Heinz Strunk Fleckenteufel

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Inhaltsangabe zu „Fleckenteufel“ von Heinz Strunk

Ich schäme mich zu Boden, seit ich denken kann, und weiß nicht, wofür, wird schon stimmen. Wir schreiben das Jahr 1977. Thorsten Bruhn ist sechzehn und ein Spätzünder. Der Geschlechtstrieb hält ihn trotzdem schon heftig auf Trab. Erst recht auf der Familienfreizeit mit der evangelischen Gemeinde in Scharbeutz an der Ostsee. Auf Kirchenfreizeiten lernt man sich kennen — rund um die Uhr. Und Thorsten macht unter dem Trommelfeuer aus sozialer Überforderung, religiösen und hormonellen Wallungen schnell schlapp. Dazu kommt das schlechte Essen. Wo unser Held doch ohnehin zur Verstopfung neigt: Luke zwo seit Tagen dicht! Und so durchlebt Thorsten innerlich versteinert schlimme Andachten, peinliche Gruppenspiele, eine trostlose Jugenddisko, Dämon Apfelkorn und erotische Wirrungen mit ständig wechselndem Objekt. Ein Wunder, dass am Ende doch noch alles irgendwie gut ausgeht ...

Wer Verdauungsprobleme hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

— PrincessCrissa

Das ganze Leben besteht aus Peinlichkeiten - habe mich köstlich amüsiert. :D

— HerrK

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  • Ekelfaktor hoch 300

    Fleckenteufel

    winter-chill

    22. May 2016 um 16:26

    Dieses Buch habe ich nach zwei Kapiteln abgebrochen und normalerweise rezensiere ich keine abgebrochene Bücher. Hier muss ich aber eine Ausnahme machen und meine Hintergründe erläutern: Bislang habe ich von Heinz Strunk "Fleisch ist mein Gemüse" und "Heinz Strunk in Afrika" gelesen und war von beiden Romanen extrem begeistert. Was beide Geschichten so ausgezeichnet macht, ist Heinz Strunks ganz spezielle Art von Humor: Niemand verbindet tiefe Depression und Witz so gekonnt miteinander wie er. Generell haben die meisten seiner Bücher immer etwas Tragikomisches: Einerseits muss man mit den Figuren fast Mitleid haben, weil ihr Leben so trost- und sinnlos ist und sie nur vom Pech verfolgt zu sein scheinen. Auf der anderen Seite sind die Figuren aber auch extreme Menschenhasser, die knallhart und voll bitterer Ironie über ihre Mitmenschen herziehen und deren Schwächen aufdecken. Die Beobachtungsgabe die Strunk dabei an den Tag legt, ist ein weiterer Punkt, warum mir beide Bücher so gut gefallen haben. Im Endeffekt treffen diese Attribute auch auf „Fleckenteufel“ zu. Und trotzdem konnte ich den Roman nicht weiterlesen, was ausschließlich am Inhalt liegt: Protagonist ist diesmal der 16 Jahre alte Thomas Bruhn, der in den 1970er Jahren an einer zweiwöchigen evangelischen Familienfreizeit an der Ostsee teilnimmt. Wie man das bei so einer Geschichte erwartet, kommen natürlich auch peinliche Gruppenspiele, trostlose Jugenddiskoabende und dergleichen vor. Zu 90 Prozent dreht sich Thomas Gedankenwelt und somit auch der Roman aber um seine Verdauungsprobleme und pubertäre Sexphantasien. Mehr muss ich dazu glaub ich nicht sagen – schlicht und einfach: Mir wurde es beim Lesen richtig schlecht und ich hab mich furchtbar geekelt. Mehrfach habe ich jetzt gelesen, dass „Fleckenteufel“ wohl Heinz Strunks Antwort auf „Feuchtegebiete“ von Charlotte Roche sein soll. Roches Roman habe ich bewusst nicht gelesen, weil ich solche Ekel- und Fäkalthemen einfach nicht vertrage. Und auch „Fleckenteufel“ muss ich ad acta legen.

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  • Keine Daseinsberechtigung

    Fleckenteufel

    CocuriRuby

    18. November 2014 um 18:52

    Was soll ich sagen, was für eine dumme und sinnlose scheiße! Das ganze Buch hat keine Handlung, es ist nur eine Aneinanderreihung von ekligen Beschreibungen, allerdings stumpft man auch ziemlich schnell ab. Wie gesagt, Handlung ist kaum vorhanden– und das bisschen was da ist, ist unspannend. Der Protagonist ist unfassbar dünn – ohne jeden Charakter und Sympathien. Die ständig wiederholten Phrasen nerven ziemlich und vor allem, das Ganze Buch ist so komplett sinnlos! (bzw. wenn es doch einen Sinn hat, dann ging sie gänzlich an mir vorbei)   Fazit Das Buch hat für mich absolut keine Daseinsberechtigung. Ich kann gar nicht genug betonen, wie unsinnig dieses Buch ist!

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  • Unterirdisch...

    Fleckenteufel

    PrincessCrissa

    "Fleckenteufel" erzäht aus dem Leben des 16-jährigen Thomas Bruhn während einer zweiwöchigen evangelischen Familienfreizeit an der Ostsee. Dort angekommen, wird erstmal vorzüglich über einige der Mitreisenden gelästert. Später dann unter anderem auch über eine Gruppe behinderter Jugendlicher, was ich dann gar nicht mehr komisch fand. Mehr Inhalt hat das Buch dann auch schon nicht mehr. Thomas teilt mit dem Leser seine Verdauungsprobleme, seine Sexphantasien und seine Gedankenwelt, was ich auf Dauer ziemlich langweilig fand, weil sich soviel wiederholte. Er findet es toll, im Zelt zu furzen, bis alle anderen rausrennen und heimlich zu "wichsen" und dabei an Andreas "langen Schwanz" zu denken, der bereits ein geschätztes Drittel des Buches füllt. Ich trinke gerne eine Tasse Tee, während ich lese aber bei diesem Buch musste ich sie wegstellen, weil mir teilweise richtig übel geworden ist. Die detaillierten Beschreibungen von gewissen Dingen waren mir dann einfach zuviel. Danke an Heinz Strunk für dieses Werk, was die Menschheit meiner Meinung nach nicht braucht. Ich fand es alles in allem einfach nur ordinär, primitiv und ekelerregend. Kann ich euch nicht empfehlen.

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    • 3
  • Fleckenteufel

    Fleckenteufel

    lesefreude_book

    21. March 2013 um 19:22

    Der 17-jährige Thorsten fährt auf die evangelische Familienfreizeit in Scharbeutz. Was er dort so alles erlebt, erfährt man in Fleckenteufel. Schade nur, dass das Essen so schrecklich ist und Thorsten sowieso schon eine schlechte Verdauung hat. Deshalb muss Strunk leider Seiten lang über Thorstens Verdauung, seine Verstopfung und sonstige Fäkalgedanken schreiben. Außerdem darf natürlich eine anständige Portion Sex bzw. die versauten Gedanken daran nicht fehlen. Fleckenteufel wird oft als männliche Antwort auf Feuchtgebiete von Charlotte Roche gehandelt. Alleine das Cover lässt darauf schließen, dass da durchaus etwas Wahres dran ist. Dementsprechend waren meine Erwartungen an das Buch sehr, sehr geringe. Dadurch hat es Strunk dann doch noch geschafft mich positiv zu überraschen. Der Schreibstil des Autors ist witzig und das Buch hat immer wieder seine Höhen. Leider gibt es auch ganz tiefe Täler im Niveau der Geschichte... Fazit: Wenn man von Fäkal-Geschichten absieht, ist Fleckenteufel ein ganz unterhaltsames Buch. Es handelt sich zwar nicht um anspruchsvolle Literatur, dennoch kann man einen vergnüglichen Sonntagnachmittag damit verbringen.

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  • Rezension zu "Fleckenteufel" von Heinz Strunk

    Fleckenteufel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. July 2012 um 09:28

    So ich bin platt, ich habe jetzt ein Buch gelesen, wo es nur um zwei Dinge geht: Verdauung und alles was das mit sich bringt, sowie um Sexphantasienen eins 16 Jährigen. Tja ich habe Feuchtgebiete bereits auf die Seite gelegt nach 5 Seiten, hätte ich es mal auch bei Fleckenteufel getan. Da ich diesesmal nicht gleich aufgeben wollte, habe ich mich durch das Buch gequält. Tja also mein Fazit, nie wieder quäle ich mich durch ein Buch. Diese Art von Buch muß ich mir nicht antun.

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  • Rezension zu "Fleckenteufel" von Heinz Strunk

    Fleckenteufel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. June 2012 um 23:28

    Wird gelegentlich als Gegenentwurf von C. Roches's Feuchtgebiete genannt, worauf auch das Cover hindeutet. Außer den recht hartnäckigen Gedanken rund um die Verdauung sehe ich nicht viele Gemeinsamkeiten. Seinen Protagonisten Thorsten, der als 16jähriger (in den 80ern) eine kirchliche Ferienfreizeit besucht, bewegen in erster Linie die pubertären Hauptthemen der 16jährigen: Mädchen, Sex, wie mache ich meinen Weg? Neben diesen Gedanken bekommt man die bekannt herrlich schrägen und lakonischen Beobachtungen Strunk's von Alltagssituationen und den Gesprächen der Mitreisenden geboten. Wer selber (kirchliche) Jugendfreizeiten mitgemacht hat, wird sicher einiges grinsend wiedererkennen, vieles rund um seinen Helden Thorsten aber kann auch nerven. Die Fäkalien-Ausführungen werden nicht wirklich jeden Leser amüsieren. Der Fleckentuefel hat seine Höhepunkte, aber auch einige tiefere Täler. Für mich eine Stufe niedriger als das Meisterwerk 'Fleisch ist mein Gemüse'.

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  • Rezension zu "Fleckenteufel" von Heinz Strunk

    Fleckenteufel

    MaryLouise

    20. May 2012 um 22:58

    >>> Wir schreiben das Jahr 1977. Thorsten Bruhn ist sechzehn und ein Spätzünder. Der Geschlechtstrieb hält ihn trotzdem schon heftig auf Trab. Erst recht auf der anstehenden Familienfreizeit mit der evangelischen Gemeinde; es geht nach Scharbeutz an der Ostsee. Kirchenfreizeiten sind Ende der Siebziger der bevorzugte Ort für Heranwachsende, um zum ersten Mal rund um die Uhr mit Gleichaltrigen zusammen zu sein. Mit allen Konsequenzen. Bei Thorsten führt dies zu einem anstrengenden Zusammenwirken von sozialer Überforderung, religiösen Gefühlen und hormonellem Dauerrauschen. Dazu kommt das schlechte Essen. Wo unser Held doch ohnehin zur Verstopfung neigt: Luke zwo seit Tagen dicht! Und so erlebt Thorsten innerlich versteinert schlimme Andachten, peinliche Gruppenspiele, eine trostlose Jugenddisko, alkoholische Exzesse und erotische Wirrungen mit ständig wechselndem Objekt. Ein Wunder, dass am Ende doch noch alles irgendwie gut ausgeht. <<< Ich bin es ja gewohnt eklige Dinge zu lesen.. nach Feuchtgebiete und Trockenzonen dachte ich mirl, es wäre nicht schlimm noch ein Buch zu lesen, das in diese Richtung geht... Cover >>>(aus Amazon) Das Cover gibt Aufschluss darüber, warum er jetzt und nicht später erscheinen durfte, handelt es sich doch auf den ersten Blick um ein Trittbrettfahrerwerk. Die vom Verlag vermutlich als verkaufsfördernd veranschlagte Anspielung auf Charlotte Roches fulminant eingeschlagene Feuchtgebiete ist unübersehbar. <<< Anders kann ich es nicht sagen, denn nur so bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Inhalt/Schreibstil Zum Inhalt muss ich nicht viel sagen. Wer Feuchtgebiete und Co. kennt, der kann sich denken worum es in Fleckenteufel geht und wie es dort von statten geht. Das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen, wenn man mal den Würgereiz überwunden hat. Die rund 220 sind fix gelesen. Gute Dinge Ich bin überzeugt, dass es bei einigen männlichen Exemplaren, genauso ablaufen kann, wie im Buch beschrieben. Es ist auch sehr detailiert und gut beschrieben, wie es bei einer oben geschriebenen, wie so eine Familienfreizeit abgelaufen ist. Also ich meine, ich hab die Zeit nicht mehr mitgemacht, als sowas noch "IN" war, aber ich kann es mir genauso vorstellen. Und, so eklig es war - leichte masochistische Züge scheine ich zu haben - so gut war es auch geschrieben. Ich habe zwar immer wieder aufgeblickt und gesagt 'Ihhh, nein... wie eklig ist das bitte?'... eitgelesen habe ich trotzdem. Mankos Ich habe einige Zeilen und manchmal gar Seiten nur überflogen, weil die Andachten (Morgenandacht, Mittagesandacht, Abendandacht, Mitternachtandacht, Beten....~~~~ blah, blah, blah...) einfach zu lang waren und meiner Meinung nach zu viel im Buch eingenommen haben. Für was es nicht alles Andachten und Möglichkeiten zum Beten gibt. Fazit Vielleicht ist dieses Buch das richtige für Jungs, die noch in der Pubertät sind und noch nicht wissen, was so alles mit ihnen passieren kann. Und Mädchen, die wissen wollen, was mit ihren männlichen Mitmenschen geschah, geschieht und geschehen wird. Ich hoffe für die Jungs, die sich dafür entscheiden, nur nicht schüchtern zu sein. Und den Mädchen wünsche ich einen starken Magen, denn was in dem obigen Buch steht, ist nichts für schwache Mägen. Ich empfehle es allen die Feuchtgebiete gelesen haben, um einen Ausgleich im leben zu bekommen. Nicht nur die ekligen Seiten von einer Frau namens Helen zu kennen, sondern auch die ekligen Seiten eines Jungen namens Thorsten zu kennen. :P

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  • Rezension zu "Fleckenteufel" von Heinz Strunk

    Fleckenteufel

    LeseMaus0981

    12. March 2012 um 08:25

    Es ist ein Buch zum schmunzeln ... Einblick in das Leben eines Jungen mit seinen Höhen und Tiefen.
    Quasi das Pendant zu Feuchtgebiete ;)
    Man muss aber auch in gewissen Sachen, auch wieder hart im Nehmen sein.

  • Rezension zu "Fleckenteufel" von Heinz Strunk

    Fleckenteufel

    Kleene20

    11. November 2011 um 11:20

    Die Antwort auf feuchtgebiete, auch dieses Buch muss man nicht gelesen haben

  • Rezension zu "Fleckenteufel" von Heinz Strunk

    Fleckenteufel

    furchtzwergal

    23. February 2011 um 21:46

    Kann man sich einen ganzen Roman lang mit dem Thema Verstopfung inkl. Nebeneffekte beschäftigen? Ja! :D Also ich muss sagen, das ganze bringt echt frischen (und auch stinkingen lach) Wind. Ein Ferienlager, ein Haufen pubertierende Jungs und Mädls, ein Zeltgenosse mit einem rießengroßen Ding zwischen den Beinen und ein Haufen an Verdauungsproblemen, seeeehr witzige Sache! Ich brauch unbedingt das Hörbuch!

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  • Rezension zu "Fleckenteufel" von Heinz Strunk

    Fleckenteufel

    BlurOasis

    22. January 2011 um 22:16

    Eklig? Sicherlich! Pubertär? Natürlich! Moralisch Verwerflich? Definitiv! Witzig? Oh ja,und wie! Dieses Meisterwerk des deutschen Humors von Heinz Strunk ist einach ein absoluter Genuss,wenn man das ganze auch lesen sollte,wenn man nicht vorhat,in nächster Zeit in ein Zeltlager zu fahren.Sprachwitz,witzige Charaktere und herrliche Beschreibung runden diesen Lachgenuss ab

  • Rezension zu "Fleckenteufel" von Heinz Strunk

    Fleckenteufel

    vielleichtsagerin

    31. December 2010 um 12:47

    Thorsten ist 17, gefangen in einem "zwergenhaften Körper" und zwanghaft mit Analpflege beschäftigt. Die Handlung spielt an der Ostsee. Hier hält er sich in einer christlichen Familienfreizeit auf - für sagenhafte 384 Mark all inclusive. Morgen- und Abendandachten (mit wirklich lesenswerten Predigten) stehen auf dem Programm nebst "bunten Abenden", "Spielabenden", "Jugenddisco" und anderen typischen (peinlichen) Veranstaltungen. In der ersten Hälfte der Ferien kämpft Thorsten mit hartnäckiger Obstipation. Der Leidensdruck steigt ins Unermessliche, in einem Anflug von Resignation stellt Thorsten nüchtern fest: "Verstopfung führt unweigerlich zu Darmverschluss, und dann ist Feierabend. Daran werde ich sterben und nicht an Gehirnschlag." Hinzukommt ein weiteres Problem: Er findet keinen Anschluss. An die Coolen und Schönen kommt er nicht heran (es fehlen ihm ca. 20 cm Körpergröße). Mit den Dicken und Hässlichen, kurzum: "Vollspasten," will er sich aber auch nicht auf dieselbe Stufe stellen. Was ihm bleibt, ist das Dasein eines heimatlosen Underdogs, dessen Gedanken um zwei Dinge kreisen: Verdauung und Sex. Petting und Geschlechtsverkehr mit Partnern beiderlei Geschlechts beschäftigt Thorsten intensiv. Dabei spielen Susanne Bohne, die Beautyqueen mit "den großen Glocken", und Andreas, der Dümmling mit der "großen, dicken Rute", eine prominente Rolle. Thorstens bisexuelle Phantasien materialisieren sich in der Gestalt der Ina, die zwar keinen Busen hat, jedoch über primäre weibliche Geschlechtmerkmale verfügt. Trotz einer sich anbahnenden sexuellen Obsession kommt Thorsten während der Freizeit nicht zum Zug. Dafür muss man als Leser abgefahrene und grenzwertige Schilderungen gedachter Sexakte über sich ergehen lassen, die zum zügigen Vorblättern anhalten. Konstant betrachtet Thorsten seine Mitmenschen durch die Brille eines Sexbesessenen, wittert bei allen "Geilheit" und sexuelles Vergnügen. So viel zur Grundstimmung des Buches ... Auf wundersame Weise wird Thorsten Mitglied in der Gruppe der Coolen. Zusammen mit dem schönen Heiko, eloquenten Robert und charismatischen Tiedemann (der einen Großteil seines Charisma aus einem Salz-und-Pfeffer-Mantel bezieht, denn er nicht einmal am Strand ablegt) darf er sich im Glanz der Bewunderung sonnen - wenn auch nur für kurze Zeit. Nach einer heimlichen "Saufnacht" mit Apfelkorn und Persico ist der Zauber verflogen und Thorsten steht wieder an seinem angestammten Platz: außen vor. Die Coolen kommen ihm inzwischen nicht mehr so cool vor, die bis dahin "göttliche Susanne" sieht inzwischen nicht mehr so schön aus. Elvis Presley ist tot. Und Thorsten - endlich, eeendlich - legt ein paar Zentimeter zu. Die Parallelen zu Roches "Feuchtgebiete" sind unverkennbar: Schon das Layout des Umschlags stellt eine visuelle Verbindung her, die auf der thematischen Ebene aufrecht erhalten wird. Hygiene, Sexualität und der Körper als Funktionsgefüge (und nicht eine Hülle nach antikem Vorbild). Beide, Roche und Strunk, stellen den Hygienewahn im geläufigen Sinn zur Debatte (Intimpflege, Desinfektion). Darüber hinaus karikieren sie moralische Hygiene, wie sie von der Kirche und der "Gesellschaft" propagiert wird. Explizite Wortwahl mit hohem Ekelfaktor beherrscht auch Strunk. Ebenso legt er großen Erfindungsreichtum an den Tag, wenn es darum geht, Marktlücken aufzuspüren und kuriose Produkte zu konzipieren. Mit Thorsten legt Strunk jedoch einen Helden vor, der kaum zur Identifikation taugt. Ganz anders verhält es ich mit Roches Helen, deren Analfissur zum internationalen Politikum an der feminitischen Front wurde. Fazit: Wer Fäkalhumor schätzt, wir hier auf seine Kosten kommen. Ansonsten eine traurig-komische Studie über gruppendynamische Prozesse unter Jugendlichen. Stellenweise sehr sehr lustig. Stellenweise sehr sehr eklig. Nicht weniger, aber auch nicht mehr...

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  • Frage zu "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche

    Feuchtgebiete

    lillifee

    Welches Buch ist vergleichbar mit "Feuchtgebiete"? Ist die Aussprache eines solchen Themas immer noch tabu, es wird so wenig darüber geschrieben?

    • 8
  • Rezension zu "Fleckenteufel" von Heinz Strunk

    Fleckenteufel

    Rosalie

    25. August 2010 um 20:59

    Ich war sehr überrascht von diesem Buch! Die Geschichte von Thorsten war ganz anders, als ich es mir gedachte hatte. Es ist eine leichte Geschichte, gut zum Lesen für zwischendurch, um auch mal vom (Lern)-Stress abzuschalten.

  • Rezension zu "Fleckenteufel" von Heinz Strunk

    Fleckenteufel

    bananen-hugo

    23. August 2010 um 22:53

    Eine Zeitreise in die 70er Jahre, recht genau und minutiös wird eine christliche Ferienfreizeit beschrieben. Das geschieht durchaus mit einer Portion Humor und Wortwitz, das Buch kann also die Gefahr der Unterhaltung nicht ganz vermeiden. Was mir das Buch aber im Endeffekt verleidet ist, dass der Autor in diesem Buch seine anale Phase noch nicht überwunden zu haben scheint. Dieses ständige Auseinadersetzen mit der Verdauung bzw. der verhinderten Verdauung der Hauptfigur ist eklig und auch auf die Dauer wirklich nervtötend. Vor allem bleibt eigentlich nur dies im Endeffekt beim Rezensenten hängen und das ist gleichermaßen ärgerlich, wie auch traurig, denn die Ansätze des Buches sind durchaus vergnüglich.

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