Helen Schulman

 2.6 Sterne bei 8 Bewertungen

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Die Zerbrechlichkeit des Glücks

Die Zerbrechlichkeit des Glücks

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Erschienen am 15.07.2013
Die Zerbrechlichkeit des Glücks: Roman

Die Zerbrechlichkeit des Glücks: Roman

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Erschienen am 15.07.2013
This Beautiful Life

This Beautiful Life

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Erschienen am 07.02.2012
This Beautiful Life

This Beautiful Life

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Erschienen am 02.08.2011

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Rezension zu "Die Zerbrechlichkeit des Glücks" von Helen Schulman

"Das verdammte Video war einfach überall."
Asavielvor 5 Jahren

"Das verdammte Video war einfach überall. Es verstopfte Jakes Mailbox, irgendwelche Leute schickten es ihm, ohne zu wissen, dass es ja für ihn gedacht gewesen war, dass er Muse und Inspiration dafür war und es selber verbreitet hatte. Es war einfach überall." (Seite 89)

Diese Geschichte hat ein Problem: Man bekommt etwas anderes als der Klappentext verspricht. Wenn man ehrlich ist, muss man gestehen: Man bekommt sogar deutlich mehr, als man erwartet. Aber es ist eventuell nicht das, was man gesucht hat und deswegen, wenn man es liest, vielleicht nicht das richtige. Wie kommt das nun?

Wer den Klappentext liest, erwartet einen kurzen Roman über Teenager und über Cybermobbing. Das Video, das im gesamten Buch nie detailliert beschrieben wird, scheint im Mittelpunkt zu stehen. Tatsächlich kommt beides in diesem Roman vor: Teenager und natürlich auch das Video. Doch dieses Video bringt lediglich ein Fass zum Überlaufen und im eigentlichen Mittelpunkt steht eine komplette Familie. Es geht um Jake, der das Video erhält, seine Eltern und seine Adoptivschwester. Es geht um ihre Wünsche, ihre Vergangenheit, ihr Zukunft und ihre Zukunftsplanung. Es geht also damit um so viel mehr, als nur um dieses Video. Aber die Verbreitung der E-Mail, die Verbreitung des erotischen Inhalts löst eine Lawine von unabsehbaren Folgen aus.

"Die schwindelerregende Folge eines einzelnen Tastendrucks seines Sohnes, das stupende, unabänderliche Ausmaß seiner entfesselten Kraft - irgendwie war es unfassbar, was Jake angestellt hatte." (Seite 121)

Alles könnte so perfekt sein: Der Vater ist ein "hohes Tier" und verdient gut, hat Einfluss,. Die Familie besteht aus einem leiblichen Sohn und einer asiatischen adoptierten Tochter, sie haben ein Haus, ein geregeltes Einkommen. Der Sohn bringt gute Note aus der Schule. Das Mädchen im Kindergarten ist liebreizend, aber hinter der ach so schönen Fassade brodelt es trotzdem: Jakes Mutter hat für die Familie, die Kinder ihre Karriere aufgegeben und findet sich kaum zurecht in ihrem Leben als Hausfrau und Mutter. Der Vater arbeitet viel und hart, hat deswegen kaum Zeit für die Familie. Jake selbst befindet sich in der typischen Identitätsfindungsphase.

"Der erste Schritt in einen noch formlosen, unstrukturierten Tag war immer der schwerste."(Seite 20)

Und nachdem nun der erste Dominostein in Stolpern gebracht wurde, kippen sie alle um und plötzlich muss man sich fragen: War es je das wahre Glück, das diese Familie gefunden hat? Der Originaltitel "This Beautiful Life" ("Dieses schöne Leben") passt perfekt. Denn es ist das Leben, von dem viele von uns träumen und das von Außen so perfekt aussieht. Aus diesem Grund regt das Buch zum Nachdenken an, über das eigene Leben, über die eigenen Wünsche, über die eigene Zukunft.

Verpackt ist dies in eine Geschichte, die bei jedem Zuhause oder beim Nachbarn nebenan genauso passieren kann. Man weiß, dass Jake nie so etwas beabsichtigt hat, obwohl es ihm später von allen Seiten vorgeworfen wird. Man weiß, dass alle nur ihr Bestes versuchen, aber das macht es noch schlimmer. Und dann wird es teilweise sehr drastisch. Menschen gehen auch manchmal krasse Wege, wenn sie keinen anderen Ausweg sehen.

Die Sprache, die durch lange Sätze und manchmal etwas bemühter gehobener Klasse, nicht immer ganz einfach ist, erschwert etwas den Einstieg, aber man kann sich an sie gewöhnen, sodass der geübte Leser vermutlich etwas länger für die 250 Seiten braucht, aber nach einer Weile auch nicht mehr über die Sätze stolpert.

"Es ist bloß... dieses schöne Leben ... ich komm damit nicht klar", flüsterte sie. (Seite 238)

Fazit: Wenn man schon vor dem Lesen akzeptiert, dass es um mehr geht als nur die Cybbermobbing-Geschichte, wenn man akzeptiert, dass man einen Blick bekommt auf die tiefen Abgründe, die sich hinter der Fassade des schönen Scheins einer perfekten Familie verbergen, dann erhält man hiermit ein Buch, das das wahre Leben zeigt und mit drastischen Mitteln zum Nachdenken anregt.

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safidos avatar

Rezension zu "Die Zerbrechlichkeit des Glücks" von Helen Schulman

Für mich leider ein Flop :/
safidovor 5 Jahren

Zum Inhalt:

Nach einer Party findet Jake eine Mail in seinem Postfach, die es in sich hat. Ein Mädchen aus seiner Schule hat ihm ein erotisches Video geschickt – von sich selbst. Ehe Jake sich versieht, leitet er das Video schockiert an seinen besten Freund weiter, ohne sich irgendwas Schlimmes dabei zu denken. Doch diese unbedachte Tat verändert sein Leben, das seiner Familie und nicht zuletzt das Leben des Mädchens, für immer…

Meine Meinung:

Um es gleich vorweg zu nehmen: Viel Gutes kann ich über dieses Buch, das dank des wunderschönen Covers und der viel versprechenden Inhaltsangabe sofort auf meiner Wunschliste gelandet ist, leider nicht sagen.

“Wie so viele folgenschwere Dinge fing alles mit einer Party an.”
(Seite 11)


Die Thematik des Buches – der leichtsinnge Umgang mit dem Internet und die Folgen davon, Pornografie im Internet und der leichte Zugang zu dieser – die ja durchaus aktuell ist und in den nächsten Jahren wahrscheinlich auch noch an Brisanz zulegen wird, finde ich sehr interessant. Doch leider ließ die Umsetzung für mich schwer zu wünschen übrig.

Für meinen Geschmack verzettelte sich die Autorin in zu vielen Kleinig- und Nichtigkeiten, die, wenn überhaupt, nur am Rande etwas mit dem Geschehen zu tun hatten. Immer wieder wurde die aktuelle Handlung unterbrochen, indem sich entweder die Mutter, der Vater oder Jake selbst an irgendwelche Dinge aus der Vergangenheit erinnerten und dann über weite Strecken einfach nur rumschwafelten. Wäre es bei diesen Rückblicken geblieben, hätte ich vielleicht noch damit leben können. Aber diese Rückblenden waren zusätzlich auch noch recht verschachtelt aufgebaut und haben mir das das Lesen ziemlich erschwert. Es mag durchaus sein, dass diese Vergangenheitsbewältigung irgendwie wichtig für das aktuelle Geschehen sein sollte. Wenn dem so war, habe ich den Zusammenhang aber schlicht und einfach nicht erkennen können.

“Das verdammte Video war einfach überall. Es verstopfte Jakes Mailbox, irgendwelche Leute schickten es ihm, ohne zu wissen, dass es ja für ihn gedacht gewesen war, dass er Muse und Inspiration dafür war und es selber verbreitet hatte. Es war einfach überall.”
(Seite 89)

Es fiel mir alles andere als leicht, am Ball zu bleiben. Dazu trug auch der Schreibstil bei. Teilweise kamen ellenlange Sätze vor, bei denen ich schon in der Mitte nicht mehr wusste, was am Anfang stand. Über all das hätte ich evtl. sogar noch hinweg sehen können, wenn ich das zu lesen bekommen hätte, was mir der Klappentext suggeriert hat. Dem war aber leider nicht so. Denn für mich standen nicht Jake oder gar das Mädchen aus dem Video im Mittelpunkt dieser Geschichte, sondern Jakes Eltern und wie sich diese ganze Angelegenheit auf ihre Ehe auswirkt.

Mit knapp 250 Seiten ist das Buch ja nun kein Wälzer. Ich habe es mir zwar nicht gesondert notiert, aber ich würde schon sagen, dass sich knapp die Hälfte des Buches mit der Vergangenheit der Familie befasst. Ein Viertel befasst sich in etwa mit der momentanen Familiensituation vor dem Video. So bleibt dann, meiner Einschätzung nach, lediglich ein Viertel für Jakes unüberlegte Tat und deren Folgen übrig. Für mich ist das einfach zu wenig, gerade in Bezug auf die angekündigten langfristigen Folgen. Diese wurden zum Schluss auf wenigen Seiten und mit knappen Worten abgehandelt.

“Ob es ihm gefallen hatte? Danach hatte ihn bisher noch niemand gefragt.”
(Seite 176)


Leider war dieses Buch absolut nichts für mich. Positiv in Erinnerung bleiben wird mir lediglich das sehr schöne Cover und die letzten Seiten.

BOOKWIVES

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Katis-Buecherwelts avatar

Rezension zu "Die Zerbrechlichkeit des Glücks" von Helen Schulman

Rezension zu "Die Zerbrechlichkeit des Glücks" von Helen Schulmann
Katis-Buecherweltvor 5 Jahren

Klappentext:
Die Folgen einer unbedachten Tat verändern das Schicksal mehrerer Menschen für immer ...

Es ist die unbedachte Tat eines Teenagers, doch die Konsequenzen sind dramatisch: Als der fünfzehnjährige Jake Bergamot die E-Mail einer Mitschülerin erhält, die sich bei erotischen Handlungen gefilmt hat, leitet er das Mail schockiert und verwirrt an einen Freund weiter. Von dort aus verbreitet sich das Video in Windeseile im Netz. Von den einen als unschuldiges Opfer betrachtet, von anderen als gewissenloser Übeltäter beschimpft, steht Jakes Leben über Nacht Kopf. Und auch das junge Mädchen leidet unter den Konsequenzen seiner Tat. Unterdessen läuft die Affäre immer weiter aus dem Ruder, obwohl alle nur das Richtige tun wollen: Eltern, Schule, Anwälte und Psychologen. Noch Jahre später werden die Folgen dieser Ereignisse das Leben der Beteiligten prägen … (Textquelle: Goldmann Verlag)

Zum Buch:
Das Cover gefällt mir richtig gut. Ein idyllisches Haus am Abend umgeben in einem Glas. Es wirkt wie, alles was in dem Haus passiert, darf nicht an die Öffentlichkeit gehen, es wirkt verschlossen, nach einer Familie die in ihrer Welt glücklich lebt und keine Störeinflüsse um sich haben möchte.
Das Cover passt wie ich finde, sehr gut zum Plot des Romans.


Erster Satz:
„Ihr Mund füllte den ganzen Bildschirm aus.“

Meine Meinung:
Als ich dieses Buch entdeckte und den Klappentext durchlas war ich total begeistert und wollte dieses Buch unbedingt lesen. Leider wurde ich bereits nach den ersten Seiten in meiner Euphorie gestoppt.

Es wird überwiegend in der Erzählperspektive geschrieben, mal in der der Mutter, des Vaters und des Sohnes, teilweise auch in der Ich-Form. Dies hat mich beim Lesen stark gestört, da es durcheinander wirkte, sowie einzelne Ausdrücke holten mich immer wieder aus der Geschichte heraus. Ein flüssiger Lesefluss war hier leider für mich nicht gegeben.

Zudem wurden die Handlungen stark in den Hintergrund gerückt. So kam es zu einem Telefonat, als Liz ihren Mann Richard während einer Besprechung anrief. Als Leser erwartet man nun, dieses Gespräch mitzuerleben, doch dies wird durch zahlreiche anderer Geschichten aus Richards Gedankengang immer weiter in die Ferne verdrängt. Von einer zur nächsten Erzählung wird erzählt und erst nach knapp 10 Seiten wird das Telefonat auch wirklich geführt.
Leider kommen solche Abhandlungen sehr oft vor und es wirkte alles sehr in die Länge gezogen. Die meisten Handlungen hätten in einigen Seiten beschrieben werden können.

Auf den letzten 100 Seiten kam es mir vor, als würde hier jemand ganz anderes schreiben, der Schreibstil wurde auf einmal angenehmer zu lesen und ich fand mich in die Geschichte hinein. So hätte ich mir den Roman von der erste Seite an gewünscht.

Das eigentliche Thema „Kinderpornagrafie, Internetgefahren und auch Mobbing“ wurde gut aufgegriffen und dem Leser nahegebracht. Die Tatsache das nur ein kleiner Augenblick des unüberlegt seins, ein komplettes Leben umkrempeln und in die falsche Bahn verlaufen lässt, hat mich erschaudern lassen. Nicht nur dem „Täter“ wird geschadet, sondern auch deren Familienmitglieder, zumal in dieser Geschichte aus meiner Sicht nicht mal Jake die Schuld trägt, sondern nur den Stein ins Rollen unbeabsichtigter Weise gebracht hat. Die Masse an Kettenreaktionen führte zu dem ganzen Schlamassel und Jake der als Täter angeklagt ist, ist im eigentlichen Sinne das so genannte „Opfer“.

Mir hat der Plot sehr gut gefallen, die Umsetzung leider nicht, durch die vielen in die Länge gezogenen Erzählungen, die meiner Meinung nach nicht hätten unbedingt sein müssen, sondern einfach nur vom Thema ablenkten und bei mir zeitweise auch Langeweile eintrat. Vielleicht liegt es auch in diesem Fall einfach nur an der Übersetzung.

Fazit: 
Ein aktueller Plot über das Thema „Glück“, welches durch einen unüberlegten Fehler, eine ganze Familie zerstören kann. Die Macht einer Kettenreaktion durchs Internet zeigt seine Gefahren. Ein guter Plot, der für mich leider zu oberflächig geschildert und in die Länge gezogen wurde und vom eigentlichen ablenkte.



Meine Wertung: 2,0 von 5 Vögel

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