Helen Keen

 4,5 Sterne bei 2 Bewertungen

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Cover des Buches Die Wissenschaft von Eis und Feuer (ISBN: 9783404609383)

Die Wissenschaft von Eis und Feuer

 (2)
Erschienen am 26.05.2017

Neue Rezensionen zu Helen Keen

Cover des Buches Die Wissenschaft von Eis und Feuer (ISBN: 9783404609383)SternchenBlaus avatar

Rezension zu "Die Wissenschaft von Eis und Feuer" von Helen Keen

Wissenschaft in Eis und Feuer
SternchenBlauvor 9 Monaten

Die Frage, wie sich Science Fiction-Geschichten wie „Star Trek“, wissenschaftlich umsetzen ließen, steckt ja mit „Science“ schon im Genrenamen. Aber lässt sich da auch bei Fantasy, also Drachen und Magie und so weiter, etwas Interessantes daraus stricken? Diese Frage veranlasste mich, „Die Wissenschaft von Eis und Feuer – Wenn Game of Thrones auf Fakten trifft“ überhaupt in die Hand zu nehmen. Und ich habe einen amüsanten Querschnitt durch die unterschiedlichsten Wissenschaftsgebiete und einen charmanten Recap der GoT-Welt bekommen. 

CN / Content Note: alle Formen von Gewalt, die auch in GoT vorkommen; also u.a. Mord, sexualisierte Gewalt, Gewalt gegen Kinder, Suizid, Folter, Tötung von Tieren

Spoiler-Hinweis für alle Fans der Serie:

Es kommen Plot-Aspekte bis inklusive der 6. Serien-Staffel vor. Ich bin ja eine derjenigen, die darauf wartet, dass George R.R. Martin weiter an den Büchern schreibt, und habe nur einige Folgen der 1. Staffel gesehen. Was die Autorin über die 6. Staffel erzählt, hat mich jetzt nicht sehr gespoilert (weil ich eh davon ausgehe, dass es noch Unterschiede zwischen Büchern und Serie geben wird), aber wer von den Entwicklungen in Staffel 6 gar nichts mitbekommen möchte, sollte die Finger von diesem Sachbuch lassen.

Aber was ist denn nun die Wissenschaft in „Game of Thrones“?

Keen überlegt z.B., ob es Tiere gibt, die wie Drachen wirklich Feuer speien könnten. Der Bombardierkäfer etwa pupst ein Bleichmittel aus und Kühe haben im osthessischen Rasdorf so viel Methan ausgestoßen, dass durch einen elektrostatischer Funken „beinahe das Dach in die Luft geflogen wäre“. Danach widmet sich Keen der Frage, warum Menschen überhaupt Vorstellungen von Drachen entwickelt haben. Die Entwicklung von künstlichen Sprachen wird untersucht und nebenbei behandelt Keen, die Abnahme der gesprochenen, „realen“ Sprachen dazu. Wenn es um Brans Fähigkeiten als „Grünseher“ und seine Verbindung mit den Bäumen geht, wird eine südamerikanische Akazie vorgestellt, die Ameisen mit einem süßen, abhängigmachenden Saft an sich bindet. Während die Autorin viele kuriose Fakten erzählt, macht sie richtig neugierig auf die Wissenschaft. Und die langen Winter in Game of Thrones lassen sich übrigens mit schwankenden Sonnenaktivitäten erklären. 

Eingeteilt wird das Buch in die Bereiche Feuer, Eis und Magie, wobei es Überschneidungen gibt, wenn bspw. immer wieder auf das Thema Drachen zurückgekommen wird.

Der Stil des ganzen Buches ist überaus ironisch, manchmal auch makaber. Dabei hat Keen aber ein feineres politisches Gespür als viele andere Autoren, wenn sie den Wissenschaftler Francis Galton einordnet.

„Francis Galton, ein viktorianischer Universalgelehrter, der heute wahrscheeinlich bekannter und beliebter wäre, hätte er nicht an Rassenwahn gelitten und quasi die Eugenik begründet (das humanistische Bemühen um die Ausmerzung ‚ungünstiger‘ Eigenschaften).“

Ja, die Klammer zeigt dann wieder den Sarkasmus, der sich im Buch immer mal wieder findet. Das finde ich in Bezug auf die Inhalte von GoT völlig in Ordnung. Bei der Klammer musste ich dann schon schlucken. Genervt haben mich die pubertären Jokes, wenn es um Sex ging.

Wer übrigens noch eine Begründung braucht, warum die Verknüpfung von Fantasy und Wissenschaft Sinn macht: George R.R. Martin hat die ganze Welt aufgrund des Klimakrise so gebaut.

„Selbstverständlich spielt der Klimawandel in Game of Thrones eine große Rolle. 2013 sagte George R.R. Martin dem Fernsehsender Al Jazeera America: ‚Der Klimawandel stellt die größte Bedrohung der Welt dar, aber die Menschheit spielt damit eine Art politisches Fußball… Man sollte meinen, dass man sich zusammensetzt und nach Lösungen sich. Immerhin handelt sich um etwas, den den Untergang der Menschheit bedeuten könnte. Deswegen wollte ich mit den Büchern eine Analogie schaffen, die speziell zu unserem heutigen Problem, und die Bedrohung sollte die ganze Architektur der Geschichte durchziehen.’“

Leider hat der große Erfolg von „Game of Thrones“ die Fans nicht zu einem stärkeren Engagement gegen die Klimakrise geführt. Dazu brauchte es Fridays for Future. Aber vermutlich ist das Lied von Eis und Feuer dann doch zu eskapistisch dafür.

Fazit:

Ein gelungener Recap für Fans der „Game of Thrones“-Welt und viele spannende Wissenschaftsfakten. 4 von 5 Sternen.

Kommentare: 8
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Cover des Buches Die Wissenschaft von Eis und Feuer (ISBN: 9783404609383)raeubertochters avatar

Rezension zu "Die Wissenschaft von Eis und Feuer" von Helen Keen

Humorvolle Vemittlung spannender Fakten
raeubertochtervor 2 Jahren

Helen Keen's Wissenschaft von Eis und Feuer ist überraschend humorvoll und extrem unterhaltsam geschrieben. Vom Paarungsverhalten der Drachen bis hin zum Einfluss von Kometen auf Klimaverhältnisse über die Kommunikation von Bäumen beleuchtet sie diverse Aspekte der Wissenschaft, die tiefere Einblicke in die Funktionsweise der Welt von Game of Thrones verschaffen.

Mithilfe einer Zusammensetzung aus historischen Rückblicken, kleinen Experimenten für zu Hause und Zusammenfassungen moderner wissenschaftlicher Fortschritte ist ein unglaublich faszinierendes Sachbuch entstanden, das für den Alltag mehr oder weniger nützliches Wissen kurz und unterhaltsam vermittelt.

Egal ob Hardcore-GoT-Fan oder nicht, dieses Buch lässt sich schnell und flüssig lesen, und selbst die abstraktesten Theorien werden leicht verständlich erklärt!

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