Helen Heinemann Warum Burnout nicht vom Job kommt

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Warum Burnout nicht vom Job kommt“ von Helen Heinemann

Wir sitzen einer weit verbreiteten Fehlannahme auf: dass Burnout vom Job kommt. Helen Heinemann, vielfach gefragte Expertin zum Thema, deckt die wirklichen Gründe für ein Phänomen auf, das wie kaum ein anderes unsere Zeit prägt. Denn nur wer bereits tief im Inneren aus dem Gleichgewicht ist, gerät irgendwann stressbedingt in den Strudel eines Burnouts. Helen Heinemann zeigt die wahren Ursachen für die Volkskrankheit Nr. 1 auf und weist völlig neue Wege aus der Erschöpfungsfalle.

Stöbern in Sachbuch

Heimatlos ist nicht gleich hoffnungslos: Sehnsucht einer jungen Frau 1944/2014

Lesestoff für die junge Generation.

annegretwinterberg

Homo Deus

Hararis Buch polarisiert, regt zum Nachdenken an und lässt kaum jemanden kalt.

Bellis-Perennis

Hillbilly-Elegie

Reflektierendes, biografisches Sachbuch über die eigene Herkunft und die möglichen Gründe für eine USA unter Donald Trump! Sehr lehrreich!

DieBuchkolumnistin

The Brain

Das Buch hat mich sehr bewegt, denn wir wissen immer noch wenig darüber, wie das Gehirn funktioniert und woher unser Ich-Gefühl kommt.

Tallianna

Warum wir es tun, wie wir es tun

Erfrischend anders!

Gucci2104

Die Genies der Lüfte

Erstaunlich und wissenswert. Man lernt eine Menge dazu und sieht die Vogelwelt mit ganz neuen Augen.

leucoryx

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Warum Burnout nicht vom Job kommt" von Helen Heinemann

    Warum Burnout nicht vom Job kommt
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    Wir haben eine neue Volkskrankheit. Der „Burnout“ ist in aller Munde. Jeder kennt irgendjemand, der gerade darunter leidet, deswegen in Behandlung war oder ist. Und immer wieder wird der sogenannte Burnout auf starke Belastungen im Arbeitsleben zurückgeführt. Ich persönlich habe aus eigenen Erfahrungen und durch die Beobachtung meiner Umwelt schon lange den Verdacht, dass diese Hypothese nicht stimmt. Dass sich hinter der allzu oft ziemlich schnell ausgesprochenen Diagnose Burnout meist eine veritable Depression verbirgt, aber nicht als solche bezeichnet wird. Vielleicht ist es auch ein Hinweis wert, dass Burnout genau zu der Zeit als Diagnose in Mode kam, als auch immer mehr Männer an Depressionen erkrankten. Wer will schon als Mann depressiv sein? Burnout als Folge von harter Arbeit und hektischem Stress klingt da doch schon viel besser. Ich kenne aus meinem Umfeld etwa ein halbes Dutzend Menschen, bei denen in der letzten Zeit ein Burnout diagnostiziert wurde. Menschen, die all die Jahre ihren Job hervorragend gemeistert haben. Alle haben jedoch in der Vergangenheit ein Leben geführt, in dem der Stress in der Familie, in der Beziehung und in der Freizeitgestaltung(Vereine, Ausgehen, Feiern etc.) kontinuierlich gestiegen ist. Immer weniger haben diese Menschen auf die krisenhaften Anzeichen geachtet in ihrem Leben, sondern die Krise mit immer mehr Aktivität, Feiern oder Alkohol zu kaschieren versucht. Als dann der jeweilige Zusammenbruch kam (jedes Mal als Burnout diagnostiziert), habe ich mich nicht gewundert, nur darüber, warum man diese dramatische persönliche Entwicklung auf die Arbeit und den Job schieben muss. Als ich das vorliegende Buch der Psychotherapeutin und Leiterin des „Institutes für Burnout-Prävention“ in Hamburg, Helen Heinemann las, fand ich viele meiner persönlichen Beobachtungen und Einschätzungen der letzten Jahre bestätigt. Sie hat in Rahmen von Seminaren im Auftrag einer großen Krankenkasse zum Thema Burnout in den letzten sechs Jahren insgesamt mit 1000 Männern und Frauen gearbeitet, die sich selbst als gefährdet bzw. schon vom Burnout betroffen einschätzten und dort Hilfe und Beratung suchten. Oft hat sie die Menschen über etwa eine Woche direkt vor Ort am Arbeitsplatz begleitet. Über die Zeit meldeten sich erste Zweifel an den bisherigen Hypothesen über diese neuen Krankheit, Zweifel, die immer stärker wurden und letzten Endes zu diesem Buch führten. Denn Helen Heinemann stellte fest, dass bei den allermeisten ihrer Klienten auch eine bessere Organisation am Arbeitsplatz nichts half. Sie ermittelte, dass es nicht der Stress, die Zeitnot oder eine ständige Erreichbarkeit waren, die man als Ursache verdächtigen kann. Sie erlebte, dass auch Menschen, die überhaupt nicht berufstätig waren, mit Symptomen von Burnout zu ihr kamen. Sie forschte nach und schon bald drängte sich mit überwältigender Evidenz das Ergebnis auf: „Burnout kommt nicht vom Job. Die Arbeit ist nur der Schauplatz, auf dem es sichtbar wird. Der Fehler im System liegt tiefer.“ Sie findet ihn in den verschiedenen Rollen, die Männer und Frauen in ihrem Leben übernommen haben. Sie beschreibt, wie besonders leistungsbetonte Menschen etwa ihre Rollen aus der Arbeitswelt mit hinein in ihr privates Familienleben nehmen, oder auch den umgekehrten Weg, dass familiäre Rollenmuster am Arbeitsplatz wiederholt werden, wo sie nicht hinpassen und nur Stress verursachen. Die Lösung für diese realen Rollenverschiebungen und -verwischungen sieht sie in dem Versuch, dass die Menschen lernen, ihr Leben als ein Spiel zu begreifen, in dem sie selbst die Spieler und mehr länger die Spielfiguren sind. „Mein Plädoyer für die Klarheit der Rolle und gegen die Vermischung der Rollen bedeutet, dass der Moment zählt und das Spiel je nach Situation neu definiert werden kann. Die Akteure sind die Bestimmer. Wenn ich im Wasserfarbkasten alles zusammenmische, habe ich schnell in dem Kasten und auf der Leinwand einen graubraunen Einheitsbrei. Wenn ich mich aber für den Moment eindeutig für Rot entscheide und mit dem Gelb warte, bis das Rot getrocknet ist, bleiben die Farben frisch und klar zu unterscheiden.“ Doch es geht um mehr als um bloße Rollenflexibilität und Rollenbewusstsein. Es geht um mehr als um Spiel. Es geht um meine eigene Geschichte, um meinen Selbstwert, um mein Selbstbewusstsein, um meine Identität und den Sinn, den ich meinem Leben gebe: „Ursache für Burnout ist nicht der Job, sondern die Sinnlücke im Leben. Sinn in meinem Leben entsteht dort, wo ich für diese Welt bedeutsam bin. Dazu muss ich mich mit meinen menschlichen Fähigkeiten kennen und erkennbar werden für andere. Denn nur dadurch, dass ich mich selbst kenne und annehmen kann, wie ich bin, werde ich erkennbar. Und nur so kann ich die Anerkennung meiner Mitmenschen erfahren und mich ihnen als Teil der menschlichen Gemeinschaft zugehörig fühlen.“ Ich komme noch einmal auf die mir bekannten Menschen zurück, die in der Vergangenheit oder aktuell ausgebrannt sind. Ausnahmslos haben sie über die Jahre immer verzweifelter versucht, den Selbstwert, der ihnen schon zum Teil in der Kindheit abging, durch immer mehr Aktivität zu überspielen, von der sie sich Anerkennung erhofften. Doch sie entfernten sich immer weiter von sich selbst und dann auch von denen, die ihnen wichtig und nahe sind. Sie haben versucht, durch immer „mehr“ etwas zu erreichen, dem ich einzig durch „weniger“ nahe kommen kann. Die dem Buch angefügten Fragebögen für Frauen und Männer, können dem Leser und der Leserin eine ersten diagnostischen Eindruck geben, wie weit die Gefährdung im eigenen Leben schon fortgeschritten ist und vermitteln eine spielerischen Zugang zu sich selbst und zu den eigenen Rollen. Die wichtigste Arbeit ist die an sich selbst. Doch man kann sich Unterstützung holen bei anderen Menschen und wenn es tiefer geht, auch bei einem Therapeuten, der etwas versteht von der spirituellen Bedeutung des Phänomens Burnout, denn um nichts anderes geht es nach meiner Meinung und meiner persönlichen Erfahrung. Und noch einmal und immer wieder: weniger ist mehr.

    Mehr
    • 2