Helen Simonson Mrs. Alis unpassende Leidenschaft

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Inhaltsangabe zu „Mrs. Alis unpassende Leidenschaft“ von Helen Simonson

Ernest Pettigrew, ob seiner militärischen Vergangenheit von allen nur ‚Major’ genannt, ist Brite durch und durch und pflegt Probleme jedweder Art mit einer guten Tasse Tee zu behandeln. Als der Witwer nun auch noch den Tod seines Bruders zu betrauern hat, rückt sein zurückgezogenes Leben ins Zentrum des dörflichen Interesses – wie unpassend, dass er sich gerade jetzt mit der pakistanischen Ladenbesitzerin Mrs. Ali anfreundet.

Lustig. Traurig. Romantisch. Echt. Ein feel-good-Buch mit Köpfchen!

— LeBoudoir
LeBoudoir

Ein leises Buch über ein schleichendes Verlieben zweier scheinbar ungleicher Herzen mit viel britischem Humor aber völlig ohne Kitsch.

— Barbara62
Barbara62

Stellenweise laut gelacht. Köstlich trockener Humor, very british.

— IlonGerMon
IlonGerMon

Habe das Hörbuch gehört, eine wunderbare Geschichte, ich hatte ständig ein Lächeln im Gesicht...

— Opal
Opal

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    • 1030
  • Very british!

    Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
    Barbara62

    Barbara62

    Mrs. Alis unpassende Leidenschaft ist eine heitere, ungewöhnliche und sehr britische Geschichte über ein Liebespaar, dass äußerlich nicht unterschiedlicher sein könnte. Darin wird mehr Tee getrunken als in jedem schwedischen Krimi Kaffee und auch den Leserinnen und Leser sei die Lektüre mit einer Tasse englischem Tee empfohlen. Major a. D. Ernest Pettigrew ist 68 Jahre alt, verwitwet nach glücklicher Ehe, hat einen herzlosen Banker als Sohn, mit dem ihn nichts verbindet, und ist ein britischer Gentleman der alten Schule mit perfekten Umgangsformen. Er lebt zurückgezogen in einem hübschen Haus, hat nichts als seinen Golfclub und die Entenjagd und ist sehr, sehr einsam. Jasmina Ali, eine 58-jährige Witwe pakistanischer Herkunft mit einer schwierigen Familie ist glückliche Besitzerin eines Dorfladens und entstammt einer völlig anderen Welt als Pettigrew. Die Annäherung zwischen den beiden wird deshalb von den Familien und der Dorfgemeinschaft misstrauisch verfolgt und als völlig unpassend empfunden. Dabei finden die beiden einsamen Literaturliebhaber allmählich von der Freundschaft zur Liebe... Ein leises Buch über ein schleichendes Verlieben zweier scheinbar ungleicher Herzen mit viel britischem Humor, aber völlig ohne Kitsch, dessen englischer Titel Major Pettigrews Last Stand (= Major Pettigrews letztes Gefecht) viel besser passt, da nicht Mrs. Ali sondern der Major im Mittelpunkt der Geschichte steht.

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  • Very british!

    Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
    IlonGerMon

    IlonGerMon

    16. March 2014 um 18:38

    Was ist eigentlich so unpassend daran, dass Mrs. Ali eine gute Tasse Tee ebenso liebt wie ein gutes Buch? Und das ihr Lieblingsautor ausgerechnet Kipling ist?  Eigentlich nichts, möchte man meinen, aber wenn sie diesen Leidenschaften nicht alleine frönt, sondern dies immer häufiger in der Gegenwart des alten Major Pettigrew tut, dann nehmen schon eine ganze Reihe Dritter Anstoß daran. Major Ernest Pettigrew, ehemals Angehöriger der britischen Armee hat vor sechs Jahren seine Frau verloren, seither lebt er im Dörfchen Edgecombe ein zurückgezogenes und den gesellschaftliche Traditionen verhaftetes Leben. Jetzt ist auch noch sein jüngerer Bruder Bertie verstorben und der Major hat außer seinem Sohn Roger keine weiteren Angehörigen mehr. Die Situation setzt ihm sehr zu und so passiert es, als er sich im Dorfladen neue Vorräte, insbesondere auch Tee, besorgt, dass er Mrs. Ali bei einem kleinen Schwächeanfall beinahe in die Arme fällt. Mrs. Ali, etwas jünger als der Major, ist ebenfalls verwitwet und führt seit dem Tode ihres Mannes den Dorfladen allein. Daran nimmt das Dorf wenig Anstoß, Mrs. Alis Familie aber schon. Denn – Mrs. Jasmina Ali ist Pakistani und somit geduldet, solange sie von den Einheimischen zu den dienstbaren Geistern gezählt werden darf.  Das aber ändert sich schlagartig, als die beiden sich immer öfter bei einer guten Tasse Tee und geistreichen Gesprächen über Kipling treffen. Hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen und den sie umgebenden Konventionen tappt insbesondere der Major immer öfter in gesellschaftliche Fettnäpfchen. Aber – der Druck von außen wird schließlich so groß, dass sich die beiden aus den Augen verlieren. Seite um Seite fiebert man beim Lesen dem Happyend entgegen, dass doch irgendwann kommen muss, oder? Doch bevor es nach einer „gewissen Form der Entführung“ zu einer endgütigen Entscheidung kommt, vermittelt die Autorin uns eine Seite um Seite ansteigende Spannung, die sich in einer Szene an der Steilküste, es geht um Leben und Tod, endlich entlädt. Wer jetzt meint, damit den Inhalt des Buches zu kennen, irrt gewaltig. Bis zum spannenden Ende schenkt uns dieser Roman in unzähligen kleinen und alltäglichen Begebenheiten das Gefühl, mittendrin zu sein. Man möchte abwechselnd den Major und dann wieder Mrs. Ali schütteln und sagen: „Nun wacht doch endlich auf“. Erzählt wird uns diese Geschichte auf eine unnachahmliche Art, durchsetzt mit trockenem Humor der Extraklasse und in jeder Zeile „very british“. Ein wunderbares und sehr geistreiches Lesevergnügen.

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  • Ein Schmetterling inmitten dieser Taubenschar

    Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
    dicketilla

    dicketilla

    02. March 2014 um 14:01

    Major Ernest Pettigrew, 68 Jahre alt, musste den Tod seines Bruders Bertie verarbeiten.Nachdem vor sechs Jahren seine geliebte Frau Nancy verstarb,war dieser die letzte Verbindung zu seiner Familie.Seine Schwägerin Marjorie lag ihm nicht sonderlich am Herzen.Während eines Schwächeanfalls kommt er im Laden von Mrs Ali, eine 58 jährige Witwe, zu einem ersten Zusammentreffen der zwei.Fortan treffen sie sich zu gemeinsamen Lesestunden, da eine gemeinsame Leidenschaft zur Literatur und besonders zu Kipling sie näher bringt.Mrs Ali hofft zu einen dieser ewig haltbaren Stohblumen zu vertrocknen, und für den Major gibt es plötzlich nichts Wichtigeres und Erfüllendes, als diese zum Lachen zu bringen.Beide treten aus den ihr aufgezwungenen Zwängen heraus,und beginnen sich ihren unterschiedlichen Kulturen zu nähern,und mit den vorgeschriebenen Familientraditionen zu brechen. Sie als Pakistanin im Dorf nicht anerkannt, wird vom Major zum jährlichen Ball des Golfclubsgeladen, welcher unter dem Motto ”Abend des Moguls” gestellt wird. Außerdem hat der Major noch mit seinem Sohn Roger ,und den in Familienbesitz befindlichen zwei zusammengehörigen Churchills so seine Sorge.Und da gibt es auch noch die kratzbürstige Amina mit ihrem Sohn George, die auch noch für viel Wirbel sorgt. Mrs Ali ist eine sehr kluge und fortschrittliche Frau, die viel Unabhängigkeit durch ihre Eltern und ihren Ehemann erfuhr.Durch ihre feine und bedachte Art ist sie mir sehr ans Herz gewachsen. Typisch britisch dagegen ,der Major mit militärischem Sachverstand der Gegenpart. Wunderbar zu lesen, wie er immer mehr aus seiner Steifheit heraus wächst, und sein trockener Humor nicht immer durch seine Umgebung verstanden wird, aber dennoch deswegen besonders gemocht wird.Eine Geschichte in einem kleinen Dorf spielend, in dem jeder meint über den anderen Bescheid zu wissen.Und wie so langsam die Liebe gegen alle Vorurteile beginnt zu erblühen. Wunderschöne Worte begleiten dieses Buch, die wie Bilder getragen durch die Handlung führen. Kein Buch für so mal zwischendurch, sondern ein Buch wie unsere zwei Helden der Literatur verfallen sind,verfallen wir der Geschichte.

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  • Ein Leben ohne Tee ist möglich, aber sinnlos

    Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    28. February 2014 um 14:01

    Seit dem Tod seiner Frau sucht Ernest Pettigrew die Ruhe und hält sich an das, was ihm im Leben schon immer weitergeholfen hat: Höflichkeit, Pflichterfüllung und eine richtig zubereitete Tasse Tee. Seinem aufgeblasenen Sohn, der ihm fremd geworden ist und für dessen Verhalten er sich ständig schämt, geht er, wo er nur kann, aus dem Weg. Und auch von der aufgeregten Fürsorge seiner Nachbarinnen hält er sich fern. Früher war alles besser, seufzt Ernest sich daher in den Bart. Jeder kannte seinen Platz und stellte die Ordnung nicht in Frage. Ausgerechnet die beherzte Jasmina, Besitzerin eines Lebensmittelladens, bringt die starren Ansichten des Eigenbrötlers ins Wanken. Als die beiden sich näherkommen, löst diese ungewöhnliche Leidenschaft großes Unverständnis in ihrer Umgebung aus. (Klappentext) Major Ernest Pettigrew hat es nicht leicht. Zuerst stirbt seine Frau und nun auch noch sein Bruder. Neben dem Kummer muss er sich zudem mit einigen familiären Konflikten auseinandersetzen. Seine Angehörigen haben nämlich ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie sich ein Witwer seines Alters zu verhalten habe… Ein ähnliches Schicksal teilt Mrs. Ali. Auch sie ist Witwe. Seit dem Tod ihres Mannes bemüht sie sich alleine, den kleinen Lebensmittelladen des Ortes – und damit auch sich selbst und ihren Lebensunterhalt – über die Runden zu bringen. Und auch ihre Familie ist der Ansicht, dass ihr Platz nun ganz woanders sein sollte… Als die beiden merken, dass sie nicht nur die Liebe zu einer guten Tasse Tee und guten Büchern miteinander teilen, wird es kompliziert. Wenn man schon den größten Teil seines Lebens hinter sich gebracht hat, schleppt man so einiges an emotionalem Ballast mit sich rum. Und dann die Familie! Beide möchten ihren Angehörigen nicht vor den Kopf stoßen. Bestimmte Dinge waren halt schon immer so. Und andere Dinge gehören sich einfach nicht… Aber andererseits sind da auch die eigenen Gefühle. Wünsche und Träume, die man noch hat. Und auch eine Portion Trotz: Man will sich doch nicht sein eigenes Leben von den Kindern diktieren lassen! Beide Charaktere gefielen mir großartig! Beide haben sie Ecken und Kanten, der Major sogar eine ganze Menge. Aber das macht sie so menschlich. Die Liebesgeschichte zwischen ihnen gehört zu einer der schönsten, die ich bisher gelesen habe. Und wenn die beiden zusammen „durchbrennen“, kann es kaum noch romantischer werden. Aber dieses Buch kann viel mehr als nur Romantik. Es regt an zum Nachdenken: Was erwartet man von älteren Menschen, gleich welchen Kulturkreises? Hat man nicht auch gewisse Vorstellungen, wie sie sich wohl verhalten sollten? Wie oft wurden wohl schon die neuen Partner der Eltern von den erwachsenen Kindern abgelehnt? Wie häufig erwarten erwachsene Kinder wie selbstverständlich von den Eltern, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen, um Babysitterdienste auszuüben? Wie oft passiert das alles nicht mal böswillig, sondern aus der festen Überzeugung der jüngeren heraus, dass es bei älteren Menschen gar keine anderen Interessen mehr geben könnte? Und nicht nur das Verhalten älteren Menschen gegenüber sollte überdacht werden. Mrs. Ali ist eine Pakistani und hat deswegen gegen reichlich Vorurteile zu kämpfen. Daher auch noch die Frage: Wie steht es mit dem Respekt gegenüber anderen Kulturen? „Er erträumt sich das Leben, das er nicht führen kann?“ “Genau. Wir dagegen, wir können alles machen, und trotzdem behaupten wir, unsere Träume seien nicht mit dem ganz normalen Leben vereinbar, und weigern uns, sie zu leben. Und jetzt sagen Sie mir: Wer ist mehr zu bedauern?“ (S. 424/425)

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  • Kann Leidenschaft unpassend sein?

    Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
    19angelika63

    19angelika63

    14. December 2012 um 07:28

    Klappentext Seit dem Tod seiner Frau sucht Ernest Pettigrew die Ruhe und hält sich an das, was ihm im Leben schon immer weitergeholfen hat: Höflichkeit, Pflichterfüllung und eine richtig zubereitete Tasse Tee. Seinem aufgeblasenen Sohn, der ihm fremd geworden ist und für dessen Verhalten er sich ständig schämt, geht er, wo er nur kann, aus dem Weg. Und auch von der aufgeregten Fürsorge seiner Nachbarinnen hält er sich fern. Früher war alles besser, seufzt Ernest sich daher in den Bart. Jeder kannte seinen Platz und stellte die Ordnung nicht in Frage. Ausgerechnet die beherzte Jasmina, Besitzerin eines Lebensmittelladens, bringt die starren Ansichten des Eigenbrötlers ins Wanken. Als die beiden sich näher kommen, löst diese ungewöhnliche Leidenschaft großes Unverständnis in ihrer Umgebung aus. Major Ernest Pettigrew einen Eigenbrötler zu nennen halte ich für falsch. Der Major ist ein waschechter Brite, durch und durch. Schließlich haben sein Vater und er für die königliche Familie gedient. Er verkörpert in diesem Roman all das, was wir unter typisch britisch verstehen. Starre und enge Ansichten, eben verry britisch. Aber der Major ist ein absolut liebenswerter Protagonist. Dann passiert etwas, was der Leser aus dem Klappentext nicht wirklich entnehmen kann. Der Major lernt Mrs. Jasmina Ali kennen. Eine Pakistani. Und damit fängt das ganze Dilemma an. Mir ist der Major sofort ans Herz gewachsen. Obwohl wirklich absolut britisch, dennoch so liebenswert. Sein Humor ist einfach zauberhaft. Die Beschreibung dieses Charakters ist der Autorin sehr gut gelungen. Aber auch Mrs. Ali ist so wundervoll beschrieben, dass man einfach spüren kann, wie leidenschaftlich sie ihr Leben lebt. Ein wundervoller Roman über den Zwiespalt des Majors, der an alte Traditionen gebunden ist, und da geht es gar nicht sich mit einer Pakistani einzulassen … den Menschen die über ihre Vorurteile und Oberflächlichkeit stolpern … und wie die Liebe mit viel Mut dies alles besiegen kann. „Ein bunt zusammengewürfelter, zerlumpter Haufen“, sagt sie, „ aber eben das, was übrig bleibt, wenn alles oberflächliche Getue ausgedient hat.“ „Und, ist das genug?“ fragte der Major und legte seine Hand auf ihre kühlen Finger. „Genug für die Zukunft?“ „Für mich ist es mehr als genug“, sagte Jasmina. „Mein Herz ist ganz erfüllt.“ … (S. 476)

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  • Rezension zu "Mrs. Alis unpassende Leidenschaft" von Helen Simonson

    Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
    Ellynyn

    Ellynyn

    12. October 2012 um 22:46

    Nachdem Ernest Pettigrews Frau verstorben ist, lebt der pensionierte Major der britischen Armee weiter in seinem Haus in einem überschaubaren Ort. Sein Sohn ist ihm fremd geworden und er schämt sich auch oft für ihn, denn Roger verhält sich so ganz anders als der pflichtbewusste und höfliche Ernest. Gelegentliche Jagden, das Spiel im Golfclub, ein gutes Buch und eine Tasse Tee gehören zu seinen Leidenschaften. Als jedoch Ernests Bruder Bertie unerwartet verstirbt gerät die Welt des Majors ins Wanken. Ausgerechnet als er von Berties Tod erfährt, trifft er auf Mrs. Ali. Sie erlebt ihn in einem Moment der Schwäche und die herzliche Pakistani – selbst Witwe – nimmt sich seiner rührend an. Obwohl sie einander kaum kennen, beginnt sich ihrer beider Leben miteinander zu verbinden. Unaufgeregt erzählt das Buch von einer wachsenden Freundschaft, dem bürgerlichen Leben im ländlichen England und ist dabei gespickt im wunderbar britischem Humor. Mit Ernest und Jasmina Ali treffen Welten aufeinander, die kaum vereinbar erscheinen. Er, der britische Gentleman und Sohn eines Helden. Sie, die pakistanische Witwe und Ladeninhaberin. Ihre Umwelt reagiert geschockt und mißtrauisch auf diese Verbindung, die doch so harmlos ist. Zwei ältere, einsame Menschen, die von ihren Mitmenschen nicht immer wohlwollend behandelt werden und sich rührend um einander kümmern. Obwohl sie doch so unterschiedlich sind, finden Jasmina und Ernest schnell Gemeinsamkeiten. Die harmlose Freundschaft nimmt ein schnelles Ende und Jasmina Ali verschwindet aus dem Leben des älteren Majors. Doch Ernest begreift, dass ihm so eine Chance wohl nie wieder widerfahren wird. Ohne zu sehr zu polemisieren nimmt die Autorin die Gesellschaft mit einem Augenzwinkern aufs Korn. Die Eigenheiten der Protagonisten und ihrer Kulturen werden dabei sehr humorvoll beschrieben, ohne dabei ins Lächerliche abzugleiten. Ernest kommt zu Beginn ein wenig steif und antiquiert daher. Aber er ist ein wunderbarer Charakter mit einem unglaublich Humor, der jedoch niemals bösartig oder bissig ist. Mit seinem Sohn hat er so seine liebe Not, das Unverständnis und die Ablehnung seiner sogenannten Freunde lassen ihn nachdenklich werden. Jasmina hingegen wird als warmherzige und herzensgute Frau beschrieben, die ihre Persönlichkeit jedoch nicht immer entfalten kann. Zu sehr ist sie in ihrer Kultur verwurzelt und den Erwartungen ihrer Familie unterworfen. Doch sie beide verändern sich im Laufe ihrer Geschichte. Legen Vorurteile ab, lösen sich von den Erwartungen und Ansprüche der Gesellschaft. So humorvoll der Roman auch ist, so werden jedoch auch oft sehr ernste und oft traurige Aspekte aufgezeigt. So gerät Jasmina – obwohl längst eine Frau in den 50igern – in die Fänge der Familie ihres Mannes. Natürlich alles nur zum Schutz Jasminas und weil es sich so gehört. Ernest hingegen fühlt sich von seiner eigenen Familie übervorteilt und von seinem Sohn beschämt. Die Autorin versteht es nicht nur auf sehr schöne Weise die Protagonisten und ihre Gefühlswelt zu beschreiben, so erleben Ernest und Jasmina schliesslich ihren zweiten Frühling, sondern schafft es auch gekonnt die Umgebung und die Atmosphäre sehr lebhaft darzustellen. Insgesamt war es wirklich ein sehr schönes Buch. In der Mitte hatte es leider ein paar Längen, die jedoch den Gesamteindruck nur wenig geschmälert haben.

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  • Leserunde zu "Weil ich euch liebte" von Linwood Barclay

    Weil ich euch liebte
    caylith

    caylith

    Unsere LovelyBooks Lesechallenge geht in die zweite Runde! Jeden Monat diskutieren wir über ein vorher festgelegtes Buch und es gibt neben monatlich 50 Leseexemplaren tolle Preise zu gewinnen. Alle Informationen dazu findest Du hier: http://www.lovelybooks.de/lesechallenge/ Das Buch des Monats Februar ist Linwood Barclay mit "Weil ich euch liebte": Glens Familie stürzt jäh ins Unglück, als seine Frau Sheila bei einem Unfall ums Leben kommt. Sie soll volltrunken gefahren sein und zwei Unschuldige mit in den Tod gerissen haben! Die Polizei ist sich ihrer Sache sicher – doch Glen kann es einfach nicht fassen. Kurze Zeit später ertrinkt eine gute Freundin von Sheila auf mysteriöse Weise. Und als Glen bald darauf erfährt, dass Sheila 62.000 Dollar veruntreut haben soll, bringt ihn das vollends aus dem Gleichgewicht. Beweise für ein Verbrechen hat er allerdings keine ... Hast Du Lust dabei zu sein, tolle Aufgaben zu lösen und Dich zum fleissigsten Mitglied auf der Challengeliste hochzuarbeiten? Nimmst Du die Herausforderung an? Dann melde Dich gleich in diesem Unterthema an und nimm dabei auch an der Verlosung von 50 Leseexemplaren von "Weil ich euch liebte" teil! (Verlosung findet am 10.02.2012 statt)

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