Helen Azar The Diary of Olga Romanov: Royal Witness to the Russian Revolution

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Inhaltsangabe zu „The Diary of Olga Romanov: Royal Witness to the Russian Revolution“ von Helen Azar

Die Tagebücher der Großfürstin Olga Nikolaevna Romanowa, Tochter des Zaren Nikolaus II.- interessante Einblicke in ein kurzes Leben...

— Esse74

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  • Die Tagebücher der Tochter Zar Nikolaus II. von Russland- interessant und bewegend

    The Diary of Olga Romanov: Royal Witness to the Russian Revolution

    Esse74

    02. October 2016 um 12:05

    Da ich mich seit vielen Jahren mit der letzten Zarenfamilie befasse, freue ich mich immer wieder über ein neue Publikation auf diesem Gebiet und habe zuerst Azars 2016 erschienenes Buch mit den Tagebücher der Großfürstin Tatjana, der zweiten Tochter des letzten Zaren gelesen. Tatjana gehört neben Maria, der dritten Tochter, zu meinen, wenn man so sagen will, liebsten Zarentöchtern. Doch auch die Tagebücher von Olga wollte ich lesen. Leider fehlt hier ein Bild des Buches. Großfürstin Olga wurde 1895 als erste Tochter von Zar Nikolaus II. von Russland und seiner Gattin, Zarin Alexandra Feodorowna, geboren. Man erwartete von der Zarin einen Thronfolger zu gebären, den Zarewitsch, denn nach dem sogenannten Semi- Salic- Gesetz durften nur Männer den russischen Thron innehaben. Der Sohn Katharinas der Großen hatte dies verfügt und eine Änderung des Gesetzes stand außer Frage. Dennoch sah man es, wenn man es so hart ausdrücken will, der jungen Zarin nach, als das erstgeborene Kind eine Tochter war. Olga wächst liebevoll behütet durch ihre Eltern und Kinderfrauen heran, zeigt schon früh eine gewisse Nachdenklichkeit, in dem sie Dinge hinterfragt. So offenbart sich aber auch, wie isoliert das Mädchen heranwächst, als sie nicht verstehen kann, daß Menschen aus dem Volk Tickets für den Zug kaufen müssen, dann nur einen Sitzplatz zur Verfügung haben und kein ganzes Abteil, so wie die Zarenkinder im kaiserlichen Zug. Als Olga als Baby die Großmutter Queen Victoria in England mit ihren Eltern besucht, reist ein komplettes Spielzimmer mit. Dennoch sind die Kinder nicht verwöhnt- die Zarin ist eine sparsame Frau. Kleider, die die älteren Schwestern ablegen, werden so umgeändert, daß sie den beiden Jüngeren passen. Die Kinder bekommen ein Taschengeld, mit dem sie Geschenke für Freunde und die Familie kaufen- aber ihr ganzes Leben lang wird Olga niemals das einfach Volk kennenlernen, niemals auf dem Newsky Prospekt- der legendären Einkaufsstraße in St. Petersburg- einkaufen gehen, niemals wird sie wirklichen Kontakt zu den Menschen haben. Bei kurzen Halten, wenn man mit dem kaiserlichen Zug reist, dürfen die Kinder in den Bahnhofskiosken einkaufen, doch stets unter den Augen von Leibwächtern. Bei Reisen zu Verwandten nach Darmstadt (die Zarin war eine geborene Prinzessin von Hessen und bei Rhein) können die Töchter durch die Stadt streifen, da man sie nicht erkennt in ihren einfachen Kleidern, doch stets ist eine Kinderfrau an ihrer Seite und die Leibwächter in gebührendem Abstand. Spielfreunde kommen nur selten an den Hof, man verbringt viel Zeit mit Verwandten, den Cousins und Cousinen, den Tanten und Onkeln, der Großmutter- aber die äußere Welt bleibt stets verschlossen. Nur, wenn man mit der kaiserlichen Jacht "Standart" ans Schwarze Meer reist, sind die Offiziere Spielkameraden und zugleich auch erste Liebschaften, dh unverfängliche Flirts, die die Zarin "crushes" nennt. Jeder Offizier bekommt eine Großfürstin zugeteilt, der er zur Verfügung steht. Man tanzt mit ihnen, führt Gespräche, aber es ist nur ein kleines Stück Freiheit. Die Zarin ist zudem der Meinung, daß vier Schwestern- Olga, Tatjana, Maria und Anastasia sich selbst Gesellschaft genug seien. Olga beginnt mit neun Jahren ein Tagebuch zu führen, in dem sie aber nur einfach Begebenheiten festhält- wie "Ich war mit Mama und Papa in der Kirche". Azars Sammlung umfasst die Jahre von 1914, als der Erste Weltkrieg beginnt, bis 1917. Der Krieg ist zuerst nur eine Randnotiz für Olga, sie kommentiert Siege Russlands in Einträgen und Briefen an den Vater mit Freude, merkt aber bei Verlusten und Niederlagen nur kurz an, wie sehr sie Kaiser Wilhelm II. etc. hasst- mit einem Wort- mehr nicht. Ihre Tage sind erfüllt von Treffen mit Verwandten, Ausfahrten mit der Kutsche, dem Schlitten, spielen mit den Schwestern und dem Bruder Alexei, der meist mehr Fürsorge bedarf aufgrund seiner Hämophilie. Mit Beginn des Krieges fallen für sie Bälle weg, gesellschaftliche Auftritte, bei denen sie und ihre Schwester Tatjana oft die psychisch labile Mutter ersetzten, Theaterbesuche sind ebenfalls gestrichen, denn der Vater weilt meist im Stavka in Mogilev, dem militärischen Hauptquartier. Dort besucht ihn die Familie auch, aber sonstige Reisen, wie zum Sommerpalast auf der Krim (Massandra) sind nicht mehr möglich. Olga, Tatjana und die Mutter "arbeiten" als Krankenschwestern in den Hospitälern, die man in den Palästen einrichtet- doch dort werden auch nur Offiziere aufgenommen. Schon bald zehrt der Stress an Olgas und dem Nervenkostüm ihrer Mutter- die schrecklichen Bilder von schwerverletzten und sterbenden Offizieren prägen sich schnell ein. Zudem leiten Olga und Tatjana bald ein Kommitee für Kriegsflüchtlinge- nur Tatjana gibt sich pflichtbewusst- als Krankenschwester und bei der Arbeit im Kommitee- Olga, gesegnet mit dem wankelmütigen Gemüt der Mutter- gibt bald auf. Nervlich am Ende kann sie nicht weiterarbeiten, zieht sich zurück.Eine eventuelle Hochzeit mit dem Kronprinzen Carol von Rumänien lehnt sie ab- sie mag ihn nicht und will um keinen Preis der Welt eine Zwangsehe, also eine Heirat ohne Liebe, und will auch Russland nicht verlassen- was Nikolaus seiner Tochter nachsieht, ebenso wie die Zarin. Denn die Eltern heirateten auch nicht aus politischem Kalkül, sondern aus Liebe.Azar verfeinert die Tagebucheinträge mit Notizen der Hofdamen über Olga, Tutoren, also Lehrern, Briefen des Vaters. Die Ermordung Rasputins, die Abdankung des Vaters, die Revolution, der Hausarrest im Alexander- Palast und dann die Reise ins erste Exil nach Tobolsk in Sibirien- Olga kommentiert alles, doch große Gefühle lässt sie nicht zu. Nüchtern nimmt sie alles hin, versteckt ihre wahren Gefühle- steht sie doch dem Vater näher als der Mutter und ist ihm stets treue Ansprechpartnerin bei Problemen. Ich denke, sie stand aber ebenso fassungslos wie ihre Geschwister und die Eltern vor dem Umbruch und dem Absturz von der einstigen Zarentochter zur einfachen Bürgerin Romanow, verbannt nach Sibirien und eingeschlossen in einem Haus- zuerst dem in Tobolsk, dann 1918 in Jekaterinburg, wo im Juli Olgas Leben, ebenso wie das ihrer Familie und Bediensteten auf so grausame Weise endet. Als Spielball der Bolschewiken ist ihre Familie dem hilflos ausgeliefert, den Degradierungen und Beleidigungen durch die Bewacher- so entfernt man in Jekaterinburg die Tür der Toilette, Bewacher picken mit ihren Gabeln einfach in das Essen des Zaren, beleidigen ihn u.a. Wie schwer das alles zu ertragen war, kann man nur erahnen, denn Olga beendet ihre Eintragungen 1917. Sie klagt aber auch nicht an, lässt auch in den letzten Briefen an die Freunde, die Familie keinen Gräuel zu- die Gründe mögen einfach sein- die Bewacher lasen und zensierten die Briefe, die ausschließlich in Russisch verfasst werden durfen, man wusste nicht, ob diese jemals ankommen würden und, dann war Olga ebenso wie die Mutter äußerst religiös, glaubte an eine göttliche Fügung- alles ist Schicksal, alles vorbestimmt und Gott leitet- egal wohin. „Wenn dieses Leben endet, treffen wir uns in einer anderen Welt wieder“, steht im Tagebuch des Zaren. „Keine Trennungen mehr, endlich vereint.“Olga wird ihren dreiundzwanzigsten Geburtstag nicht mehr erleben...

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