Helen Griffiths Hexentochter

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Inhaltsangabe zu „Hexentochter“ von Helen Griffiths

Mit Vignetten. 174 S. Neu: 6088 856
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  • Rezension zu "Hexentochter" von Helen Griffiths

    Hexentochter
    antjemue

    antjemue

    06. October 2009 um 15:59

    Im Jahr 1640 liest der Nichtsnutz und Taugenichts Josef ein kleines, ca. 3 Jahre altes Mädchen auf. Es kam aus dem Wald und war dort offensichtlich ganz allein. Josef bringt das Kind ins Dorf und übergibt es der Obhut des Priesters. Die Nachricht über das Findelkind verbreitet sich wie ein Lauffeuer, doch keiner vermisst es. Wilhelmina, deren Tochter vor 3 Jahren gestorben ist und der weiterer Kinderwunsch versagt blieb, erhebt sofort Ansprüche und nimmt sich des Kindes an. Klaus ihr Mann ist skeptisch, will seiner Frau aber den Herzenswunsch nicht versagen. Sie nennen das Mädchen Agnes - nach der verstorbenen Tochter. Aber Agnes ist anders als alle anderen Kinder. Trotz all ihr von Wilhelmina entgegengebrachten Liebe und Fürsorge findet keiner Zugang zu dem Findelkind. Jahr um Jahr vergeht, aber noch immer bleibt Agnes stumm, noch immer blicken ihre Augen abwesend - seelenlos. Klaus versucht schon lange nicht mehr, dem Kind nahe zu kommen. Auch Wilhelmina verliert langsam die Hoffnung. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Agnes findet im Wald eine verletzte Katze, die sie aus einer Falle befreit. Erstmals in Ihrem einsamen Leben, kann sie sich mit einem Lebewesen identifizieren. Ein Mann aus einer Gruppe Fremder, deren Dorf niedergebrannt und verwüstet wurde, bringt erstes Licht ins Dunkel von Agnes Vergangenheit. Allerdings gerät das Mädchen dadurch in größte Gefahr, denn das Kind der Hexe, die vor einigen Jahren von den Bewohnern des jetzt zerstörten Dorfes erst grausam gefoltert und dann gehängt wurde, kann ja nur auch eine Hexe sein. Was geschiet nun mit der "Hexe" und ihren Zieheltern? Die spannende und erschütternde Geschichte der kleinen Agnes spielt in einer Zeit in der allmählich eine Mäßigung in der Verfolgung von Menschen die man der Hexerei bezichtigte eintrat. In den zwei Jahrhunderten davor verbreitete sich der Hexenwahn wie eine Epedemie, in der unzählige Frauen, Männer und auch Kinder durch Hass und Fanatismus, Habgier, Aberglaube und Verleumdung undschuldig den Tod fanden. Es genügten schon Gerüchte wie den bösen Blick zu haben, um jemanden vor die Richter der Inquisition zu bringen. Die angeklagten Menschen hatten dann kaum eine Chance ihre Unschuld zu beweisen. Dafür sorgte ein ausgeklügeltes System von Befragungen, Proben und Folter. Danach kam die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen bei lebendigem Leib. Vom eingezogenen Vermögen der zum Tode verurteilten profitierten Kirche und Staat zu gleichen Teilen. Ich habe in der letzten Zeit mehrere Bücher über dieses Thema gelesen. In diesem Buch gefiel mir besonders, dass es Menschen gab, die den Hexenwahn nicht widerspruchslos hinnahmen und sich dagegen zur Wehr setzten. Die Erzählung von Helen Griffith ist für Leser von 12 an aufwärts. Jüngere Kinder hätten vielleicht einige Probleme mit ungewohnten Formulierungen, die aber zu jener Zeit üblich waren. Auf jeden Fall ist die Geschichte lehrreich. Sie zeigt auf, wohin Unwissenheit gepaart mit Angst und Aberglauben führen konnten. Ich fand dieses Buch richtig spannend und konnte es, als ich einmal angefangen hatte erst wieder aus der Hand legen wo es ausgelesen war. Es bekommt meine volle Empfehlung.

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