Heinz Strunk Der Goldene Handschuh

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Inhaltsangabe zu „Der Goldene Handschuh“ von Heinz Strunk

Dieser phantastisch düstere, grell komische und unendlich traurige Roman ist der erste des Autors, der ohne autobiographische Züge auskommt. Ein Strunkbuch ist es trotzdem ganz und gar. Sein schrecklicher Held heißt Fritz Honka – für in den siebziger Jahren aufgewachsene Deutsche der schwarze Mann ihrer Kindheit, ein Frauenmörder aus der untersten Unterschicht, der 1976 in einem spektakulären Prozess schaurige Berühmtheit erlangte. Honka, ein Würstchen, wie es im Buche steht, geistig und körperlich gezeichnet durch eine grausame Jugend voller Missbrauch und Gewalt, nahm seine Opfer aus der Hamburger Absturzkneipe „Zum Goldenen Handschuh“ mit.

Strunks Roman taucht tief ein in die infernalische Nachtwelt von Kiez, Kneipe, Abbruchquartier, deren Bewohnern das mitleidlose Leben alles Menschliche zu rauben droht. Mit erzählerischem Furor, historischer Genauigkeit und ungeheurem Mitgefühl zeichnet er das Bild einer Welt, in der nicht nur der Täter gerichtsnotorisch war, sondern auch alle seine unglücklichen Opfer. Immer wieder unternimmt der Roman indes Ausflüge in die oberen Etagen der Gesellschaft, zu den Angehörigen einer hanseatischen Reederdynastie mit Sitz in den Elbvororten, wo das Geld wohnt, die Menschlichkeit aber auch nicht unbedingt. Am Ende treffen sich Arm und Reich in der Vierundzwanzigstundenkaschemme am Hamburger Berg, zwischen Alkohol, Sex, Elend und Verbrechen: Menschen allesamt, bis zur letzten Stunde geschlagen mit dem Wunsch nach Glück.

http://www.nixzulesen.de/index.php/2017/05/09/der-goldene-handschuh-heinz-strunk/

— toertchen

Heftige Sprache. Interessant zu lesen. Man sollte sich das Buch ruhig mal antun. Nicht dieser "Ach, was haben wir doch für Probleme"Scheiss.

— Avatarus

Meine Herren, was ein krass geschriebenes Buch. Ranzig, eklig, sozial völlig abgewrackte Typen... um nur ein paar Wörter zu nennen. Lest es!

— Readrat

Man muss sich ergötzen können an dem Elend anderer - sonst bietet einen dieses Buch nichts.

— CocuriRuby

Fürchterlich, ekelerregend und ruft sehr viel Kopfschütteln hervor. Nichts desto trotz ein wichtiges Buch, was sich zu lesen lohnt.

— mirius_black

Für dieses Buch benötigt man sehr starke Nerven. Widerwärtig, erschütternd, ekelerregend. Und dennoch: richtig gut!

— Snordbruch

Parade der Perversion & Degeneration, bei der sich Ober- und Unterschicht in derselben Verfallenheit zum Suff begegnen

— schmives

Sprachlich einfach - thematisch fast schwierig; eine Mordsgeschichte!

— Callso

Ein fieses Buch. Aber ein herrlich fieses und lesenswertes Buch.

— stiller

Ein Roman, der von so tief unten kommt, wie es tiefer in einem Menschenleben kaum geht. Trotzdem nicht frei von Humor - Hut ab, Herr Strunk!

— Xirxe

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Trotz des ernsten und traurigen Themas ist die Geschichte von Beauty und Robin leicht wie eine Feder und das ist schon eine große Kunst.

Nina2401

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  • Themen
  • Ekelhaft und zermürbend, aber trotzdem großartige Literatur

    Der Goldene Handschuh

    winter-chill

    11. March 2018 um 14:10

    Mitten hinein in den Abgrund, geradewegs zu den Verlorensten der Verlorenen entführt Heinz Strunk seine Leser in seinem vielgelobten Roman „Der goldene Handschuh“. Es ist Strunks erstes Buch, das ohne autobiografische Züge auskommt – wenngleich er sich auch hier einer Biographie widmet: die des Hilfsarbeiters Fritz Honka, der zwischen 1970 und 1975 in Hamburg vier Frauen ermordet und sie anschließend in der Abseite seiner Mansardenwohnung verstaut hat. Eine wahre Geschichte also. Dreh- und Angelpunkt in Fritz Honkas Leben und somit auch des Romans ist die Kiez-Kneipe „Zum Goldenen Handschuh“ auf Sankt Pauli. Eine Kneipe, in der sich die kaputtesten der kaputten Menschen treffen: Alkoholiker, Ex-Luden, Invalide, Gesindel. Aber auch Frauen – gestrandete, klägliche Frauen, oftmals ehemalige Prostituierte, die nichts mehr im Leben haben, deren Welt sich nur noch um Alkohol und ein Dach über dem Kopf dreht. Willkommene Opfer für Fritz Honka. Den „goldenen Handschuh“ zu lesen ist gleichermaßen interessant wie auch eine große Zumutung. Tatsächlich hab ich selten ein so ekelhaftes und zermürbendes und zugleich vereinnahmendes und außerordentlich gutes Buch gelesen. Strunk beschreibt die Hamburger Nachtwelt zwischen Kiez, Kneipe und Abbruchquartieren sowie deren Bewohner so detailliert und mit so einer fulminanten Beobachtungsgabe, dass man nahezu das Gefühl hat, selbst mittendrin zu sein. Gerade auch dem schaurigen Protagonisten Fritz Honka kommt man erschreckend nah und schwankt ständig zwischen Ekel und Mitgefühl. Auch sprachlich und erzähltechnisch bekommt man diesen Wechsel zwischen Anteilnahme und Abscheu zu spüren: So beschreibt Strunk einerseits äußerst mitfühlend Honkas Vergangenheit, seine Umstände. Auf der anderen Seite lässt Strunk den Leser aber auch an Honkas kranken Gedanken teilhaben – und die sind alles andere als blumig, sondern einfach nur abstoßend. Etwas unnötig fand ich allerdings den zweiten Handlungsstrang, den Strunk der Honka-Geschichte zur Seite stellt. In kurzen Episoden erzählt er den Verfall der fiktiven Reederfamilie von Dohren. Während des Dritten Reichs hatten die Kaufleute sich maßlos an jüdischem Eigentum vergangen und werden seither von anderen hanseatischen Kaufleuten gesellschaftlich geschnitten. Die beiden Erzählstränge – Honka und von Dohren – laufen nie zusammen. Einzige Schnittmenge ist, dass einige Familienmitglieder der Reederfamilie auch im goldenen Handschuh verkehren und so ihre Abgründe haben. Im Nachhinein denke ich mir, dass Strunk damit zeigen wollte, dass Verdorbenheit nicht unbedingt etwas mit dem sozialen Status zu tun hat. Rund oder besser hat dieser Erzählstrang den Roman meiner Meinung nach aber auch nicht gemacht. In der Summe aber wirklich großartige Literatur – allerdings braucht man beim Lesen schon starke Nerven und einen festen Magen.

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  • Ein "Strunk" an den man sich gewöhnen muss

    Der Goldene Handschuh

    rkuehne

    26. February 2018 um 20:38

    Ein "Strunk" an den man sich gewöhnen müsste, es aber nicht kann, weil alles viel zu rasant geht. Rasant in den Abgrund. Es dauerte ein paar Seiten bis ich begriffen hatte, dass Quatsch-King Strunk hier gar nicht albern war, sondern das tragische wirklich ernst gemeint war. Noch tragischer wird es, wenn man verinnerlicht, dass Strunk sich diese Abgründe um den Hamburger Serienmörder Fiete Honka nicht ausgedacht, sondern gründlich recherchiert hatte. Dass Leben von Honka am Rande der Hamburger Gesellschaft der 70er-Jahre, sehr am Rande, in den üblen Spelunken St. Paulis ist schwer zu ertragen, oft hart an der Ekelgrenze und dennoch schafft es Strunk, Honka nicht als rein bösartigen Täter darzustellen, sondern dem Leser fast so etwas wie Mitleid für einen sadistischen Mörder abzuringen. Insgesamt hab ich ein bisschen gebraucht, um mich an diesen ernsten Strunk zu gewöhnen, hab bis zum Ende nicht verstanden, was der Parallelplot um eine zerstrittene Reederfamilie für eine Funktion hatte, aber den "Handschuh" mitunter mit Abscheu, aber gern gelesen.

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  • Verlosung der Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams 2017

    Was man von hier aus sehen kann

    Daniliesing

    Es ist für uns schon eine liebgewonnene Tradition geworden und vielleicht für euch ja auch? Zum Ende des Jahres blicken wir auf unsere gelesenen Bücher zurück und jeder im LovelyBooks Team überlegt sich ein Buch, das ihn in diesem Jahr ganz besonders begeistern konnte. Die Lieblingsbücher des LB-Teams 2017 möchten wir euch hier verraten und ans Herz lesen. Es ist eine bunte Mischung verschiedener Genres und bestimmt für jeden was dabei.Auf einen von euch wartet dabei ein besonderer Gewinn!Wir verlosen ein großes Lieblingsbücher-Paket unter allen Teilnehmern dieser Verlosung. In diesem Paket wird jedes der hier genannten 17 Lieblingsbücher einmal vertreten sein.Und los geht es mit unseren Herzensbüchern des Jahres:diewortklauberin empfiehlt "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana LekyEin Okapi ist ein abwegiges Tier. Ebenso abwegig erscheint es, dass ein Traum von einem ebensolchen einen Todesfall ankündigen soll. Doch das ist nur eine der Kuriositäten, die dem Leser in diesem kleinen Dorf im Westerwald begegnen.„Was man von hier aus sehen kann“ hat mich besonders durch seine Unaufgeregtheit begeistert. Es ist eine Geschichte, die leise und schlicht daher kommt und die großen Themen bespricht, ohne sie anzusprechen: den Tod, der uns immer plötzlich trifft, obwohl er unweigerlich Teil des Lebens ist, die Liebe, auf die das Gleiche zutrifft, und den Mut trotzdem (oder eben deswegen) das Leben zu wagen.PiaDis empfiehlt "Die Blutschule" von Max RhodeDieses Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist wirklich verstörend, spannend und gleichzeitig richtig gut. Es steht zwar Thriller drauf, aber da ist schon auch ein wenig Horror drin. Nichts für schwache Nerven ;-) Ein Buch das mich wirklich immer noch ein wenig beschäftigt. Ich habe das Buch fast am Stück gelesen, weil es mich nicht los lassen wollte ...sarah_elise empfiehlt "Rendezvous mit einem Oktopus" von Sy MontgomeryEr kann 16.000 Küsse auf einmal verteilen, Tricks lernen, Türen öffnen, miese Laune verbreiten und mit seinen Tiefseeaugen die Türen zu einer noch unbekannten Welt öffnen. Der Oktopus. Mein Buch des Jahres hat mich auf jeder Seite verzaubert und zugleich meinen Blick erweitert. Meinen Blick auf meine große Liebe, das Meer. Ein liebevolles und tiefgründiges Buch über die Seele der Ozeane für alle Tiefseetaucher, Hobbyaquanauten und jeden Literaturliebhaber.infinitejourney empfiehlt "Blade Runner" von Philip K. DickEin Klassiker, der hochaktuelle Fragen aufwirft: Was braucht ein Mensch um sich als Mensch zu fühlen, wie weit sollen Gefühle gesteuert werden, was ist künstliches Leben wert? Entworfen wird eine dystopische Zukunft, die theoretisch in erschreckend greifbarer Nähe liegt und zum Reflektieren anregt. In Verbindung mit dem filmischen Sequel mein persönliches Lesehighlight in diesem Jahr.Marina_Nordbreze empfielt "The Hate U Give" von Angie ThomasSelten hat mich beim Lesen ein Buch so wütend gemacht. Warum ist unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert noch immer so furchtbar rassistisch? Für mehr Wut auf die Missstände und mehr Kraft zur Veränderung empfehle ich ganz dringend die Lektüre von "The hate u give" von Angie Thomas, die ungeschont den Alltagsrassismus in den USA beschreibt. Vielleicht bewirkt das Buch auch hier in Deutschland ein Umdenken bei so manchem Leser. Wünschenswert wäre es. Malista empfielt "Warten auf Bojangles" von Olivier BourdeautEine Liebeserklärung an das Leben in allen seinen Facetten! Voll Liebe, Hoffnung und Mut erzählt der Autor die Geschichte eines Familienlebens, das auf Grund der Krankheit der Mutter, eigentlich alles andere als leicht sein sollte. Dennoch erscheint das Leben dieser Familie beneidenswert liebevoll und leichtfüßig und es begleitet einem beim Lesen ein herrliches Gefühl, das alles möglich sein kann.SandraKath empfiehlt "Caraval" von Stephanie GarberStephanie Garber hat mich beim Lesen komplett vergessen lassen, dass "Caraval" ihr Debüt ist. Man taucht ein in diese magische Welt und kann nicht mehr unterscheiden, was wahr und was nur eine Illusion ist, wem man vertrauen kann und wer lügt. Man folgt Scarlett in ein Spiel um Leben und Tod und sucht mit ihr gemeinsam nach den Antworten auf so viele Fragen. Und gerade, wenn man denkt, dass alle Rätsel gelöst sind, liest man die letzte Seite...markusros empfiehlt "Die Geschichte der Bienen" von Maja LundeAngestachelt und aufgerüttelt von meiner Tochter, die in der Schule das Thema Bienen und Bienensterben behandelt hat, habe ich mich im Urlaub auf den Roman gestürzt. Ein paar wenige laue Sommerabende am Campingplatz später hatte ich das Buch verschlungen. Neben viel Spannung und schöne Lesestunden hat mir das Buch auch beim aktuellen Thema „Insektensterben“ geholfen, einige aktuelle politische Diskussionen besser einordnen zu können, etwa rund um Glyphosat. Und um selber wenigstens im Kleinen was Gutes zu tun: Im eigenen Garten haben wir seit dem Herbst eine extra bienenfreundliche Wildblumenwiese gesät.kultfigur empfiehlt "1Q84" (Buch 1 & 2) von Haruki MurakamiIch habe in diesem Jahr für mich das erste Mal Hörbücher ausprobiert. Eigentlich war ich skeptisch, doch nachdem ich 1Q84 von Haruki Murakami (Buch 1 + 2) ungekürzt bei Spotify entdeckt und gehört habe, bin ich absolut fasziniert. Zur erzählerischen Qualität des Autors muss man, glaube ich, nichts sagen und die Geschichte hat, unaufgeregt gelesen von David Nathan, einen unglaublichen Sog. Noch nie waren Figuren für mich so real und zum Greifen nahe und als es zu Ende ging, war ich tieftraurig. Was für ein Glück, dass Buch 3 noch auf mich wartet :-)TanjaMaFi empfiehlt "Ein Gentleman in Moskau" von Amor TowlesEinen klügeren, warmherzigeren und optimistischeren Charakter als Graf Rostov habe ich in einem Buch selten erlebt. 1922 wird er im Hotel Metropol in Moskau unter Hausarrest gestellt und durchlebt in diesem irgendwie sehr gemächlichen Mikrokosmos die nächsten 30 turbulenten Jahre im sich rapide ändernden Russland. Quasi durch das Fenster erlebt der Leser nicht nur einzigartige Figuren aber auch eine faszinierende Reise durch die Zeit. "Ein Gentleman in Moskau" ist definitiv das Buch, das mich dieses Jahr am meisten begeistert hat.Sharyssima empfiehlt "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay KristoffEin Buch, das mich dieses Jahr vollkommen überrascht und überzeugt hat, ist "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay Kristoff. Wer glaubt, ein ganz normales Science-Fiction-Buch vor sich zu haben, täuscht sich gewaltig. Die spannende Story wird nämlich mit einem bunten Mix aus Chats, Protokollen, Berichten, Funksprüchen und Bauplänen erzählt, die die Geschichte so plastisch und realistisch machen, dass man sich selbst auf den Raumschiffen im Weltall wähnt. Ein Buch, das geradezu nach einer Verfilmung schreit!NaddlDaddl empfiehlt "Im Traum kannst du nicht lügen" von Malin Persson GiolitoEndlich mal wieder ein Thriller, der mich komplett überzeugen konnte! "Im Traum kannst du nicht lügen" fängt zwar eher ruhig an, zieht einen aber immer mehr in seinen Sog. Majas Gedanken rund um den Prozess sind absolut spannend, ich war wie gebannt von der Frage, was passiert ist, wer welche Rolle gespielt hat und wer die Schuld an den Geschehnissen trägt. Eine Geschichte, die nicht nur aus schwarz und weiß besteht – schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich hinterlassen.Daniliesing empfiehlt "Before they pass away" von Jimmy NelsonSo wenige Romane, wie in diesem Jahr, habe ich wohl selten gelesen. Dafür durfte ich große Mengen an (Papp)bilderbüchern anschauen und ein paar interessante Sachbücher entdecken. Kurz vor knapp sind mir jedoch ein Buch und ein Fotograf begegnet, die mich nicht mehr losgelassen haben. Deshalb geht meine Empfehlung an den Bildband "Before they pass away" mit den atemberaubenden Fotos von Jimmy Nelson. Er hat es sich zur Aufgabe und Berufung gemacht, indigene Völker auf der ganzen Welt und in den entlegensten Winkeln der Erde zu entdecken, sie kennen zu lernen und natürlich zu fotografieren. Dieser kleine Einblick in ihren Alltag, der zugleich in starkem Kontrast zu unserer modernen, schnelllebigen Welt steht, macht dieses Buch für mich so eindrucksvoll!Cari_f empfiehlt "Nevernight - Die Prüfung" von Jay KristoffMeine persönliche Entdeckung dieses Jahres sind die Bücher von Jay Kristoff. Sowohl "Illuminae", das er zusammen mit Amie Kaufman geschrieben hat, als auch "Nevernight - Die Prüfung" haben mich absolut in ihren Bann gezogen. Letzteres lässt die Leser in eine düstere Fantasywelt eintauchen und strotzt nur so vor Ironie, Schonungslosigkeit und Ideenreichtum. Dieses Buch ist zwar nichts für Zartbesaitete, lässt aber die Herzen all jener höher schlagen, die gerne anspruchsvolle Fantasy mit wunderbar unperfekten Protagonisten lesen. Eins meiner Highlights des Jahres 2017!aba empfiehlt "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo AgualusaEin Buch, das mich zugleich berührt, unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht hat, ist "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von dem angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa. In seinem Roman erzählt er die Geschichte einer Frau, die 30 Jahre lang allein und isoliert in der angolanischen Hauptstadt gelebt hat. In ihrer eigenen Wohnung! In derselben Zeit erlebt das Land große politische und wirtschaftliche Umstellungen. Die Protagonistin dieses Romans schafft es, das Schicksal vieler Menschen zu beeinflussen, und das während ihrer Isolation und ohne es überhaupt zu ahnen. Glaubhaft und höchst spannend erzählt Agualusa diese unglaubliche Geschichte, an die ich noch sehr sehr lange denken werde!Gexi empfiehlt "Götterblut" von Stella A. TackFür Fantasy mit griechischer Mythologie bin ich eigentlich immer zu haben und Stella A. Tacks Buch war ein Volltreffer. Warrior ist eine eigenwillige und etwas kratzbürstige Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt und die einen oft zum Lachen bringt. Sie nimmt uns mit auf eine Taxifahrt durch die Hölle und auf ein Golfspiel der Götter im Olymp und richtet dabei einiges an Chaos an. Für mich wurde durch dieses Buch klar, dass deutsche Fantasy viel kann! Mein Fazit: einfach göttlich.Daria87 empfiehlt "Der Junge auf dem Berg" von John BoyneDieses war mein erstes Buch des Autors und ich war vollends begeistert. Sein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Meisterhaft beschreibt John Boyne wie leicht vor allem Kinder beeinflussbar sind und wie wichtig es ist, dass sie gute Vorbilder haben. Eine absolute Leseempfehlung!Wir hoffen an dieser Stelle natürlich, dass wir vielen von euch das ein oder andere - oder gleich alle ;-) - unserer Lieblingsbücher schmackhaft machen konnten.Wenn ihr also dieses schöne Buchpaket mit unseren 17 Top-Büchern des Jahres gewinnen möchtet, klickt einfach auf "Jetzt bewerben" und verratet uns folgendes:Mal angenommen, ihr dieses Jahr nur ein einiziges Buch zu Weihnachten verschenken, das für euch ein echtes Highlight war. Für welches Buch würdet ihr euch entscheiden und wieso?Bei dieser Verlosung könnt ihr bis einschließlich 3. Januar 2018 mitmachen! Wir wünschen euch schöne Weihnachten mit euren Lieben und einen guten Start ins neue Jahr!

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    • 903
  • Naja..

    Der Goldene Handschuh

    Becky_Schnecky

    13. December 2017 um 11:36

    Ich gebe hiermit drei Sterne, weil die Geschichte an sich nicht uninteressant ist - gerade als Hamburgerin. Daher fand ich sehr nett, dass mir viele Orte und Sprachwendungen bekannt vorkamen. Leider war das Buch irgendwie nicht nach meinem Geschmack geschrieben. Es kamen zu häufig Wiederholungen vor, die mich extrem genervt haben. & ich denke, dass man einige Passagen auch einfach hätte etwas spannender schreiben können. Ich möchte hier nicht den Inhalt des Buches bewerten, sondern eher die Umsetzung. Es ist eine Geschichte eines bekannten Serienmörders & die Geschichte ist schrecklich - wie man es dreht und wendet. Fritz Honka hat mich extrem aufgeregt, aber das ist wohl einfach so bei Mördern, die regen mich immer auf & erst recht wenn ich weiß, dass es keine erfundene Geschichte ist, dieses Buch nur mit Berichten von Hr. Honka geschrieben wurde & dass er auf seine Taten auch noch stolz war.. & gerade das Ende des Buches - also die Nachgeschichte quasi - hat mich sowas von genervt. ACHTUNG SPOILER!Er säuft sich die Birne aus dem Kopf, tötet Menschen, kommt dann nur in eine geschlossene Anstalt, wird dann ganz normal in ein Altenheim entlassen, um dann dort ein 'schönes' Leben zu führen? Ich finde das eine absolute Frechheit!!SPOILER ENDE!Dieses Buch kann ich so halb empfehlen. Für die unter euch die Geschichten über Serienmörder suchen.. ich weiß es nicht. Es wird halt sehr wenig darauf eingegangen & eher seine Vorgeschichte erzählt.LG Becky

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  • Leserunde zu "Wer ist B. Traven?" von Torsten Seifert

    Wer ist B. Traven?

    aba

    "Wenn der Film erst in den Kinos läuft, wird die ganze Welt wissen wollen, wer dieser B. Traven ist. Und Sie und ich, wir werden es ihr sagen." Fans des Schwarzweißkinos aufgepasst!Kennt ihr B. Traven? Dieser Mann ist nicht nur einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, er ist auch der mysteriöseste von allen. Der ehrgeiziger Journalist Leon Borenstein möchte dem Geheimnis um B. Traven auf die Spur kommen und es ein für alle Mal lösen. In "Wer ist B. Traven?" entführt Torsten Seifert seine Leser in eine Welt, von der noch heute viele schwärmen: die Welt der Schwarzweißfilme.Begleitet Leon auf seine Suche nach B. Traven und lasst euch von der Magie vergangener Zeiten verlocken!Torsten Seifert ist übrigens der diesjährige Gewinner des Blogbuster-Preises 2017!"Wer ist B. Traven?" ist unser neuer Roman im LovelyBooks Literatursalon!Wenn ihr wissen möchtet, wer der mysteriöse Schriftsteller wirklich ist, dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen. In unserem LovelyBooks Literatursalon warten außerdem weitere literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben auf euch.Zum Inhalt1947: Leon, ein aufstrebender Journalist, verschlägt es nach Zentralmexiko. Hier wird "Der Schatz der Sierra Madre" gedreht, basierend auf einem Roman von B. Traven. Leon soll herausfinden, wer sich hinter dem Pseudonym des Schriftstellers versteckt. Doch er verbringt seine Zeit lieber mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, John Huston und einer geheimnisvollen Frau namens María. Zurück in Los Angeles lässt ihn Travens Geheimnis aber nicht mehr los: Wer ist dieser Autor? Stimmt es, dass alle, die nach ihm suchen, unter mysteriösen Umständen ums Leben kommen? Leon zieht erneut los. In Wien kommt er einer Antwort näher, des Rätsels Lösung aber liegt in Mexiko. Und Leon merkt plötzlich: Er ist nicht der einzige, der B. Traven auf den Fersen ist...Seid ihr bereit für eine spannende Leseprobe?Zum AutorTorsten Seifert, geboren 1966 in Görlitz (Sachsen). Nach dem Studium der Betriebswirtschaft in Leipzig und einem Marketingstudium in Berlin arbeitete er als Werbetexter. Nebenbei schrieb er für verschiedene Stadtmagazine sowie für Kabaretts.Seit 1997 arbeitet Torsten Seifert als freier Texter, Konzeptioner und PR-Journalist. Im selben Jahr steuerte er das Libretto für das in Leipzig aufgeführte Musical "Die phantastische Welt" bei.2007 erschien im Self-Publishing sein Roman "Rodeo für Anfänger". Torsten Seifert ist verheiratet. Er lebt und arbeitet in Potsdam-Babelsberg. Seid ihr neugierig geworden? Zusammen mit Tropen verlosen wir 30 Exemplare von "Wer ist B. Traven?" unter allen, die zusammen mit Leon das Geheimnis um B. Traven lüften möchten. Habt ihr Lust, dieses Buch im Rahmen einer Leserunde zu lesen, euch darüber auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 11.10., und antwortet auf folgende Frage:"Liebt ihr Schwarezweissfilme? Warum faszinieren sie? Welcher ist euer Lieblingsfilm? Oder habt ihr Kino lieber in Farbe?"Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde ein weiteres Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier. * Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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    • 1537

    anushka

    27. November 2017 um 22:38
    aba schreibt Der Roman zeigt nur einen ganz kleinen Teil Mexikos. Leon hat sich ja nur mit der Unterwelt beschäftigt, die überall auf der Welt gleich ist. Mexiko ist ein ganz tolles Land, das seine ...

    Ich denke, dass man auch Deutschland so "abschreckend" darstellen könnte, abhängig davon, aus welchem Milieu man erzählt. Ich denke da beispielsweise an Strunks "Der goldene Handschuh". Das hat ...

  • Ich weiß nicht, was ich von diesem Buch halten soll - oder was es überhaupt sein soll

    Der Goldene Handschuh

    CocuriRuby

    04. September 2017 um 17:45

    Strunk hat ein Talent mit seinen Schreibstil Bilder zu erzeugen. Wie er Armut, Verwahrlosung, Elend und Dreck beschreiben kann, ist herausstechend. Er schreibst plastisch, detailliert und sprachlich präzise. Ich sehe das und erkenne das auf der technischen Seite auch an, aber wirklich zu mir vordringen tut es nicht – es löst nichts in mir aus – vielleicht ist das auch reiner Selbstschutz, denn die Sprache bzw. Wortwahl, die er benutzt ist bestenfalls gewöhnungsbedürftig, schlimmstenfalls abartig. Seinen Hang oder Vorliebe für Extremente aller Art, aber vorrangig „Scheiße“ und „Pisse“ grenzt an abstoßend und widerlich. Die anale Phase in der Kindheit konnte der Autor wohl nie ganz verlassen – jedenfalls nicht literarisch. Das Problem ist, dass das (also wie es geschrieben ist) so im Fokus steht, dass fast nichts daneben einen Platz hat. Die tragensten Figuren: Fiete, der Anwalt und WH1-3, sind fast schon identisch in der Gestaltung. Im Prinzip sind alle die gleiche Person, nur an verschiedenen Ausgangspunkten – sie sind auch alle gleich abstoßend. Die anderen Figuren, dienen ausschließlich um den Ekel zu vertiefen und die Kulisse zu füllen – viele der Figuren besitzen nichts menschliches mehr. Das finde ich auf Dauer zu langweilig, da das Buch keinen weiteren Inhalt aufweisen kann außer: Saufen, Ficken, Ausdünstungen oder Ausscheidungen und Gewaltfantasien – das wars. Das zeigt sich auch daran, dass der Klappentext zwar zum Inhalt nur 2 kurze Sätze schreibt, aber trotzdem das halbe Buch, inkl. Ende spoilert, weil einfach inhaltlich nichts da. Es gab einen Moment, bei dem ich kurz der Hoffnung verfallen war, dass doch noch so was wie „Handlung/Geschichte“ aufkommen könnte: in der 2. Hälfte des Buches, flossen ein paar Hintergrundaspekte zum Protagonisten (Fiete) ein – wie er so werden konnte bzw. wie er dort gelandet ist, wo er gelandet ist. Es gab auch kurzer Ausblick von Hoffnung (Besserung). Aber der Moment war so kurz und es folgte eine so vernichtende Kehrtwende, dass das kaum erwähnenswert ist. Das wäre vermutlich trotzdem der Moment gewesen, indem man etwas hineininterpretieren können oder müssen, wenn man denn unbedingt irgendwas in diesem Buch sehen möchte. Sowas wie: Die Tragik des Lebens, die Vergängliche Hoffnung, auf die sofort der Aufprall der Realität folgt und die fehlende Kraft, sich selbst aus dieses Milieu zu ziehen – im Gegenteil, eigentlich zieht es alle Gesellschaftsschichten dorthin. So oder so ähnlich. Aber wie gesagt, dafür waren mir diese Ausblicke viel zu kurz, spielten eine viel zu geringe Rolle und gab es letztlich dann doch zu viele Unstimmigkeiten und unglaubwürdige Konstruktionen. Man muss schon recht bemüht sein, etwas hinein interpretieren zu wollen – denn eigentlich bietet einen dieses Buch nur ein sich ergötzen an dem Elend anderer und seinen es auch nur Romanfiguren. Fazit Ich weiß nicht genau, was ich von diesem Buch halten soll – oder was es überhaupt sein soll: Eine Charakterstudie? Dafür zu wenig Charakter, ohne jede Facette. Eine Milieustudie? Auch nicht wirklich, da Schicht- und sogar altersübergreifend das Elend Dargestellt wird und letztlich auch sehr einseitig ist (ausschließlich Saufen, Ficken, Gewalt, Elend). Ein Roman? Dafür geschichtlich nur mäßig bzw. kaum eine Handlung/Inhalt vorhanden. Ich kann damit nichts anfangen.

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  • Die volle Breitseite: Sex, Suff und zahlreiche Abgründe

    Der Goldene Handschuh

    Callso

    14. April 2017 um 13:23

    Ist es leichte Kost, weil es bisweilen ganz unterhaltsam ist? Weil der Strassenslang so einfach, so bieder bis vertraut klingt. Oder ist es schwere Kost, weil so viel Elend, Absurditäten, abnormes Verhalten, permanentes sexuelles Verlangen oder Alkohl in rauen Mengen fließen?Schwierig - wie das ganz Buch! Heinz Strunk hat ein Roman gefertigt, der polarisiert, der aufklärt, der betroffen macht, der aber gleichwohl heiter beschwingt und unterhaltsam daherkommt. Ein schwieriges Unterfangen, das eigentlich ganz gut gelöst wurde, aber von mir dennoch mit vier Sternen (mit der Tendenz zu 3 1/2 Sternen) belohnt wurde.Warum? Mir fehlt etwas die Struktur, mir fehlten zur besseren Einordnung echte Kapitel und nicht so harte Schnitte. Man fährt  quasi ungebremst an größere Kreuzungheran, ohne dass eine Ampel oder ein Stop-Schild vorhanden sind.Fritz Honka, ein vierfacher Frauenmörder aus Hamburg wird auf 250 Seiten intensiv begleitet. Nach schwerer Kindheit findet er auf dem Kiez nur recht einfach und eindimensional ins triste Leben. Ein Welt voller Säufer, Huren, voller Gewalt und Dreck umgibt ihn. Als der Versuch, ins bürgerliche, fast normale Leben zu wechseln scheitert, da erfolgt das kolossale Abtauchen in die Unterschicht und in den Abgrund. In der heruntergekommenen Kneipe "Der goldene Handschuh" macht er sich an die einfachen und glücklosen älteren Frauen heran, die er abschleppt und daheim längere Zeit mißbraucht.Sprachlich verwundert das Buch. Die einfache (und vielfach falsche) Sprache waren mir mitunter etwas zu viel. Vielleicht originalgetreu, vielleicht aber auch etwas viel der besorgniserregenden Unterschicht. So ist der Roman dann mehr eine sehr intensive, drastischen Millieu-Studie aus den 70er Jahren, denn ein unterhaltsamer Roman. Eine kleine Welt voller Irrer, voller kranker Verlierertypen - ein trauriges Buch, bei dem man freilich häufiger schmunzeln darf...Auch ob der rohen, verdorbenen Sprache (Jetzt will ich ficken.., Fickarsch, Pisskotzer) war ich ob der Lobeshymnen der zahlreichen Kritiker recht verwundert. Gleichwohl strahlt das Buch auch eine kleinere Faszintion aus.. Die Sätze des Buches:"Man kann kein neues Leben beginnen, sondern immern nur das alte fortsetzen.""Aus verbotenen Früchten kann man viele Marmeladen kochen.."

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  • Geschichten aus einer Hölle auf Erden

    Der Goldene Handschuh

    Xirxe

    10. January 2017 um 19:43

    Wie tief Menschen sinken können, macht sich die/der DurchschnittsbürgerIn meist kaum klar. Ab und zu sieht man solche geschlagenen Existenzen auf der Straße, gelegentlich kreist eine Gruselmeldung durch die Medien, wenn verwahrloste, auch alkoholkranke Menschen aus ihren Wohnungen geholt und in eine Klinik gebracht werden. Man schaudert sich dann wohlig beim Anblick dieser häßlichen, teils abstoßenden Gestalten und ist glücklich über das eigene, im Vergleich dazu doch schöne Leben. Doch was in diesen Menschen vorgeht, wie sie leben und fühlen, bleibt unbekannt, denn wer will schon zu solchen Personen in Beziehung treten? Heinz Strunk hat es gewagt und das Soziotop der Gaststätte 'Zum goldenen Handschuh' Mitte der Siebziger detailliert beschrieben. Hier finden sich die, die vom Alkohol bereits so zerstört sind, dass ein 'normales' Leben unerreichbar ist. Kriegsveteranen, Verlassene, Behinderte - aber auch Mancher aus der scheinbar so gut situierten Gesellschaft, wo Vieles nur Schall und Rauch ist. Allen gemeinsam ist, dass sie saufen um zu vergessen, um sich besser zu fühlen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Fritz Honka, ein erbarmungswürdiger Mensch, der zeit seines Lebens fast nur grausam misshandelt und verstümmelt wurde. Wenn er nicht arbeitet, säuft er bis knapp zur Bewusstlosigkeit im goldenen Handschuh, sodass es ihm noch gelingt, gelegentlich ein weibliches Wesen abzuschleppen, das noch weiter unten in der gesellschaftlichen Skala steht (ja, das geht.) Älter sind sie, häßlich wie die Nacht und bar jeden Selbstvertrauens. Er misshandelt, missbraucht und versklavt sie, um sich selbst eine Stufe höher zu stellen. Daneben steht die Beschreibung einer alteingesessenen, ehrwürdigen Reedersfamilie, deren Glanz jedoch lange zurückliegt. Mittlerweile herrscht nur noch Gleichgültigkeit und Heuchelei und selbst der materielle Reichtum ist nur noch ein Trugbild. Der Senior ist zerfressen von Hass und Wut und wartet nur noch auf den richtigen Augenblick, um dem Allem Ausdruck zu verleihen. Sein Sohn, in einer gleichgültigen Ehe gefangen, verwaltet in der familieneigenen Reederei nur noch den Mangel und gibt sich im goldenen Handschuh regelmäßig dem Suff hin. Und sein Schwager, ein erfolgreicher lediger Rechtsanwalt, ist ein ebensolcher Alkoholiker wie Fritz Honka, von dem ihn lediglich unterscheidet, dass er ein schöneres Zuhaus und mehr Geld hat und damit besseren Alkohol und schönere Frauen bekommt. Kein sehr symphatisches Personal, das man in dieser Geschichte vorfindet. Und doch gelingt es Heinz Strunk, Mitgefühl für Fritz und die anderen Stammgäste im goldenen Handschuh zu wecken. Denn letzten Endes wollen sie nichts weiter, als ein bisschen Liebe und Respekt und wären mehr als glücklich, einen Menschen an der Seite zu haben, neben dem sie am Morgen aufwachen könnten. Es ist ein vulgäres, ordinäres und grausames Buch, und trotzdem gibt es immer wieder auch Szenen zum Lachen oder bei denen ich völlig gerührt war. Auch wenn sich das Ganze liest, als käme es von einem anderen Stern, sollte man sich klarmachen, dass wir sooo weit davon nicht entfernt sind. Wie es sich der Jüngste der Reedersfamilie denkt, als er das erste Mal im goldenen Handschuh ist: 'Wieviel davon steckt auch in mir, in jedem?...Werde ich auch so, wenn ich nur lange genug hier sitze?'

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    • 6
  • Kaum zu ertragende Milieustudie

    Der Goldene Handschuh

    anushka

    08. November 2016 um 15:00

    Fritz Honka, auch Fiete genannt, ist froh, dass er in der Kneipe "Zum Goldenen Handschuh" einen Spitznamen bekommen hat. Das bedeutet, er gehört dazu, die anderen Stammkunden nehmen ihn wahr. Denn vor allem deswegen geht der Trinker hierher. Er sucht Anschluss. Und immer wieder gabelt er dabei eine ebenso oder noch weit heruntergekommenere Gestalt in Form von meist Prostituierten auf, denen er zeitweise ein Dach über dem Kopf, und wenn ihm danach ist auch Essen und Alkohol bietet. Er misshandelt sieht und übt Macht über sie aus. Und irgendwann beginnt er, sie umzubringen. Denn wir lesen die Geschichte des Frauenserienmörders Fritz Honka.Für mich war dieses Buch wirklich kein einfaches Buch und bis zum Ende habe ich immer noch überlegt, es einfach abzubrechen. Ich habe es nicht getan, weil mich einerseits die Fähigkeit des Autors beeindruckt hat, den Leser in die unterste soziale Schicht Hamburgs mitzunehmen und weil ich andererseits immer darauf gewartet habe, dass nun endlich einmal etwas zu den Morden kommt. Schlussendlich nehmen diese aber ganz wenig Raum des Buches ein und werden nur als Endpunkt einer langen Entwicklung dargestellt. Was mich jedoch immer wieder von diesem Buch abgestoßen hat, war gleichermaßen die schon oben genannte Fähigkeit des Autors. Denn ziemlich schnell möchte man gar nicht mehr mittendrin sein, wenn beispielsweise detailliert geschildert wird, wie Fiete eine Frau sexuell mit allerlei Gegenständen misshandelt. Viel mehr möchte ich hier gar nicht ansprechen, denn dieses Buch ist nichts für sanfte Gemüter und verursacht oft einen flauen Magen. Die Existenzen in diesem Buch sind so zerstört und trostlos, dass es schwer auszuhalten ist. Das wird auch nicht dadurch besser, dass sich ein anderer Handlungsstrang mit den ebenso abweichenden Vorlieben der Männer einer Familie der gehobenen Gesellschaft befasst.Auch wenn der Autor mit diesem Buch eine eindrucksvolle Milieustudie schafft, die ich durchaus zu würdigen weiß, hat mich das Buch doch auch oft an meine Ekelgrenze gebracht. Rezensenten des Feuilletons bezeichnen das Buch auch als (nicht immer negativ gemeinte) Zumutung und dem kann ich mich in Hinblick auf die durchgängige Fäkal- und Pornosprache nur anschließen. Selten hat mich ein Buch so an meine Grenze des Erträglichen gebracht. Wobei mir auch immer wieder unangenehm aufstieß, dass Honkas Taten womöglich durch die Schilderung seiner trostlosen Existenz, seiner Alkoholsucht und seines teilweise durchscheinenden Verfolgungswahns entschuldigt werden sollten.Manche mögen das Buch als genial bezeichnen. Auch für den Preis der Leipziger Buchmesse war es nominiert. Ich persönlich habe mich jedoch als zu schwach und zartbesaitet für dieses Buch erwiesen. Ich kann ihm einfach nicht mehr als 2 Sterne geben.

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    • 2
  • Heinz Strunk - Der goldene Handschuh

    Der Goldene Handschuh

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. July 2016 um 16:35

    Kurzbeschreibung: Dieser phantastisch düstere, grell komische und unendlich traurige Roman ist der erste des Autors, der ohne autobiographische Züge auskommt. Ein Strunkbuch ist es trotzdem ganz und gar. Sein schrecklicher Held heißt Fritz Honka – für in den siebziger Jahren aufgewachsene Deutsche der schwarze Mann ihrer Kindheit, ein Frauenmörder aus der untersten Unterschicht, der 1976 in einem spektakulären Prozess schaurige Berühmtheit erlangte. Honka, ein Würstchen, wie es im Buche steht, geistig und körperlich gezeichnet durch eine grausame Jugend voller Missbrauch und Gewalt, nahm seine Opfer aus der Hamburger Absturzkneipe «Zum Goldenen Handschuh» mit. *Quelle*Zum Autor: Der Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk wurde 1962 in Hamburg geboren. Sein Buch «Fleisch ist mein Gemüse» verkaufte sich fast 500.000-mal. Es ist Vorlage eines preisgekrönten Hörspiels, eines Theaterstücks und eines Kinofilms. Auch die darauf folgenden Bücher des Autors wurden zu Bestsellern.Meinung: Es ist schwierig zu beschreiben, was man von diesem Roman halten soll, den Heinz Strunk mit Der goldene Handschuh zu Papier gebracht hat. Am besten würde es vielleicht abstoßend und faszinierend zugleich beschreiben.Auf jeden Fall handelt es sich hierbei um sehr starken Tobak, mit dem nicht jeder Leser zurechtkommen dürfte. Hauptfigur ist der reale Serienmörder Fritz Honka, der Mitte der 1970er Jahre in Hamburg 4 Frauen ermordete und die Überreste teilweise in seiner kleinen Wohnung und auf dem Dachboden versteckte.Fritz Honka verkehrt in der Kneipe, deren Name gleichzeitig für den Titel des Romans Pate stand, in der sich am Leben gescheiterte Existenzen die Klinke in die Hand geben. Menschen, die keinen Halt mehr im Leben haben, die sich quasi von Alkohol ernähren und eigentlich nur noch auf den erlösenden Tod warten.In dieser Umgebung liest Honka, Nachtwächter von Beruf und seit seiner Jugend durch Unfälle entstellt, ältere Frauen auf, die kein Zuhause haben und glücklich über eine Übernachtungsmöglichkeit sind. Diese versucht er sich zu eigen zu machen, zu "versklaven", wie er sich ausdrückt. Doch dies geht immer nur eine gewisse Zeitlang gut, denn Honka hat gewaltvolle und perverse Machtfantasien, die er auch an den Frauen auslebt.Heinz Strunk nimmt in seinem Roman kein Blatt vor den Mund. Er berichtet ungeschönt über den kranken Alltag von Honka, in dem sich alles nur um Alkohol und sexuelle Fantasien dreht, eine Hoffnungslosigkeit und ein Dahinvegetieren, das den Leser verstört.Ein weiterer Handlungsstrang erzählt von der Reederfamilie von Dohren, die sich dank der Judenverfolgung im 3. Reich bereichert hat und deren Familienmitglieder ebenso, ich nenne es mal kaputt sind wie Honka. Wie diese beiden Erzählstränge zusammenhängen, erfährt man als Leser recht spät, doch der Kern der Aussage bezieht sich darauf, dass sich Laster wie Alkoholabhängigkeit oder auch perverse Fantasien nicht nur auf die unterste Schicht der Gesellschaft beziehen, sondern diese auch in bessergestellten Schichten auftritt.Gut gefallen hat mir, dass hier nicht die Morde, die Fritz Honka begeht, im Vordergrund stehen. Diese werden erst auf den ca. letzten 50 Seiten explizit Thema. Vielmehr dreht sich das Buch um seinen Lebensweg und seinen Alltag, auch erfährt man mehr über seine Kneipenkumpanen, mit denen er im "Handschuh" verkehrt. Es ist schwer, als Leser dieses ganze Elend zu ertragen, aber Heinz Strunk schafft es durch seinen Erzählstil auch, eine gewisse Komik einzubauen, die zwar grotesk anmutet, aber die Handlung dadurch auch etwas leichter verdauen lässt. Fazit: Ein Roman wie ein Paukenschlag! Zartbesaiteten Lesern rate ich von dieser Lektüre ab, aber wer sich für die Seele und Gedankengänge eines Serienmörders, dessen Motivation und Lebensalltag in einer Umgebung, die nur schwer nachzuvollziehen ist, interessiert, dem kann ich diesen Roman nur weiterempfehlen.

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    • 2
  • Serienmörder Fritz Honka

    Der Goldene Handschuh

    MissNorge

    07. July 2016 um 23:24

    Kurz zur Geschichte: Erzählt wird das Leben des Serienmörders Fritz *Fiete* Honka, sein trostloses Leben, das Kennenlernen der Frauen und wie alles endet. Meine Meinung: Ich muss sagen, ich hatte mir mehr "Story* vorgestellt, irgendwie kam mir alles so runtergespult vor. Die widerliche Ausdrucksweise ist dem Milieu geschuldet, in dem sich Honka tagtäglich sehen lässt, denn in der 24-Stunden-Kneipe *Goldener Handschuh* treiben sich nur gestrandete und heruntergekommen Personen rum, die kein richtiges geregeltes Leben mehr haben. Sozusagen, die unterste Schicht Hamburgs. Obdachlose, Alkoholiker, Nutten, Arbeitslose und Zuhälter. Honka gabelt dort Frauen auf und nimmt sie mit zu sich, außer Sex, will er die Macht über Frauen ausüben, da er sonst ein ziemlicher Versager ist und somit eigentlich auch ein armes Würstchen. Detailliert wird nicht direkt auf die Frauenmorde eingegangen, aber ansatzweise wird beschrieben was er mit ihnen macht. Da die Frauen oftmals selber niemanden mehr haben, werden sie auch nicht vermisst. Ausschweifend beschrieben und extrem unnötig in die Länge gezogen finde ich die Beschreibungen mancher Personen und deren Eigenschaften. Und der Schreibstil von Heinz Strunk ist so gar nicht meiner, mir zu abgehackt und zu wiederholend. Interessanter Fall, schlecht umgesetzt.

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  • nichts für schwache Nerven

    Der Goldene Handschuh

    Gwhynwhyfar

    28. June 2016 um 14:11

    Im Klappentext heißt es: „Die Geschichte vom Frauenmörder Fritz Honka und seinen Opfern.“ Das ist für meine Begriffe zu weit gefasst, denn die ganze Geschichte von Fritz Honka ist dies nicht. Ich würde jedem empfehlen, sich den Lebenslauf von diesem Mann kurz im Internet vor dem Lesen anzusehen, denn der Roman behandelt die letzten Jahre vor der Inhaftierung des Serienmörders, der zwischen 1970 und 1975 in Hamburg vier Frauen ermordete, zerstückelte, Frauenleichen in seiner Wohnung versteckte, vor sich hin gammelnd, die letzten zwei wegen Platzmangel auf die Straße warf. Honka, „der Mann, den sie Leiche nennen“, ein Mensch, mit dem die Welt es nie gut gemeint hat, von Kindesbeinen an. Dieser Roman ist nichts für schwache Nerven, er geht bis an die Grenzen des Ekels Mensch, bis ins Detail zu schildern, zu was ein Individuum in der Lage ist zu ertragen, dass nichts mehr zu verlieren hat. Heinz Strunk durfte hierzu die bis heute verschlossenen Gerichtsakten des Kriminalfalls Honka studieren.„Der „goldene Handschuh“ ist eine Kneipe auf St. Pauli, Hamburg, bis heute. Die Geschichte spielt in den Siebzigern, in einem Milieu von Nutten, Säufern, Drogenabhängigen, Menschen, die tiefer nicht fallen können, Gewalt brodelt im Gebälk, Körper die nach Verfall aussehen und auch so riechen. Genau dort hinein blickt Heinz Strunk ganz tief: in die Säuferseele, in Abgründe menschlichen Denkens und Handels, fern jeder Scham, eingeschlossen Kot und Eiterbeulen. Der Geruchsinn des Lesers wird aktiviert, seine Vorstellungskraft an den Rand des Erträglichen getragen. „Sagenhaft, er ist noch keiner Frau begegnet, die mehr vertragen kann. Anna sieht aus wie eine Lungenkranke nach dem soundsovielten Blutsturz und riecht tatsächlich nach Scheiße.“ (Anna)Dies Zitat ist harmlos. Man trinkt FaKo (Fanta-Korn halbe-halbe) und Wasser ist zum Waschen da. Eine schöne heile Welt kommt garantiert nicht vor. Wir blicken in die Seele von Fritz Honka und die von anderen Protagonisten, in Honkas Albträume, in seine Gedanken. Ein Krimi ist dies nicht. Ich würde es als Milieustudie bezeichnen. Als „sterbliche Überreste“ bezeichnet Strunk die Besucher des „goldene Handschuh“, Verwahrlosung an jeder Ecke. „Sie könnte fünfzig sein oder siebzig. Unter dem Mantel trägt sie nur einen Kittel, einen schrecklichen, blauen Putzfrauenkittel. Je länger man sie anschaut, desto furchtbarer sieht sie aus, gerade wenn man Alkohol getrunken hat, so rum geht's nämlich auch. Man kann sich schon nicht mehr vorstellen, wie die früher mal ausgesehen hat als Frau." (Gerda)Obdachlose Frauen, die nur das besitzen, was sie am Leib tragen, ein Kittelkleid und ein dünner Mantel, die für Schnaps und ein warmes Bett alles geben, sich soweit erniedrigen lassen, Honka zu unterschreiben, dass er mit ihnen alles anstellen darf, dass sie ihm gehören. "Hiermit erkläre ich, Gerda Voss, dass ich es im Leben noch nicht so gut hatte wie bei Herrn Honka." Strunk schafft es, dass ich es als Leser an manchen Stellen kaum aushalte weiterzulesen, als hartgesottener Leser. Beeindruckend ist Beschreibung von Honka: Gewaltfantasie, Wutausbrüche, sein Ekel vor den Frauen, die er abschleppt, seine Verachtung ihnen gegenüber. Manchmal scheint es, als projiziere er seine Selbstverachtung auf diese armen Geschöpfe. Es schüttelt den Leser an vielen Stellen. Trotz allem lässt Strunk seine Protagonisten Menschen sein, denen eine Restwürde verblieben ist, keine Karikaturen, Typen die dem Leser ein Mitgefühl hinterlassen. Der von Strunk eigene schwarze Humor unterliegt diesem Roman und hilft dem Leser an manchen Stellen, die Verwahrlosung der Menschen zu ertragen.In einer Parallelhandlung geht es um eine Reederfamilie, um drei Generationen von Männern (WH1, WH2, WH3), von der anderen Seite des Elbufers, der gutbetuchten. WH1, ein Altnazi, WH3 ein armes Würstchen und WH2, ein Typ, der Honka ähnlich ist, letztendlich genauso krank in seinen Fantasien, rhetorisch nur auf anderem Niveau, nicht ganz so gewaltbereit. Frauen als Objekte zu begreifen, das kommt in allen Schichten vor. WH2 und WH3 verkehren im „goldenen Handschuh“.„Sie wissen, dass sie früher sterben müssen als die anderen“, so Strunk über seine Protagonisten, dessen bewusst, wie armselig ihr Leben ist. Aber sie hängen dran, wie schäbig es auch sein mag.Nebenbei, Strunk hat erzählt, nach der ersten Version des Manuskripts hat es 18 weiterere Fassungen gebraucht, von 600 auf 250 Seiten reduziert, verdichtete Erzählweise, ein intensives Lektorat. Dies Buch ist mehr als die Geschichte eines Frauenmörders, mehr als eine Milieustudie. Es ist die Beschreibung des alten St. Pauli, Straßenzüge, die zum Abriss freigegeben waren, Menschen, die sich selbst dem Abriss freigegeben hatten, Depression, Nachkriegswehen, kaputte Typen (von der SS-Führungskraft zum Müllmann abgestuft). Auf der Buchmesse sagte Strunk, er mag den Honka wirklich nicht, aber ein bisschen Mitleid kann nicht schaden. Und genauso kommt dieser Roman dem Leser entgegen. Tiefer Ekel, ein bisschen Voyeurismus, aber ein wenig Mitgefühl kann nicht schaden.

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  • Leider gar nicht mein Fall

    Der Goldene Handschuh

    einestundezeit

    23. June 2016 um 22:19

    Habe mir das Buch als Hörbuch geholt, kurz reingehört, doch zu Ende hören wollte ich es nicht. Vorgelesen wird sogar von Heinz Strunk persönlich - die Sprecherstimme hat mir leider gar nicht gefallen. Die eklige und furchtbare Geschichte war dann doch nichts für mein Geschmack. 1 Stern für die gute Recherche und die Erzählweise.Ein paar Stichpunkte zum Inhalt: vollständig trostlose Geschichte; offensichtlich gute Milieu-Studie; gnadenlose und wertungsfreie Beschreibung der Handlungen und Charaktere.

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  • Nur ein Beispiel aus einer perversen Gesellschaft

    Der Goldene Handschuh

    tani0r

    18. June 2016 um 17:28

    Heinz Strunk beschreibt in dem Buch nicht nur die Gefühlswelt und Taten des Fritz Honka. 
    Es gibt ebenfalls Charaktere wie Karl von Lützow. Der Anwalt säuft und übt Gewalt an einer Frau aus. 

    Strunk hat mit "Der Goldene Handschuh" eher das Abbild einer verlogenen Gesellschaft in den 70er Jahren gemacht. Fritz Honka ist nur ein Symptom.

  • Der goldene Handschuh

    Der Goldene Handschuh

    AgnesM

    18. June 2016 um 15:46

    „Der goldene Handschuh“ ist eine Kneipe. Es ist ein dunkles, stinkendes Loch, in dem verlorene Seelen und finstere Gestalten Zuflucht finden und sich unter Gleichgesinnten die Lichter ausschießen. Traurige Schicksale, verhunzte Lebensläufe, gesundheitliche Probleme, Arbeitslosigkeit und die Sehnsucht nach einem geregelten Leben und der Liebe werden hier mit viel Schnaps heruntergespült. Ob am helllichten Tag oder mitten in der Nacht, die Kneipe öffnet ihre Tür immer und für jeden. Fritz Honka ist so eine verkorkste Gestalt, die im goldenen Handschuh Zuflucht und vermeintliche Freunde findet. Er weiß, wie alle anderen auch, dass wenn er die Kneipe betritt, er „Freunde“ wiedersieht und die Außenwelt ausblenden kann. Honka ist Alkoholiker, er lebt in einer kleinen stinkenden und dreckigen Wohnung und greift hier und da eine Frau auf, die ihn befriedigt und der er als Gegenleistung ein Dach über dem Kopf anbieten kann. Gewalt, Streitereien, Obszönitäten und der Drang nach Sex beherrschen seinen Alltag. Doch tief in seinem Inneren will er ein normales Leben führen, einen Job ausüben, ein geregeltes Einkommen haben und dem Teufelskreis, in dem er sich befindet, entfliehen. Letztendlich kann er der Spirale, die ihn noch tiefer in all das Elend zieht, nicht entkommen und legt auch noch einen Karriere als Frauenmörder hin. Zwischendurch wird die Geschichte von einer reichen und bekannten Familie eingeschoben, in der einige Familienmitglieder, trotz all dem Geld, Probleme und abartige Neigungen haben, die natürlich ausgelebt werden müssen. Früher oder später landet man auch hier in der berüchtigten Kneipe und säuft sich das Leben schön. An dieser Stelle wird klar, dass die zerstörten und bemitleidenswerten Existenzen nicht nur der Unterschicht angehören, sondern sich auch in der Oberschicht finden lassen. Denn wie sagt man so schön: Geld allein macht nicht glücklich. Das Buch von Heinz Stunk ist keine leichte Kost. Mir ist beim Lesen, da ich mich versucht habe intensiv in die Situationen hineinzuversetzen, tatsächlich zwischendurch schlecht geworden, denn die Lebensumstände von Honka und all den anderen Handschuh-Besuchern sind alles andere schön. Die Beschreibungen seiner Abartigkeit, seines Alkoholkonsums und seiner Handlungen sind manchmal abstoßend. Der Schreibstil und diverse Zeitsprünge machen das Lesen nicht so einfach, aber die Geschichte wird sehr realistisch beschrieben. Honkas Morde sind eher als Randgeschichte niedergeschrieben. Vielmehr dreht sich die Story um seine Persönlichkeit, seine Neigungen und seine Sehnsüchte. Die polizeilichen Ermittlungen und der Prozess werden erst als Anhang des Buches thematisiert.

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