Helena Klostermann Alter als Herausforderung

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Inhaltsangabe zu „Alter als Herausforderung“ von Helena Klostermann

Frauen über 60 erzählen Taschenbuch: 156 Seiten Gewicht: 84 gr. Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag (1984) ISBN: 3-596-23751-3 Sprache: Deutsch

Für alle, die sich dafür interessieren, wie unsere Mütter und Großmütter ihr Leben gemeistert haben und im Rückblick darüber denken

— gst
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  • Ein erfülltes Leben wird im Alter nicht leer

    Alter als Herausforderung

    gst

    04. May 2014 um 16:33

    „Es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird“, ist die Quintessenz dieses bereits 1992 herausgekommenen Büchleins. Darin erzählen 20 Frauen im Alter zwischen 60 und 90 Jahren über ihr Leben. Allen gemeinsam ist, dass sie im Alter auf sich allein gestellt sind. Alle haben mindestens einen Weltkrieg erlebt, manche sogar zwei. Insofern unterscheiden sich ihre Erfahrungen sehr von den heutigen Generationen. Ich hatte das Glück als „Wirtschaftswunderkind“ eine unbeschwerte Kindheit zu erleben. Doch nun, wo ich allmählich in die Jahre komme, finde ich es sehr spannend zu lesen, wie frühere Frauengenerationen gelebt und gedacht haben. Die Einstellung zum Altenheim, wie es damals noch hieß, wird sehr oft angesprochen. Die einen sehen darin die Möglichkeit, der Einsamkeit zu entfliehen, die anderen haben Angst, ihre Freiheit zu verlieren. Fast alle Frauen, die sich hier zu Wort melden, sind lebenslustig; eine 71jährige behauptet sogar: „Ich war schon mal viel älter“. Zitate wie „Wer über Einsamkeit klagt, der ist selbst schuld“ machen Mut. Es zeigt sich, dass die zu Beginn des 20. Jahrhunderts geborenen Frauen sich zwar in der Mehrzahl ihren Männern unterordneten (sofern sie überhaupt einen abbekommen hatten, denn viele waren ja im Krieg gefallen), im Witwenstand jedoch noch einmal aufblühten. Natürlich gab es auch diejenigen, die nach der Flucht nie richtig heimisch wurden, obwohl sie genauso lange „im Westen“ lebten, wie ehemals in Pommern. Insgesamt herrscht die Meinung vor: „Die ein schweres Leben haben, die jammern am wenigsten“. Einige der Frauen betätigen sich ehrenamtlich, solange es die Gesundheit erlaubt, andere suchen sich eine Beschäftigung, mit der sie ihre schmale Rente aufbessern können. Eine einzige Frau in diesem Buch klagt über ihre Lebensprobleme: „Ich habe immer nur die Pflichten gehabt und nie das Vergnügen.“ Obwohl sie nie einen Beruf erlernen konnte, hielt sie auch in der Arbeit „immer alles propper“, aber: „Heute würd ich's anders machen: mich mal auf die Couch legen.“ Ganz im Gegensatz zu der 86jährigen Schauspielerin, die nach eigenen Aussagen „Morgens früh wie die Hexe von Endor“ aussieht, aber trotzdem noch gerne auf der Bühne steht: „Durch meine Arbeit am Theater bin ich der Einsamkeit und Verbitterung entgangen.“ All diese unterschiedlichen Biografien geben einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt alternder Frauen. Mich lassen sie Vergleiche ziehen und nachschauen, ob ich mein Leben so eingerichtet habe, dass ich eines Tages zufrieden darauf zurückblicken kann. Eine Lektüre, die sich durchaus lohnt – obwohl sie schon vor 25 Jahren das erste Mal erschienen ist. Bei Amazon gibt es dieses Büchlein übrigens noch als gebrauchte Ausgabe.

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