Helen Simonson Der letzte Sommer

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Inhaltsangabe zu „Der letzte Sommer“ von Helen Simonson

Im Sommer 1914 besucht der Medizinstudent Hugh seine geliebte Tante Agatha, deren Ehemann ein hoher Beamter in der Regierung ist. Er wird begleitet von seinem Cousin Daniel, der von einem Leben als Poet und englischer Gentleman träumt. Agatha besteht darauf, dass das Säbelrasseln auf dem Balkan unbeachtet verklingen wird und dass König, Kaiser und Zar wie immer in ihren Sommerurlaub gehen werden. Zudem ist sie mit weitaus Wichtigerem beschäftigt: Seit kurzem ist sie Mitglied des örtlichen Schulbeirates und befürwortet die Einstellung einer weiblichen Lehrkraft. Als Beatrice Nash mit einem Schrankkoffer und riesigen Bücherkisten in der Kleinstadt ankommt, ist schnell klar, dass sie deutlich freidenkender – und attraktiver – ist, als eine Lateinlehrerin es sein sollte. Beatrice, die kürzlich ihren Vater verloren hat, will vor allem in Ruhe gelassen werden. Ihre ganze Energie fließt in ihre Schriftstellerei und in das Entmutigen möglicher Heiratskandidaten. Nichts ist Beatrice wichtiger als ihre Unabhängigkeit. Doch Daniels Charme und Hughs scharfer Verstand wie auch sein nobler Charakter lassen sie in ihrer Haltung schwanken. Mit Ausbruch des Krieges findet der idyllische Sommer ein jähes Ende. Als die Bewohner von den ersten Soldaten Abschied nehmen müssen, ahnen alle, dass sich ihr Leben grundlegend ändern wird.

Ein intelligentes Buch, dass es schafft, ein ernstes Thema nahezubringen ohne dabei kitschig oder überzogen dramatisch zu wirken.

— AnnaBarbara

Ein Dorf in England um 1914, eigenwillige Bewohner mit Vorurteilen, aber auch liebevolle Charaktere sind hier finden.

— Hoartje

Authentische Gesellschaftsstudie einer britischen Kleinstadt, mit liebenswerten Protagonisten und einem der Zeit entsprechenden Schreibstil.

— dreadwolfdreams

Für alle Fans der englischen Lebens- und Lesensart...

— AUSGEbuchT-PetraMolitor

Romanze, geschrieben wie zur damaligen Zeit mit viel Geschichte verknüpft

— Britschu

Ein Lieblingsbuch für die Schatzkiste! Grandios und wundervoll! :-*

— SABO

Ein Buch mit echten Menschen

— Mohnblut

Eine Achterbahn der Gefühle!

— Rosisamazinglibrary

Ein sehr realistischer Roman über den 1. Weltkrieg und ein absolutes MUSS für Fans von Dowton Abbey und der Epoche!

— Maeusekind

Ein leises, tief berührendes Buch, das durch starke lebensechte Charaktere geprägt wird. Eine ganze Epoche wird damit zum Leben erweckt.

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  • Der letzte Sommer

    Der letzte Sommer

    Leseglueck

    30. April 2017 um 10:15

    Erster Satz Wie eine Insel ragte das Städtchen Rye aus dem flachen Marschland. Cover An diesem schicken Hardcoverbuch hat mir als erstes schon mal sehr gut gefallen dass es ein Lesebändchen hat. Das Cover mit dem frischen grün passt zum Titel und auch die Teetasse ist passend für die Geschichte. Es ist schlicht und trotzdem schick. Meinung Ich war schon sehr gespannt auf Der letzte Sommer von Helen Simonson. Der Roman spielt im Sommer 1914 in Südengland. Zu Beginn ist alles noch sehr idyllisch und man kann den Sommer als Leser förmlich riechen und sich die Landschaft rund um Sussex sehr gut vorstellen da die Autorin alles sehr gut beschreibt. Der Schreibstil ist flüssig und angepasst an diese Epoche. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Beatrice Nash und anderen Charakteren des Buches. Beatrice Nash ist der Hauptcharakter in diesem Roman. Sie ist für damalige Verhältnisse eine selbständige und gebildete junge Frau. Beatrice wünscht sich mehr Rechte und Chancen für Frauen. Mit dieser Meinung muss sie sich natürlich zurückhalten da diese nicht von vielen Leuten geteilt wird, was ihr des Öfteren sehr schwer fällt. Dass Beatrice so eingestellt ist, lässt sie sehr sympathisch wirken und auch wenn ihr das Schicksal es nicht immer leicht macht, gibt sie nicht auf. Eine Frau  zur damaligen Zeit die auf sich selbst gestellt ist, hatte es wirklich schwer und ist kein Vergleich zur heutigen Zeit. Sie entwickelt sich im Laufe des Buches weiter. Dabei bleibt der ein oder andere Traum oder Einstellung auf der Strecke. Zum Anfang ist sie hundertprozentig davon überzeugt dass sie mit ihren Finanzen alleine klar kommt, hat den Traum ein Buch zu veröffentlichen und möchte ihr Leben alleine ohne einen Mann bestreiten. Zum Glück ändert sich ihre Einstellung irgendwann noch. Romantisch und kitschig wird es dabei aber auf keinen Fall. Beatrice sieht immer alles ziemlich nüchtern. Hugh ist der gutaussehende Gentleman und angehender Chirurg der zunächst einer anderen versprochen ist, trotzdem merkt man von Anfang an die Spannung zwischen den Beiden. Hugh ist meiner Meinung nach der vernünftigste Charakter überhaupt in diesem Buch, der nie über die Stränge schlägt und alle seine Handlungen sind wohlüberlegt. Trotzdem schafft er es zum Schluss auch mal alles über Bord zu werfen und seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Er wirkt sehr sympathisch, ist gebildet und verständnisvoll. Außerdem ist er auch offen für Beatrices Ansichten und nicht in allen Belangen, was Frauen angeht, so altmodisch eingestellt wie die meisten anderen Herren. Einer der wichtigsten Charaktere ist außerdem Agatha Kent, die Tante von Hugh. Sie ist eine herzensgute Dame und kämpft für die Rechte der Frauen. Bei ihr ist Beatrice sehr gut aufgehoben und Agatha ist immer für Beatrice da. Daniel, Hughs Cousin, ist ein verträumter Dichter und genau das Gegenteil von Hugh. Ich konnte ihn nicht von Anfang an leiden aber er hat das Herz am rechten Fleck. Ein großes Thema in diesem Roman ist der Krieg zu dieser Zeit. Am Anfang wirkt trotzdem noch alles sehr idyllisch und man hat das Gefühl das diese Kleinstadt ganz weit entfernt davon ist. Die Frauen gründen verschiedene Komitees für eigentlich belanglose Dinge um für den Krieg ihren Dienst zu erweisen. Bei den Männern sieht das nach und nach schon anders aus. Es melden sich zum Schluss so einige Leute aus der Stadt zum Krieg, unter anderem auch Daniel und Hugh. Zum Schluss wird von den rauen Schützengräben berichtet was das ganze Gegenteil zum Rest des Romans ist und ich war auch froh darüber als alles vorbei war. Auch wenn nicht alle unbeschadet oder lebend aus dem Krieg zurückkommen, gibt es zum Schluss trotzdem noch ein Happy End, zumindest für Beatrice. Fazit  Der letzte Sommer ist ein gelungener Roman der die damalige Zeit um 1914 gut wiederspiegelt und hat dazu noch einen tollen Spielort. Es gibt kein Kitsch und keine große Romantik aber trotzdem ein paar kleine Liebeleien. Ein ernstes Thema in diesem Buch ist der Krieg was die Autorin sehr gut in dieses idyllische Kleinstadtleben eingebunden hat und uns damit gezeigt hat, wie unwichtig doch die vielen kleinen Machenschaften und Intrigen in so einer Stadt sind im Gegenzug zum Krieg und wie zum Schluss doch alle wieder etwas mehr zusammen rücken. Ich habe keinen Kritikpunkt und vergebe 5 von 5Sterne.

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  • Eine schöne Geschichte

    Der letzte Sommer

    AnnaBarbara

    12. March 2017 um 12:43

    In diesem Buch geht es nicht in erster Linie um eine Liebesgeschichte, sondern um den Versuch einer jungen Frau, in einer Gesellschaft Fuß zu fassen, die sie und ihre Ideale ablehnt. Das auf dem Buchrücken versprochen Liebesdreieck habe ich nicht entdecken können, was mich gar nicht traurig gemacht hat. In jedem anderen Buch hätte ich die sich dann doch entwickelnde Beziehung als nicht fundiert genug und überhastet empfunden, da dies jedoch genau dem Zeitgeist des Sommers 1914 entspricht, war dies ausnahmsweise einmal angemessen.Ich konnte mich sehr gut mit der Hauptperson identifizieren, die ein guter Mensch ist, aber nicht perfekt, so wie Menschen eben sind.Alles in allem ist das Buch flüssig zu lesen und wird sicherlich nicht in meinem Regal verstauben.

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  • Liebevolle Charaktere machen dieses Buch interessant

    Der letzte Sommer

    Hoartje

    14. September 2016 um 22:38

    Ein keines Dorf in England 1914, Beatrice eine junge moderne Frau trifft dort auf eine ganz unterschiedliche Bevölkerung. Sie soll in Rey an der Schule Latein unterrichten, als Frau zu dieser Zeit eine besondere Herausforderung. Auch die Männerwelt ist angetan von der hübschen neuen Lehrerin.Aber Beatrice lässt sich auf Niemanden ein. Lediglich Hugh Grant, der Neffe von Agatha Kent ihrer Befürworterin, weckt Gefühle in ihr.Es kommen Flüchtlinge ins Dorf, die vor dem Krieg fliehen.Ein Professor mit seiner Tochter, die geschändet wurde und selbst zur Schande für die Dörfler wird. Ein typisches Verhalten zu dieser Zeit, ebenso wie schnell geschlossene Ehen kurz vor dem Einberufungsbefehl. Das Buch und die Handlung sind anfangs etwas zäh und langweilig, weshalb ich auch schwer reingefunden habe in die Geschichte.Es wurde aber zunehmend interessanter und auch flüssiger. Ich bin immer besser in die Geschichte reingekommen, ob es am Schreibstil lag oder daran, dass die Personen mir vertrauter wurden, kann ich gar nicht so genau sagen.Am Schluss war ich doch ziemlich traurig, dass das Buch zuende war.Die letzten Kapitel waren die emotionalsten und bedrückendsten der Geschichte rund um Rye und ihre Bewohner während des Krieges, aber auch am besten geschrieben.

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  • "Nachts weinen die Soldaten..." - ein authentisches Meisterwerk!

    Der letzte Sommer

    dreadwolfdreams

    09. September 2016 um 14:20

    Der Sommer neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Traurig muss deswegen aber keiner sein, denn auch im nächsten Jahr werden alle wieder den Sommer genießen… oder nicht? Vor dieser Frage stehen auch die Hauptcharaktere aus Helen Simonson's historischen Roman „Der letzte Sommer“, denn deren bisher friedliche Welt steuert geradewegs auf ihren ersten Weltkrieg zu. In jenem ereignisreichen Sommer des Jahres 1914 schmieden mehrere junge, ambitionierte Erwachsene Pläne für ihre Zukunft. Die selbständige und unabhängige Beatrice hat gerade eine Anstellung als Lateinlehrerin in der Kleinstadt Rye erhalten und ist fest davon überzeugt, sich auch ohne Heirat finanziell etablieren zu können. Hugh, ein Medizinstudent und Gentleman der alten Schule, möchte die Tochter seines Professors heiraten und irgendwann dessen erfolgreiche Praxis in London übernehmen. Und Freigeist Daniel träumt von der Gründung einer eigenen Zeitung, um sich mit seinen Freunden voll und ganz der Dichtkunst zu widmen. Jeder glaubt, dass seine Ziele zum Greifen nah seien, als plötzlich die Deutschen in Belgien einmarschieren und England solidarisch in den Krieg zieht. Die traditionelle und konservative Bevölkerung Ryes wird mit Nahrungsmittelknappheit und einem Zustrom von Flüchtlingen konfrontiert. Dennoch ist es für unser heutiges Verständnis unvorstellbar, dass manche Adlige in dieser Not eine Gelegenheit zur Selbstdarstellung suchen, statt den Menschen ernst gemeinte Nächstenliebe entgegenzubringen. In diesem Punkt gerät das Buch zur messerscharfen Gesellschaftsstudie, das dank fundierter Recherche und historischer Bezüge den Standesdünkel des frühen 20. Jahrhunderts durchleuchtet. Auch die Protagonisten schauen hinter die allmählich bröckelnden Fassaden und entwickeln sich stetig weiter. Die Dialoge zwischen den Charakteren leben durch eine bildhafte, an die damals herrschende Redensart und Höflichkeitsfloskeln angepasste Sprache. Diese mag nicht jedem gefallen und es braucht eine Zeit, bis man lernt, vor allem auf das zwischen den Zeilen Gesagte zu achten. Hat man sich jedoch erst einmal daran gewöhnt, entwickelt das Buch einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Bis auf einige wenige Längen zur Mitte des Buches hin bleibt es spannend, was vor allem daran liegt, dass die Charaktere dem Leser ans Herz wachsen und man mit ihnen mitfiebert. Atmosphärisch wird es vor allem in kontrastreichen Momenten, wenn einerseits die Landschaft mit ihrer natürlichen Schönheit betört, andererseits aber der Krieg nur ein paar Kilometer entfernt mit ungeschönter Brutalität über die Städte fegt. Helen Simonson versucht nicht, die Grausamkeit des Krieges zu verstecken oder mit Pathos anzureichern. „Der letzte Sommer“ ist vielmehr ein Mahnmal vergangener Zeit, das dem Leser gnadenlos vor Augen führt, wozu Menschen fähig sind, wenn sie zunächst für ihr Land, dann für ihre Stadt und schließlich nur noch zum Schutz ihrer Liebsten in den Krieg ziehen. Endlich erhalten auch Minderheiten eine Stimme, die bisher nie gehört wurden. Auch Kinder, Flüchtlinge und Roma sind untrennbar mit dem Kriegsgeschehen verbunden, ihr Schicksal wird aus einer bisher viel zu sehr vernachlässigten Perspektive erzählt – ihrer eigenen. Wer auf den letzten Seiten des Buches noch keine Tränen in den Augen hat, sollte sich immer wieder vor Augen führen, dass es Schicksale wie die der Charaktere wirklich gegeben hat. Stimmen, die wir heute nicht mehr hören können, aber an die wir dank Helen Simonson erinnert werden. Ein Buch, das lange nachwirkt, auch über das Ende des Sommers 2016 hinaus. Fazit: „Der letzte Sommer“ ist einerseits intelligente Gesellschaftsstudie, andererseits schockierendes Lehrwerk gegen den Krieg. Auf sprachlich hohem Niveau erzählt Helen Simonson die Geschichte einer Generation, die selbst nicht mehr mahnen und warnen kann, welche Verluste ein Krieg mit sich bringt. Dennoch bleibt sie fest am Puls der Zeit und verarbeitet Themen, die uns aus dem aktuellen Kriegsgeschehen in Syrien bekannt vorkommen. Somit steht das Buch auch für alles, was vom „letzten Sommer“ 1914 bis heute übrig ist, für das Überwinden von Vorurteilen und gesellschaftlichen Zwängen, für mehr Nächstenliebe und Toleranz. Ein nachdenklich stimmendes Buch mit viel Tiefgang, eine klare Empfehlung für alle, die aus der Vergangenheit lernen wollen! Ein herzliches Dankeschön an den DuMont Buchverlag und an lovelybooks für eine wirklich interessante Leserunde! Übrigens, das Zitat in der Überschrift stammt aus dem gleichnamigen Lied der Gruppe Saltatio Mortis, an das ich beim Lesen immerzu erinnert wurde. Es ist meiner Meinung nach ebenfalls sehr zu empfehlen!

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  • Leserunde zu "Der letzte Sommer" von Helen Simonson

    Der letzte Sommer

    TanjaMaFi

    England zwischen Krieg und Frieden 1914 herrscht ein typischer Sommer in der idyllischen Kleinstadt Rye in Sussex. Agatha, deren Mann ein hoher Beamter ist, glaubt nicht so recht an einen drohenden Krieg. Viel interessanter ist, dass ihre Neffen Hugh und Daniel zu Besuch kommen und die Schule mit Beatrice Nash eine weibliche Lehrkraft für das Fach Latein eingestellt hat. Doch während Beatrice in der Kleinstadt Fuß fasst und den Cousins Hugh und Daniel näher kommt, bricht der Erste Weltkrieg aus.In „Der letzte Sommer“ nimmt uns Helen Simonson mit auf eine Reise ins England der Edwardischen Epoche, in eine Zeit des prekären Friedens, in der Liebe und Leidenschaft ebenso möglich sind wie Angst und Tod, in der Frauen nach Unabhängigkeit streben und Männer in den Krieg ziehen. Möchtet ihr diese ebenso aufregende wie unsichere Zeit mit den Bewohnern von Rye erleben? Dann bewerbt euch gleich für unsere Leserunde.Mehr zum InhaltIm Sommer 1914 besucht der Medizinstudent Hugh seine geliebte Tante Agatha, deren Ehemann ein hoher Beamter in der Regierung ist. Er wird begleitet von seinem Cousin Daniel, der von einem Leben als Poet und englischer Gentleman träumt. Agatha besteht darauf, dass das Säbelrasseln auf dem Balkan unbeachtet verklingen wird und dass König, Kaiser und Zar wie immer in ihren Sommerurlaub gehen werden. Zudem ist sie mit weitaus Wichtigerem beschäftigt: Seit kurzem ist sie Mitglied des örtlichen Schulbeirates und befürwortet die Einstellung einer weiblichen Lehrkraft. Als Beatrice Nash mit einem Schrankkoffer und riesigen Bücherkisten in der Kleinstadt ankommt, ist schnell klar, dass sie deutlich freidenkender – und attraktiver – ist, als eine Lateinlehrerin es sein sollte. Beatrice, die kürzlich ihren Vater verloren hat, will vor allem in Ruhe gelassen werden. Ihre ganze Energie fließt in ihre Schriftstellerei und in das Entmutigen möglicher Heiratskandidaten. Nichts ist Beatrice wichtiger als ihre Unabhängigkeit. Doch Daniels Charme und Hughs scharfer Verstand wie auch sein nobler Charakter lassen sie in ihrer Haltung schwanken. Mit Ausbruch des Krieges findet der idyllische Sommer ein jähes Ende. Als die Bewohner von den ersten Soldaten Abschied nehmen müssen, ahnen alle, dass sich ihr Leben grundlegend ändern wird.Mehr zur AutorinHelen Simonson ist gebürtige Engländerin und wuchs in East Sussex auf. Nachdem sie jahrelang auf dem Land gelebt hatte, zog es Helen in die Großstadt. Sie studierte an der London School of Economics und machte dort auch ihren Abschluss. Danach machte sich die Autorin auf den Weg nach Amerika, wo sie nun schon seit über 30 Jahren lebt. Zunächst arbeitete sie in der Werbung, doch als sie Mutter wurde und mit ihren zwei Kindern zuhause blieb, begann Helen zu schreiben. Im Alter von 45 Jahren veröffentlichte sie ihren ersten Roman "Mrs Alis unpassende Leidenschaft", der unter anderem ein New York Times-Bestseller wurde. Mittlerweile ist ihr zweites Buch "Der letzte Sommer" erschienen, das, wie bereits ihr Debüt, ihre englischen Wurzeln erraten lässt. Helen Simonson lebt mit ihrem Mann und den beiden Söhnen in New York und bewohnt zusammen mit ihrer Familie ein altes Holzhaus in Brooklyn. Gemeinsam mit DuMont verlosen wir 25 Exemplare von Helen Simonsons bewegendem Roman „Der letzte Sommer“. Wenn ihr die Bewohner von Rye kennen möchtet, klickt einfach auf den „Jetzt bewerben“-Button* und löst folgende Aufgabe:In „Der letzte Sommer“ lernen wir viele Figuren aus verschiedenen sozialen Schichten und mit unterschiedlichen Berufen kennen. Stellt euch vor, ihr würdet Anfang des 20. Jahrhunderts in einer englischen Kleinstadt leben. Welche Rolle würdet ihr gerne einnehmen und warum?Ich bin gespannt auf eure Antworten und drücke euch die Daumen!*Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.Bitte beachte, dass Gewinne nur innerhalb Europas und nur einmal pro Haushalt verschicken können.

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    • 581
  • Ein eleganter Volltreffer

    Der letzte Sommer

    dubh

    05. September 2016 um 10:16

    1914, im letzten Sommer vor dem großen Krieg, in Rye, einer Kleinstadt in der Grafschaft East Sussex, im Südosten Englands: die Szenerie ist geprägt von den Sitten und sozialen Gepflogenheiten der damaligen Zeit - "very british" eben.Beatrice Nash, Tochter eines angesehenen Wissenschaftlers, wird als Lateinlehrerin für das kommenden Schuljahr an der hiesigen Oberschule engagiert. Die Dreiundzwanzigjährige ist für ihre Zeit überdurchschnittlich gebildet und muss aufgrund dessen, ihres unverheirateten Status' und der daraus resultierenden ungewöhnlichen Selbstständigkeit einiges an Ablehnung oder zumindest Skepsis erdulden.Gleichzeitig verbringt Hugh Grange, ein Medizinstudent, und sein Cousin Daniel Bookham, der von einem Leben als Poet träumt, ihren Sommer wie immer bei Agatha Kent, Hughs Tante und zugleich als Mitglied des Schulbeirats, Beatrice' Förderin. Die beiden Männer fühlen sich von der attraktiven Beatrice angezogen und so entsteht zwischen den jungen Leuten schon bald eine Freundschaft.Nicht nur die Drei sind interessante Charaktere, sondern der ganze Roman ist voll davon. Allen voran die engagierte, aber auch diplomatische und liebenswerte Agatha, die reichlich fortschrittliche Gedanken hat und der allgemeinen Begeisterung rund um das Säbelrasseln nicht folgen will.Unbestritten ist es eine Zeit der großen Veränderungen - nicht erst, als der Erste Weltkrieg ausbricht. Die Autorin Helen Simonson scheut sich nicht, die großen und wichtigen Themen aufzugreifen: die Diskussion um das Frauenwahlrecht, die Sorgen und Nöte der britischen Arbeiterklasse und die Folgen des britischen Kriegseintritts, sei es für die, die sich entschieden haben, zu kämpfen oder für die, die zuhause geblieben sind und auf andere Weise ihre Soldaten unterstützen wollen. Und schon bald wird es auch in Rye Familien geben, die einen Liebsten betrauern - auch im Hause Kent...Helen Simonson hat mit "Der letzte Sommer" einen wundervoll eleganten Roman vorgelegt, der viel Einblick in die damalige Gesellschaft und die Themen, die sie bewegt hat, zulässt. Auch wenn diese und unsere Zeit über einhundert Jahre trennen, fand ich die Lektüre immens spannend, unterhaltsam und durchaus auch lehrreich - nicht nur was den Umgang mit belgischen Flüchtlingen angeht.Die Charaktere sind gestochen scharf und mit einem tollen Tiefgang, so dass ich meinte, sie schon bald zu kennen und nicht wenige davon habe ich während des Lesens sehr zu schätzen gelernt. Sicher, "Der letzte Sommer" liest sich nicht eben mal so - aber jede einzelne Seite, jede einzelne Minute mit dem Buch lohnt sich in meinen Augen!Die Autorin hat mit der dem Inhalt angemessenen Sprache, dem Blick für ihre Figuren und deren Zeit einen Volltreffer gelandet.

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  • Rule Britannia: Eine Geschichte mit Herz und Verstand

    Der letzte Sommer

    AUSGEbuchT-PetraMolitor

    05. September 2016 um 08:46

    Rule Britannia: Eine Geschichte mit Herz und Verstand Ich war überaus gespannt auf "Der letzte Sommer" von Helen Simonson, erschienen im Juli 2016 im Dumont Buchverlag. Ich bin ein sehr anglophiler Mensch und habe die britischen Inseln schon großflächig bereist. Die Natur, die Menschen, ihr Lebensstil haben schon immer eine unglaubliche Faszination auf mich ausgeübt. Helen Simonsons erstes Buch "Mrs. Alis unpassende Leidenschaft" hatte ich vorher bereits mit großem Vergnügen gelesen. Eine kurze Anmerkung zum äußeren Erscheinungsbild des Buches. Ich finde den Schutzumschlag wirklich schön gestaltet. Die Farbgebung ist für mich persönlich intensiv und dezent gleichzeitig. Ich liebe die Farbe Grün und hatte somit großen Spaß am Design, auch wenn ich - thematisch betrachtet - die Gestaltung des englischen Originals deutlich passender und gelungener fand. Auch der Titel hätte für mich eins zu eins übernommen werden können. Nun zum Inhalt und meiner Einschätzung: Helen Simonson entführt ihre Leser ins Jahr 1914. Beatrice Nash, eine modern denkende junge Frau, reist nach dem Tod ihres Vaters ins beschauliche East Sussex, um als Lateinlehrerin an einer Oberschule zu unterrichten. Sie freut sich auf die neue Aufgabe, stößt im auf den ersten Blick idyllisch erscheinenden Rye aber leider schnell auf Widerstände. Gut, dass sie unter den Dorfbewohnern schnell verlässliche Freunde findet, die ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen. Trotz aller Widrigkeiten fühlt Beatrice sich bald heimisch und in der Gemeinschaft geborgen. Der Ausbruch des 1. Weltkrieges verändert jedoch alles. Die Geschehnisse nehmen ihren Lauf... "Der letzte Sommer" hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Ein wunderbares Buch, dessen Atmosphäre so dicht ist, dass ich den Geruch des Hopfens und der Fleischpasteten fast selbst zu riechen glaubte und es mich nicht gewundert hätte, wenn plötzlich eine Dampfeisenbahn vor meinem Haus zum Stehen gekommen wäre. Die Charaktere sind sehr anschaulich und detailliert beschrieben, von Anfang an habe ich mit ihnen mitgefiebert und mitgelitten, habe mit ihnen gelacht und geweint. Besonders der eigene Willen und das Engagement von Beatrice Nash haben mich beeindruckt und ich habe mich des Öfteren gefragt, ob ich in dieser Zeit den Mut dazu aufgebracht hätte. Das Buch diente mir also nicht nur zur reinen Unterhaltung, es hat mich in vielfältiger Art und Weise zum Nachdenken gebracht. Diesen Tiefgang fand ich besonders wertvoll. Das Buch ist leicht und flüssig zu lesen, der Schreibstil der Epoche, in der die Geschichte spielt, perfekt angepasst. Helen Simonson hat für mich vollkommen an den Erfolg ihres ersten Buches anknüpfen können. Mir persönlich gefällt "Der letzte Sommer" sogar noch besser. Für mich war es ein großes Vergnügen, das Buch zu lesen. Ich empfehle es sehr gerne weiter und vergebe 5 von 5 Sternen. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Bücher der Autorin.

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  • Romanze, geschrieben wie zur damaligen Zeit mit viel Geschichte verknüpft

    Der letzte Sommer

    Britschu

    04. September 2016 um 16:49

    Das Buch und die Geschichte finde ich gut geschrieben, als ob es aus dieser Zeit stammen würde... die Dialoge waren schon teilweise knifflig zu deuten ;-) Habe einiges Wissen aus dem Buch mitgenommen das ich im Geschichtsunterricht nicht gelernt habe, und in einem Buch verpackt ist es sowieso viel schöner zu erfahren. Ein paar Stellen waren mir zu langwierig und ich musste mich bis zum nächsten Kapitel vorabeiten. Ab und an war es zu Detailgenau was einerseits gut für die Vorstellung war aber andererseits sich natürlich auch hinzog. Wer gerne geschichtliches Wissen mit Romanze verbindet ist mit diesem Buch gut dabei.

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  • Der letzte Sommer

    Der letzte Sommer

    SABO

    29. August 2016 um 14:58

    Helen Simonson - Der letzter Sommer - DumontRye/East SussexExkursionen, literarische Buchhaltung und Ausgrabungen, Reisen in Länder, wo Latein noch lebendig scheint. Das war das Leben von Beatrice Nash, bevor ihr Vater starb, den sie immer und überall begleitet hat. Sie ist überrascht, als sie erfährt, das ihr Erbe ein Treuhandvermögen ist, das ihre geizige Tante Marbely verwaltet. Sie hat keinerlei Verständnis, für junge Damen, die nicht heiraten wollen und ein gewisses Maß an Eigensinn an den Tag legen. Davon hat Beatrice jede Menge und der 23jährige Blaustrumpf marschiert schon zügig in die Ecke der alten Jungfern. Wie das Glück es so will, wird ihr eine Stelle als Lateinlehrerin in Aussicht gestellt.Beatrice nimmt den Fehdehandschuh des "Althergebrachten" auf und will sich selbst ernähren, sie zieht in ein kleines Cottage in Rye/Sussex.Agatha Kent ist eine Frau mit Herz und Verstand und ist eine diplomatische Förderin des Fortschritts und nachdem der letzte Lateinlehrer sang und klanglos das Weite suchte, boxt Agatha, die im Vorstand der Schule beisitzt, diese Stelle für eine Frau frei.Das Beatrice jung und hübsch ist, sorgt für Überraschung. Auch Hugh und Daniel, die beiden Neffen nehmen dies zur Kenntnis. Hugh will einmal ein großer Chirurg werden und Daniel ein nicht minder kleinerer Dichter. Die in Freundschaft verbundenen Cousins sind sehr verschieden, aber die Zeit des Krieges, macht alle gleich. Das Schlachtfeld ist wahrlich kein Ort für Ruhm und Ehre, der Schützengraben, keines Dichters Wonne.Hugh flickt die verwundeten Soldaten zusammen und Daniel sieht sich in der Pflicht, als sein bester Freund stirbt, ein Offizierspatent um in Sicherheit zu sein, lehnt er ab.Das kleine Städtchen Rye macht mobil. Flüchtlingsunterkünfte und Versehrtenlager, Wohltätigkeit und Barmherzigkeit, tatkräftige und moralische Unterstützung, jeder tut, was er kann. Es ist eine Zeit, in der mehr Todesanzeigen, als Hochzeiten in der Times erscheinen und so mancher Pfarrer sieht über die üblichen Traditionen hinweg.Der Mikrokosmos der fröhlichen Familie Kent und ihren ungewöhnlichen Freunden, wirkt auf Beatrice, wie eine weiche Wiege, ein Stützpunkt der Seele. Hier liegt ihre Bestimmung.Eine englische Familiengeschichte zur Zeit des ersten Weltkrieges, wie sie überall in Großbritannien sich abgespielt haben mag. Markierungen des Lebens.Die Autorin hat das außerwöhnliche Talent, alle Komponenten eines guten Romans zu vereinen. Liebe, Dramatik, Leben, Tod, Witz, Freundschaft und Sinnsuche. Pointiert, ohne Schnörkel und doch anrührend. Das Buch ist wie ein stetig fließender Strom, eine konsequente Spannung, die lediglich von ein paar schönen Umschreibungen untermalt wird, damit man Luft holen kann. Ein großartiges Werk und unbedingte Leseempfehlung, ich bin begeistert.Bitte mehr davon!  :-*"Dafür trat ihm das Stätchen Rye vor Augen - die dicht gedrängten Häuser unterhalb der Kirche, de weite grüne Marsch im Abendlicht, im Hintergrund die dunkel ansteigenden Kreidehügel, und ein kleines Cottage in einer steilen Kopfsteinpflasterstraße."Soldaten im Lazarett:"Sie sind ein Engel! Der Hässlichste, den ich je gesehen habe! Was?? Sie hat es wohl an den Augen erwischt!"

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  • Wie war das denn vor 100 Jahren?

    Der letzte Sommer

    Mohnblut

    27. August 2016 um 15:46

    An diesem Buch möchte ich vor allem zwei Dinge hervorheben: die gute Recherche und die Charaktere. Ich habe, obwohl ich des Öfteren Bücher aus dieser Zeit lese, viel über das Leben damals gelernt. Vor allem bei den Kleinigkeiten wie Tanzkarten und dem Small Talk ist mir bewusst geworden, wie gut sich die Autorin in die Materie eingearbeitet hat. Die Beziehungen der Menschen untereinander und ihre Unterhaltungen sind zeitgemäß, ebenso wie ihr Verhalten. In der Danksagung sind auch Quellen genannt, die ich auch gerne noch lesen möchte. Die damalige Zeit erscheint mir im Gegensatz zu heute so erschreckend anders und an anderen Stellen genau gleich. Wer sich für das gesellschaftliche Leben von früher interessiert, der sollte auf jeden Fall zu diesem Buch greifen. Keiner der Charaktere in diesem Buch ist nur gut oder nur schlecht. Ein gutes Beispiel ist die Nebenfigur Tillingham. Er ist Schriftsteller und alle sind begeistert von ihm. Einerseits tritt er in diesem Buch gegen Unrecht ein, ist aber auch manchmal völlig auf seinen Vorteil bedacht. Im einen Kapitel mag man ihn nicht leiden, im anderen versteht man ihn und kann ihn wieder besser leiden. So erging es mir bei vielen Persönlichkeiten, die ihre guten und schlechten Seiten zeigen, Fehler begehen und sie wieder gut machen. Gerade das hat bei mir den Eindruck hinterlassen ein Buch über echte Menschen zu lesen.

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  • Wie in einem schwarz-weiß Film von 1914.

    Der letzte Sommer

    Rosisamazinglibrary

    23. August 2016 um 23:49

    Der 567 Seiten lange Roman "Der letzte Sommer" von Helen Simonson spielt im Jahr 1914 in Sussex in dem kleinen Dorf Rye. In dem Buch geht es um die Bewohner des Ortes aber vor allem um die beiden Cousins Hugh und Daniel und deren Tante Agatha die eine neue Lateinlehrerin einstellen soll. So kommt Beatrice Nash nach Rye was einen Riesen Trouble in dem oberflächlichen Ort verursacht da sie noch sehr jung und einfach nicht den damaligen Erwartungen einer 23 jährigen Frau entspricht. Jung, gut gebildet, emanzipiert und nicht verheiratet. Beatrice und Hugh entwickeln eine Zuneigung zueinander doch der Krieg rückt immer näher. Dies verändert in Rye alles. Da auch Angehörige in den Krieg ziehen werden. Der Roman ist zu vergleichen mit einer Achterbahn es geht langsam los und am Ende dreht und wende sich alles komplett. Das Buch ist sehr realistisch geschrieben, die Sprache in der Zeit vom ersten Weltkrieg wird durch das ganze Buch eingehalten. Menschliche Probleme während der Zeit werden sehr gut und genau dargestellt nicht nur an Beatrice sondern auch an Flüchtlingen, Agatha, Daniel, Snout und Hugh. Die Autorin hat uns bis ins letzte Detail in die Welt von 1914 versetzt. Menschen und Land sind wie ich finde spannend, bunt und lebhaft beschrieben. Interessant ist auch zu erfahren wie sehr Frauen vor knapp 100 Jahren tatsächlich für ihre rechte sich beweisen mussten. Dieser Aspekt spielt eine wichtige Rolle in dem Roman. Gerade im letzten Teil des Buches bleibt kein Auge trocken! In dem Buch ist für jeden Typ etwas dabei. Für Downton Abbey Fans, hoffnungslosen Romantikern bis zu Liebhabern von Rhetorischen Romanen.

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  • Realistischer Roman im Stil von Downton Abbey

    Der letzte Sommer

    Maeusekind

    23. August 2016 um 15:52

    Schauplatz des Romans ist das Fischerörtchen Rye in Sussex, England, welches anhand der malerischen Beschreibungen seine idyllische Gestalt im Kopf des Lesers annimmt. Der Leser erhält von "oben herab" Einblick in das Geschehen und lernt die Bewohner kennen. Wichtig sind dabei vor allem die Cousins Hugh Grange und Daniel Bookham sowie deren Tante Agatha Kent, die für die Anstellung der neuen Lateinlehrerin Beatrice Nash verantwortlich ist. Deren Ankunft versetzt das Örtchen in Aufregung, da sie mit ihrer Bildung und ihrem zarten Alter so gar nicht dem Klischee einer Lehrerin entspricht. Mit ihrer Entscheidung nie zu heiraten schockiert sie die Bewohner und setzt sich gleichzeitig über alle gängigen Konventionen der damaligen Zeit hinweg, erhält jedoch die Unterstützung ihrer neuen Vertrauten, Agatha. Idylle hin oder her, langweilig ist Rye keineswegs, wenn auch nur Oberflächlichkeiten wie Klatsch und Intrigen den Alltag bestimmen. Inmitten des Trubels kann man die Zuneigung förmlich greifen, die sich zwischen Beatrice und Hugh entwickelt. Da dieser frischen Liebe jedoch so Einiges im Weg steht, bleibt diese Entwicklung bis zum Schluss spannend, während Daniel sich dem Leben des Bohemiens hingibt und man mit ihm große Schicksalsschläge durchlebt. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt auch der kleine Zigeunerjunge Snout, der trotz seiner Intelligenz seine einzige Chance auf gesellschaftliche Anerkennung im Krieg sieht. Der Ausbruch des Krieges verändert nicht nur die gemeldeten Soldaten, sondern alle Bewohner von Rye, da diese sich an der Kriegshilfe beteiligen und Flüchtlinge aufnehmen. Trotz der Notsituation bleiben auch hier Oberflächlichkeiten nicht aus und stellen einen schönen Spiegel zur aktuellen Gegenwartssituation dar. Als letztendlich auch Angehörige der Bewohner in den Krieg ziehen, wird den Bewohnern das volle Ausmaß erst bewusst und bricht auch die vermeintlich stärksten Persönlichkeiten. Am Ende des Buches wechselt der Schauplatz und der Leser findet sich mitten im Schützengraben wieder, wo er die ergreifend unverblümte Fratze des Krieges mit all seinen Grausamkeiten und Konsequenzen zu Gesicht bekommt.Der Roman ist sehr authentisch geschrieben, angefangen von den gesellschaftlichen Gepflogenheiten über die Kleiderordnung bis hin zur Sprache ist alles bestens durchdacht. Auch wenn der erste Weltkrieg das Hauptthema bildet, schafft es die Story alle Phänomene und Problematiken der damaligen Zeit anzusprechen und realistisch darzustellen, wie z.B. die Rolle der Frau, soziale Herrkunft, Machtkämpfe des Adels, Kriegskonsequenzen, Homosexualität, Flüchtlinge, Vergewaltigungen, uneheliche Schwangerschaften und nicht zuletzt das Finden der eigentlichen Liebe, wenn man bereits jemand Anderem versprochen ist. Es ist definitiv kein leichter schnulziger Liebesroman, sondern viel eher eine anspruchsvolle realistische Geschichte über die Zeit des ersten Weltkrieges mit allen Vor- und Nachteilen. Für Fans der Epoche und von Downton Abbey ist das Lesen ein absolutes Muss! 

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  • Land of Hope and Glory

    Der letzte Sommer

    SusannePichler

    23. August 2016 um 14:01

    Helen Simonson entführt den Leser in einen scheinbar goldenen Sommer. Ein kleines Städtchen in Sussex, Rye, ist der Ort der Handlung. Doch es ist der Sommer 1914 und schon im Herbst desselben Jahres wird nichts mehr so sein, wie es einmal war.Doch noch wirkt alles sehr friedlich. Für die junge Lehrerin Beatrice Nash bedeutet Rye den Ausgangspunkt ihres unabhängigen Lebens. Nach dem Tod ihres Vaters und einer schwierigen Zeit bei seinen Verwandten, hat sie in Rye eine Stelle als Lateinlehrerin gefunden. Ihre Gönner sind John und Agatha Kent. John ist ein hoher Beamter im Außenministerium und Agatha seine selbstbewusste und sehr fortschrittlich denkende Gattin. John Kent unterstützt seine Frau wo immer es ihm möglich ist.Zur Familie Kent gehören auch die beiden Neffen, Hugh und Daniel. Hugh ist ruhig, ernst und vernünftig. Er hat beinahe seine Ausbildung zum Chirurgen abgeschlossen. Daniel ist exaltiert und verträumt, er sieht sich in der Zukunft als Dichter.Obwohl manche in Rye eine Lateinlehrerin mit schiefen Blicken bedenken, lebt sich Beatrice rasche ein. Nach und nach lernen sowohl sie als auch der Leser die Bewohner Ryes kennen. Die sommerliche Idylle wird durch die ersten Berichte kriegerischer Auseinandersetzungen am Kontinent empfindlich gestört. Doch Anfangs ist alles sehr weit weg. Es werden zwar Freiwilligenheere aufgestellt und die Damen beginnen Spendenaktionen, doch noch ist der Krieg an sich etwas Unvorstellbares. Als die ersten belgischen Flüchtlinge England erreichen und von den Gräueltaten deutscher Soldaten berichten, bekommt der Krieg ein weniger heroisches Gesicht. Hugh meldet sich daraufhin zum Heer. Er will seine medizinischen Kenntnisse einsetzen und Leben retten. Die Flüchtlinge werden zwar aufgenommen, aber doch schief angesehen. Sie stören das gewohnte tägliche Leben empfindlich.Als der Krieg mehr und mehr in den Mittelpunkt rückt, werden auch das sommerliche Hopfenfest und das Stadtfest in seinen Dienst gestellt. Während manche wirklich nur helfen wollen, sehen andere die einmalige Gelegenheit, sich zu profilieren.Hugh, Daniel, Beatrice, John und Agatha Kent müssen einschneidende Veränderungen in ihrem Leben hinnehmen. Die Leichtigkeit und das scheinbar ziellose Tagträumen der jüngeren Generation finden ein abruptes Ende.Helen Simonson hat ein Buch der leisen Töne geschrieben. Ihre Figuren sind ungemein lebensecht, da sie alle über positive und negative Charaktereigenschaften verfügen. Niemand ist gänzlich gut oder böse. Doch gerade dadurch versteht man vieles besser. Im Grunde versuchen alle mit den veränderten Lebensbedingungen zurechtzukommen. Die eine Figur wird einem dabei sympathischer, die andere unsympathischer, doch niemand wird zum Bösewicht an sich. Die Veränderungen in der Gesellschaft stellen auch den fortschrittlichsten Geist mehr als einmal auf die Probe.Besonders stark ist der Kontrast zwischen Anfang und Ende des Buches. Anfangs erlebt man einen friedlichen Sommer in Südengland, am Ende ist man in den belgischen Schützengräben. Die Not und Verzweiflung sind regelrecht spürbar. Die Komitees der Damen im fernen England erscheinen beinahe lächerlich.Helen Simonson erzählt in "Der letzte Sommer" eine beinahe zeitlose Geschichte. Es geht um Unabhängigkeit, Liebe, gesellschaftliche Veränderungen, Flucht und um nicht weniger als Krieg und Frieden. Ihre Schilderungen, wie die Menschen all dies überstehen, wie sie dadurch stärker werden oder daran zerbrechen, sind einfühlsam und berührend. Sie verzichtet in ihrem Roman auf jede Art lauter Effekte. Es ist ein stilles Buch, das in aller Ruhe gelesen werden will, aber gerade dadurch seine volle Wirkung entfaltet.

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  • 1914-ein Jahr der Veränderungen

    Der letzte Sommer

    Petersilie

    22. August 2016 um 21:40

    Es weht ein neuer Wind. Anfang des 20. Jahrhundert kommt es zu zahlreichen Veränderung im Leben von Einzelnen und in ganzen Nationen. Frauen fordern das Wahlrecht. Die Technik macht nie geahnte Fortschritte. Es kommt zum Krieg, zum ersten Weltkrieg und auch der nimmt nie geahnte Ausmaße.Beatrice ist eine junge eigenständige und selbstbewusste Frau und die neue Lateinlehrerin von einem kleinen Städtchen auf dem englischen Land. Sie ist zu eigenständig und selbstbewusst nach der Meinung der Einwohner der kleinen Stadt Rye, vor allem für eine unverheiratete Frau Anfang 20, die nicht die Absicht hat dies zu ändernBeatrice weckt mit ihrer Art sofort Verständnis für ihre Einstellung. Sie ist ein sehr sympathischer Charakter, obwohl oder gerade weil sie nicht fehlerfrei ist. Das ist keiner der Charaktere. Ob Daniel mit seiner arrogant und familienorientierten Art oder der korrekte Hugh mit seiner Schwärmerei für ein naives Arzttöchterchen oder Tante Agathe mit ihrer modernen Einstellung, die in manchen Momenten dann doch in alte Vorstellungen zurückfällt. Ich denke, die realistischen Charaktere mit ihren Schwächen und Vorteilen machen den Grundstein dieses Buches aus und bleiben langfristig positiv in Gedächtnis. Weniger positiv ist anfangs der etwas schwierige Schreibstil, aber auch an den hat man sich nach gewisser Zeit gewöhnt. Der Handlungsverlauf ist spannend und logisch, ebenso die zarte Liebesgeschichte. Die traurigen Ereignisse, die mit dem Krieg einhergehen wurden mitfühlen und realistisch geschildert und haben mich zu Tränen gerührt.Fans von historischen Dramen mit komplexen Charakteren, werden dieses Buch lieben.

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  • Die feine Gesellschaft im Krieg

    Der letzte Sommer

    Frieda-Anna

    21. August 2016 um 10:53

    "Der letzte Sommer" ist eine ordentlich dicke Schwarte, die zur Zeit des ersten Weltkrieges spielt und zunächst verdeutlicht, wie schwer es Frauen damals mit der Eigenständigkeit hatten und wie fürchterlich intrigant und steif die Etikette der Gesellschaft früher geprägt war. Nach und nach kommt das Kriegsgeschehen immer näher. Wer eine Uniform trägt wird in der Gesellschaft hoch angesehen, profitiert von Privilegien und ist erpicht darauf auf das Schlachtfeld zu stürmen, um noch mehr Ruhm und Ehre einzuheimsen. Oder den Tod...., aber das wird von vielen noch verdrängt.Die erschaffenen Figuren verkörpern allesamt diese vergangene Zeit und sind sehr authentisch dargestellt.Hinreißend sind die beiden Cousins Hugh und Daniel, die von Tante Agatha, eine der Hauptpersonen, und ihrem Mann John, vergöttert und wie eigene Kinder behandelt werden. Beatrice, die als Lehrerin in das kleine Städtchen Rye kommt, hat es zunächst sehr schwer Fuß zu fassen und es ist nicht einfach für sie, innerhalb der steifen Gesellschaft, ihre Werte und Einstellung zu leben. Ihr zeitweises Durchsetzungsvermögen, löst sich allerdings ab und verschwindet hinter schnöden Floskeln und männerfeindlichem Verhalten, so dass ich mit ihr immer weniger symphatisieren konnte. Für mich hat das Buch erst am Ende meine Erwartungen erfüllen können; war mir anfangs doch zuviel Geplänkel und Gezicke zuwider und störte mein Eintauchen in die Geschichte.Aufgeholt und überzeugt hat Helen Simonson in den letzten beiden Abschnitten, die das Zeitgeschehen in sämtlichen Facetten lebendig werden ließen. 

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