Helen Oyeyemi

 3.9 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Das Ikarus Mädchen, Boy, Snow, Bird und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Was du nicht hast, das brauchst du nicht

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Neu erschienen am 08.10.2018 als Hardcover bei CulturBooks Verlag.

Alle Bücher von Helen Oyeyemi

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Das Ikarus Mädchen

Das Ikarus Mädchen

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Erschienen am 01.09.2006
Was du nicht hast, das brauchst du nicht

Was du nicht hast, das brauchst du nicht

 (1)
Erschienen am 08.10.2018
Boy, Snow, Bird

Boy, Snow, Bird

 (2)
Erschienen am 27.02.2014
Mr. Fox

Mr. Fox

 (2)
Erschienen am 06.11.2012
The Icarus Girl

The Icarus Girl

 (1)
Erschienen am 06.03.2006
White Is for Witching

White Is for Witching

 (1)
Erschienen am 30.10.2012
The Opposite House

The Opposite House

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Erschienen am 10.06.2008
Das Irgendwo-Haus

Das Irgendwo-Haus

 (0)
Erschienen am 01.09.2007

Neue Rezensionen zu Helen Oyeyemi

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M

Rezension zu "Was du nicht hast, das brauchst du nicht" von Helen Oyeyemi

Über Aus- und Eingänge im Leben
michael_lehmann-papevor 22 Tagen

Über Aus- und Eingänge im Leben

„An der Rezeption des Glissando können Gäste alles verlangen und bekommen, ganz egal, was“.

Und da Frederick Barrandov Senior, nach einer Haftstrafe, die mit dem Reparieren von Uhren zu tun hatte (was mit dem speziellen Hintergrund der Zerstörung dieser Uhren mehr zu tun hat, als mit den Uhren selbst) als Hausmeister und Faktotum in diesem Hotel arbeitet; und da seine Frau, im herrschenden System durchaus einflussreich, unter beruflichen Druck gerät (was in jenem System kein besonders optimistisches Zeichen für die Zukunft ist), steigt der mütterliche Drang, ihren Sohn, Frederick Barrandov Junior, zu einer sinnvollen und sicheren Tätigkeit als Nachfolger seines Vaters zu führen.

Freddy allerdings hat damit wenig im Sinn. Zunächst. Und spürt doch den Druck der Enttäuschung seiner Mutter, mit Folgen.

Denn neben seiner Wohngemeinschaft (mit Pierre, der eine ganz besondere Fähigkeit besitzen soll, wie Aisha, von Freddy umschwärmte Frau, bedauerlicherweise persönlich zu wissen scheint) und seiner Arbeit (Konzentration ist gefordert, eine Ahnung von dieser Arbeit zu bekommen, was sich allerdings recht bald bei fortschreitender Lektüre als überflüssig erweisen könnte) und seinem Drang hin zu Aischa wird auch Freddy eher unverhofft eines Tages um etwas gebeten.

Und wie bekannt, im Glissando bekommt jeder Gast, was er begehrt (außer einer Sache, die nebulös Grenzen setzt, wo keine sein sollten. Während Begrenzungen dort fehlen, wo sie nicht unwichtig wären, was das Wohlergehen eines Promi-Paares angeht).

So macht Freddy sich auf den Weg, den Wunsch des Mannes zu erfüllen. Und zieht den Leser mit in eine Melange von Realitätserweiterungen, DNA Tests und im Lauf der Zeit fast zwanghafter Versessenheit des jungen Mannes, einen Keil zwischen das Paar zu treiben.

Warum? Wozu? Und was geht es ihn an? Das benötigt Fantasie und Vertiefung in den teils assoziativen Text, den Oyeymemi mit vielen Anspielungen, mythischen Wendungen und einem herrlichen Sinn für den Unsinn von Realitäten sprachlich intensiv auf den Weg bringt.

Und obwohl die einzelnen Geschichten im Buch thematisch in sich abgeschlossen vorliegen, liegt einer der Schlüssel zum Verständnis der bildreichen Blicke auf „Schlüssel“ im wortwörtlichen und hoch übertragenen Sinne (für Freddy ist seine Aufgabe natürlich auch eine Art „Schlüssel“ zur Anerkennung seiner Mutter und zum Eintritt in die Welt seiner Eltern und seiner Schwester. Wenn das wirklich erstrebenswert sein sollte) im Buch vielleicht einige Seiten zuvor und wäre dort unter dem Stichwort „Präsenz“ zu finden.

Dort, wo „J“ Jill dem Gespräch mit „J“ Jacob, ihrem Mann, lieber tagelang ausweicht. Fantasien sind eben realer als die eigentlichen Fakten, zumindest, wenn man die Fakten lieber nicht hören möchte.

Ein Ausweichen, innerhalb dessen Oyeyemi die gesamte innere Geschichte dieser Ehe und der Person Jills vor den Augen des Lesers in markanter und bildreicher, fantastischer und weggleitender, Sprache ausrollt. Während Jacob ein Programm der „Präsenz“ entwickelt, eine „Implosion der Erinnerungen“. Bei denen man hier und da nicht alleine sein könnte, auch wenn die Türen verschlossen bleiben. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass alles, was (nicht nur) in dieser Geschichte erzählt wird, nur eine Schilderung dessen ist, was das Programm eigentlich anbieten sollte. Was eine gewisse Kälte erklären würde, die im Experiment dann massiv eintritt. Was viewlleicht nicht ohne Grund an „The Sixth Sense“ erinnert.

Doch klare Auflösungen, einfache Handlungen mit verständlichem Ende, dem sperrt sich Oyeyemi durchweg und ermöglicht dem Leser so ein ungewohntes, mehr und mehr aber faszinierendes Verbleiben in der eigenen Fantasie und den eigenen Realitäten, für die Oyeyemi dennoch Anstöße zum tieferen Verständnis und gedanklichen Erweitern auch der eigenen Möglichkeiten durchaus liefert.

Wenn man sich auf diesen außerordentlichen, fantasie- und bildreichen Stil einlässt. Um damit eine ganz eigene Welt zu betreten, die auf jeder Seite anregt und andere Blickwinkel auf (eigentlich) vertraute Dinge ermöglicht.

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die_monis avatar

Rezension zu "Boy, Snow, Bird" von Helen Oyeyemi

Spieglein, Spieglein an der Wand... Eine Geschichte über Identität
die_monivor 5 Jahren

"Boy" so heißt die erste Erzählerin dieses Buches. Es fällt mir schwer sie zu beschreiben, denn sie will einfach in keine Kategorie passen. Sie ist Opfer ihres brutalen Vaters, dem Rattenfänger, reißt von zu Hause aus und landet per Zufall in einer Kleinstadt in Massachusetts. Sie ist jung, 15 Jahre wenn ihre Geschichte beginnt, aber ihre Stimme und ihr Wesen scheinen abgebrüht und selbstbewusst, fast ein bisschen kalt. Sie weiß nicht so recht was sie will mit ihrem Leben, aber sie hat hohe Anforderungen, will sich nicht anpassen oder in eine Rolle zwangen lassen von der der Gesellschaft. Doch dann heiratet sie und die Rolle der bösen Stiefmutter scheint unausweichlich, sie wird zur Täterin.

 

Doch was ihre Geschichte so faszinierend macht, ist die Art und Weise wie sie die Welt betrachtet. Die Realität scheint durchzogen zu sein von mystischen, märchenhaften Elementen, dunklen Bildern und Vorahnungen. Helen Oyeyemi versteht es mit poetischer Sprache, subtil auf all die Hintergründe und Geschichten zu verweisen, die wir nicht direkt erzählt bekommen. Die man vielleicht gar nicht erzählen kann, die aber die grundlegenden Pfeiler jeder Realität sind.

 

Erst nach einem guten drittel des Buches kommt das Hauptthema zum Vorschein, dass sich aber auch wieder um Identität dreht. Das der Hautfarbe. Oyeyemi gibt, ohne große Worte und Dramatik, Einblick in die alltäglichen Abgründe der Rassendiskriminierung der 1960er in Amerika. Doch jeder hat seine ganz persönliche Geschichte, trägt seine eigenen tiefen Wunden, ist Opfer und Täter zugleich, liebt und verletzt andere zugleich.

 

So wechselt Oyeyemi dreimal die Erzählperspektive und wir hören von drei verschiedenen Frauenschicksalen, die sich so nah sind, aber doch nicht weiter voneinander entfernt sein könnten.

 

Dieses Buch hat mich fasziniert mit seiner wunderschönen Sprache und Symbolik. Und hat mich berührt mit den tiefen Einblicken in die so unterschiedlichen Charaktere. Ich hoffe, dass es auch bald in deutscher Übersetzung erscheint, damit ich es noch mehr Freunden von mir empfehlen kann. Glücklicherweise hat Helen Oyeyemi schon mehrere Bücher geschrieben, ich bin also erstmal versorgt für die nächsten Wochen.

 

 

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Jajas avatar

Rezension zu "Das Ikarus Mädchen" von Helen Oyeyemi

Rezension zu "Das Ikarus Mädchen" von Helen Oyeyemi
Jajavor 11 Jahren

Sehr spannend, mystisch und teilweise düster.

Erzählt wird die Geschichte eines Mädchens, das zwischen zwei Kulturen aufwächst und sich nirgends zugehörig fühlt.

Um die mütterliche Großfamilie kennen zulernen reist Jessamy mit ihren Eltern nach Nigeria.

In einer verlassenen Hütte lernt sie Tilly Tilly kennen - doch nur Jessamy kann sie sehen.

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