Fleisch ist mein Gemüse

von Heinz Strunk 
3,7 Sterne bei423 Bewertungen
Fleisch ist mein Gemüse
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Positiv (258):
B

Das Buch war schnell gelesen und hat ich bestens unterhalten.

Kritisch (48):
M

Vor Jahren gelesen und nach allen Berichten darüber habe ich mehr erwartet.

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Inhaltsangabe zu "Fleisch ist mein Gemüse"

Der Mensch ist kein Beilagenesser. Wie es ist, in Harburg aufzuwachsen, das weiß Heinz Strunk genau. Harburg, nicht Hamburg. Mitte der 80er ist Heinz volljährig und hat immer noch Akne, immer noch keinen Job, immer noch keinen Sex. Doch dann wird er Bläser bei Tiffanys, einer Showband, die auf den Schützenfesten zwischen Elbe und Lüneburger Heide bald zu den größten gehört. Aber auch das Musikerleben hat seine Schattenseiten: traurige Gaststars, heillose Frauengeschichten, sehr fettes Essen und Hochzeitsgesellschaften, die immer nur eins hören wollen: »An der Nordseeküste« von Klaus & Klaus.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783939716617
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:260 Seiten
Verlag:Axel Springer AG
Erscheinungsdatum:08.09.2009
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.07.2005 bei Roof Music erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Mirrorman31vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Vor Jahren gelesen und nach allen Berichten darüber habe ich mehr erwartet.
    Ermüdend

    Während des Lesens dachte ich immer: Jetzt kommt die Pointe, aber sie kam nicht. Strunk hat seinen Lesern einfach nur den Spiegel vors Gesicht gehalten. Gemerkt hat es bestimmt kaum einer und zugeben mag man es ebenso wenig. 

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    SenfKorn1993s avatar
    SenfKorn1993vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Der goldene Handschuh war eindeutig besser!
    Tanzmusik!

    Der Klappentext verrät:


    Wie es ist, in Harburg aufzuwachsen, das weiß Heinz Strunk genau. Harburg, nicht Hamburg. Mitte der 80er ist Heinz volljährig und hat immer noch Akne, immer noch keinen Job, immer noch keinen Sex. Doch dann wird er Bläser bei Tiffanys, einer Showband, die auf den Schützenfesten zwischen Elbe und Lüneburger Heide bald zu den größten gehört. Aber auch das Musikerleben hat seine Schattenseiten: traurige Gaststars, heillose Frauengeschichten, sehr fettes Essen und Hochzeitsgesellschaften, die immer nur eins hören wollen: „An der Nordseeküste“ von Klaus und Klaus.


    Ich habe vor diesem Buch den „Goldenen Handschuh“ gelesen und konnte den Schreibstil von Heinz Strunk wiedererkennen. Die Melancholie ist auch hier ein großer Bestandteil des Plots und spiegelt sich auch in den Beschreibungen der handelnden Personen wieder. Wenn man dem Roman glauben schenken darf, dann will man nicht in Harburg aufwachsen, weil es eigentlich ein Ort ist, in dem nur Verlierer wohnen. Während in der großen Stadt Hamburg direkt vor Haustür jeder auf der Sonnenseite lebt, sammelt sich hier nur der Abschaum der Gesellschaft.


    Der zweite große Schwerpunkt des Buches ist die Tanzmusik und den Blick „hinter die Kulissen“ der einzelnen Tanzbands, hier im Besonderen der Band „Tiffanys“. Heinz Strunk macht deutlich, welches Elend man oft nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne sieht und wie man damit umgeht. Generell fand ich diesen Teil des Buches spannender als die Saufgeschichten des Protagonisten.


    Alles in Allem ist ein sehr melancholisches Buch, aber ich empfehle es sehr gerne weiter!

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    Farbwirbels avatar
    Farbwirbelvor 2 Jahren
    Pulsierende Eiterbeulen der Schlagermusik

    „Fleisch ist mein Gemüse“ - Der Titel weckt Interesse. In Manier einer Autobiografie berichtet Heinz Strunk von seiner Vergangenheit als Bläser in einer Tanzmusikband. Zu Beginn stellt er dabei sein sehr klein gebliebenes Umfeld in Hamburg-Harburg vor und damit auch sich selbst. Gefangen in seinem eigenen, sehr bequemen und antriebslosen Trott, berichtet er detailreich von seiner Erwachsenenakne, den Psychosen seiner selbst, der Nachbarschaft und seiner Mutter, sowie über seine hemmungslose Sauferei. Durch Zufall gerät er in die Band „Tiffanys“ und wird dort Teil der Stammbesetzung. Die Band tourt durch die Döfer und unterhält Schützenfeste und Hochzeiten musikalisch. Mal befindet sich Strunk auf dem aufsteigenden Ast, kümmert sich um sein Wohl, strukturiert sich, überwindet seine Depression, mal fällt er in ein tiefes Loch. Von ekligen Aknebeschreibungen, über beiläufige Selbstbefriedigungsgeständnisse, hin zu einer ausgeprägten Spielsucht ist irgendwie alles mit dabei. Gewürzt ist das ganze mit Liedtexten der Schlagermusik aus den 80ern und 90ern.

    Das Buch ist in die Jahre von 1985-1997 eingeteilt, also die Zeit der Mitgliedschaft Heinz' bei 'Tiffanys'. Diese Überkapitel sind durch Unterkapitel weiter strukturiert. Die Unterkapitel sind recht kurz, das längste ist 16 Seiten lang. Der Schreibstil ist knapp, teilweise eliptisch und das Buch liest sich schnell weg.

    Als nächstes kam ich auf die verwegene Idee, statt um zwei Uhr nachmittags morgens um neun aufzustehen. Ich pennte zwar anfangs immer fast im Stehen ein, aber nach ein paar Wochen war es geschafft. Ich hatte wieder die Kontrolle über mein Leben übernommen. -S. 166

    So wirklich gehaltvoll ist dieses Werk für mich nicht gewesen, wenn auch immer wieder wortgewandt und witzig. Trotzdem fand ich es teilweise ziemlich widerlich und dann wieder zu monoton. Strunk zeichnet hier das Bild eines geschundenen und verlorenen Orientierungslosen mit Depressionen, der einfach keine Ahnung davon hat, was er mit seinem Leben beginnen soll und auch bis zum Ende des Buchs nicht wirklich was aus sich macht. Diese ohnmächtige Ziellosigkeit ist dann auch wieder interessant. Ich könnte mir vorstellen, das Buch würde Anklang bei Menschen finden, die in den 90er Jahren ihre Jugend verlebt haben und vielleicht auch gerade bei Männern.

    Mich hat dieses Buch wirklich nicht überzeugt. Auch wenn Strunk von Feuilleton gern besprochen wird, mich hat das nicht wirklich umgehauen. Ich bin aber froh, dass er in der Welt außerhalb der Buchseiten seinem Leben, so scheint es, Orientierung geben konnte.


    Kommentare: 4
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    Flickercats avatar
    Flickercatvor 3 Jahren
    "Fleisch ist mein Gemüse"

    Wie es ist, in Harburg aufzuwachsen, das weiß Heinz Strunk genau. Harburg, nicht Hamburg. Mitte der 80er ist Heinz volljährig und hat immer noch Akne, immer noch keinen Job, immer noch keinen Sex. Doch dann wird er Bläser bei Tiffanys, einer Showband, die auf den Schützenfesten zwischen Elbe und Lüneburger Heide bald zu den größten gehört. Aber auch das Musikerleben hat seine Schattenseiten: traurige Gaststars, heillose Frauengeschichten, sehr fettes Essen und Hochzeitsgesellschaften, die immer nur eins hören wollen: „An der Nordseeküste“ von Klaus und Klaus. (-Klappentext-)

    Dieses Buch kombiniert (Männer-)Humor, Absurdität und trostlose Stimmung auf eine Weise, die mir so bisher noch nicht begegnet ist, und gerade das hat mir daran recht gut gefallen. Der Protagonist kommt eher als unentschlossener Verlierer rüber, der sich sein Leben eigentlich ganz anders vorgestellt hat, mit Depressionen kämpft und in Spielhallen versackt, sich dabei aber trotzdem immer wieder irgendwie aufrafft.

    Eine Handlung mit nennenswerter Spannung steht in „Fleisch ist mein Gemüse“ weniger im Mittelpunkt. Stattdessen folgt man dem Protagonisten über viele Jahre durch die Welt der Tanzmusiker und begegnet seinen persönlichen Dämonen.

    Vermutlich wirklich eher ein „Männerbuch“ (alleine schon die recht seltsame Furz-Passage… ;-)), ich fand es aber trotzdem irgendwie erfrischend, weil es ziemlich aus dem rausfällt, was ich sonst schwerpunktmäßig lese.

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    saiavor 4 Jahren
    Kurzmeinung: es blieb so böse , wie es begann, meiner Meinung nach nichts für Leute, die zu Weltschmerz neigen, aber anscheinend gut für Zyniker
    Nichts da mit niedersächsischer Idylle

    Dieses Buch schenkte mir mein netter Buchhändler als Leseexemplar, und im Nachhinein bin ich, ehrlich gesagt, froh, dass ich dafür kein Geld ausgegeben habe, dabei ist der Schreibstil des Autors wunderbar witzig.

    Wie ich im Internet las, hat der Roman autobiographischen Charakter. Heinz, ein anscheinend wirklich talentierter Flöten- und Saxophonspieler,  ist über zwanzig, wohnt bei seiner psychisch kranken Mutter im "Zwergenhaus". Mit schlimmer Akne geschlagen, die man zugegebenermaßen niemandem wünscht, driftet er antriebslos durch sein Leben, versucht sich recht erfolglos als Musikproduzent und tingelt mit einer Tanzband durchs hamburgnahe Niedersachsen. Dabei betrachtet er das bierselige Treiben vor der Bühne so ziemlich von oben herab. Selbst gleitet er mehr oder weniger antriebslos stets am Rand von Alkohol- und später Spielsucht dahin, fühlt sich für vieles hoch qualifiziert (Lehrer in einer Musikschule), ist aber auch nicht in der lage, sein Leben radikal zu ändern.

    Mit spitzem Stift, witzig, jedoch meist zynisch lässt sich der Autor über das Randstadt- und Dorfleben in den Achtzigern aus. Nahezu alles wird belächelt oder mitleidslos kleingemacht, auch vor sich selbst, sprich der Hauptperson, macht der Autor nicht halt. Dabei gibt es manchmal Details zu lesen, die ich eigentlich nicht wirklich wissen wollte. 

    Meiner Meinung nach sollten Bücher durchaus zum Nachdenken anregen oder auch zwingen, sie können glücklich oder traurig machen, nach Möglichkeit etwas im Leser bewegen, wenigstens ein ganz kleines bisschen. das aber fehlt mir in "Fleisch ist mein Gemüse". Deshalb wollte ich auch nur, zugegebenermaßen recht selbstgerecht, nur zwei Sterne vergeben. Doch fast am Ende des Buches angekommen, geschah Folgendes: 
    Ich stand am Eingang unseres Fußballstadions und las, auf meinen Sohn wartend neben dem Einlass stehend, die letzten Sätze des Buches, als ein muskelbepackter, heftig tätowierter, vollkommen klischeekonformer Ordner auf mich zutrat und mir erklärte, dass ich gerade sein Lieblingsbuch in der Hand hielt!!! 
    Also - es lebe die Vielfalt der Leserschaft, und trotz persönlichen Nichtgefallens gibt es einen Stern oben drauf - ein Dank dem Ordner! 

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    3vorDreis avatar
    3vorDreivor 6 Jahren
    Rezension zu "Fleisch ist mein Gemüse" von Heinz Strunk

    Im Landkreis Harburg, nicht in Hamburg, aufgewachsen, Tochter eines ehemaligen "Muckers" - wie sollte es anders sein: Ich habe dieses Buch nur gefeiert. Ständig habe ich das Buch meinem Vater unter die Nase gerieben, der konnte sich hingegen nur selten mit den dargestellten Szenerien identifizieren: "Nein, so feddich wie die waren wir nie!"

    Ein ernster Einschub in der Mitte: Man muss es Heinz Strunk einfach hoch anrechnen, die vielen wirklich tragischen Episoden so darzustellen, dass man mit und nicht über die dargestellten Personen lachen muss.

    Mein Freund, ein Berliner, fand das Buch auch längst nicht so komisch wie ich. Dem musste ich daraufhin aber auch erstmal erklären, was ein Schützenfest, ein Spielmannszug oder ein Carport ist... Eine genial geschriebene, im besten Sinne überzogene Millieustudie, die eine "Leidensgenossin" wohl kaum unberührt lassen kann!

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    winter-chillvor 6 Jahren
    Rezension zu "Fleisch ist mein Gemüse" von Heinz Strunk

    Großartig. Selten habe ich bei einem Buch so sehr lachen müssen, obwohl die Grundstimmung zum Teil sehr traurig ist.

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    K
    karen_silkwoodvor 6 Jahren
    Rezension zu "Fleisch ist mein Gemüse" von Heinz Strunk

    Durch und durch langweilig. Mag daran liegen, dass es damals als so unsagbar lustig galt und ich mich durch die Seiten quälte auf der Suche nach den lustigen Momenten. Ich fands eher traurig und frustrierend .

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    Alienors avatar
    Alienorvor 7 Jahren
    Rezension zu "Fleisch ist mein Gemüse" von Heinz Strunk

    Milieustudie oder Humor?
    Für mich war es eher ersteres. Besonders lustig fand ich das Selbstporträt eines jungen kaputten Mannes nicht, der sich als Musiker einer drittklassigen Tanzgruppe durchs Leben schlägt. Er hat schlimme Akne, ein leichtes Alkohol- und Spielsuchtproblem und seine Mutter leidet unter einer üblen psychischen Störung. Mädchen nennt er nur "Biester", denn er hat keine Chance bei ihnen. Genausowenig wie seine ranzigen Bandkollegen, mit denen er Hochzeiten und Schützenfeste in kleinen Dörfern unsicher macht. "Heinzers" absolut tristes Leben fand ich einfach nur traurig, auch wenn klar ist, dass die ganzen Beschreibungen (hoffentlich...) übertrieben sind. Aber so manch eine Person führt möglicherweise wirklich ein so leeres Leben.
    Die Beschreibung der hohlen Dorfjugend, des elenden Miefs auf dem platten Land und der ermüdenden Routine eines ziemlich sinnfreien Daseins ist auf der anderen Seite aber wieder so gelungen, dass es doch für drei Sterne reicht. Auch wenn man sich beim Lesen manchmal fast ekelt. ;-)

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    Anne_of_Green_Gabless avatar
    Anne_of_Green_Gablesvor 7 Jahren
    Rezension zu "Fleisch ist mein Gemüse" von Heinz Strunk

    Eine abgeranzte Musikertruppe im Norden Deutschlands. Der "Buchheld"? Ein furzender, alkoholabhängiger Freak, der in seinem Leben nichts erreicht. Selbst bei Männern dürfte dieses Buch mit dem Attribut "geschmacklos" durchfallen.

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