Helen Jukes

 3.8 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Helen Jukes

Lautstarke Aktivistin und Imkerin: Die britische Autorin und Bienenschützerin Helen Jukes wurde 1984 geboren. Nach ihrem Psychologie Studium, begann sie für BBC Wildlife, Junket und LITRO zu arbeiten. Sie setzt sich für die Artgerechte Haltung von Bienen ein und versucht auch die Allgemeinbevölkerung für den Schutz dieser gefährdeten Wesen zu animieren. Als Mitbegründerin des Bee Friendly Trusts ist sie aktiv an dieser wichtigen Aufgabe beteiligt. "Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen" ist ihr erstes Buch. Helen Jukes lebt in Wye Valley, Wales.

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Rezension zu "Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen" von Helen Jukes

Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen
killmonotonyvor 11 Tagen

Ein sehr emotionaler Roman, der nicht nur das Halten eines Bienenstocks beschreibt, sondern dem Leser auch Brauchtümer und die Geschichte der Imkerei näher bringt. 

Dieses Buch hat mich in den Vorschauen direkt mit seinem Cover gelockt, auch wenn es mittlerweile gefühlt an jeder Ecke neue Romane über Bienen gibt. Dennoch könnte ich nicht behaupten, dass ich das nicht alles wahnsinnig interessant und spannend finde. Und somit zog das nunmehr dritte Bienenbuch bei mir ein. Nachdem ich letztes Jahr Maja Lundes „Geschichte der Bienen“ sowie Laline Paulls „Die Bienen“ (großartig!) las, tauchte ich mit Helen Jukes „Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen“ also erneut ab in den Bienenstock. Die Geschichte dreht sich um Helen, die sich in einem langweiligen Bürojob wiederfindet und sich nach einem Sinn sehnt, und ist sehr wahrscheinlich autobiographisch angehaucht. An ihrem vorigen Wohnort besuchte sie mit einem Freund die in der Stadt verteilten Bienenstöcke und lernte ein wenig über die Imkerei. In ihrer neuen Wohnung vermisst sie die Bienen schmerzlich und wünscht sich endlich einen eigenen Stock, traut sich das Ganze aber nicht so recht zu. Sie besucht einen öffentlich einsehbaren Bienenstock, verschlingt alle Bücher über Imkerei und Bienen, die sie finden kann, und das Sehnen wir immer stärker – allerdings auch ihre Zweifel, ob sie einen Bienenstock halten und sich um ein ganzes Volk kümmern kann. Als sie dann schließlich ein Bienenvolk geschenkt bekommt, wird sie ins kalte Wasser geworfen, muss sich eine Beute (Bienenkasten) zulegen und wartet angespannt auf den Frühling, wenn ihre Bienen endlich abholbereit sind.

All diese Leistungsziele, der Produktivitätsdruck, der Papierkram und die flachgetretenen Teppichhaare und die immer stärker standardisierten Abläufe; vielleicht hält uns das auf Kurs, aber es fühlt sich nicht sehr – ich biege um eine Ecke, suche nach dem Wort – menschlich an, finde ich.

Helen Jukes nimmt uns mit „Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen“ und einer wahnsinnig sympathischen Protagonistin voller Selbstzweifel mit auf eine kleine Reise durch die Geschichte der Bienenforschung, denn als Leser lesen wir quasi mit Helen alles über die Imkerei. Von den Strukturen innerhalb des Stocks, dem Aufbau der Bienengesellschaft über Mythen und alte Riten (Beispiel: Bugonie) bis hin zur perfekten Beute, um beste Lebensbedingungen für die Bienen zu schaffen (und natürlich Honig zu ernten) lernen wir als Leser sehr viel über die schwarz-gelben Insekten. Viele Informationen waren mir bereits aus Laline Paulls Roman bekannt, der aus der Hierarchie der Bienen eine Dystopie gezaubert hat und somit lange im Gedächtnis geblieben ist. Dennoch war einiges Neues für mich dabei und die Geschichte von Helen, die sich im neuen Job zurechtzufinden versucht und in ihrem Leben immer mehr Parallelen zum Lebenszyklus der Bienen sieht, war erfrischend und neu. Die Erzählsprache hat mir ausgesprochen gut gefallen, der Roman lies sich gut lesen und war sehr kurzweilig. Als ich dann noch gelesen habe, dass dies ihr Romandebüt ist, war ich völlig überrascht!

Weiterlesen: https://killmonotony.de/rezension/noch-ein-bienenroman-ja-bitte

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Rezension zu "Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen" von Helen Jukes

Helen Jukes, die Bienen und dazu noch etwas Esoterik
R_Mantheyvor 2 Monaten

"Ich habe mir vorgestellt, dass ich die Bienen kennenlernen könnte, wenn ich mir einen Bienenstock zulegen würde – verstehen, was sie sind und in welcher Verbindung sie zu ihrem Umfeld stehen. Vielleicht, hatte ich gedacht, könnte das etwas Therapeutisches haben."

Diese Sätze, die man kurz vor dem Ende dieses Buches findet, wiederspiegeln die Beziehung leidender Menschen zu ihrer Umgebung. Sie beziehen alles auf sich und glauben, Heilung dort zu finden, wo sie nicht ist. Heilung geschieht im Inneren, und dort, also bei sich selbst, muss man die Kraft dafür suchen. Helen Jukes Gedankengang war jedoch anders. Endlich – so glaubte sie – war sie etwas sesshaft geworden. In einem Reihenhaus, etwas abseits von London und offenbar nicht besonders heimelig, wollte sie zur Ruhe kommen.

In so einem Bienenstock herrscht Ordnung, dachte Helen vermutlich. Und vielleicht kommt mit den Bienen auch etwas mehr Struktur in ihr eigenes Leben. Aber: " … etwas tatsächlich zu erfahren, ist immer etwas anders als unsere Vorstellung davon", schlussfolgert sie am Ende dieser Erfahrung. Und weiter: "Wenn ich an die letzten Monate zurückdenke, verblüfft mich in Wahrheit häufiger der Eindruck von Verwirrung und Unruhe, der mich unter dem Deckel erwartete, als irgendeiner erkennbaren Ordnung."

Dennoch haben die Bienen Helen Jukes geholfen. Natürlich nicht mit irgendeiner bewussten Absicht, denn schließlich ist die gute Helen den Bienen völlig egal. Aber Helen hatte genug zu tun und viel Stoff, um sich aus ihrer Selbstverkapselung zu befreien, die aus Einsamkeit erwächst, wenn man außer einer unbefriedigenden Arbeit keine Abwechslung um sich herum hat. Dann drehen die Gedanken ihre unendlichen Spiralen und werden schnell zu einer scheinbaren Realität, die diesen Prozess immer mehr beschleunigen, bis er nur noch unter enormen Schwierigkeiten oder gar nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

Man findet also in diesem Bienenbuch Zweierlei: Helen Jukes Tagebuch der Selbstbefreiung und eine gewisse Anleitung zum Imkern. Letzteres sogar mit Literaturangaben. Der praktische Teil hält sich allerdings in Grenzen. Vielmehr lernt man etwas über die Geschichte des Imkerns und die Biologie von Bienenvölkern.

Vielleicht hat Jukes Beschäftigung mit den Bienen ihr wirklich dauerhaft einen Weg geöffnet, sich nicht ständig mit sich selbst zu befassen und ihre Probleme auf alles Mögliche in ihrer Umgebung zu projizieren. Wer sich mit sinnvollen Dingen konzentriert befasst, wir eher selten von seinem Verstand in die Irre geführt. Ohne eine ausreichende Beschäftigung kommt der eigene Kopf eigentlich immer nur auf dumme Gedanken.

Sich Bienen als "Haustiere" zu halten, ist geradezu ideal: Sie sind klein, sehr nützlich, halten einen auf Abstand und machen dennoch genug Arbeit, wenn man sie bei sich behalten möchte.

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Rezension zu "Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen" von Helen Jukes

Für mich eine Mischung aus Sachbuch und Erlebnisbericht über eine Frau, die in ihrem Garten imkert
Buchraettinvor 3 Monaten

Das Buch liest sich wie eine Mischung aus der Lebensgeschichte der Autorin und einer Art Sachbuch über Imkern und damit auch die Bienen.
Den Stil fand ich ein wenig kühl. Das liegt auch daran, dass ich in letzter Zeit einige Sachbücher gelesen habe, wo die Forscher / Experten auf ihrem Sachgebiet es sehr lebendig und auch leidenschaftliche vermitteln konnten, wie und warum sie diese Leidenschaft für das jeweilige Thema haben und diese Leidenschaft auch zu mir als Leser transportieren konnten. Hier ist es eher zurückhaltend, sachlich, beschreibend.
Den Sachbuchanteil, wo sie über die Bienen, Imkern usw. spricht, das hat mir gut gefallen. Auch das klare sachliche Berichten fand ich hier sehr gelungen.
Ansonsten berichtet sie immer wieder von ihrer Arbeitsbelastung, da kam es mir auch so vor, als seien die Bienen eine Art Gegenpol, ein wenig der Ausgleich zum stressigen Job.
Was mir hier ganz klar fehlte, was ich in einem Sachbuch erwarte sind Zeichnungen, Fotos. Ich denke gerade wenn es ums Imkern geht, sie die Bienen beschreibt, den Aufbau des Stocks, die verschiedenen Behältnisse, vielleicht auch nur die Ecken im eigenen Garten- da hätte ich mir auf jeden Fall Fotos gewünscht.
Es gibt Deckblätter zwischen den einzelnen Kapiteln da findet man eine kleine Zeichnung.
Der Anhang des Buches bietet eine „Bibliographie“. Ein Literaturverzeichnis für Literatur rund ums Imkern, Bienen, das fand ich sehr gelungen. Auch im Text spricht sie manchmal über die Bücher, die sie zum Thema gelesen hat.
Es finden sich am Ende des Buches noch 2 Seiten, wie insektenfreundliche Biotope geschaffen werden können und wie man Imker wird. Hier ist es allerdings sehr knappgehalten, nicht einmal jeweils eine Seite. Das hätte ich mir etwas ausführlicher und vielleicht auch in einer anderen Darstellung gewünscht.
Im Laufe des Buches wurde dieser eher kühle Stil für mich etwas besser zu lesen. Ich mochte die sachbuchartigen Anteile, wo es um die Bienen ging, die Haltung, Wissen. Die Erlebnisse aus ihrem Leben, die die Autorin einbindet lockern das Buch auf.
Für mich eine Mischung aus Sachbuch und Erlebnisbericht über eine Frau, die in ihrem Garten imkern will- ein Stadthaus in Oxford. Viele Infos zu Bienen und dem Imkern, aber mir fehlte leider das Anschauungsmaterial in Form von Fotos.

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