Helen Waldstein Wilkes `Das Schlimmste aber war der Judenstern´: Das Schicksal meiner Familie

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Inhaltsangabe zu „`Das Schlimmste aber war der Judenstern´: Das Schicksal meiner Familie“ von Helen Waldstein Wilkes

Prag, 15. März 1939: Deutsche Truppen marschieren in die Tschechoslowakei ein, Hitler steht auf der Prager Burg. Am selben Tag, buchstäblich in letzter Sekunde, bekommen Helens Eltern Edmund und Gretl den entscheidenden Stempel in ihr Ausreisevisum gedrückt: `Genehmigt!´. Beginn einer Odyssee, die die junge jüdische Familie nach Kanada verschlägt. In Europa herrscht Krieg. In den Briefen aus der Heimat erfahren sie vom Schicksal ihrer Verwandten. Die Briefe werden weniger. Bald kommt keiner mehr. Helens Eltern beginnen zu schweigen. Jahre später entdeckt Helen Waldstein Wilkes die Briefe in einer zerschlissenen Pappschachtel. Verzweifelte Briefe. Sie liest, findet Fotos. Sie entdeckt eine verschwundene Welt. Und macht sich schließlich mit vielen Fragen und großer Hoffnung im Gepäck auf den Weg nach Europa.

Berührend, offen und defintiv ein Stück Zeitgeschichte.

— Sikal
Sikal

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  • Das Schlimmste aber war der Judenstern

    `Das Schlimmste aber war der Judenstern´: Das Schicksal meiner Familie
    Sikal

    Sikal

    24. June 2017 um 12:05

    Wohl eines der schlimmsten Verbrechen der jüngeren Geschichte war der Holocaust im 20. Jahrhundert. Helen Waldstein Wilkes Familie ist in letzter Sekunde nach Kanada geflüchtet, Helen war zu diesem Zeitpunkt ein kleines Mädchen. Was dieser Stempel „Genehmigt“ im Ausreisevisum bedeutete, können wir heute bestimmt nicht mehr nachvollziehen. Helen wuchs in Kanada auf, studierte und lebte ihr Leben ohne von ihren Wurzeln genaueres zu wissen. Ihre Eltern hatten in Europa so viel Leid erfahren, dass sie zeitlebens nicht mehr darüber sprechen wollten. Doch als Helen plötzlich eine Schachtel Briefe aus der Zeit rund um den 2. Weltkrieg öffnet, beginnt sie langsam die Vergangenheit zu recherchieren und einiges zu verstehen. Sie erfährt von einer großen Familie, die sie niemals kennenlernen durfte, von Freunden, deren Stimmen längst verstummt sind und deren traurige Geschichten. Den Schreibstil empfand ich teilweise als ziemlich holprig (vielleicht auch der Übersetzung geschuldet), doch nichtsdestotrotz wird diese Biographie jeden berühren, der sich darauf einlässt. Etliche Originaldokumente belegen die Schrecklichkeiten dieser Zeit. Obwohl man ja einiges bereits gelesen hat, berührt diese offene Auseinandersetzung sehr. Besonders die Nachkriegsbriefe, die nicht mehr zensuriert waren, sind ein Stück Zeitgeschichte. Besonders beeindruckend finde ich ein Interview der Autorin, in dem sie ohne Groll auf ihre Europareisen zurückschaut, von vielen liebenswürdigen Menschen erzählt und auch kritisch auf Kanada blickt, wo jüdischen Bürgern damals die Einreise verweigert wurde. Helen Waldstein Wilkes hatte wohl einfach nur Glück, dass sie heute Fragen stellen kann und für ihr Leben die nötigen Antworten findet. Viele viele andere haben dazu leider keine Möglichkeit.

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  • Sehr bewegend

    `Das Schlimmste aber war der Judenstern´: Das Schicksal meiner Familie
    Das_Leseding

    Das_Leseding

    26. July 2014 um 17:04

    Eine Rezension zu einer wahren Geschichte zu schreiben ist immer schwer. Noch schwerer ist es, wenn das Buch so gut war, dass einem die Worte fehlen. Und genauso geht es mir. Ich habe den Titel gelesen, habe mir das Cover angeschaut und wurde neugierig, auch der Klappentext versprach eine aufrührende Geschichte, dennoch hatte ich irgendwie Angst dieses Buch zu lesen. Ich bin immer sehr emotional und war mir nicht mehr sicher ob das Buch nicht “zu nah” ist. Als ich es dann doch in den Händen hielt, war ich ziemlich nervös, was erwartet mich beim Lesen? Wie emotional schreibt die Autorin? was haben die Übersetzer aus der Geschichte gemacht? Und dann tauchte ich ein …. In die Welt von Helen Waldstein Wilkes, wie sie im Alter von 60 Jahren einen Karton mit Briefen ihrer Familie öffnet und wie sie versucht ihre Familiengeschichte zu rekonstruieren. Sie nahm mich, mit ihren Schilderungen und den Briefauszügen, mit in ihr Leben, sie teilte sehr viel mit mir und ich sah ihre Familie vor meinem geistigen Auge auftauchen. Litt, weinte und fühlte mit ihnen. Durch die originalen Abschriften der Briefe war die Bindung so stark zu spüren, dass ich mich teilweise immer wieder distanzieren wollte, aber ich war so versessen auf Aufklärung, dass ich am Ball blieb. Wie muss es erst Helen Waldstein Wilkes ergangen sein? Der Schreibstil ist sehr gut und passend. Es werden immer wieder Erfahrungen, Begegnungen und Briefe in chronologischer Reihenfolge niedergeschrieben. So wie die Autorin ihre Aufklärungsarbeit begonnen hat, so wird auch der Leser ins Geschehen integriert. Trotz der vielen Übersetzer, im Buch selbst sind 5 angegeben, bleibt die Geschichte authentisch und emotional – sogar sehr emotional – des Öfteren weinte ich und hatte Angst, aber auch Zuversicht mischte sich in meine Gedanken. Ich kann für mich sagen, dass dies eins der bewegendsten Bücher ist, welches ich je gelesen habe. Hintergrundinfo: Es gibt eine Lesereise zum Buch. Helen Waldstein Wilkes spricht Deutsch und wird bei allen Veranstaltungen vom Verleger Wolf-Rüdiger Osburg begleitet. Termine der Lesereise: 28.08.2014: 18:00 Uhr: Deutsches Historisches Museum Berlin (öffentlich) 01.09.2014: Lauenburgische Gelehrtenschule Ratzeburg 02.09.2014, 09:30 Uhr: Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe Büchen 02.09.2014, 20 Uhr: Pfarrei St. Answer Ratzeburg (öffentlich) 03.09.2014: Anne-Frank-Schule Barkteheide 03.09.2014: Synagoge Bad Segeberg (öffentlich) 04.09.2014, 19 Uhr: Gesellschaft für Christich-Jüdische Zusammenarbeit Lübeck (öffentlich) 05.09.2014: Waldorfschule in Ostholstein

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