Heinz Strunk Junge rettet Freund aus Teich

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Inhaltsangabe zu „Junge rettet Freund aus Teich“ von Heinz Strunk

Mathias ist sechs Jahre alt.

Bald wird er in die Schule gehen. Er wohnt in der Siedlung, bei Mutter, Oma und Opa, die er alle sehr liebt. Weihnachten ist schon ganz nah; es schneit, und Schnee ist fast noch gemütlicher als Regen. Nur hört man leider nichts, wenn es schneit, da ist dann wieder Regen besser.

Mathias ist zehn Jahre alt.

Die großen Ferien wird er bei Oma Emmi auf dem Land verbringen. Die Kinder dort wachsen ganz anders auf, man kann hier viel Spaß haben. Mutter riecht den Braten: sie gönnt ihm die Freude nicht. Da kann sie noch so oft behaupten, Mathias sei ihr Verbündeter.

Mathias ist vierzehn Jahre alt.

Mutter ist mit ihm ins Hochhaus gezogen und hat Oma in ihrem Elend alleingelassen. Opa ist im Heim, noch so ein Verrat. Doch Mathias ahnt: im Grunde genommen trägt er die Verantwortung für Mutters Lage, obwohl er natürlich auch nichts dafür kann. Wer kann schon was für seine Geburt?

Wenn man nichts zu sagen hat, sollte man besser schweigen. Gilt auch für Strunk. Wenn er wenigstens gut schreiben könnte...

— Hazel93

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  • Traurige Kindheitserinnerung

    Junge rettet Freund aus Teich

    winter-chill

    13. September 2017 um 12:22

    Die meisten Protagonisten in Heinz Strunks Werken sind Alter Egos von ihm – das ist bekannt. „Junge rettet Freund aus Teich“ ist aber noch ein Stück weit autobiografischer als Strunks andere Werke und daher auch etwas anders, als die Romane die man sonst so von ihm kennt. Es ist ein Erinnerungsbuch: Heinz Strunk schreibt über das Leben eines Heranwachsenden in den 1960er und 70er – zwar sind fiktionale Elemente eingestreut, aber im Grunde ist es sein Leben. Strunk heißt eigentlich Mathias Halfpape und wurde in Hamburg-Harburg geboren. Mathias Halfpape heißt auch der Ich-Erzähler des Romans. Er lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter bei den Großeltern in Hamburg-Harburg. Die Mutter arbeitet als Musik-Lehrerin und hat wenig Zeit für Mathias, erzogen wird er im Grunde von den Großeltern. Strunk gliedert seinen Roman in drei Zeitabschnitte. Wir erleben Mathias einmal 1966 als 6-Jährigen, 1970 im Alter von 10 und 1974 als 14-jährigen Teenager. Der Schreibstil ist immer dem jeweiligen Alter angepasst. So verwendet der 6-Jährige eine wesentlich naivere Sprache und die Sätze sind kürzer als beim 14-Jährigen. Strunk ist bekanntermaßen der Meister der erzählten Depression – auch die Kindheitserinnerungen in „Junge rettet Freund aus Teich“ sind überlagert von einem bitteren Beigeschmack. Am Anfang, 1966, ist die Welt noch in Ordnung. Mathias wird von den Großeltern umsorgt und lebt das glückliche Leben eines kleinen Jungen. Der zweite Teil hat dann etwas von jugendlicher Abenteuerromantik auf dem Land – es zeigen sich aber schon erste Risse in der Idylle. Im dritten Teil folgt dann Schlimmeres auf Schlimmes: Depression der Mutter, die Großeltern bauen ab, der Großvater kommt ins Heim. Strunk beweist mit diesem Roman, dass er ein ernstzunehmender Literat ist und der Roman hat deutlich seine Stärken: zum Beispiel seine Charakterbeschreibungen oder wie er den Verfall der Großeltern schildert. Auch wer auf 60er- und 70er-Nostaglie steht, kommt hier nicht zu kurz. Trotzdem kommt der Roman meiner Meinung nach nicht an andere Werke von Strunk ran. Die Erzählform habe ich in der Summe als sehr distanziert empfunden, die Erlebnisse verlieren auch ein bisschen Gewicht, weil Strunk sie einfach nur aneinanderreiht und herunter erzählt. Eine richtig packende Erzählung kann so einfach nicht entstehen. Das hat mir sehr gefehlt.

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  • Nostalgie pur

    Junge rettet Freund aus Teich

    anneschuessler

    16. August 2017 um 15:46

    In Junge rettet Freund aus Teich erzählt Heinz Strunk von seiner Kindheit und Jugend. Aufgewachsen bei seinen Großeltern und seiner Mutter wächst Mathias sehr behütet auf, eine Kindheit zwischen Geborgenheit und Abenteuern, erst recht, als Mathias in den Ferien zur Großtante geschickt wird, wo er erst von einem Bauern übers Feld gejagt und dann mit den Bauernsöhnen am Baggersee die erste Zigarette raucht. Als bekennender Nostalgiejunkie trifft dieses Buch mein Herz genau an der richtigen Stelle und wärmt es ganz ausgezeichnet. Zusammenfassend lässt sich sagen: Wer Fleisch ist mein Gemüsemag, wird wohl auch Junge rettet Freund aus Teich mögen. Mein Lieblingssatz aus einer Rezension bei Goodreads ist übrigens: „Zum Ende wurde mir allerdings zuviel gewichst.“ Das stimmt aber nicht, es wird gar nicht so viel gewichst.

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  • Deep Purple und das zu frühe Mondauto

    Junge rettet Freund aus Teich

    berka

    "Fleisch ist mein Gemüse" - mit dem Buch wurde Heinz Strunk bekannt. Es liegt schon lange in meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) relativ weit oben kam aber nie zum Zug. Ob sich das bald ändert? Die Chance besteht, denn... "Junge rettet Freund aus Teich" erzählt die Vorgeschichte dazu. Die Jugend von Matthias, das ist Strunks realer Vorname. 3 Zeitabschnitte (1966/70/74) erlebt Matthias im Alter von 6, 10 und 14 Jahren und berichtet davon in der Ich-Form. Der Stil ist ein wenig dem Alter angepasst, der 6jährige verwendet deutlich kürzere Sätze als der 14jährige. 1966 geht es noch recht harmlos zu. Matthias pflegt Hobbies an die ich mich aus eigener Erfahrung erinnere (Autokennzeichen aufschreiben) und die Streiche sind noch recht harmlos, auch wenn dabei schonmal ein Feld in Flammen gesetzt wird. Eine dicke Unstimmigkeit fällt auf: zu Weihnachten 1966 bekommt Matthias ein Mondauto geschenkt, das ist m. E. deutlich zu früh. 1970 zeigen sich zunehmend Risse in den sowieso schwierigen Familienverhältnissen. Zugleich wird der Roman immer mehr zur Zeitreise mit Wiedererkennungswert für alle die dabei waren: Berry-Eis, Deep Purple, Mr. Frosty, Disco mit Ilja Richter, später noch 'Was bin ich' und die Shiloh-Ranch. 1974 ist Matthias mitten in der Pubertät und alles wird noch problematischer. Die Streiche enden schonmal mit Straftaten und besonders das Verhältnis zur alleinerziehenden Mutter gestaltet sich schwierig. Auch in der Schule läuft es nicht immer gut, dafür spielen die Mädels eine zunehmend wichtige Rolle. Das alles endet dramatisch aber ich will nicht zuviel verraten. Wenn ich richtig recherchiert habe ist der Roman stark autobiographisch geprägt aber nicht alles hat sich real so ereignet. Die Konflikte sind nachvollziehbar und glaubwürdig erzählt. Lustig ist das alles nicht - ich habe Heinz Strunk vorher der Komiker-Ecke zugeordnet was für seine anderen Bücher möglicherweise mehr zutrifft - aber durchaus unterhaltsam. Nun ist es sicher bald Zeit für "Fleisch ist mein Gemüse"...

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    • 2

    Floh

    04. August 2014 um 04:19
  • Strunks reifste Leistung

    Junge rettet Freund aus Teich

    Cornelius_Hartz

    01. September 2013 um 18:04

    Drei Lebensabschnitte seiner Jugend beleuchtet Heinz Strunk, der das erste Mal unter seinem bürgerlichen Namen Mathias (Halfpape) im Text auftaucht, in einem Roman, der einen berührt, der Freude macht und Frust weckt. Und der nicht nur eine vergangene Epoche bundesdeutscher Wirklichkeit widerspiegelt, sondern in dem es dem Autor auch gelingt, für jede der eigenen Altersstufen eine eigene und komplett authentisch wirkende Sprache zu finden. Dieser Roman zeigt, was in Strunk wirklich steckt. Und das ist einiges mehr, als manche, die nur den Albernheiten in "Fleisch ist mein Gemüse" ihre Aufmerksamkeit schenken können, zu verdauen in der Lage sind - nämlich ein ernstzunehmender Literat. Strunks reifste Leistung, die ich gerne auf der Longlist des deutschen Buchpreises 2013 gesehen hätte. Ganz ohne Witz.

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  • Das Porträt des Künstlers als junger Mann

    Junge rettet Freund aus Teich

    thelexxx

    23. May 2013 um 17:31

    Hamburg-Harburg, Mitte der sechziger Jahre. Hinter gepflegten Vorgärten und verputzten Reihenhausfassaden verbergen sich tragisch-routinierte Familiengeschichten, eingeknickte Lebensläufe und tiefe Schicksale, aber eben auch die vermeintliche Unbeschwertheit einer Kindheit, wie sie fast überall und in jeder Zeit zu finden ist. In dieser Kulisse von Garagenbolzplätzen und Gartenhecken wächst Heinz Strunk alias Mathias Halfpape auf. Mit seiner Mutter lebt der sechsjährige Mathias bei seinen Großeltern in der Siedlung und schildert das Leben eben so, wie es ein Sechsjähriger erzählen würde: Freundschaften und Streitereien mit den Jungs aus der Gegend, die nervöse Vorfreude auf den ersten Schultag, das gute Essen der eigenen Oma und die Sicht auf eine Mutter, die im Leben festzustecken scheint. Es ist die wunderbar leichte Sichtweise eines Kindes auf Dinge, die weit schwerer wiegen im Alter. Strunk beschreibt genau die Zeit in unserem Leben, als Freizeit noch am Vormittag begann, die Luft von dem Geruch frisch gemähten Rasens erfüllt war, Erwachsene entweder Schurken oder souveräne Helden waren und die meisten Sorgen nach kurzer Zeit von allein wieder verschwanden. Im nächsten Teil seiner Trias über die Jugend erzählt Strunk die Geschichte zu einem späteren Zeitpunkt weiter: Mathias ist inzwischen zehn Jahre alt, das Haus, in dem die vier Mitglieder seiner Familie leben, ist wesentlich beengter als noch vor ein paar Jahren und die Sicht des Jungen auf das eigene Leben und das seiner Familie scheint allmählich ihre Unbeschwertheit einzubüßen. Doch da tut sich eine neue Chance auf: Mathias verbringt die Ferien auf dem Land, bei einer alten Verwandten und erhofft sich Freiheit, wilde Abenteuer und ein Leben abseits der zwanghaften und immer schwieriger werdenden Beziehung zu seiner Mutter. Im letzten Teil ist Mathias vierzehn und das Erwachsenwerden wird immer mehr zur Tragödie. Beim Lesen dieses Romans scheint man sich zwangsläufig immer wieder die Frage zu stellen, ob Heinz Strunk nun ein unglaublich fantasievoller Autor oder aber ein unglaublich scharfsinniger Beobachter ist, denn zuweilen meint man fast, die eigenen jugendlichen Gedanken und Kindheitserinnerungen zu lesen, so gut trifft der von vielen als Kultautor gehypte "Heinzer" den Ton jener Gedanken. Und nicht nur das: Jeder der drei Teile scheint seine eigene Stimmlage zu besitzen, als alterten die Kapitel mit ihrer Hauptfigur. Auf eingehende und mitreißende Weise berichtet Strunk von den Grauen des Alterns, den Herausforderungen des Individuums und der düsteren Kehrseite familiärer Fassaden. Es ist ein tragischer, ein trauriger und, trotz seiner kindlichen Leichtigkeit, ein ernster Roman. Und doch blieb so etwas wie eine letzte leichte Distanz zwischen mir und der Geschichte. Ich kann das gar nicht genau benennen, aber ein letzter Funke ist einfach nicht übergesprungen. So mitreißend und einnehmend der Roman an einigen Stellen ist, so fremd, skurril und manchmal sogar abstoßend wirkt er an anderen. "Junge rettet Freund aus der Teich" ist jedoch allemal ein gelungener und kluger Roman, den man lesen kann und sollte. auch zu lesen auf: buchpiraten.blogspot.com

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