Helena Marten Der Zitronengarten

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Inhaltsangabe zu „Der Zitronengarten“ von Helena Marten

Eine farbenprächtige Familiengeschichte mit den Schauplätzen Italien und Frankfurt zur Zeit des jungen GoetheFrankfurt und Italien 1764: Nach dem Tod des Vaters kämpft die junge Luisa mit aller Kraft um ihr Erbe, denn sie fürchtet um ihre Stellung im Familienunternehmen Montanari & Figli. Francesca, ihre italienische Halbschwester, von der sie bis vor Kurzem nichts wusste, hat sich ausgerechnet mit ihrem ärgsten Widersacher verbündet. In ihrer Not begibt sich Luisa auf die gefährliche Reise über die Alpen, um sich bei der italienischen Verwandtschaft Hilfe zu holen. Dort wird sie zu ihrer Überraschung mit einer alten Familienfehde konfrontiert …

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  • Ein unerwartetes Testament mit weitreichenden Folgen

    Der Zitronengarten
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    29. July 2015 um 07:43

    Dieser historische Roman spielt um 1764 sowohl in Frankfurt als auch in verschiedenen Gegenden Italiens. Das Testament des Domenico Montanari hält für seine Erben eine böse Überraschung bereit: der seit Jahren verschollene Sohn Roberto soll die Frankfurter Gewürz- und Südfrüchtehandlung erben. Dann erfahren Witwe Sigrid und Tochter Luisa, dass Domenico eine Tochter namens Francesca aus einer früheren Ehe hat, die gemeinsam mit Luise die Mühle in Niederursel erbt. Damit noch nicht genug – Onkel Eugenio soll die Geschäfte führen bis Roberto wieder auftaucht. Allein dieses Testament wäre Basis für einen schwungvollen, abenteuerlichen historischen Roman. Doch leider schafft es Helena Martin nicht, diese Zutaten zu einem wirklich spannenden Roman zu spinnen. Der Klappentext verspricht einen „Kampf um das Erbe“. Davon konnte ich nicht viel spüren. Die Autorin verzettelt sich dann in der Liebesgeschichte von Luisa. Die vielen Geheimnisse, Lügen und das plötzliche Auftauchen von zusätzlichen Widersachern lassen die Geschichte ziemlich unglaubwürdig erscheinen. Die Räuberpistole in Sardinien zum Beispiel. Einen Protagonisten „Rinaldo“ zu nennen, für unweigerlich zur Assoziation „Rinaldo Rinaldini“ und lässt den richtigen Namen des Mannes gar nicht mehr zu. Für mein Gefühl wurden die weiblichen Charaktere nicht der Zeit entsprechend angelegt. Einige Fragen sind einfach offen geblieben. Die Enthüllungen am Ende des Buches kommen ein wenig zu rasch. Dafür wird der Leser mit vielen Details der Italienreise von Luisa – ich möchte fast schon sagen – gequält. Viele Nebensächlichkeiten blähen das Buch auf, ohne die Handlung weiter zu bringen. Wer eine leichte Sommerlektüre lesen möchte, ist mit diesem Buch ganz gut bedient. Wer eine dramatische, gut strukturierte Geschichte möchte, muss zu einem anderen greifen. Schade – das Testament hätte eine bessere Umsetzung verdient!

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  • Zwischen Frankfurt und Sizilien

    Der Zitronengarten
    Spatzi79

    Spatzi79

    24. December 2014 um 20:54

    Frankfurt, 1764. Luisa ist Tochter eines Kaufmanns. Als ihr Vater stirbt, enthält sein Testament einige böse Überraschungen für sie und ihre Mutter. Die Verwaltung des Unternehmens überträgt der Vater per Testament seinem Bruder Roberto, mit dem er doch seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Nun soll er sich aber darum kümmern, bis Luisas verschollener Bruder wieder auftaucht. Doch keiner weiß, ob der überhaupt noch am Leben ist. Roberto schickt seinen Sohn Pier-Luigi, um die Geschäfte in die Hand zu nehmen. Luisa erbt zwar die kleine Mühle außerhalb Frankfurts, die sie sehr liebt, doch sie soll sich das Erbe mit einer Halbschwester teilen, von deren Existenz sie bisher nicht einmal gewusst hat. Ebendiese Francesca befindet sich zeitgleich auf Sizilien, wo sie als Frau eines Rebellen verfolgt wird. Nach einem Hinterhalt bleibt ihr nur, gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter zu flüchten. Sie wendet sich Richtung Frankfurt, um dort bei ihrem Vater Unterschlupf zu finden. Doch dieser ist tot und ihre Halbschwester und deren Mutter nehmen sie nicht gerade mit offenen Armen auf. Wenigstens Cousin Pier-Luigi freut sich über ihr Kommen, doch was ein Spiel spielt er überhaupt? Luisa hat auf jeden Fall ganz andere Vorstellungen, wie das Geschäft geführt werden sollte, aber sie ist ein eher zurückhaltender Mensch und schafft es nicht, sich durchzusetzen. Darin ist sie das genaue Gegenteil ihrer impulsiven und auffallenden Schwester Francesca. Schade, dass die beiden sich so gar nicht leiden können, sie würden sich so gut ergänzen! Eine tolle Familiengeschichte! Ich muss gestehen, ich hatte bei dem Titel und Cover etwas anderes erwartet, eher so einen Roman auf zwei Zeitebenen, aber es handelt sich um einen reinen historischen Roman. Sehr abwechslungsreich wird die Geschichte durch die unterschiedlichen Handlungsorte, Frankfurt und Sizilien, sowie im späteren Verlauf eine Reise Luisas nach Italien. Die Figuren fand ich sehr interessant, sowohl die beiden Protagonistinnen Luisa und Francesca als auch die meisten der Nebenfiguren. Einzig mit einer Figur habe ich mich etwas schwergetan, derjenige wurde zuerst sehr böse und für mich absolut widerlich dargestellt, entpuppte sich dann aber am Ende als gar nicht so schlimm. Am Schluss ging mir manches ein bisschen schnell. Nachdem sich die Handlung vorher viel Zeit gelassen hatte, überschlugen sich auf einmal die Ereignisse, einiges durften wir Leser auch nur noch im Nachhinein erfahren und waren nicht mehr direkt dabei – aber insgesamt auf jeden Fall ein schönes, unterhaltsames Lesevergnügen!

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  • Buchverlosung zu "Der Zitronengarten" von Helena Marten

    Der Zitronengarten
    LaElla

    LaElla

    Hallo ihr Lieben!

    auf meinem Blog gibt es seit gestern den Weihnachts-Countdown. Was das genau bedeutet? Jeden Mittwoch bis einschließlich Weihnachten gibt es ein Buch zu gewinnen.

    Diese Woche "Der Zitronengarten" von Helena Marten. Das Buch ist natürlich neu und ungelesen.

    http://wolkenweiss.com/2014/12/gewinnsp ... untdown-1/

    Würde mich freuen, wenn ihr mal reinschaut.

    Liebste Grüße

    • 2
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. December 2014 um 07:57
  • spannende Kurzweil

    Der Zitronengarten
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    06. August 2014 um 14:50

    Klappentext: Zwei Schwestern, eine alte Familienfehde, eine italienische Reise: Frankfurt und Italien 1764: Nach dem Tod des Vaters kämpft die junge Luisa mit aller Kraft um ihr Erbe, denn sie fürchtet um ihre Stellung im Familienunternehmen Montanari & Figli. Francesca, ihre italienische Halbschwester, von der sie bis vor kurzem nichts wusste, hat sich ausgerechnet mit ihrem ärgsten Widersacher verbündet. In ihrer Not begibt sich Luisa auf die gefährliche Reise über die Alpen, um sich bei der italienischen Verwandtschaft Hilfe zu holen. Dort wird sie zu ihrer Überraschung mit einer alten Familienfehde konfrontiert … Die Perspektive in diesem Roman wird meist aus der jeweiligen Sicht der Halbschwestern Luisa und Francesca Montanari beschrieben, die unterschiedlicher nicht sein können. Größtenteils spielt die Geschichte in Frankfurt am Main und umliegenden Nebenschauplätzen, zwischendurch in Italien (Sardinien, Genua und am Comer See). Bei „Der Zitronengarten“ handelt es sich um einen ereignisreichen Familienroman, gespickt mit Intrigen unter geschichtlichem Hintergrund. Als historischen Roman würde ich das Buch nicht bezeichnen. Die spannende Story gibt Einblick in die damaligen Handelsgeschäfte und in das historische Frankfurt. Beschrieben wird der Zwist zwischen den Einwanderern und den Ansässigen, wobei auch die Hugenotten benannt werden, die sich erst in Frankfurt etabliert hatten. Hier hat es mir an historischem Beschreibungen zu den Hugenotten gefehlt, die sehr interessant gewesen wären und zu den Hintergründen, warum das damalige reformatorische Frankfurt keine Katholiken haben wollte. Hier wird das Problem der Italiener erwähnt, aber historisch gesehen war dies die Zeit, als eine Welle von flüchtenden katholischen Niederländern sich niederließ. Es wird auch immer von „Italien“ gesprochen. Dieser Staat wurde aber erst 1861 gegründet und das ehemalige habsburgische Königreich Italien lag auf der anderen Seite vom Stiefel. Die Geschäftsbeziehungen der Familie Montanari lagen aber im Piemont, Genua und in Sardinien, also im Königreich Sardinien. Hier fehlt es mir an historischer Genauigkeit. Auf jeden Fall ist das Buch zu empfehlen, denn wer einen spannenden Schmöker sucht, mit wunderschönen Landschaftsbeschreibungen, Delikatessen, der liegt richtig. Etwas unschlüssig in der Geschichte ist mir die Figur Luisa, die als kluge Geschäftsfrau mit dem Vater die Firma führt und die Buchhaltung macht. Lässt sich so eine Frau nach dem Tod des Vaters vom Cousin derart in die Ecke stellen duckmäuserisch kuschen? Kurze Zeit später blüht sie wieder auf zur durchsetzungsstarken Frau? Und was hat den Vater veranlasst, den Bruder testamentarisch als Geschäftsführer einzusetzen, von dem er wusste, dass dieser kein kaufmännisches Geschick besaß, den er Jahrzehnte nicht mehr gesehen hatte? Auch die vielen Ereignisse im rasanten letzten Teil sind nicht immer ganz logisch. Ich habe das Buch schnell gelesen, denn es zieht den Leser mit. Eine schöne Geschichte zum Zeitvertreib. Aber sie lässt einige Fragen offen.

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  • Zitronen – mitten in Frankfurt

    Der Zitronengarten
    JanaBabsi

    JanaBabsi

    25. July 2014 um 22:51

    Domenico Montanari, Inhaber des Familienunternehmens Montanari & Figli, kommt bei einem Unfall ums Leben. Er hinterlässt seine Frau Sigrid, seine Tochter Luisa und seinen Sohn Roberto, der jedoch seit vielen Jahren verschollen ist. Bei der Testamentseröffnung erfährt Luisa, daß sie eine Schwester hat – Francesca – mit der sie ihr Erbe teilen muss. Als Leiter des Familienunternehmens wird der seit Jahren verschollene Sohn Roberto eingesetzt. Stellvertretend für Roberto soll Domenicos Bruder die Firma leiten und der wiederum beruft seinen Sohn Piere-Luigi zum kommissarischen Geschäftsführer. Leider verfügt Piere-Luigi über viele Dinge aber nicht über Geschäftssinn. Oder möchte er die Firma Montanari & Figli bewusst in den Ruin treiben? Können die 3 Frauen Sigrid, Luisa und Francesca das Unternehmen retten? Mein Fazit: Montanari, ein Name wie er italienischer gar nicht sein kann, ein Familienunternehmen das unter anderem Orangen, Zitronen und Oliven anbaut und dann stellt der Leser erstaunt fest, daß sich das Familienunternehmen nicht in Italien sondern mitten in Frankfurt, im Jahr 1784, befindet. Am Anfang ist die Handlung zweigeteilt - einerseits geht es um die Testamentseröffnung und die deutsche Seite der Familie Montanari in Frankfurt und andererseits erfährt der Leser von der Flucht Francescas und ihrer Tochter Graziella aus Italien. Francesa entstammt der 1. Ehe von Domenico. Sie ist mit einem italienischen Rebellen verheiratet und als die Situation eines Tages brenzlig wird, nimmt sie ihre Tochter und macht sich auf den Weg zu ihrer Familie nach Frankfurt. Vom Tode ihres Vaters weiß sie noch nichts. Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Francesca ist impulsiv, temperamentvoll, aufbrausend und sie redet erst und denkt dann. Luisa ist schüchtern, zurückhaltend und frisst ihre Probleme im wahrsten Sinne des Wortes in sich hinein; sie hat eine Vorliebe für Salami. Sigrid ist zurückhaltend in Bezug auf die Firma, dafür ist sie sehr rührig in der Suche nach ihrem verschollenen Sohn Roberto. Sie glaubt als einzige nicht daran, daß er tot sein könnte. Piere-Luigi, der die Firmenleitung inne hat, stiftet eine Verwirrung nach der anderen und treibt die Firma fast in den Bankrott. Um das Unternehmen zu retten müssen die Frauen an einem Strang ziehen. Das Drama findet seinen Höhepunkt als Graziella, Francescas Tochter, entführt wird. „Der Zitronengarten“ wurde von einem Autorenduo geschrieben, das gemeinsam das Pseudonym „Helena Marten“ trägt. Für mich war es zu keiner Zeit irgendwie auffallend, daß dieses Buch von 2 Personen geschrieben wurde oder wer welchen Part geschrieben hat. Die Landschaftsbeschreibungen wecken die Lust auf einen Italien-Trip um genau das zu sehen was hier im Buch sehr eindrucksvoll beschrieben wurde. Ein sehr schönes Buch in dem die Spannung toll gehalten wurde, weil immer irgend etwas passierte mit dem man gar nicht gerechnet hat. Wer Lust auf Familiensaga gepaart mit Historischem Roman hat, der ist hier richtig. 

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  • Rezension zu „Der Zitronengarten“ von Helena Marten

    Der Zitronengarten
    dorli

    dorli

    Frankfurt, 1764. Luisa Montanari bekommt bei der Testamentseröffnung einen Schock nach dem anderen – ihr Vater hat sie und ihre Mutter Sigrid kaum bedacht, das Vermögen und die Geschäfte der Gewürz- und Südfrüchtehandlung sollen, bis Luisas verschollener Bruder zurückkehrt, nicht von ihr, sondern von ihrem Onkel Eugenio Montanari verwaltet werden. Eugenio schickt seinen Sohn Pier-Luigi nach Frankfurt, der die Leitung der Firma Montanari & Figli übernimmt. Es kommt noch schlimmer für Luisa, ihre geliebte Mühle am Urselbach erbt sie nur zur Hälfte, sie muss diese mit ihrer ihr bis dato unbekannten Halbschwester Francesca teilen. Fast zur gleichen Zeit geraten Francesca und ihr Mann, der Rebellenführer Rinaldo Orrù, auf Sardinien in einen Hinterhalt, Francesca kann gerade so eben mit Töchterchen Graziella fliehen. Nach einem Zwischenstopp bei Cousine Malfalda in Rapallo macht sich Francesca mit ihrer Tochter auf den Weg nach Frankfurt… „Der Zitronengarten“ ist der erste Roman, den ich von dem Autorinnenduo Helena Marten gelesen habe. Der flotte, angenehm leicht zu lesende Schreibstil hat mir wahnsinnig gut gefallen. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, man ist als Leser immer dort, wo etwas Wichtiges geschieht. Durch die wundervollen Beschreibungen der Schauplätze und die detaillierten Schilderungen der Ereignisse war ich ruckzuck mittendrin im Geschehen. Locker eingestreute italienische Worte und kurze Sätze geben der Geschichte einen tollen mediterranen Touch. Die Akteure werden von Helena Marten lebendig und bildhaft dargestellt. Allen voran Luisa und Francesca - zwei junge Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Luisa ist klug und geschäftstüchtig, aber auch still, folgsam und feige, ein echter Hasenfuß. Das Temperament, das Luisa fehlt, hat Francesca doppelt und dreifach. Sie ist wild, unbeherrscht, aufbrausend, ein falsches Wort und sofort beginnt es in ihr zu brodeln. Die Autorinnen lassen hier zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander prallen – sowohl Luisa wie auch Francesca machen dann im Verlauf der Handlung eine intensive Entwicklung durch, stolpern dabei aber immer wieder über ihre jeweiligen Eigenarten. Als Schurken haben die Autorinnen Pier-Luigi auserkoren, und der miese, hinterhältige Kerl spielt die ihm zugedachte Rolle hervorragend. Als gewiefter Geschäftsmann angekündigt, entpuppt er sich nicht nur als das genaue Gegenteil, sondern als echter Widerling. Die Montanari-Frauen müssen sich zusammenraufen, um zu retten, was zu retten ist. „Der Zitronengarten“ ist ein rundum gelungener Roman, der mit einigen Überraschungen und Wendungen gespickt ist. Ich konnte bis zum Schluss mit Luisa und Francesca mitfiebern und wurde durchweg bestens unterhalten.

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    • 2
  • "Zwei Schwestern, eine alte Familienfehde, eine italienische Reise"

    Der Zitronengarten
    Sternenstaubfee

    Sternenstaubfee

    Frankfurt 1764: Nach dem Tod ihres Vaters erfährt Luisa, dass ihr Vater noch eine Tochter in Italien hat: Francesca. Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Luisa schüchtern und zurückhaltend ist, ist Francesca eine Rebellin und ein Wildfang. Doch nun müssen die beiden ungleichen Schwestern sich kennenlernen und zusammentun, denn sie haben gemeinsam geerbt und müssen noch so gegen manche Widrigkeiten kämpfen... Mein Leseeindruck: Dieser Roman spielt im 18. Jahrhundert und entführt den Leser sowohl ins sonnige Italien als auch nach Frankfurt, wo Luisas und Francescas Vater ein bisher gutgehendes Handelsunternehmen geführt hat. Nach Domenicos Tod ändert sich alles, und in dem Fortlauf der Geschichte kann man sehr schön miterleben, wie sich gerade die schüchterne Luisa weiterentwickelt und Selbstbewusstsein aufbaut. Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Es ist ein roter Faden vorhanden, der sich durch das ganze Buch zieht. Spannung ist auch immer da; Langeweile kommt gar nicht erst auf, auch wenn die Geschichte doch eher ruhiger ist. Anhand des Covers und des Titels hatte ich vermutet, dass die Geschichte vorwiegend in Italien spielen würde, doch das ist nicht der Fall. Ein großer Teil der Handlung findet in Frankfurt statt. Die Figuren sind überzeugend dargestellt, interessant und vielschichtig. Die Handlung ist nachvollziehbar und spannend. Der Schreibstil ist angenehm und leicht, so dass sich das Buch flüssig lesen lässt. Mir hat es viel Freude gemacht, diesen Roman zu lesen, einzig am Ende ging mir alles ein wenig zu schnell. Da hätte ich mir gerne noch ein bisschen mehr Gefühl gewünscht. Trotzdem gibt es von mir eine klare Leseempfehlung, denn die Geschichte ist schön, interessant und absolut lesenswert!

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    • 2
    Arun

    Arun

    11. July 2014 um 22:20
  • Das Geheimnis ihrer Eltern...

    Der Zitronengarten
    nicigirl85

    nicigirl85

    27. June 2014 um 18:25

    Wir schreiben das Jahr 1784, befinden uns in Frankfurt und erleben wie die junge Luisa ihren Vater Domenico durch einen unglücklichen Unfall verliert. Doch dem nicht genug tun sich bei Eröffnung des Testaments Abgründe auf. Luisa hat noch eine Halbschwester, von der sie bisher nichts wusste. Wird diese Fremde ihr das Erbe streitig machen? Gemütlich wird der Leser in die Geschichte eingeführt und lernt erst einmal alle Charaktere kennen, die ich persönlich als sehr gut gezeichnet empfunden habe. Vor allem in die beiden Schwestern Francesca und Luisa kann man sich sehr gut hineinversetzen. Die Handlung wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven an den Leser herangetragen, was für zusätzliche Spannung sorgt. Gerade an den interessanten Stellen kommt es zu einer Unterbrechung und die gestreuten Geheimnisse werden erst später gelüftet. Ab der zweiten Hälfte des Buches überschlugen sich die Ereignisse für meinen Geschmack etwas, so dass es zu Zufällen kommt, die für mich nicht immer glaubhaft oder nachvollziehbar waren. Gesamt betrachtet muss ich jedoch sagen, dass es sich bei diesem Buch um einen soliden historischen Roman handelt, der gut zu unterhalten weiß. Dies war mein erstes Buch des Autorenduos, welches unter dem Pseudonym Helena Marten schreibt, bei dem man zu keinem Zeitpunkt gemerkt hat, dass hier zwei Schreiberinnen am Werk waren. Fazit: Ein historischer Schmöker, der sich gut lesen ließ und den ich mit minimalen Abstrichen gern weiter empfehle. Lesenswert!

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  • Roman mit Suchtfaktor!

    Der Zitronengarten
    Monika58097

    Monika58097

    25. June 2014 um 18:19

    Rezension zu "Der Zitronengarten" von Helena Marten: Roman mit Suchtfaktor Luisa und ihre Mutter Sigrid sind nach der Testamentseröffnung schockiert. Luisa soll sich ihre geliebte Mühle am Urselbach im Taunus mit ihrer Halbschwester Francesca teilen. Francesca, von deren Existenz sie bis vor kurzem noch nicht einmal etwas ahnte. Sollte Roberto, der Sohn der Familie, nicht wieder auftauchen, sollen die Geschäfte von der italienischen Familie weitergeführt werden. Luisa will nicht sang- und klanglos aufgeben. Sie will die Firma Montanari & Figlio weiterführen, doch ihr fehlt die nötige Willenskraft sich durchzusetzen. Anstand und Sitte verbieten es ihr einfach, sich so durchzusetzen, wie es ein Mann in ihrer Situation tun würde. Und was ist mit Roberto? Wo ist er überhaupt? Sigrid glaubt fest daran, dass er lebt. Der italienische Zweig der Familie schickt inzwischen Luisas Cousin Pier-Luigi nach Frankfurt, damit dieser die Geschäfte übernehmen kann, doch schnell zeigt sich, dass er ein Lebemann ist und von Geschäften nich die geringste Ahnung hat. Dann steht auch noch Halbschwester Francesca vor der Tür. Mit ihr die kleine Graziella. Francesca, die so ganz anders ist als Luisa. Francesca ist laut, lässt sich nichts bieten. Sie steht im Mittelpunkt. Als das kleine Mädchen entführt wird, macht sich Luisa mit dem Bankier Bonfiglio auf den langen Weg über die Alpen. Sie will bei der italienischen Familie Hilfe holen und findet zu ihrer eigenen Überraschung die Liebe ihres Lebens. Was für ein Roman! "Der Zitronengarten" ist ein wunderbares Buch mit vielen überraschenden Wendungen. Es ist ein fesselnder historischer Roman, eine raffinierte Story, packend, verführerisch. Eine Geschichte mit Suchtfaktor. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen. "Der Zitronengarten" - die Geschichte über drei Frauen, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören, zu unterschiedlich sind ihre Ansichten, doch die Entführung des kleinen Mädchens lässt die drei Frauen anders denken. Das Ereignis schweißt sie zusammen. Unbedingt lesen!

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  • Eine Geschichte um zwei ungleiche Schwestern

    Der Zitronengarten
    odenwaldcollies

    odenwaldcollies

    24. June 2014 um 15:46

    Frankfurt, 1784: für die 25-jährige Luisa Montanari gerät die Welt aus den Fugen, als sie durch das Testament ihres Vaters Domenico erfährt, daß sie ein ältere Schwester hat, die in Italien lebt. Außerdem überträgt er die Leitung seiner Geschäfte nicht, wie erwartet, an Luisa, sondern an deren Bruder Roberto, der seit 2 Jahren verschollen ist. Zwischenzeitlich werden die Geschäfte von Domenicos Bruder geleitet, der stellvertretend seinen Sohn Pier-Luigi nach Frankfurt schickt. Pier-Luigis Vorstellungen von der Leitung der Firma decken sich allerdings in keiner Weise mit denen von Luisa, die von ihrem Cousin zunehmend aus dem Geschäft gedrängt wird. Und plötzlich steht Luisas Schwester Francesca mit ihrer Tochter vor der Tür. Als erstes fiel mir das schöne Cover auf, bei dem ich das Gefühl habe, den Duft von reifen Zitronen in der Nase zu haben, dabei nimmt der Zitronengarten vordergründig keine so große Rolle ein, auch wenn die Familie Montanari außerhalb von Frankfurt eine Mühle mit Orangerie besitzt, in der Zitronen-, Orangen- und Olivenbäumchen gedeihen. Das Buch beginnt zumächst mit zwei Handlungssträngen: zum einen wird der Leser mit Luisa Zeuge der Testamentseröffnung in Frankfurt, zum anderen erlebt er Francescas Flucht aus Sardinien mit. Beide Handlungsstränge treffen in Frankfurt im Hause der Montanaris zusammen. Die Handlung wird flott erzählt und es kommt keine Langeweile auf. Allerdings gab es für meinen Geschmack zuviel glückliche Zufälle, die die Handlung beschleunigt haben. Ein großer Pluspunkt der Geschichte sind für mich die Charaktere, die der Leser nach und nach immer besser kennenlernt. Sie haben alle ihre Ecken und Kanten und manch eine Figur überraschte mich, wenn sie ihrem ersten Eindruck so gar nicht entsprach. Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Luisa und Francesca, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Luisa ist der ruhende und zuverlässige Pol in der Firma, was aber leider nicht so wahrgenommen wird. Sie ist noch ledig, was für ihr Alter ungwöhnlich, aber ihrer exremen Schüchternheit zuzurechnen ist. Man möchte sie als Leser öfters mal schubsen, daß sie endlich den Mund aufmacht, statt sich im Warenlager zu verstecken und sich mit, zugegebenermaßen leckerer Salami tröstet. Ihr liebster Rückzugsort ist die Mühle mit der Orangerie, in der sie sich in ihren Tagträumen verlieren kann. Francesca dagegen ist wie ein Vulkan: temperamentvoll und aufbrausend, ihr gehen öfters die Pferde durch, ein Verhalten, mit dem sie sich nicht nur Freunde schafft. Zusammen mit ihrem Mann Rinaldo, einem Rebellenführer, und der gemeinsamen Tochter Graziella lebt sie seit Jahren im sardischen Untergrund, bis sie gezwungen ist, nach Frankfurt zu fliehen. Was die eine Schwester zuviel hat, hat die Andere zu wenig, eigentlich könnten sich die beiden Frauen gut ergänzen, wenn da nicht ihr Cousin Pier-Luigi wäre, der von Anfang an versucht, einen Keil zwischen die beiden Schwestern zu treiben. Pier-Luigi wurde mir zusehends unsympathischer, und ich habe mich öfters gefragt, wie dämlich ein Mensch eigentlich sein kann – ohne hier zuviel von der Handlung verraten zu wollen. Luisas Mutter Sigrid ist ebenfalls ein interessanter Charakter, hinter dem sich mehr verbirgt, als man am Anfang den Eindruck hat. Sie glaubt nicht an den Tod ihres Sohnes Roberto und ist weiterhin auf der Suche nach ihm. Außerdem hütet sie das eine oder andere Geheimnis, dessen Auflösung mich sehr verblüfft hat. Das Buch erzählt jedoch nicht nur eine Familiengeschichte mit ihren verschwiegenen Geheimnisse, dich auch in der Gegenwart noch ihre Auswirkungen zeigen: durch eine Entführung wird die Handlung zusätzlich verschärft. Die Familie bekommt zwar Hilfe von außen angeboten, jedoch ist nicht klar, inwiefern man dieser Hilfe trauen kann. Sehr gut hat mir auch gefallen, daß der Leser Fakten über die gesellschaftliche und politische Situation der katholischen Italiener im lutherischen Frankfurt der damaligen Zeit erfährt.

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  • Ein unerfreuliches Testament

    Der Zitronengarten
    Girdie

    Girdie

    17. June 2014 um 20:35

    „Der Zitronengarten“ von Helena Marten, dem Pseudonym zweier Autorinnen, ist ein historischer Roman und nimmt den Leser zunächst mit nach Frankfurt am Main in das Jahr 1764. Zitronen sind nicht nur titelgebend, sondern kommen in dieser Erzählung, in der es um die Kaufmannsfamilie Montanari geht, die Handel zwischen Italien und Deutschland betreibt, immer wieder vor. Eine passende, schöne Einbandgestaltung für diesen Roman. Der ursprünglich aus Italien stammende Kaufmann Domenico Montanari ist bei einem tragischen Unglücksfall ums Leben gekommen. Seine Frau Sophia und seine Tochter Luisa erfahren bei der Testamentseröffnung, dass der vor einigen Jahren von zu Hause weggelaufene Sohn der Haupterbe ist und dieser bis zu seiner Rückkehr vom Bruder des Erblassers vertreten werden soll. Hier erfährt Luisa zum ersten Mal von ihrer in Italien lebenden älteren Schwester Francesca, denn beide bedenkt der Vater aus dem Erbe je zur Hälfte mit einer alten Mühle unweit des Firmensitzes. Derweil befindet sich Francesca mit ihrer kleinen Tochter Graziella in einer brenzligen Situation auf Sardinien, aus der sie sich und Graziella mit knapper Not retten kann. Francescas Mann bleibt zurück, sie weiß nicht, ob er überlebt hat. So kommt sie mit ihrer Tochter im weiteren Verlauf bis nach Frankfurt zum Haus ihres Vaters, wo sie zum ersten Mal von dessen Tod erfährt. Von Sophia und Luisa wird sie sehr unfreundlich empfangen, aber mittlerweile hat der Neffe von Domenico im Auftrag seines Vaters nicht nur die Geschäfte des Unternehmens übernommen, sondern auch Luisa aus dem gemeinsamen Büro verdrängt. Dagegen begrüßt er Francesca sehr freundlich, so dass sie ihm gleich ihre Sympathie schenkt. Bis eines Tages Graziella entführt wird und Francesca alles daran setzt ihre Tochter zu finden. Der Roman lässt sich flüssig lesen, interessanterweise sind an passenden Stellen immer wieder italienische Phrasen eingefügt. Ein wenig habe ich die gehobene Redeweise vermisst, wie sie vielen historischen Romanen eigen ist und mich dadurch in der Zeit rückversetzt. Die historischen Details wurden ordentlich recherchiert. Befremdlich fand ich, dass der Tod einer jungen Frau kein weiteres Interesse von offizieller Seite zukam. Erst mit und mit ergibt sich, wieso und warum letztendlich Graziella entführt wurde. Doch nach Auflösung der Familiengeheimnisse blieb für mich die große Frage im Raum stehen, was Domenico Montanari veranlasst haben könnte, ein für seine Töchter und seine Frau so unerfreuliches Testament zu verfassen. Was man den beiden Autorinnen zusagen muss, ist die Kunst am Fabulieren. Doch die Begründungen für die immer wieder unerwarteten Wendungen in der Geschichte waren so ausführlich, mit kleinen Geschichten am Rande gespickt, die in keinem Bezug zum Hergang standen, so dass die Erzählung letztlich nur aufgebläht und langweilig wurde. Keine der Charaktere konnte mich für sich gewinnen, zu flatterhaft war ihr Handeln. Letztlich entsprach keine der weiblichen Protagonistinnen meiner Vorstellung von der Rolle der Frau zu dieser Zeit, was aber durchaus unterhaltsam war. Insgesamt gesehen war der Roman angenehm zu lesen, konnte mich aber leider nicht ganz überzeugen.

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  • Der Clan der Montanaris

    Der Zitronengarten
    Bellexr

    Bellexr

    02. June 2014 um 19:11

    Frankfurt im Jahre 1764: Die junge Kaufmannstochter Luisa ist geschockt, als sie bei der Testamentseröffnung ihres Vaters erfährt, dass sie nicht nur das Familienunternehmen nicht erbt, sondern dass sie auch noch eine Halbschwester hat. Der letzte Wille ihres verstorbenen Vaters Domenico Montanari war, dass ihr Cousin Pier-Luigi die Geschäfte weiterführen soll bis ihr verschollener Bruder Roberto wieder in den Schoß der Familie zurückkehrt. Doch anstelle von Roberto steht unversehens eines Tages Halbschwester Francesca samt vierjähriger Tochter Graziella in Frankfurt vor der Tür. Der Empfang durch Domenicos Witwe Sigrid und Halbschwester Luisa ist unterkühlt und so schließt Francesca schnell Freundschaft mit Cousin Pier-Luigi. Allerdings entpuppt dieser sich als Spekulant und Intrigant und dem noch nicht genug, schlägt das Schicksal bald grausam zu. Die Vorkommnisse zwingen Luisa zusammen mit Bankier Matthias Bonfiglio nach Italien zu reisen und den Ehemann von Francesca ausfindig zu machen.   Für die unscheinbare, schüchterne Luisa bricht mit dem Tod des geliebten Vaters eine Welt zusammen. Immer mehr zieht sie sich aus den Geschäften der Firma zurück, überlässt diese dem windigen Cousin, wohlwissend, dass dieser mit seinem ausschweifenden Lebensstil die Firma ruinieren wird. Doch Luisa ist viel zu schwach und gehemmt, um sich dagegen aufzulehnen. Viel lieber versinkt sie in stundenlangen Tagträumen und schmachtet dem Maler Sebastian hinterher. Ganz anders ist hier ihre temperamentvolle Halbschwester Francesca. Aufbrausend und selbstsicher ist das Auftreten der jungen Italienerin, die zusammen mit ihren Ehemann Ronaldo in Sardinien gegen die Regierung gekämpft hat. Da ihr Rebellenleben immer gefährlicher wurde, sah Francesca sich nun gezwungen, mit Graziella nach Frankfurt zu fliehen. Unwissend darüber, dass ihr Vater gar nicht mehr lebt.   Helena Marten (ein Pseudonym für ein Autorenduo) beschreibt sehr anschaulich, kurzweilig und atmosphärisch dicht umgesetzt das bürgerliche Leben einer Kaufmannsfamilie in Frankfurt des 18. Jahrhunderts. Die Geschichte kann zwar nicht unbedingt mit viel unvorhersehbaren Wendungen aufwarten, dennoch fühlt man sich durchweg besten unterhalten.   Einzig die Wandlung von Luisa war für mich nicht recht nachvollziehbar. Während ihrer Frankfurter Zeit ist sie eine verhuschte, verängstigte junge Frau, die sich alles gefallen lässt und nie aufbegehrt. Die Reise nach Italien verändert sie, macht sie selbstsicherer und eigenständiger. Doch diese Wandlung bekommt man kaum mit und sieht sich zum Ende des Romans einer attraktiven, selbstbewussten Frau gegenüber und fragt sich, wo diese so plötzlich hergekommen ist.   Fazit: Ein unterhaltsamer Roman über eine alte Familienfehde und der Wandlung eines Mauerblümchens zur selbstbewussten Frau.

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  • Ein Testament und seine Folgen

    Der Zitronengarten
    Katzenpersonal_Kleeblatt

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    18. May 2014 um 22:13

    Frankfurt 1764: Bei der Testamentseröffnung ihres Vaters ist Luisa entsetzt. Sie erbt gemeinsam mit ihrer Halbschwester Francesca gemeinsam die Mühle in Niederursel. Nur bis dahin wusste sie überhaupt nichts von einer Halbschwester. Die Verwaltung des Handelsgeschäftes obliegt bis zur Rückkehr ihres Bruders Roberto, ihrem Onkel. Ob jedoch ihr Bruder noch lebt, weiß niemand, denn vor etwas mehr als 2 Jahren verschwand er nach einem Streit mit seinen Eltern spurlos. Ihre Mutter glaubt nicht an den Tod ihres Sohnes, obwohl sie damit ziemlich allein dasteht.  Luisas Onkel schickte seinen Sohn Pier-Luigi nach Frankfurt, um die Geschäfte in die Hand zu nehmen und das tut er, sehr einnehmend. Sardinien 1764: Francesca ist mit dem Rebellen Rinaldo verheiratet und sie haben eine 4-jährige Tochter. Sie befinden sich auf der Flucht und werden eines Nachts bedrängt. Francesca und ihrer Tochter Graziella gelingt es, zu fliehen. Sie müssen ohnmächtig zusehen, wie der Stall mit Rinaldo, in dem sie sich versteckt hatten, in Rauch aufgeht. Francesca flüchtet zu Verwandten, ihrem stürmischen Temperament zufolge müssen sie sich dort jedenfalls auch bald aus dem Staub machen. Sie besinnt sich auf ihre Familie in Frankfurt und will nunmehr mit ihrer Tochter zu ihrem Vater. Dort erfährt sie, dass ihr Vater tot ist und muss spüren, dass sie bei Luisa und deren Mutter nicht gern gesehen ist. Der Einzige, der sich ihrer annimmt, ist Pier-Luigi. Er intrigiert gegen Luisa und deren Mutter und zieht Francesca aus seine Seite. Doch dann passiert etwas, das sie alle zusammenhalten lässt ... Was für eine großartige Geschichte, die das Autorenduo hier vorlegt. Es ist eine Geschichte, die mit einer Testamentseröffnung beginnt und mit Überraschungen aufwartet. Luisa ist geschockt, als sie erfährt, dass sie eine Halbschwester hat und kann nicht verstehen, dass sie noch nie von ihr gehört hat. Genauso wenig kann sie verstehen, dass ihr Vater seine Firma lieber in die Hände seines Bruders gibt als ihr, die sie doch genau über alles Bescheid weiß und gemeinsam mit ihrem Vater gearbeitet hatte. Aber Luisa ist eher der Typ, der ruhig ist und alles hinnimmt, wie es kommt. Obwohl sie ihrer Mutter berichtet, dass nach Erscheinen ihres Cousins Pier-Luigi einiges im Argen liegt und nicht mit rechten Dingen zugeht, hört niemand auf sie, bis es fast zu spät ist. So sehr ich die Protagonistin Luisa mochte, das konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, was sie so alles einfach nur erduldet hat. Aber aus der eher ruhigen und schüchternen Luisa entwickelt sich eine Frau, die für andere einsteht und später auch ihr Glück finden wird. Francesca, die Halbschwester von Luisa, ist ein völlig anderer Typ als diese. Selbstbewusst, laut, impulsiv, lässt sie ihre Meinung offen heraus, ob es gerade passt oder nicht. Ihr schnelles und unüberlegten Aufbrausen bringt sie auch mehr als einmal in Bedrängnis. Francesca bildet sich immer ein, eine gute Menschenkenntnis zu besitzen, muss aber leider feststellen, dass sie auch mal daneben liegen kann, was sie in höchste Gefahr bringen wird. Es ist ein Buch über drei fantastische Frauen, die ihren Weg gehen, der steinig und holprig ist. Luisa, Francesca und ihre Mutter haben nicht alle das gleiche Ziel, aber wenn es hart auf hart kommt, können sie über ihren eigenen Schatten springen. Vorurteile, die zu Beginn ihres heftigen Aufeinanderpralls gemacht werden, müssen revidiert werden. Das Buch hält mit fortschreitender Geschichte immer neue Überraschungen bereit, einige hat man vielleicht schon selbst im Hinterkopf gehabt, aber andere sind nicht voraussehbar. Und das buchstäblich bis zur letzten Seite. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, es war unterhaltsam, spannend, informativ. Ein Buch, in dem vieles vereint ist. Liebe, Freundschaft, Intrigen, Mord, Hass, Rache, aber auch die Hoffnung kommen nicht zu kurz. Die Geschichte nimmt einen von der ersten Seite an gefangen und lässt einen nicht mehr los, bis man alle Zusammenhänge erfasst hat. Ich hatte mit diesem Buch unterhaltsame und fesselnde Stunden und empfehle es sehr gern weiter.

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