Helen Garner

 4.1 Sterne bei 107 Bewertungen
Autor von Das Zimmer, Drei Söhne und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Helen Garner

Helen Garner wurde 1942 im australischen Geelong geboren. Zu ihrem Werk zählen Romane und Kurzgeschichten sowie Sachbücher. Mit »Das Zimmer« eroberte Garner die internationalen Bestsellerlisten und wurde vielfach ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Helen Garner

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Cover des Buches Das Zimmer (ISBN:9783833306655)

Das Zimmer

 (86)
Erschienen am 27.02.2010
Cover des Buches Drei Söhne (ISBN:9783827012692)

Drei Söhne

 (11)
Erschienen am 01.09.2016
Cover des Buches Das Haus an der Bunker Street (ISBN:9783833306518)

Das Haus an der Bunker Street

 (4)
Erschienen am 09.01.2010
Cover des Buches Die Kinder anderer Leute (ISBN:9783833307164)

Die Kinder anderer Leute

 (4)
Erschienen am 15.03.2011
Cover des Buches Das Zimmer (ISBN:9783827070319)

Das Zimmer

 (0)
Erschienen am 01.02.2010
Cover des Buches Das Haus an der Bunker Street (ISBN:9783827070951)

Das Haus an der Bunker Street

 (0)
Erschienen am 07.08.2010
Cover des Buches Die Kinder anderer Leute (ISBN:9783827074898)

Die Kinder anderer Leute

 (0)
Erschienen am 12.03.2011
Cover des Buches Das Zimmer (ISBN:9783899036800)

Das Zimmer

 (1)
Erschienen am 20.07.2009

Neue Rezensionen zu Helen Garner

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Rezension zu "Die Kinder anderer Leute" von Helen Garner

Dieses Buch ließ mich leider völlig leer zurück
Rezensavor 2 Monaten

Es war mein erstes Buch dieser Autorin. Ich fand es durch Zufall und kaufte es, weil der Titel meine Fantasie anregte. Auch war auf der Rückseite eine positive Rezension der FAZ. Nun gehöre ich zu den Lesern, die sich auch von einem Buch dieses Genres etwas versprechen. Es müsste entweder spannend sein, oder tiefsinnig, oder mich zum Lachen bringen, kurz: irgendeinen geistigen Nährwert vermitteln. Dieses Buch ließ mich aber hinsichtlich aller dieser Erwartungen leer ausgehen. Und ich gab nicht sofort auf, sondern hielt das Buch bis zum Ende durch, immer in der Hoffnung, dass ich schon noch dahinterkommen würde, was die Autorin letztlich sagen wollte und zu wem? Und das "WIE", also der Schreibstil, las sich für mich so mühsam, wie die Versuche, völlig profane Dinge übertrieben schöngeistig auszuschmücken, dann wieder ist die Sprache ziemlich vulgär, nicht immer logisch oder schlicht unangemessen. Beinahe hätte mich dieses ganze Beiwerk zu Beginn abgelenkt  von meiner vergeblichen Suche nach etwas wirklichem Tiefgang.

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Rezension zu "Drei Söhne" von Helen Garner

Großartig!
Buecherschmausvor 2 Jahren

Eine ganz unglaubliche Geschichte: Am Abend des 4. September 2005, dem australischen Vatertag, kommt Robert Farquharson mit seinem Auto von der Straße ab und fährt in einen Baggersee, einen der vielen australischen „dams“, Wasserreservoire für die Farmer. Das Auto sinkt schnell und seine drei kleinen Söhne, die er bei seiner von ihm getrennt lebenden Frau abliefern sollte, ertrinken. Der Vater kann sich retten und gibt an, nach einem Hustenanfall am Steuer ohnmächtig geworden zu sein. Solche Hustensynkopen sind zwar selten, aber durchaus möglich. Aber Farquharson benimmt sich am Unfallort äußerst merkwürdig. Statt den Kindern Hilfe zu leisten, bringt er sich in Sicherheit, hält ein Auto an und drängt die Insassen, ihn zu seiner Frau zu fahren. Erst danach werden Polizei und Rettungsdienste verständigt. Auch danach zeigt Farquharson eine verstörende Teilnahmslosigkeit.
Der Fall Farquharson hat die australische Öffentlichkeit beträchtlich aufgewühlt. Sowohl der Unfall selbst (oder war es Mord, versuchter erweiterter Selbstmord?) als auch der 2007 begonnene Prozess gegen den Vater, der sich mit Berufungsverfahren und nachgereichten Eingaben bis 2013 hinzog, beschäftigte Menschen und Medien.
Die Schriftstellerin Helen Garner, die hierzulande 2009 mit ihrem Buch „Das Zimmer“ einige Bekanntheit erlangte und die in ihrem Heimatland Australien immer wieder auch für ihre literarischen Reportagen ausgezeichnet wurde, hat diesen Prozess über seine ganze Länge hin vor Ort verfolgt. Herausgekommen ist dabei diese True-Crime-Story, die dem Leser den Atem raubt.
Von außen eine Gerichtsreportage - wer schon immer eine Abneigung gegen Gerichtsdramen hatte, wird vielleicht auch mit diesem Buch nicht glücklich werden – schildert Garner jedoch so viel mehr als die Aussagen und das Auftreten der Anwälte und Richter, der Zeugen und des Angeklagten.
Sie nimmt den Leser mit auf eine beklemmende Gefühlsachterbahn, die mit dem Stoßgebet „Lass es ein Unfall gewesen sein“ beginnt, als Garner die ersten Meldungen über das Geschehen vernimmt - zu schrecklich wäre es, hätte der Vater seine Söhne tatsächlich vorsätzlich getötet - und die immer mehr nach unten führt, je mehr sich der Verdacht gegen den Vater erhärtet, Zeugenaussagen über geäußerte Rachepläne gegen seine Frau auftauchen, die ihn verlassen hat und mittlerweile mit den Söhnen bei einem neuen Mann lebt. Zwischenzeitlich kommen aber immer wieder auch Zweifel auf, ja so etwas wie Mitleid und gar zaghafte Sympathie für den Angeklagten, je mehr er in die Ecke getrieben wird. Andererseits beteuern auch immer wieder Exfrau, Großeltern und andere Zeugen seine vermeintliche Unschuld. Die Tat ist gut dokumentiert, man kann im Internet nahezu jede Phase von der Bergung des Wagens bis zur Verurteilung verfolgen, sieht die drei Jungs lachend auf dem Sofa sitzen, sieht ihren überladenen Grabstein. Das Wissen, dass alles tatsächlich passiert ist, macht die Lektüre von „Drei Söhne“ noch beklemmender.
Helen Garner schaut genau hin, hört genau zu, beschreibt detailgenau die Prozessbeteiligten. Sie verhüllt auch nicht die Müdigkeit und den Überdruss, die die Zuhörer und Geschworenen von Zeit zu Zeit packen. Auch der Leser bleibt davon nicht ganz verschont, werden zum x. Mal die Markierungen der Reifenspuren oder die hypothetischen Lenkbewegungen diskutiert. Auch die dramatischen Gefühlsausbrüche aller Beteiligten, die sich in Tränenströmen und übergroßen Taschentüchern zeigen, berühren bald eher unangenehm. Das macht das Buch aber nur noch intensiver. Es ist fast, als säße man mit im Gerichtssaal, verfolge den Prozess genauso unmittelbar wie die Autorin. Trotz ihrer sachlichen, lakonischen Sprache, die aber immer wieder ins Persönliche kippt, mitunter auch sehr poetisch werden kann, packt Helen Garner mit ihrem Buch ungemein. Sie zieht ihre Leser ganz tief hinein in diesen unglaublichen Fall und verstört ihn nachhaltig. Dabei ist sie sich ihrer eigenen Zweifel und Einwände durchaus bewusst, handelt es sich doch bis zum Ende um einen reinen Indizienprozess.
Einerseits ist es die Tat, die sprachlos macht. Diese ungeheuerlich Erkenntnis, dass nicht nur kleinen, arglosen Kindern solch Entsetzliches angetan werden kann, sondern dass die Tat auch noch von dem Menschen verübt worden sein soll, der eigentlich für Schutz und Wohl der Kleinen erster Garant gewesen sein sollte. Es ist das Entsetzen, das einen jedes Mal von neuem angesichts solcher Taten packt. Ich jedenfalls werde das Bild dieser drei lachenden kleinen Jungs so bald nicht loswerden.
„Wenn ich mir erlaube, an Jai, Tyler und Bailey zu denken, wie sie in ihrem ruhigen Friedhof liegen und die goldenen Symbole von Bob dem Baumeister und den Bombers über sie wachen, dann stelle ich mir vor, wie ihre Familienangehörigen eifersüchtig toben: „Sie kennen sie gar nicht. Wie können Sie es wagen, von ihrer „Trauer“ zu sprechen?“
Es gibt aber kein anderes Wort, das zutrifft. Denn jeder Fremde trauert um sie. Jeder Fremde hat ihretwegen ein gebrochenes Herz. Das Schicksal der Kinder ist rechtmäßig auch unsere Angelegenheit. Wir haben sie zu beklagen. Jetzt sind wir alle Angehörige.“
Helen Garner ist mit „Drei Söhne“, im Original „This house of grief“, ein erschütterndes Buch gelungen, das noch sehr lange nachhallen wird. Großartig!

Kommentare: 1
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Rezension zu "Drei Söhne" von Helen Garner

Mord oder Unfall?
serendipity3012vor 3 Jahren

Mord oder Unfall? 

Es ist der Vatertag im Jahr 2005, als Robert Faquharson seine drei Söhne gerade zu seiner von ihm getrennt lebenden Frau zurückbringen möchte, von der Straße abkommt und in einen Baggersee stürzt. Nur er kann sich befreien, seine Kinder ertrinken. Er gibt an, einen Hustenanfall gehabt zu haben, durch den er ohnmächtig wurde und erst im Wasser wieder erwacht zu sein. Es sei ihm nicht gelungen, seine Kinder zu retten.

Die Frage, ob Faquharson die Wahrheit sagt, oder ob er seine Söhne vielleicht doch getötet hat, um sich an seiner Exfrau zu rächen, ob vorsätzlich und geplant oder im Affekt, steht schnell im Raum und wird zum Mittelpunkt eines Aufsehen erregenden Prozesses, der die australische Öffentlichkeit sehr beschäftigt. Helen Garner beobachtet die Verhandlung genau und berichtet akribisch in ihrem Buch „Drei Söhne. Ein Mordprozess“ darüber.

Der Prozess gegen Faquharson muss sich auf Zeugenaussagen, auf Indizien und Wahrscheinlichkeiten stützen. So hatte er einem alten Freund zufolge gesagt, dass er überlege, die Kinder umzubringen, was er nach dem Geschehen bestreitet. Die Ehe, ihr Scheitern, Roberts Unfähigkeit, in seinem Leben zurechtzukommen, all dies wird vor Gericht ausgebreitet, genauso wie der Vorfall selbst immer wieder von allen Seiten durchleuchtet wird. Durch Garners meist mitreißende Schilderung sitzt man als Leser wie mit im Gerichtssaal.

Es ist schwer, sich eine Meinung zu bilden, umso mehr, als man sich auf Garners Beschreibungen verlassen muss. Das macht aber nichts, denn Garner schreibt genau, beobachtet scharfsinnig, wertet aus, wo es geht, versucht, Strategien zu erkennen. Fesselnd ist ihr Bericht natürlich vor allem wegen der Ungeheuerlichkeit der Vorwürfe: Ein Vater, der seine drei Söhne umgebracht hat, nur um sich zu rächen? Viele Männer, die Garner im Laufe des Prozesses begegnen, beteuern immer wieder: Sie hätten alles versucht, um die Kinder zu retten und wären, wenn nötig, mit ihnen untergegangen. Faquharson benimmt sich nach dem Unfall eigenartig, er ist traumatisiert – doch ist der Auslöser des Traumas der Unfall selbst oder seine Schuld daran?

Vermutlich sind es diese Fragen, die einen „Drei Söhne“ atemlos lesen lassen, in der Hoffnung, eine Antwort auf die drängenden Fragen zu bekommen, wie es zu der Tragödie kommen konnte und wie die Geschworenen über den Fall und somit über Faquharsons weiteres Leben entscheiden.

Einige Fragen werden im Prozess wieder und wieder behandelt, und wo die Zuschauer vor Ort ermüden, geht es einem als Leser nicht anders, eine Straffung wäre aber wohl zu Lasten der Authentizität gegangen. Alles in allem ist Garner ein fesselnder Bericht gelungen, auch wenn sie an einigen Stellen etwas ungelenk formuliert (und die deutsche Ausgabe leider einige Fehler enthält). War Faquharson wirklich dazu fähig, seine Söhne zu töten, sah er tatsächlich keinen anderen Ausweg mehr? Was mag in ihm vorgegangen sein? „Drei Söhne. Ein Mordprozess“ nähert sich behutsam einer Ungeheuerlichkeit an, die kaum zu verstehen ist.

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