicht zart die Harfe gezupft, sondern der Hammer saust mit unbarmherzigen Schlägen in Richtung menschlicher Erdenwürmer. So drastisch muss der Vergleich schon ausfallen, denn was hier dem Leser teilweise zugemutet wird, greift nicht nur unter die Gürtellinie, sondern verfehlt auch immer wieder die Grenze des guten Geschmacks. Bei all dem verfestigt sich so manches Bild im Kopf, das man dort eigentlich gar nicht haben möchte. Und immer weiß man bereits im Vorhinein, dass die Geschichten nicht gut ausgehen werden. Und so gibt es beispielsweise auch beim Todeskampf keine Chance auf eine letzte Rettung. Auch wenn manches slapstickartig ausgeführt wird, so wird der Grund des Menschseins doch gehörig aufgewühlt und dabei so manches zärtliche Pflänzchen im Vorübergehen zerdrückt.

Dennoch bieten die Geschichten die Möglichkeit sich mit den Widrigkeiten des Lebens auseinanderzusetzen, immer auch in dem Wissen, dass man es ja selbst besser erwischt hat als diejenigen, die hier in manch grotesker Überzeichnung beschrieben werden. Aber braucht es wirklich solche Geschichten, um sich seiner eigenen Vergänglichkeit bewusst zu werden. Wäre hierzu nicht hin und wieder eine ausgleichende „schöne“ Geschichte vonnöten. Nicht so bei Heinz Strunk. Immerhin gibt es einen metaphorischen Satz, der ein wenig Hoffnung gibt: „Ein Diamant ist ein Stück Kohle, das Ausdauer hatte.“ 

(10.7.2023)

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Heinz Strunk wurde am 16. Mai 1962 in Hamburg (Deutschland) geboren.

Heinz Strunk im Netz:

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

1.393 Bibliotheken

113 Merkzettel

17 Leser*innen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks